Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

It was written 200 years ago, in 1814 and, regardless of a friendly or critical attitude towards the US, it's hard to deny that the American anthem The Star-Spangled Banner has a powerful melody, lyric and story behind it. Above, a photo of the actual flag. We look at various musical interpretations

Das Lied The Star-Spangled Banner ist dieses Jahr 200 Jahre alt. Es wurde 1814 geschrieben, später zur Nationalhymne der USA. Unabhängig davon ob man Amerika freundlich oder kritisch gegenübersteht, ist schwer zu bestreiten dass das Lied eine eindrucksvolle Melodie und Entstehungsgeschichte hat. Dazu gleich mehr. Zuerst zur Musik: The Star-Spangled Banner ist definitiv ein Teil der amerikanischen Popkultur. Die Liste der Musiker die das Lied dargeboten haben ist lang: Whitney Houston, Lady Gaga, Marvin Gaye, Igor Strawinski, José Feliciano, Alicia Keys, Dixie Chicks, Carrie Underwood, Christina Aguilera, Madison Rising, Ariana Grande…und Steven Tyler von Aerosmith! Um nur einige zu nennen. Ein großes Spektrum, in dem Anhänger und Ikonen verschiedener politischer Ausrichtungen vertreten sind. Erwartungsgemäß haben verschiedene Versionen ihre Anhänger und Kritiker. Beyoncés Darbietung in 2013, siehe YouTube Clip, bei der 2. Amtseinführung von Präsident Obama, wurde vorgeworfen dass sie gemimt und nicht live gesungen wurde. Ich muss gestehen dass mich solche technischen Details weniger interessieren als das musikalische Endresultat das in meinen Ohren ankommt. Und das klingt ziemlich gut. Gesungen wird üblicherweise die 1. Strophe, hier der Text.

O say can you see by the dawn’s early light,
What so proudly we hailed at the twilight’s last gleaming,
Whose broad stripes and bright stars through the perilous fight,
O’er the ramparts we watched, were so gallantly streaming?
And the rockets’ red glare, the bombs bursting in air,
Gave proof through the night that our flag was still there;
O say does that star-spangled banner yet wave,
O’er the land of the free and the home of the brave?
.
Ein völlig andere und die möglicherweise kontroverseste Version von The Star-Spangled Banner ist die von Hendrix in Woodstock. Siehe Clip. Dort spielte er eine Instrumentalversion mit Gitarren-Effekten die Geräusche von Raketen und Bomben imitierten. Das wurde als Kommentar zum Vietnam-Krieg interpretiert. Wobei man nicht vergessen darf dass auch in dem 200 Jahre alten Text, der aus einer Kriegssituation enststand, die Rede von ‘rockets’ und ‘bombs’ ist. Siehe 1. Strophe. Jimi überließ es dem
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It's the birthday of Swedish author Selma Lagerlöf (1858-1940). One of her books is the kid's classic The Wonderful Adventures of Nils (1906) about a boy who's turned into a thumbling and flies off with wild geese. Book cover above is by the renowned Swiss artist Celestino Piatti (1922-2007)

Es ist der Geburtstag der swedischen Autorin Selma Lagerlöf (1858-1940), links im Bild eine Ausgabe von ihrem Klassiker Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (1906). Das Taschenbuch von dtv ist von 1965, mit einem Cover vom renommierten Schweizer Grafiker Celestino Piatti (1922-2007). Sein Nachname ist hochkant am Fuß des Baums zu sehen. Piatti gestaltete in drei Jahrzehnten Tausende von dtv-Bänden und prägte das Image des Verlags. Auf diesem Cover ist die Szene in der die Wildgänse reihenweise über Smirre den Fuchs hinwegfliegen und ihn damit fertigmachen dass er stundenlang vergeblich hochspringt. Der in einen Zwerg verwandelte Nils Holgersson hat gerade auf mutige Weise eine Wildgans vor dem Fuchs gerettet und ist danach auf einen Baum geflüchtet. Der Stoff ist durch Verfilmungen und eine Zeichentrickserie gut bekannt., hat viel Potential. Die Idee, dass ein Junge die Sprache der Tiere versteht, mit ihnen durch ganz Schweden fliegt und das Land kennenlernt, ist abenteuerlich und romantisch. Wobei der Roman auch sozialkritische Ansätze hat und das harte
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The new Floyd album The Endless River (2014) had pretty good reviews, though some people found the cover image bland. By contrast, we look at the fairly ominous Battersea Station cover of Animals (1977) and the stories behind it

