Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

A cinema biopic about the Brontë family is in the works. To appear in 2016, in time for Charlotte Brontë's 200th anniversary. We found an old print of Branwell's painting of his sisters Anne, Emily & Charlotte (1834) which looks different to the 'digitally restored version of the damaged portrait' that's on Wikipedia

Gute Nachricht: Eine große Kinoproduktion über die Geschwister Brontë ist in Arbeit, vorgesehen für 2016, also zum 200. Geburtstag von Charlotte Brontë, der Autorin des Weltklassikers Jane Eyre (1847). Charlottes Schwester Emily Brontë und ihr Roman Sturmhöhe (1847) sind ebenso bekannt. Und auch ihre jüngere Schwester Anne Brontë schrieb mit Die Herrin von Wildfell Hall (1848) einen bemerkenswerten Roman, der ebenfalls verfilmt wurde. In der Tat, es gibt Dutzende von Verfilmungen von Romanen der Brontë Schwestern. Aber relativ wenige Filme über ihr Leben. Die zwei biografischen Filme die wir kennen sind, einmal die TV-Serie The Brontës of Haworth (BBC, 1973) und zweitens der französische Spiefilm Les Sœurs Brontë (1979) von André Téchiné. Zwei sehr verschiedene Filme (YouTube Links am Ende des Blogposts) die jedoch beide viel für sich haben. Inhaltlich nicht unbedingt leicht zu übertrumpfen, aber nach 35, 40 Jahren könnte ein neuer Film wahrscheinlich einiges an Stil, Look, Musik und Ausstattung bieten das die Geschichte der Brontës kompatibler für ein heutiges Publikum macht. Wobei das Leben der Geschwister, die alle jung starben, so eindrucksvoll ist wie die Romane mit denen sie die Welt eroberten. Auch wenn die Schwestern das, wie im Fall von Emily Brontë und dem Roman Sturmhöhe, nicht mehr miterlebten. Um das Jahr 1834, als ihr Bruder
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We found Take On Me from the Norwegian band A-ha one of the best pop songs of the 80's. The pencil-sketch video was interesting too. Now Volkswagen has used the song and the concept of the video in a new 2013 advert. See YouTube link

Take on Me von A-ha war einer der großen Hits der 80er Jahre, ein gutes Lied mit einem interessanten Video. Ein neuer 2013 Volkswagen Werbespot, auf Englisch, benutzt das Lied und das Konzept des Videos. Originell gemacht, mit einer netten kleine Pointe am Ende. Hier kann der VW-Werbespot auf YouTube ausgecheckt werden. Es ist ein amerikanischer Werbespot, also höchstwahrscheinlich nicht im deutschen Fernsehen zu sehen: Ein Mann, der zwar noch recht jung wirkt aber vom Alter wohl jemanden darstellen soll der sich an die 1980er Jahre erinnert, träumt bei einem Geschäfts-Meeting ein bisschen vor sich hin, sieht sich selbst als Figur in dem Take On Me Video, hier die Originalversion von A-ha, wobei der Typ im Werbespot natürlich einen VW fährt. Er gewinnt das Rennen gegen die düster dreinschauenden Motorradfahrer, trifft dann auch die hübsche Frau aus dem Video, tanzt mit ihr und singt enthusiastisch das Lied, genau genommen die markante Passage wo die Stimme in superhohe Falsetto-Gesangsregister abhebt. Wacht plötzlich auf und merkt dass alle ihn anstarren. Fragt besorgt: Habe ich etwa gesungen? Unser Kommentar: So etwas passier
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Good to hear there's a new Agatha Christie movie adaption in the works, script by Downton author Julian Fellowes. There's also a BBC radio dramatisation of Crooked House, which was one of Agatha Christie's favourites, currently online. Link below. We also lined up YouTube clips of some 1940's songs that appear in the play. Would make a nice movie soundtrack CD

Ein BBC-Hörspiel nach Agatha Christie ist online. Link folgt. Der Roman Crooked House (1949) wurde auf Deutsch als Das krumme Haus veröffentlicht. Der Krimi gehörte zu Christies Favoriten unter ihren eigenen Büchern. Das Hörspiel ist ebenfalls eine gute Produktion. Nicht zuletzt weil viele Lieder aus den 40er Jahren darin vorkommen. Von englischen und amerikanischen Sängern, die man damals wie heute in England ebenfalls hörte. Meist nur kurz angespielt, deshalb hier ein paar YouTube Clips mit den kompletten Liedern, Sachen wie:

