Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

A BBC radio dramatisation of Cervantes' novel Don Quixote is online. Link below. Above, our Penguin edition with painting by Honoré Daumier on the cover. Talking of windmills...

Der Roman von Miguel de Cervantes ist eins der berühmtesten Bücher aller Zeiten, das dreistündige Hörspiel Don Quixote ist eine aufwendige, schön gemachte Produktion mit spanischer Musik. Online für drei Wochen. Link am Ende des Blogposts. Im Foto, links, unsere englische Penguin-Ausgabe vom Roman. Es gibt modernere Übersetzungen als diese aus den 1940er Jahren aber das Cover ist eins der besten, mit dem Don Quijote Gemälde von Honoré Daumier, das von 1868 stammt aber moderner aussieht. Nicht nur die spanische, auch die deutsche Sprache hat Elemente von Cervantes aufgenommen, wie den Ausdruck Gegen Windmühlen zu kämpfen, als Sinnbild für den hoffnungslosen Kampf eines Idealisten. Die Figur ist komödienhaft und tragisch zugleich, hat etwas sympathisches das Künstler, Abenteurer und Schriftsteller über die Jahrhunderte angesprochen hat: Goethe, Flaubert, Mark Twain… und William Faulkner, der den Cervantes-Roman einmal pro Jahr las (‘Don Quixote – I read that every year, as some do the Bible.’) und Dostojewski der in Don Quijote fast eine Art Jesus-Figur sah. Es gibt auch Verbindungen zur Popkultur, eine davon lag genau vor unserer Nase. Wir hatten in unserem vorherigen Blogpost u. a. den Pink Floyd Soundtrack für den Film More (1969) erwähnt. Die LP lag noch auf dem Tisch und als wir sie wegpacken wollten, fiel uns auf dass auf dem LP-Cover ein Mann ist der gegen eine Windmühle kämpft, was auf Anhieb nicht so leicht zu erkennen ist weil das Cover mit psychedelischen
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Floyd song The Red Queen is one of those 'the one that got away' outtakes that would have been fine as an album track on a number of late 60s, early 70s Floyd LPs. We checked out some background info about the Zabriskie Point (1970) soundtrack in Floyd member Nick Mason's autobiography

Pink Floyd nahmen für Michelangelo Antonionis Zabriskie Point (1970) Musik in Albumlänge auf deren Großteil jedoch weder im Film noch auf dem Soundtrack erschien. Nachfolgend ein, zwei gute Floyd-Lieder die Leser vielleicht noch nie gehört haben aber wahrscheinlich mögen werden. Plus Info dazu aus der Autobiografie Inside Out von Floyd-Mitglied Nick Mason. Mindestens einer der damals unveröffentlichten Outtakes hätte gut als Albumtrack auf Floyd-LPs wie Atom Heart Mother oder Meddle gepasst. Nicht nur die Musik, auch der Text ist interessant. Die Schachthematik (Red Queen = schwarze Königin) ist von Lewis Carrolls Kinderroman Alice hinter den Spiegeln (1871) inspiriert.

He made his way to the border
In the shadow under the trees
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German radio dramatisation of Lindgren's 'Ronia the Robber's Daughter' is online. Above, my DVD of the 1984 Swedish movie, filmed in Dalby Söderskog National Park, Fjällbacka, Dalsland, Ristafallet Falls and Tiveden National Park

Ein Hörspielklassiker mit guten Sprechern und starken Liedern. Link folgt am Ende des Posts. Im Foto, meine Romanausgabe Ronja Räubertochter (1981), mit Cover und 40 Illustrationen im Buch von Ilon Wikland. Wie sehr ihre Bilder unsere Vorstellung von Lindgren-Figuren geprägt haben, fällt auf wenn man sich ein englisches Buchcover von Ronja Räubertochter ansieht – auch gut aber völlig anders. Wir haben auch die DVD von der Verfilmung. Weil das Leben in der Wildnis eine starke Rolle spielt, kommt die Story auch gut als Film rüber. Mit Drehorten wie Nationalpark Dalby Söderskog und der Felsenkluft von Fjällbacka. Zwei Kinder von verfeindeten Räuberbanden fliehen vor ihren Eltern und leben zusammen im Wald, wo sie sich vom Fischen und Jagen ernähren. Das war immer mein Lieblingsteil der Geschichte – fernab von gröhlenden Räubern
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Birthday of Ruth Rendell who also wrote as Barbara Vine. The House of Stairs (1988) is set in late 60s early 70s London. The Portrait of Lucrezia Panciatichi (1545) plays a role. As does The Wings of the Dove (1902) by Henry James

