Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

2016 German radio drama online of 'The Decline of the West' (1918). The production from public broadcasters WDR doesn't glorify Spengler's cultural pessimism, instead presents the book as a roller coaster collage of quotes (some in English) & music

Zweifellos ein Klassiker, zumindest in Sachen Kulturpessimismus. Ich hatte von dieser WDR-Radioproduktion mit renommierten Sprechern wie Matthias Haase und Hedi Kriegskotte ein Doku-Hörspiel erwartet, aber dies ist tatsächlich eine Art Hörspiel, auch wenn es etwas collagenhaftes, experimentelles an sich hat. Sollte unbedingt ausgecheckt werden, egal ob man Spengler mit Interesse oder Ablehnung gegenübersteht. Link folgt am Ende des Posts. Die Buchausgabe von C. H. Beck die ich aufgegabelt habe, links im Bild, ist übrigens die erste Nachkriegsausgabe von 1959 – was mir bei manchen Lesern Neid, von anderen einen erhobenen Mittelfinger bescheren wird. Oder vielleicht beides. Der Untergang des Abendlandes (1918) hat den Untertitel ‘Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte’, was für meine Begriffe mehr über das Buch aussagt als
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We just heard on Andalusian radio that the Flamenco guitarist Paco de Lucía has died at the age of 66. Totally unexpectedly, apparently of a heart attack while playing with his grandchildren on a beach in Mexico. A sad day for his family and Andalusia

Der in Andalusien geborenen Flamenco Gitarrist Paco de Lucía ist offenbar vor wenigen Stunden in Mexico an einem Herzinfarkt gestorben. Im Alter von 66 Jahren. Wir hörten diese Nachricht gerade im spanischen Radio und hofften dass wir irgendetwas falsch verstanden hätten. Wir checkten im spanischen Internet und leider ist es wahr. Sein Geburtsort, die andalusische Hafenstadt Algeciras liegt nicht allzu weit von Marbella entfernt, etwa eine Stunde Fahrt an der Costa del Sol Küstenstraße entlang, Richtung Gibraltar. Paco de Lucía (1947-2014) war der bekannteste Flamenco-Gitarrist der Welt und hatte auch bei jungen aufstrebenden Gitarristen in Andalusien immer noch hohes Ansehen. Trotz seines internationalen Erfolgs sah man ihn hier nicht als einen Musiker der kommerzielle Kompromisse gemacht hat. Er blieb seiner Kunst treu, wenn er mit Leuten wie John McLaughlin, Al Di Meola, Chick Corea und Larry Coryell spielte, war das nicht um Flamenco zu kommerzialisieren sondern um sein musikalisches Vokabular zu erweitern. Paco de Luía hat einige Jahre in Mexico gelebt war aber, soweit wir wissen, wieder nach Spanien zurückgekehrt. Wir nehmen an dass er weiterhin ein Haus in Mexico hatte und dort einen Teil des Jahres verbrachte. Soweit wir bisher in Erfahrung bringen konnten, spielte er zum Zeitpunkt seines Todes am Strand mit seinen Enkelkindern. Auch eins seiner eigenen Kinder war anwesend. Eine der LPs die wir von Paco de Lucía haben ist Fuente y caudal (1973), oben im Foto. Der Albumtitel bedeutet Quelle und Strömung, was sich auf die Flamenco-Musik und ihre Weiterentwicklung beziehen könnte. Das Album enthält das Lied Entre dos aguas (Zwischen zwei Wassern), eine seiner berühmtesten Kompositionen und das erste Lied in dem Flamenco-Gitarre mit elektrischem Bass kombiniert wurde. Das veränderte den Klang des traditionellen Flamenco und schaffte in der Tat eine neue Strömung. Nachfolgend der exzellente Dokumentarfilm Francisco Sánchez – Paco de Lucía (2003) der momentan auf YouTube zu sehen ist. Er ist auf Spanisch, aber auch als 90 min. DVD-Fassung mit englischen Untertiteln erhältlich. Der Film geht zu seinen Wurzeln im andalusischen Alegeciras zurück, und zu den portugiesischen Wurzeln seiner Mutter. Der Künstlername de Lucía war eine Hommage an sie. Zu Beginn des Films sieht man den Gitarristen bei seinem damaligen Leben in Mexico,

 