Pink Floyd haben gerade ein neues Album veröffentlicht. Es klingt auf Anhieb ganz gut und wird zukünftig rezensiert. Aber ich wollte heute etwas über LP-Design von Pink Floyd schreiben. Speziell über ein Cover, links, zu dem es eine interessante Story gibt. Ich kam darauf weil das Cover des Albums The Endless River (2014) mehrfach kritisiert wurde: das neue Cover sei klischeehaft, kitschig etc. Ich finde es eigentlich ganz OK, aber LP-Cover die komplett am Computer designt werden, können im Vergleich mit Fotos tatsächlich etwas steril wirken. Das Foto für das Floyd-Album Animals (1977) wurde zwar nachbearbeitet aber hat dennoch die eindrucksvolle, authentische Atmosphäre eines Zeitdokuments. Die Design-Firma Hipgnosis arbeitete damals oftmals tagelang an ungewöhnlichen Locations um Fotos für LP-Cover zu machen. Schon das Motiv an sich, das alte Stromkraftwerk Battersea Power Station in London, ist eine ungewöhnliche Wahl. Der riesige Gebäudekomplex hatte für Songschreiber Roger Waters vermutlich Symbolwert. Repräsentierte für ihn vielleicht die unheimliche Seite der Industriegesellschaft, was zur orwellianischen Thematik des Albums passen würde. Das Design ist aus den späten 1920er Jahren und geht stilistisch in Richtung Art Deco. Es stammt von Architekt Sir Giles Gilbert Scott, der 1924 auch die roten und archetypisch englischen Telefonzellen designte. Battersea mit seinen imposanten Ecktürmen und den über hundert Meter hohen Schornsteinen wurde von New Yorks Wolkenkratzern der 20er Jahre inspiriert. Es wurde, in Anlehnung an den Begriff power station, mitunter Temple of Power genannt. Beim Blick in den legendären 1935 gebauten Kontrollraum des Kraftwerks, im nachfolgenden Bild
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The other day there was a guy selling roast chestnuts in front of the Irish pub, in the background. We liked this homemade stove: Just a pipe with hot coals and a pot with holes. Worked better than our electric oven at home. I't's 1 Euro for a bag of 8 chestnuts. A pint of Guinness at the pub costs 4 Euro

Wir waren vor ein paar Tagen in einem irischen Pub, sichtbar im Hintergrund des Fotos, und kamen an einem Stand vorbei der geröstete Kastanien verkaufte. Dabei musste ich an die Episode mit dem Maronimann in Otfried Preusslers Buch Die Kleine Hexe denken. Wir kauften zwei Tüten, jeweils 1 Euro für ca. 9 Kastanien, Bei Preusslers Maronimann waren es zehn Pfennig für eine kleine Tüte, zwanzig für eine große. Diesmal sah ich mir den Ofen der Marke Andalusisches Homemade Design genauer an als bei früheren Gelegenheiten. Denn wir waren eine Woche zuvor mit unseren Kindern im Wald gewesen und hatten, obwohl es Ende der Season war, immer noch eine ganze Menge Kastanien gesammelt. Davon gibt es hier Andalusien erstaunlich viele, insgesamt liegt Spanien als Kastanienproduzent sogar vor Deutschland. Andalusische Kastanienwälder sind eine Hinterlassenschaft der Römer die hier jahrhundertelang regierten. Mit den Kastanien die wir gesammelt hatten, wollten wir uns Zuhause einen gemütlichen Abend machen, mussten aber – wieder mal – feststellen dass unser
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It's the 60th anniversary of Lord of the Flies (1954). I don't suscribe to William Golding's apocalyptic world view, and don't buy that humans are inherently bad. But t's nevertheless a strong story and there's a good BBC radio dramatisation. Link below. Peter Brooks 1963 movie adaption is also online