Es ist der Geburtstag der Autorin Ruth Rendell, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine schreibt. Das war nie ein Geheimnis sondern hat damit zu tun dass die Autorin verschiedene Arten von Romanen unter den zwei Namen schreibt. Die Rendell-Romane sind eher traditionelle Krimis in denen Mordfálle systematisch von Detektiven wie Inspektor Wexford gelöst werden. Als Barbara Vine, würden wir sagen, schreibt sie eher psychologische Thriller in denen die Geschichte und die Persönlichkeit von Opfern und Tätern im Mittelpunkt steht. Das trifft jedenfalls auf Das Haus der Stufen (1988) zu, in dem zwar Morde vorkommen aber kein Detektiv. Interessanterweise sind die Barbara Vine Romane in Deutschland, zumindest anhand von Amazon-Rezensionen, deutlich beliebter als die Rendell-Romane. Im englischen Sprachraum hingegen hält sich das die Waage. Auf Deutsch erscheint Das Haus der Stufen beim Diogenes Verlag, den wir gut finden, obwohl deren Cover nicht sehr nach einem Thriller aussieht. Auch Diogenes verwendet Bronzinos Porträt von Lucrezia Panciatichi (1545) auf dem Cover. Aber auf unserer englischen Penguin Ausgabe. oben im Bild, wird das Gemälde etwas spannender ins Cover integriert und durch das Treppengeländer mit dem Titel des Romans in Verbindung gebracht.

Der Originaltitel ist The House of Stairs. Das Gemälde und das Haus der Stufen kommen beide im Roman vor. Ein großer Teil des Romans spielt im London der späten 60er und frühen
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There's a 2014 BBC radio dramatisation of William Peter Blatty's classic horror novel The Exorcist (1971) online. Link below. As I tend to skip gory scenes in movies, I probably prefer the radio play. Also scary. Pic: 25th Anniversary DVD

Einer der berühmtesten Horrorromane und Verfilmungen. Link fùr das aufwendige BBC-Hörspiel ist am Ende des Blogposts. Für mich persönlich ist das Hörspiel besser als der Film, denn ich mag keine allzu harten Filmszenen. Ich habe das Buch und die 25. Anniversary DVD, siehe Foto. Das Cover beruht auf dem berühmten Kinoplakat. Interessanterweise wurde das Foto von Pater Merrin vor dem Haus vom Gemälde ‘Das Reich der Lichter’ des surrealistischen Malers René Magritte inspiriert. Pater Lankester Merrin, im Film gespielt von Max von Sydow, ist auch die Titelfigur, der Exorzist. Ob man an den Teufel glaubt oder ihn für eine Erfindung der Menschen hält, muss jeder für sich entscheiden. Aber man könnte argumentieren dass es egal ist, denn auch fiktive Figuren haben durch Mythen, Literatur und Popkultur eine
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Brandnew BBC TV series 'Malory Towers' (2020) just starting. Trailer below. Looks good. Blyton adaptation set in 1940s Cornwall. Above, a couple of my paperbacks of the series. I got different editions but these from the 90s have nice covers

Das deutsche Hörspiel aus den 70er Jahren wird den meisten Blyton-Fans bekannt sein. Schön gemacht, mit vielen guten Sprechern. Link folgt am Ende des Posts. Die Neuigkeit ist dass in England gerade eine aufwendige und brandneue TV-Serie startet. Trailer sieht gut aus und folgt gleich. Die Dolly-Serie heißt auf Englisch völlig anders, nämlich ‘Malory Towers’. Das ist der englische Name des Burginternats Möwenfels. Links im Foto, zwei meiner englischen Bücher. Ich habe natürlich die ganze Reihe, und auch ältere Ausgaben, aber diese Cover gefallen mir besonders. Diese Ausgaben von ‘First Term At Malory Towers’ (Dolly sucht eine Freundin) und ‘In the Fifth At Malory Towers’ (Dollys großer Tag) sind aus den 90er Jahren. Das schöne Kleid hat mit der Theateraufführung von ‘Cinderella’ zu tun die im Buch vorkommt. Hier einige Romanzeilen
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Cult novel Illuminatus! (1975) is forty this year. Authors Robert Shea (1933-1994) and Robert Anton Wilson (1932-2007) wrote it as a satire about conspiracy theories. Not everyone got that. There's a good German movie '23 - Nichts ist so wie es scheint' (1998) about a hacker who took the book seriously

Der Kultroman von Robert Shea und Robert Anton Wilson spielt eine zentrale Rolle in dem deutschen Spielfilm 23 – Nichts ist so wie es scheint (1998). Der Film ist gut, kann momentan auf YouTube gesehen werden, Link folgt. Über den Roman Illuminatus! (1975) kann man sich streiten, für uns ist es eher ein interessantes Zeitdokument als ein uneingeschränktes Lesevergnügen. Der Roman, der Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre entstand und erst später veröffentlicht wurde, ist eine teils diffus, um nicht zu sagen stoned wirkende Story über das Wirken von Geheimgesellschaften wie dem Illuminatenorden, plus allen möglichen anderen Verschwörungstheorien. Alles verpackt in einer Rahmengeschichte, einer Art Detektivgeschichte die im modernen Amerika spielt. Inklusive vielen Erwähnugen von Sex, Drugs & Rock and Roll. Besonders erstgenannte Kategorie ist ziemlich derbe im Roman und wird nicht jedermanns Geschmack sein. Inwiefern das Buch ernst gemeint ist, lässt sich nicht genau sagen – man kann Illuminatus! (1975)  auch als Satire auf die Versponnenheit von Verschwörungstheorien interpretieren. Die beiden Autoren waren als Redakteure bei Playboy tätig und bekamen die Idee für das Buch
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Mia Wasikowska plays the title role in a new cinema adaption of the novel Madame Bovary, trailer below. Above, our Penguin edtion, cover image from Claude Monet. See music link for the visit of a famous opera described by Flaubert