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Mehr von uns über Flamenco Unser Feature-Artikel Auf den Spuren von Camarón de la Isla in Andalusien

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Des Weiteren Eisenbahn in Andalusien: Ruinen der Málaga-Coín Linie von 1913

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Essen Pan con tomate: Traditionelles andalusisches Essen schnell gemacht

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Und Beim Ende der Olivenernte in der Sierra Blanca

Avenita Kulturmagazin

It's the birthday of Ralph Stanley, he's 87 today. In 1951 he and brother Carter Stanley recorded I'm A Man of Constant Sorrow. See clip. For an overview of Bluegrass music we recommend this 2-CD compilation with 50 classic tracks, incl. five from The Stanley Brothers. Click pic to see songs

Es ist der Geburtstag von Ralph Stanley, heute 87 Jahre alt. 1951 nahm er mit seinem Bruder Carter Stanley das Lied I’m a Man of Constant Sorrow auf. Das Stanley Brothers Lied ist ein Klassiker der Bluegrass Musik. Gespielt mit Akustikgitarre, Geige und Banjo. Letzteres ist Ralph Stanleys Hauptinstrument. Siehe Clip.

 I’m a Man of Constant Sorrow

I am a man of constant sorrow
I’ve seen trouble all my days
I bid farewell to old Kentucky
The place where I was born and raised
For six long years I’ve been in trouble
No pleasure here on earth I find
For in this world I’m bound to ramble
I have no friends to help me now
It’s fare thee well my own true lover
I never expect to see you again
.
For I’m bound to ride that Northern railroad
Perhaps I die upon this train
You can bury me in some deep valley
For many years where I may lay
Then you may learn to love another
While I am sleeping in my grave
Maybe your friends think I’m a just stranger
My face you’ll never see no more
But there is one promise that is given
I’ll meet you on God’s golden shore
.
Man of Constant Sorrow ist eins von fünf Liedern der Stanley Brothers auf der Bluegrass-Kompilation oben im Bild. Ein 2-CD-Set den wir empfehlen. Gut um einen Überblick zu kriegen. Viele Bluegrass-Ikonen der ersten Generation sind vertreten: Jim and Jesse and the Virginia Boys, Reno and Smiley, Jimmy Martin and the Osbourne Brothers, Mac Wiseman, Lester Flatt and Earl Scruggs, The Lonesome Pine Fiddlers und viele mehr, natürlich auch Bill Monroe, der oftmals Vater der Bluegrass Musik genannt wird. Es ist folkige, akustische Musik die trotz der einfachen Aufnahmetechnik gut klingt. Diese Musik hatte einen enormen Einfluss auf Country und Musiker anderer Genres. Der junge Bob Dylan zum Beispiel
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Nordic Noir: Henning Mankell's novel Faceless Killers (1991) is online as a German Full-Cast dramatisation. Classy production. Link below. Inspector Wallander not only deals with incredibly brutal murders, but also with a shattered private life

En dag ska vi dö, alla andra dagar lever vi’ *. Kleine Hommage in Schwedisch an Kommissar Kurt Wallander und Autor Henning Mankell (1948-2015). Es ist ein Satz der mehrmals im Roman vorkommt. Erkennen Sie ihn? Das folgende Hörspiel ist jedoch auf Deutsch. Link am Ende des Blogposts. Definitiv hörenswert. Spannend, mit atmosphärischer Musik und vielen guten Sprechern. Mörder ohne Gesicht (1991) war Mankells Debütroman. Kommissar Wallander ist zu diesem Zeitpunkt 43 Jahre alt. Genau so alt wie Mankell damals war. Man bekommt den Eindruck, dass einiges vom Autor in Wallander steckt. Obwohl ich mir eigentlich nicht vorstellen kann dass der Autor in ganz so vielen Nöten war wie sein Kommissar. Es scheint als ob der Begriff ‘Midlife-Crisis’ spezifisch für Wallander erfunden wurde: Scheidung, Alkoholprobleme
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We found a nice old photo of the legendary Rainbow Theatre in London. Here's a small selection of bands that played there, more after the break. The Art Deco building was a cinema in the 1930's More spacious than it looks. Band played to crowds of ca. 3000. Classic live albums and films were made there

Wir haben ein schönes altes Foto von Londons Rainbow Theatre gefunden. In den 1930ern als Kino namens Astoria im Art déco Stil gebaut, später Bühne für so ziemlich jede gute Band der Welt. Folgende Dates aus den 70ern sind nur eine kleine Auswahl. In den 50er Jahren spielten dort Leute wie Eddie Cochran, Dave Brubeck. In den 60er Jahren Count Basie, Sinatra, Louis Arnstrong, Beatles…und dann kam Progrock. Fans werden die Alben links im Bild kennen.