Es ist das 60. Jubiläum des Romanklassikers Herr der Fliegen (1954), das BBC-Hörspiel von 2013 ist knapp zwei Wochen lang online. Link am Ende des Blogposts. Vor etwas über 50 Jahren erschien Peter Brooks Verfilmung Lord of the Flies (1963), so der Originaltitel. Links im Bild ein Foto von zwei der Hauptfiguren: Piggy (Hugh Edwards) und Ralph, dargestellt von James Aubrey der vor Kurzem im Alter von 62 Jahren gestorben ist. Ein sympathischer Typ der bis an sein Lebensende die Muschel besaß die im Film und im Buch die demokratische Ordnung repräsentiert. Die Geschichte handelt von englischen Schulkindern die nach einem Atomkrieg auf einer anfangs idyllischen Insel gestranded sind aber dort zunehmend in zerstörerischen, abergläubischen und letztendlich mörderischen Zuständen versinken. Das wird in Buch und Film eindrucksvoll geschildert. Leser die Eltern sind, werden wahrscheinlich sagen dass Kinder in Wirklichkeit nicht so sind wie Golding sie darstellt. Finde ich jedenfalls. Kinder verhalten sich im Ernstfall eher wie Kästners Emil und die Detektive: solidarisch. Aber Golding schrieb Herr der Fliegen, wie er selber im Nachwort unserer obigen englischen Ausgabe sagt, als fable, im Sinne von Aesops Fabeln oder auch George Orwells Farm der Tiere, ein Roman den Golding ebenfalls namentlich erwähnt. Die Kinder auf der Insel sollen die Menschheit symbolisieren. Ich finde, Goldings Roman präsentiert ein überlegenswertes Szenarium. Die Überlegung führt mich allerdings auch zu dem Schluss dass Golding hier eine apokalytische Weltsicht vertritt die ich nicht teile. Wenn Golding im Roman mit Begriffen wie der ‘Dunkelheit des menschlichen Herzens‘ (‘the darkness of man’s heart) orakelt, entspricht das vielleicht dem mythischen Konzept der Erbsünde aber nicht meinen eigenen Erfahrungen.

Er stapfte durch den Sand durch die feindselige Hitze…und setzte sich in den Schatten eines Baumstamms. Nach einer Weile sagte Piggy: ‘Wir müssen die anderen finden. Wir müssen etwas unternehmen.’ Ralph antwortete nicht. Das hier war eine Koralleninsel. Vor der Sonne geschützt, gab er nichts auf Piggys böse Vorahnungen…Piggy blieb beharrlich. ‘Wie viele sind wir denn?’ Ralph kam herüber und stand jetzt neben ihm. ‘Keine Ahnung’. Ralph blickte durch ihn hindurch…’Was ist denn das da?’ Ralph hatte aufgehört zu lächeln und zeigte in die Lagune. Zwischen den Wasserpflanzen lag etwas Cremefarbenes. ‘Ein Stein.’ ‘Nein. Eine Muschel.’ (Gekürzte Romanpassage, Herr der Fliegen)

Die meisten Menschen die ich jemals kennengelernt habe, waren im Rahmen ihrer Möglichkeiten gut und hilfsbereit – die ‘inhärent böse‘ Menschheit ist eine Legende. Beliebt u. a. bei Medien, die sich häufig auf einen relativ kleinen Prozentsatz von täglichen menschlichen Desastern konzentrieren und selten die enorme Mehrheit von positivem menschlichen Verhalten erwähnen. Die permanente Bedrohungskulisse: Das verkauft sich, genau so wie sich Horrorfilme und Verschwörungstheorien gut verkaufen. Wobei ich Wiliam Golding (1911-1993) nicht die zynischen Motive von Medien unterstelle. Er versuchte nicht, dem Zeitgeist nach dem Mund zu reden, im Gegenteil, der Roman wurde anfangs in den 50er Jahren kontrovers aufgenommen. Stephen King, der ein Fan von Herr der Fliegen ist, beschreibt in seinem eigenen Roman Hearts in Atlantis (1999) wie Goldings Buch im Amerika der 60er Jahre eher eine Art Anti-Establishment-Bibel war. Der Golding Roman wird Dutzende Male in Atlantis erwähnt und spielt eine Schlüsselrolle:’There are things in it your teacher might not want you to read‘, heißt es an einer Stelle verheißungsvoll. Es ist definitiv ein faszinierender Roman – auf den sich jeder selber einen Reim machen kann. Ebenfalls interessant ist Peter Brooks Verfilmung die auf der Karibikinsel Vieques gedreht wurde. Brooks verzichtete großteils auf das ursprüngliche Drehbch und ließ die Kinder stattdessen viel improvisieren. Am Ende hatte er 60 Stunden Filmmaterial und machte daraus eine vierstündige Fassung die für das Cannes Filmfestival 1963 dann auf ca. 90 min. geschnitten wurde. Der Filmdreh, der schon 1961 begonnen hatte, wurde sogar von einem realen Kriegsgeschehen eingeholt: Während der ersten Drehwoche fand die Invasion der Schweinebucht in Kuba statt und die evakuierten Verletzten wurden in das US-Militärkrankenhaus auf Vieqes eingeliefert. Ich wünsche spannende und nachdenkliche Unterhaltung beim Hörspiel. Auch der Film ist zur Zeit auf YouTube online.