You Always Hurt The One You Love (1944) The Mills Brothers

It Had To Be You (1944) Betty Hutton

A Lovely Way to Spend an Evening (1943) The Ink Spots

Don’t Fence Me In (1944) Bing Crosby

Mit dieser Art von Liedern könnte man eine gute Soundtrack-CD machen. Könnte sogar ähnlich wie der Soundtrack von O Brother, Where Art Thou? zum Überraschungserfolg werden, weil die Musik sich auf originelle Weise von heutiger Popmusik unterscheidet. Crooked House ist in der Tat zur Zeit als Kinoverfimung in Arbeit. Downton Abbey Autor Julian Fellowes hat das Drehbuch geschrieben. Regie führt Neil LaBute, dessen Literaturverfimung Besessen (2002) mit Gwyneth Paltrow uns gut gefiel. Wir warten seit Langem auf
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Today's the birthday of the composer and saxophone player John Coltrane (1926-1967). A Love Supreme (1965) still sounds avant-garde to us. It is not derivative easy listening music. We consider it part of modern classical music of America

Heute ist der Geburtstag des Komponisten und Saxophonisten John Coltrane (1926-1967). Sein Album A Love Supreme (1965) klingt für uns immer noch avantgarde. Man muss sich etwas reinhören, dies ist keine Easy Listening Musik, in der Tat, wir sind eher geneigt das Album als einen Teil von moderner klassischer Musik von Amerika einzustufen. Die Musik versucht nicht, es dem Hörer leicht zu machen sondern geht ihren Weg und vertraut darauf dass der Hörer, mit etwas Geduld, den Weg kennenlernen wird. Erstaunlich ist auch dass diese Musik, die streckenweise orchestral klingt, von nur vier Leuten mit akustischen Instrumenten aufgenommen wurde. Neben John Coltrane auf seinem Selmer Mark VI Tenorsaxophon, spielt McCoy Tyner das Piano, Jimmy Garrison Bass und Elvin Jones Schlagzeug. Die Musiker haben auch mehrere Solo-Spots, so beginnt z. B. Teil 2 mit einem Bass-Solo und Teil 3 mit Schlagzeug. Interessant ist auch wie im Laufe des Albums bestimmte melodische Motive erneut auftauchen und weiterentwickelt werden. Ein Beispiel dafür wäre die markante Bass-Line zu Beginn des Albums. Diese Melodie erscheint in verschiedenen Tonarten und übrigens auch als kurze Gesangspassage – oder mantrahafter Sprechgesang : ‘A love supreme…a love supreme’. Es wäre cool das Album als Vinyl-LP zu haben, aber die CD-Version hat den Vorteil
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On the way to Granada we visited the village Riofrio today. The name means Cold River and it's t's full of trout. There are ten restaurants here and trout is good and cheap. We paid under 8 euros in the restaurant 'Alazor' beside the old village chapel

Wir waren heute in dem Dorf Riofrio, dessen Besuch wir empfehlen. Man kann dort gut und billig frische Forellen essen und zudem intertessante Ruinen sehen. Wir mussten am heutigen Sonntag etwas in Granada erledigen, einer Stadt die etwa 125 km landeinwärts von der andalusischen Küste um Málaga entfernt ist. Wir wussten im Voraus dass die Sachen in Granada schnell erledigt sein würden. Anstatt weitere Zeit dort zu verbringen, was sich lohnt aber was wir schon öfters getan haben, entschieden wir uns heute für einen Abstecher und ein Mittagessen in Riofrio. Das Dorf ist etwa 70 km von Málaga entfernt auf der Strecke nach Granada, sagen wir, eine Dreiviertelstunde Fahrt. Aber allein diese Strecke ist schon ein schönes Erlebnis: Die ersten 20 Kilometer hinter Málaga auf der A-45, fährt man weitgehend dem ausgetrockneten Flussbett des Guadalmedina entlang die Berge von Málaga hoch. Viele Flüsse und Ortschaften in Andalusien haben immer noch ihre alten arabischen Namen. Wenn die Abbiegung auf die A-92 kommt, wird das Land flacher. Mit Olivenhainen und abgeernteten Feldern die mittlerweile meist schon umgepflügt wurden und mit Mosaiken von erdigen Farbtönen schimmern.