1972
14. Januar – Yes
26. Februar – The Steve Miller Band
17 – 19. Februar – Pink Floyd
1. Juli – Deep Purple
17. September – Stephen Stills & Manassas
18. November – Wishbone Ash
13. Dezember – King Crimson
14 – 16. Dezember – Yes
.
Wir hören beim Anblick dieser Konzertdaten einige Leser seufzen und wünschen, in der Nähe dieses alten Kinos gelebt zu haben. Im zweiten Teil des Blogposts kommt es fast noch dicker. Das Rainbow Theatre muss für Musiker etwas Attraktives gehabt haben. Eine gute Atmosphäre, vielleicht eine gute Akustik, vielleicht war die Kapazität von etwa 3000 Leuten gerade richtig. Es kommt ja ein Punkt wo Bands in riesigen Hallen kaum noch einen Draht zum Publikum haben. Pink Floyd wählten das Rainbow um im Februar 1972 erstmals einen Liederzyklus zu spielen und entwickeln der, damals noch Eclipse genannt, später als Dark Side of the Moon (1973) veröffentlicht werden sollte. Im Clip eine frühe Fassung von Time. Die Progrock-Band Yes spielte Dezember 1972 im Rainbow Lieder die auf dem Livealbum Yessongs (1973) zu hören sind, und drehte dort sogar einen Konzertfilm, hier ein Clip auf YouTube. Genesis spielten Februar 1973 im Rainbow erstmals das Album Foxtrot (1973). In den folgenden Jahren spielten im Rainbow sogar einige deutsche Bands, können Sie erraten welche? Lassen Sie sich von Konzertdaten in Teil 2 überraschen.
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Even though Timothy Leary claimed to have been inspired by Cary Grant, the actor was not part of 60's counterculture. He came into contact with LSD, at a time when it was legal and in fact tested by government scientists, through his wife Betsy

Dieser Blogpost bezieht sich auf die Biografie Cary Grant. In Name Only (2003). Obwohl Timothy Leary angab dass er von Cary Grant inspiriert wurde, war der Schauspieler, der vielleicht größte Filmstar aller Zeiten, nicht Teil der 60er Jahre Hippiekultur, bei der LSD eine beträchtliche Rolle spielte. Grant kam viel früher in Kontakt mit der Substanz, als sie noch legal war, in der Tat von der US-Regierung an bezahlten Probanden getestet wurde. Daraus entstanden im Rahmen des Kalten Krieges unzählige Verschwörungstheorien. Aber Tatsache ist dass Cary Grant LSD-25 nicht von irgendwelchen Spionen sondern von niemandem anders empfohlen bekam als seiner Ehefrau Betsy Drake. Deren Bekanntschaft mit dem Halluzinogen wiederum hatte eine Verbindung mit dem berühmten Seeunglück der
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2015 BBC radio dramatisation of 'The African Queen' is online. Link below. Found a nice 1960's Penguin paperback edition of C. S. Forester's novel, on which the legendary movie with Humphrey Bogart and Katharine Hepburn was based

Wundervoller Klassiker der durch den Spielfilm mit Humphrey Bogart und Katharine Hepburn berühmt wurde. Die Story ist auch als Hörspiel gut. Link folgt am Ende des Blogposts. Für das Foto fand ich eine schönes altes Taschenbuch vom Penguin Verlag mit den beiden Stars auf dem Cover. Für den Film African Queen (1951) bekam Bogart seinen ersten und einzigen Oscar. Der Roman erschien im Jahr 1935, kurz bevor der Brite C. S. Forester mit seiner Hornblower-Romanreihe begann, die ihm Millionen-Auflagen bescheren sollte. Schifffahrt spielt auch in African Queen eine Rolle, es ist der Name von Charlie Allnuts Dampfboot. Film und Buch haben ein anderes Ende, aber unterscheiden sich nicht grundlegend. Hintergrund ist der Erste Weltkrieg, Location ist Africa, aber im Kern ist es eine Liebesgeschichte. Eine die ihren besonderen Reiz dadurch bekommt, dass
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Here in Andalusia the almond blossom time has started, lovely colours varying from snowy white to Pretty in Pink. A photo we took last week. The tree has inspired artist, like Van Gogh. It also has mythological connotations. According to the Book of Exodus the almond tree inspired the shape of the menorah