 

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Herr der Fliegen als Hörspiel online  Das MDR-Hörspiel mit Axel Wandtke (als Ralph), Dirk Audehm (als Piggy), Götz Schweighöfer (als Jack) Christoph Zapatka (als Simon), Alexander Zschiedrich (als Roger), Stephan Großmann (als Jeremy), Fabian Gerhardt (als John), Wilhelm Eilers (als Eric), Gert Gütschow (als Offizier), Marylu Poolman (Erzählerin) u. a. Produktion von 1996. Kommentar: Das Hörspiel beginnt mit dem Ende der Geschichte, und Ralph erzählt im Rückblick was geschah. Für diese Produktion vom Mitteldeutschen Rundfunk komponierte Wolfgang Lenk, Sänger und Keyboarder von der Band Die Prinzen den Soundtrack.

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Des Weiteren William Goldman: ‘Der Marathon-Mann’ als Hörspiel online

Foto  Unsere Faber and Faber Taschenbuchausgabe, die nass wurde aber immer noch funktioniert. Plus ein Foto von der 1963 Verfilmung: James Aubrey (rechts) der Ralph spielte, 2010 im Alter von 62 Jahren verstarb

Film  Die englische Verfilmung von Lord of the Flies (1963) ist hier auf YouTube zu sehen

Avenita.net

 

 

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British photographer David Redfern (1936-2014), who died on 23 October, took classic pics of everyone, from Jazz legends like Miles Davis to rock stars like the Stones, Zeppelin etc. One photo of his archives that I treasure especially, and have on paper, is from my fave girl group The Supremes

Er fotografierte so gut wie jeden Star, von Jazz-Ikonen wie Miles Davis und Thelonious Monk bis zu Rock- und Popstars wie den Beatles, Stones, Zeppelin, Hendrix, Dylan und vielen anderen. Ein Foto von David Redferns Archiv das ich besonders mag, sogar auf Papier habe, ist von den Supremes, meiner Lieblings-Girlgroup. Links im Bild sind Mary Wilson, Diana Ross und Florence Ballard, Mitte der 60er Jahre. Es folgt gleich ein schönes Lied ihnen, eins das – und hier ist ein echter Geheimtipp – die Supremes sogar auf Deutsch aufnahmen. Soweit ich weiß, machte Redfern das Foto zu der Zeit als die Plattenfirma Motown, zu der die Supremes gehörten, in England eine Promotionstour machte, an der auch andere Motown-Stars wie Stevie Wonder, Marvin Gaye und Smokey Robinson teilnahmen. Das Foto ist eine Studioaufnahme vor einer künstlichen Skyline, sieht aber klasse aus  Die Kunst von erfolgreichen Fotografen ist ja, neben dem technischen Können, dass sie eine enspannte Atmosphäre schaffen und dass Leute ihnen vertrauen. Ein gutes Beispiel für das Vertrauen das Redfern genoss, ist dass Frank Sinatra ihn sogar dafür engagierte, sein Passfoto aufzunehmen. Tja, Stars sind halt doch etwas eitel. Die Karriere des Engländers David Redfern, der jetzt gerade am 23. Oktober 2014 gestorben ist, hatte sogar eine kleine Verbindung mit Deutschland, wo er als junger
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