Die Schauspielerin Mia Wasikowska gefiel mir in der Brontë-Verfilmung Jane Eyre (2011), jetzt spielt die Australierin die Titelrolle in der neuen Literaturverfilmung Madame Bovary, Trailer am Ende des Blogposts. Emma Bovary ist eine junge Frau aus einfachen Verhältnissen die mit allen Mitteln versucht, ihre Träume auszuleben und in die Welt der Bourgeoisie aufzusteigen. Der Roman von Gustave Flaubert aus dem Jahr 1856 ist ein Klassiker den man oft in Listen der besten Bücher aller Zeiten findet, zum Beispiel in der ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher und The 100 Greatest Novels of all Time von der britischen Zeitung The Guardian. Links im Bild, unsere Penguin-Ausgabe mit einem Cover-Motiv von Claude Monet. Das Buch liest sich gut, der Autor war Perfektionist, arbeitete fünf Jahre an dem Roman und legte Wert auf guten Stil. Schauplatz ist die Normandie, Flauberts Heimat, reale Orte wie die Stadt Rouen kommen vor. Hier ein Ausschnitt von der Passage über einen Opernbesuch im alten Théâtre des Arts de Rouen (das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde). Im fünfzehnten Kapitel beschreibt Flaubert wie sich Emma Bovary in eine Aufführung von Donizetts Lucia di Lammermoor (1835) vertieft, eine Oper die von Walter Scotts Roman Die Braut von Lammermoor inspiriert wurde
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Fahrenheit 451: Cynics might say it's the web, not flame throwers killing books. But in the end, almost prophetically, the books actually become intellectual entities, independent of paper. There's a BBC radio play online. Link below

Ein BBC-Hörspiel nach Ray Bradburys Klassiker Fahrenheit 451 ist online. Link am Ende des Blogposts. Wir haben uns gestern auch die 1966 Verfilmung von François Truffaut angesehen. Ein Film der immer noch gut rüberkommt, vielleicht auch weil er eine zusätzliche Signifikanz bekommen hat. Bücher und Print sind ja, wenn auch nicht verboten, tatsächlich auf einem absteigenden Ast. Bedroht, wie Zyniker trocken hinzufügen könnten, nicht von Flammenwerfern und uniformierten Aufpassern, sondern vom Internet und der digitalen Revolution generell. Weil diese Revolution jedoch dazu geführt hat dass heute mehr gelesen wird als je zuvor, wenn auch auf PC-Bildschirmen und E-Book-Readern, scheint Bradburys Geschichte auf den ersten Blick eine schwarzmalerische Fehlanzeige zu sein. Aber bei genauerer Betrachtung kann man Fahrenheit 451 auch andere Interpretationen abgewinnen: Zum Beispiel die Tatsache dass bei Bradbury die Bücher am Ende tatsächlich, und fast prophetisch, zu rein intellektuellen Entitäten werden die unabhängig von Papier existieren. Man könnte Bradburys Hoffnungsschimmer am Ende des Romans als
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Recording studios, even ones mentioned on many classic rock albums, tend to be known by name rather than location. At Olympic Studios, above, Jean-Luc Godard filmed the Stones working on the song Sympathy for the Devil. See clip

Legendäre Musikstudios, selbst solche die auf Dutzenden von klassischen Rockalben als Aufnahmeort angegeben sind, kennt man meist nur vom Namen und nicht vom Aussehen her. Links im Bild, die berühmten Olympic Studios in London, wo die Stones das Lied Sympathy for the Devil aufnahmen und von Jean-Luc Godard, der hier neben Mick Jagger zu sehen ist, dabei gefilmt wurden. Beggars Banquet (1968) ist eins von vielen Alben die hier aufgenommen wurden, so wie Fireball von Deep Purple, Slowhand von Eric Clapton, Diamond Dogs von David Bowie, A Space in Time von Ten Years After, Are You Experienced von Hendrix, Stand Up von Jethro Tull, Brain Salad Surgery von ELP, Songs of Faith and Devotion von Depeche Mode, Red von King Crimson. Darüber hinaus Alben von Peter Gabriel, Led Zeppelin, BB King, Wishbone
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