Bei uns in Andalusien blühen jetzt die Mandelbäume, links ein Foto das wir vor ein paar Tagen machten. Die Bäume variieren in Farbtönen von schneeweiß bis rosa, und in allen möglichen Mischungen. Eine natürliche Intensität,  wir haben das Foto nicht bearbeitet. Dieser Kandidat war definitiv Pretty in Pink, und übrigens voll mit Bienen. Wir hatten gehofft dass eine davon genau vor die Linse fliegen würde aber die Tierchen waren so total beschäftigt dass sie nicht das geringste Interesse an uns hatten. Die Erntezeit folgt im Sommer. Spanien ist ein großer Mandelproduzent, weltweit die Nummer Zwei, nach USA, und vor Ländern wie Iran, Italien, Marokko, Syrien, Türkei…die Liste zeigt dass der Mandelbaum eine starke Verbindung mit dem Mittelmeerraum und dem Nahen oder Mittleren Osten hat. Ähnlich wie Olivenbäume, haben Mandelbäume auch jahrtausendealte mythologische Verbindungen. Der Mandelbaum wird zum Beispiel mehrmals in der Bibel erwähnt, war offenbar sogar das Vorbild für die Menora. So bekommt im 2. Buch Mose selbiger Mann bezüglich des Designs der Menora den Auftrag: ”…Jeder Arm soll drei Kelche wie Mandelblüten haben mit Knäufen und Blumen. So soll es sein bei den sechs Armen an dem Leuchter. Aber der Schaft am Leuchter soll vier Kelche wie Mandelblüten haben...”. Man muss nicht religiös sein um nachvollziehen zu können dass der
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The best known work of Austrian author Arthur Schnitzler may be Dream Story (1926) on which Stanley Kubrick's movie Eyes Wide Open (1999) was based. His earlier novel 'The Spring Sonata' is good too. Check out the BBC radio dramatisation

Das bekannteste Werk von Arthur Schnitzler (1862-1931) ist wahrscheinlich Traumnovelle (1926), nicht zuletzt weil Stanley Kubrick es mit Tom Cruise und Nicole Kidman verfilmte. In Frau Berta Garlan (1901) geht es ebenfalls um die Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau. Das BBC-Hörspiel von 2003 ist gut gemacht, mit vielen renommierten Sprechern. Das Foto. links, ist von der Verfilmung Frau Berta Garlan (1989), mit Birgit Doll (1956-2015) in der Titelrolle, Auf Englisch hat die Story den Namen Spring Sonata, wobei Frühlingssonate auf die Thematik des Musikers Emil Lindbach anspielt, sowohl als die Frühlingsgefühle der jungen Witwe Berta Garlan, die auf eine neue Beziehung hofft – und zudem Klavierlehrerin ist. Die Story spielt hauptsächlich in Wien, der Heimatstadt von Arthur Schnitzler, im Frühling des Jahres 1900. Berta Garlan lebt mit
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There’s a 2010 BBC radio dramatisation of 'The Marriage of Figaro' online. Link below. Based on the Beaumarchais theatre play, which inspired Mozart’s opera 'Le nozze di Figaro' (1786). Above, my CD edition with Kiri Te Kanawa & Dawn Upshaw

‘Galileo, Figaro…magnifico!’ Der clevere Kammerdiener Figaro wurde nicht nur von Freddie Mercury erwähnt, und lange davor von Mozart verewigt, er war auch Namensgeber für Frankreichs älteste Tageszeitung Le Figaro. Erfinder der Figur war jedoch der französische Gelehrte Pierre-Augustin Caron Beaumarchais. Er schrieb das Theaterstück Le Mariage de Figaro (1784). Darauf beruht Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro (1786). In der italienischen Originalfassung Le Nozze di Figaro ist sie seit über 230 Jahren nie aus den Opernhäusern der Welt verschwunden. Links im Bild, meine CD-Ausgabe von der Oper mit Kiri Te Kanawa von 1990. Das BBC-Hörspiel von 2010 beruht auf Beaumarchais. Theaterstück und Oper sind sich vom Handlungsablauf erstmal sehr ähnlich. Die Geschichte spielt in Andalusien, am Hof des
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We found an old bridge in Alhaurín el Grande. Over a 100 years old. Part of the Málaga-Coín Railway (1913-1965). It's known by locals but not tourists. As not visible from main road. There was talk of restoring it as part of a rural walking scheme. Good, because the whole area is beautiful

Wir haben gestern durch Zufall eine schöne alte Eisenbahnbrücke entdeckt. Über hundert Jahre alt. Unser Foto links ist möglicherweise das erste im deutschen oder englischsprachigen Netz. Die Brücke ist jedoch unter spanischen Eisenbahn-Fans in der Provinz Málaga bekannt und dadurch konnten wir im Nachhinein ein paar extra Infos darüber finden. Wir mussten gestern etwas in der Stadt Fuengirola an der Costa del Sol erledigen. Wegen des guten Wetters entschieden uns, anstatt die schnelle Küstenstraße zu nehmen, ein bisschen die Berge hoch über die Stadt Alhaurín el Grande zu fahren. Die A-7053 die dort hochführt ist eine Traumstrecke mit Bergpanorama, ca. 20 min. Fahrt. Wir fuhren durch die Stadt, verpassten aber die leicht übersehbare Abbiegung nach Fuengirola und probierten die nächste Abfahrt an einem Kreisel. Das war ein schmaler steiler Weg der nur noch zu ein paar Bauernhöfen führte und wir wollten gerade umdrehen als wir die Brücke sahen. Wir wurden neugierig und machten ein paar Fotos, glücklicherweise eins mit einer Perspektive die fast perfekt zu einer alten Aufnahme passt die wir später fanden. Wir dachten auf Anhieb nicht dass die Brücke ganz so alt wäre. Aber während wir knipsten, kamen zwei Autos vorbei und wir quetschten die Leute ein bisschen aus. Einer konnte sich noch erinnern als Kind Züge gesehen zu haben. Beide sagten die Brücke sei
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Superb 2009 BBC radio dramatisation of H. G. Wells Sci-Fi classic The Time Machine (1895) is online. Above, my old Pan paperback, with cover - featuring morlocks - by Alan Lee, who later made the iconic illustrations for The Lord of the Rings

‘Als ich mich mit der Zeitmaschine aufgemacht hatte, war es in der absurden Annahme, die Menschen der Zukunft würden uns unendlich voraus sein. Aber ich sah eine Welt in der alle Traditionen, Nationen, Sprachen, Literaturen, selbst die bloße Erinnerung an den Menschen, wie ich ihn kannte, aus dem Dasein gelöscht waren’. Ja, Science-Fiction-Klassiker sind oft, oder sogar überwiegend von pessimistischer Natur. Von Metropolis (1927) bis zum Planet der Affen (1968), vom Report der Magd (1985) bis zu Matrix (1999) und so weiter. Wobei H. G. Wells’ Roman Die Zeitmaschine (1895) sämtlichen Klassikern um Jahrzehnte oder ein Jahrhundert voraus war. Auch die Themen die Wells aufgreift sind erstaunlich modern, wenn man bedenkt dass die Story aus einer Zeit stammt in der die Welt noch aussah wie in ‘Mary Poppins’. Aber
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The Mabinogion, a collection of Welsh legends, was first written down in the Middle Ages, though their origin is much older. Translation into English by Charlotte Guest in 1838 had huge influence on literature, art, poetry...and songs like Rhiannon

‘Beyond the forests, beyond the valleys. beyond the mountains…there is another world’. Schöne, anspruchsvolle Produktion mit vielen Sprechern. Link folgt am Ende des Posts. Das Mabinogion ist eine Sammlung von keltischen Sagen aus Wales. Nach mündlichen Überlieferungen erstmals im Mittelalter aufgeschrieben. Vom Ursprung her viel älter. Größere Bekanntheit erreichten die Sagen des Mabinogions erst im 19. Jahrhundert, durch die Übersetzung, vom Walisischen ins Englische, von der Aristokratin Lady Charlotte Guest. Sie veröffentlichte das Mabinogion in 7 Bänden von 1838 bis 1845. Das Werk hatte – ähnlich wie das wiederentdeckte Nibelungenlied in Deutschland, einen enormen Einfluss auf englische Literatur, Kunst und Dichtung. Es inspirierte mitunter Alfred Tennysons epischen Gedichtzyklus Idylls of the King (1859) über König Artus. Es beeinflusste
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2004 German radio dramatisation of Fritz Lang's The Spiders (1919) is online. Good production by public broadcasters Deutschlandfunk. The story about Inca gold and the secret organisation The Spiders is a forerunner of Indiana Jones

Gutes Hörspiel vom Deutschlandfunk nach einem Roman und Film vom legendären Regisseur Fritz Lang (1890-1976). Link folgt am Ende des Blogposts. Das Abenteuergarn um einen Inka-Schatz und eine Geheimorganisation namens Die Spinnen wirkt wie ein Vorläufer von Indiana Jones. Das Hörspiel hat den zusätzlichen Reiz, dass der Spielfilm Die Spinnen (1919) lange Zeit als verschollen galt und erst in den 1970er Jahren wiedergefunden und restauriert wurde. Man kann den 100 Jahre alten Stummfilm auf Youtube sehen. Link folgt, aber ich muss sagen dass ich die Story als Hörspiel, mit guten Sprechern und geheimnisvoller Klangkulisse, fast besser finde. Fritz Langs Schreibstil ist cool. Hier beschreibt er die junge Lady namens Lio Sha, die Femme fatale der Story: ‘Ihre modische schwarze, eng anliegende Sportjacke schmiegte sich an die
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It's the birthday of Laura Ingalls Wilder (1867-1957) author of the Little House books. 1974 the TV series started, with Melissa Sue Anderson, above, as Mary. In the books many folk songs are quoted, like Green Grows the Laurel. Check Sandy Denny's version. We'd like a remake with a T Bone Burnett soundtrack

Es ist der Geburtstag der Autorin Laura Ingalls Wilder (1867-1957). Einige Leser werden sich an die TV-Serie nach ihren Büchern erinnern. Unsere kleine Farm lief ab Mitte der 70er bis in die Mitte der 80er Jahre. Um die Erinnerung aufzufrischen, habn wir haben uns gestern die allererste Episode A Harvest of Friends vom 11. September 1974 auf DVD angesehen. Die hieß auf Deutsch Das neue Land und gefiel uns besser als der Pilotfilm der etwas früher, vor fast genau 40 Jahren gezeigt wurde. Links im Bild, ein Foto von Melissa Sue Anderson in der Rolle von Mary, einem der drei Mädchen der Ingalls-Familie. In der dritten Staffel, in der Episode Mary erblindete sie. Laura Ingalls Wilders Schwester Mary erblindete auch in Wirklichkeit. An einer Kinderkrankheit, wahrscheinlich Scharlach, wofür es damals keine Antibiotika gab. Die Bücher haben einen dokumentarischen Charakter, basieren auf Erlebnissen der Ingalls-Familie und ihrem Prairie-Leben in den 1870er Jahren. Die Autorin wurde neunzig Jahre alt und konnte über ein vergangenes Zeitalter schreiben. Die Familie baute sich Blockhäuser, hier ein Bild davon, reiste im Planwagen durch die Prairie von Kansas, damals noch Indianerland. An einem Ort wo die Familie lebte, in Walnut Grove, Minnesota, gibt es ein Museum, hier ein Foto. Die Pionierzeiten des 19. Jahrhunderts haben durch Filme, Western etc, einen mytischen Status. Aber Laura Ingall Wilders Bücher sind sachlich, ohne Pathos geschrieben, enthalten viele Details über Landleben, und auch kulturelle Dinge. Ich sah obiges Buch Little House in the Prairie, das dritte von 9 Büchern, nochmal durch um für den Blogpost ein, zwei interessante Beispiele herauszusuchen. Dabei fiel mir auf dass viele alte Folk-Songs in den Büchern zitiert werden. Daddy Ingalls spielte ja Geige, und zu Zeiten ohne Radio hatte selbstgemachte Musik ein hohen Stellenwert. Allein in diesem Band kommen sechs Folk-Songs vor, einer davon ist Green Grows the Laurel, ein alten schottisches Volkslied. Es gibt eine schöne Version von Sandy Denny, eine meiner Lieblingssängerinnen. Hier
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Daniel Defoe's classic novel Robinson Crusoe (1719) came out 300 years ago. There's a BBC radio dramatisation online. Link below. In the photo is my Wordsworth edition with a cover illustration from 1895 by Joseph Finnemore (1860-1939)

Daniel Defoes Abenteuerroman über einen Schiffsbrüchigen namens Robinson Crusoe (1719) der auf einer einsamen Insel überlebt, erschien vor dreihundert Jahren. Das BBC-Hörspiel ist eine anspruchsvolle Produktion von 1998. Link folgt am Ende des Blogposts. Im Foto, meine englische Taschenbuchausgabe. Nur wenige Bücher aus dem 18. Jahrhundert sind heute noch im Gespräch. Mir fallen auf Anhieb gerade mal Tom Jones (1749) von Henry Fielding, und Die Leiden des jungen Werthers (1774) von Goethe ein. Interessant zu überlegen, welche heutigen Romane man noch im Jahr 2319 lesen wird? Bis dahin wird es Zehnttausende von neuen Büchern geben. Inklusive neuen Klassikern, Werden dann die Bücher von Stephen King den Leuten noch Angst einjagen, oder werden die Verschwörungen von Dan Brown den Lesern
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Ten years ago today, on the 4th of Feb. 2004 Facebook was founded. Considering I didn't have particulary strong feelings for or against the company, I found the movie The Social Network (2010) surprisingly entertaining. It's a good story

Heute vor 10 Jahren, am 4. Februar 2004 wurde Facebook gegründet. Was immer man von der Firma hält, die rasante Entwicklung des sozialen Netzwerks ist faszinierend. Ich fand David Finchers Spielfilm über die Entstehung von Facebook ziemlich gut, war fast überrascht, dass er mir gefiel denn Facebook ist eigentlich nicht etwas zu dem ich eine ausgeprägte Meinung pro oder contra habe. Für mich gilt, wenn sich auf dem Marktplatz der Ideen etwas durchsetzt dann hat es etwas Nützliches an sich. Und niemand zwingt einen, es zu benutzten. Der Film beschäftigt sich nicht besonders mit technischen Dingen, man muss kein Computerprogrammierer sein um der Handlung zu folgen. Der Film zeichnet ein Bild von Mark Zuckerberg als Mensch, und wir wissen nicht genau wie sehr das zutrifft. Aber der Mann wird weder glorifiziert, noch als schlecht dargestellt sondern als eine komplexe Persönlichkeit die für mich einigermaßen plausibel rüberkommt. Wie des öfteren bei jungen erfolgreichen Firmengründern der Fall, wirkt Zuckerberg, gespielt von Jesse Eisenberg, im Film sehr intelligent und…etwas abgehoben, auf eine Art wie Leute die bei einem Gespräch nicht ganz beim Thema zu sein scheinen weil sie im Kopf schon längst
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A BBC radio dramatisation of the Wilkie Collins classic The Woman in White (1859) is online. A four hour production. Link below. One of the novels that founded the detective genre. There's also a link for BBC TV adaption from 1997

Die Frau in Weiß (1859) gehört zu den Romanen die das Krimi-Genre gründeten. Links im Bild mein Taschenbuch von dtv. Wilkie Collins hatte mit dieser geheimnisvollen, romantischen Geschichte enormen Erfolg. Damals benutzten sogar Hersteller von Kleidern und Parfüms den Namen The Woman in White als Werbung für ihre Produkte. Der englische Politiker William Gladstone verschob angeblich die Feier für eine Theateraufführung um das Buch zu Ende zu lesen. Der Roman, den Charles Dickens als Serie in seinem wöchentlichen Magazin All the Year Round veröffentlichte, war ein Phänomen. Das aufwendige vierstündige BBC-Hörspiel aus dem Jahr 2001 klingt gut, inklusive atmosphärischer Musik. Link folgt am Ende des Blogposts. Ein junger Mann namens Walter Hartright aus London bekommt eine Stelle als
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1994 BBC radio drama The Flying Dutchman is online. A play, set in 17th, 19th and 20th century, about origins of the legend in times of the Dutch East India Company, with risky trade routes around Cape of Good Hope - and some music from the opera

‘Wie aus der Ferne längst vergang’ner Zeiten…’. Ein anspruchsvolles BBC-Hörspiel mit vielen renommierten Sprechern. Das Hörspiel basiert auf der ursprünglichen Legende aus dem 17. Jahrhundert. Link folgt am Endes des Blogposts. Die bekannteste Version ist heutzutage zweifellos Wagners Oper aus dem 19. Jahrhundert. Im Foto, meine Deutsche Grammophon DVD mit Harry Kupfers Inszenierung von 1985, die ich sehr empfehlen kann. Aber Der Fliegende Holländer (1843) von Wagner ist typischerweise seine ureigene Interpretation des Stoffes: The power of love…die erlösende Kraft der Liebe einer treuen Frau etc. Alles gut und richtig, aber dadurch dass Wagner seine romantischen Vorstellungen nach Norwegen verlegte, verliert die Story etwas von ihrem historischen Kern. Die Legende wurde nämlich von Seeleuten inspiriert, die im
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It's the birthday of John Ford. Nowadays one tends to look at How Green was my Valley (1941), above Ford's film set in Malibu, as a qaint, romantic movie, but how many films about struggling working class people are made in Hollywood today?

Es ist der Geburtstag von John Ford (1894-1973), dem Regisseur von weltberühmten Filmen wie Der Schwarze Falke (1956) und Früchte des Zorns (1940). Links ein Foto von den Dreharbeiten für Fords walisisches Bergarbeiter-Epos So grün war mein Tal (1941) das in Deutschland vielleicht etwas weniger bekannt. Aber weil wir selber mal in Wales gelebt haben, spricht uns die Thematik an. Bei uns in der Nähe gab es keine Kohlenbergwerke aber viele alte Schiefersteinbrüche. Die waren meist aus dem 19. Jahrhundert und die alten Werkstätten und Häuschen wo die Arbeiter frühen wohnten, waren zu wildromantischen Ruinen geworden. Ein Teil des Steinbruchs war mittlerweile ein kleiner See und im Sommer gingen wir dort schwimmen. Da die Waliser im 19. Jahrhundert noch sehr arm waren, gingen seinerzeit ganze Dorfbevölkerungen die früher von Landwirtschaft gelebt hatten, in den Bergbau. Die dortigen Gehälter schienen für Landarbeiter anfangs gut. Die Leute waren harte 12 Stunden-Tage gewohnt und konnten Arbeitsbedingungen wegstecken die heute unvorstellbar sind. Weniger bekannt war den Walisern dass Arbeitgeber nach Belieben Löhne senken und Leute entlassen konnten. So grün war mein Tal spielt in einem Dorf das von einem Bergbau-Konzern abhängig geworden ist und zeigt wie die Familienbande der Dorfgemeinschaft ins Wanken geraten als sich Entlassungen, Streiks und Armut ausbreiten und daraufhin Gewerkschaften gebildet werden. Maureen O’Hara spielt Angharad Morgan, die schöne Tochter eines walisischen Familienclans. In ihrer Autobiografie ‘Tis Herself (2004), aus der wir auch obiges Foto nahmen, schreibt sie einiges über die Dreharbeiten: Der Film war ursprünglich als 4-stündige Mega-Produktion à la Vom Winde verweht (1939) geplant.  Darryl Zanuck, der Produzent beider Filme, wollte How Green was my Valley, so der Originaltitel, in Technicolor und in Wales drehen. Aber das war durch den zweiten Weltkrieg zu riskant geworden. Regisseur John Ford ließ stattdessen in Malibu, Kalifornien ein Dorf im walisischen Stil nachbauen, was mit 110.000 Dollar so teuer war dass das Filmbudget von etwa einer Million Dollar, damals viel Geld, nicht mehr für Technicolor ausreichte. Das Filmset basierte auf dem walisischen Dorf Gilfach Goch das mit seiner Bergbauvergangenheit und seiner von Terrassenhäusern gesäumten Straße typisch für die Region war. O’Hara sagt dass die Sänger die für die Szene mit dem walisischen Volkslied Myfanwy aus Wales eingeflogenen wurden, bewegt und in Tränen waren als sie den Filmset sahen. Aus Gilfach Goch kam auch Rhys Williams, der als walisischer Akzent-Coach für die Schauspieler angeheuert wurde.
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