There's are ruin of an old mill near the village. The oldest parts of it seem to go back to Arabic times, five, six hundred years old

Hier und da sieht man Schafherden und verlassene, verfallene Cortijos, Bauernhöfe die einmal wie kleine Burgen ausgesehen haben müssen. Abfahrt 182 nach Riofrio ist gut sichtbar ausgeschildert, sie führt zwei Kilometer hinunter in das Tal in dem Dorf liegt. An Wochenenden ist dort ziemlich viel los. Sonntags ist hier sogar ein Markt. Wir sahen zwar keine ausländischen Touristen, aber es ist der Geheimtipp unter Andalusiern von nah und fern. Spanier zahlen ungern Touristenpreise für ihr Essen. Eine frische 30 cm Forelle, gegrillt und mit Petersilie und Knoblauch gefüllt, garniert mit Kartoffeln oder Pommes frites kostet dort nur 7,95 Euro. Für den selben Preis kann man sich die Forelle auch mit vier oder fünf anderen Soßen und Füllungen bestellen. Der Name Riofrio bedeutet wortwörtlich Kalter Fluss. Und er ist wirklich kalt, selbst im Sommer, denn er entspringt ein paar hundert Meter außerhalb des Dorfes aus einem Felsen. Wir waren vor Jahren mal im Hochsommer darin schwimmen, was auf Anhieb sehr erfrischend wirkte. Aber wir wurden dadurch so unterkühlt dass wir später eine halbe Stunde nur am Zittern waren.
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The Men Who Stare at Guitars: Do we have a guitar worth half a million dollars in our attic? Well, we have a look. If you don't hear from us for a while you know what happened. Click to see another Gibson Explorer - in the hands of a young guitarist whose band would become one of the biggest on the planet

Das Design der mittlerweile legendären Gibson Explorer, links, war seiner Zeit voraus. Heute prägt diese ungewohnliche Form mitunter den Gitarren-Look vieler Metal-Bands. Damals in den späten 1950er Jahren war die Explorer kein großer kommerzieller Erfolg, es wurden bis zur Neuauflage in den 70er Jahren nur hundert Stück davon hergestellt. Was natürlich zu den enormen Auktionspreisen beiträgt die Sammler dafür hinblättern. Aber die Qualität der Gitarren und der Mythos den sich die Marke Gibson dadurch verdient hat, spielen auch eine große Rolle. Wir gönnen es der Firma, mit den Auktionspreisen die Secondhand Gibson Gitarren erzielen Werbung zu machen. Zumal es Fakten und keine leeren Versprechen sind. Klar dass Sammlernaturen und Gitarrenfreaks wie wir so etwas aufheben. Das Modell links im Bild ist Baujahr 1958, wurde 1963 von einem Mann in Chicago für rund 247 Dollar als Geschenk für seinen Sohn gekauft. Als der sich nach Jahren entschied, die Gitarre zu verkaufen, bekam er eine angenehme Überraschung: Seine Gibson Explorer wurde im Jahr 2006 bei einer Auktion in Boston für 611,000 Dollar verkauft. Ein Preisregion die wir eigentlich nur von Gitarren erwartet hatten die von Leuten wie Clapton, Hendrix & Co gespielt wurden und somit zusätzliche Starpower haben. Aber es geht scheinbar auch ohne. Was die Gibsons Schlagzeile ‘Haben Sie eine Gitarre auf dem Dachboden die eine halbe Million Dollar wert ist?‘anbelangt: Wir gehen mal kurz hoch und gucken. Falls Sie eine Weile nichts mehr von uns hören wissen Sie was passiert ist. Sehen Sie in der Zwischenzeit im zweiten Teil des Blogposts das Foto von einem Gitarristen der jahrelang, vor allem in den Anfangsjahren, eine Gibson Explorer spielte und dessen Band bis heute eine der größten der Welt ist.
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This year is the 80th anniversary of the French clothing company Lacoste, founded in 1933. We looked at their new shop in Port Málaga, a nice location with lots of shops, cafés, restaurants and an underground carpark. Málaga Cathedral is in the background, click to enlarge. Autumn in Andalusia is warm

Dieses Jahr ist das 80. Jubiläum der französischen Bekleidungsmarke Lacoste, gegründet 1933. Wir haben heute das neue Lacoste Geschäft in Málaga ausgecheckt. Schöne Lage im Hafen, mit vielen Cafés, Restaurants und allen möglichen anderen Läden, Parfümerien, Schmuck, Uhren und anderen Markenklamotten. Im Hintergrund des Fotos, zwischen den Masten der Segelboote sieht man etwas von Málagas Kathedrale - zum Vergrößern anklicken - in der Altstadt, im Zentrum der Stadt gelegen und nur fünf oder zehn Minuten Spaziergang vom Hafen entfernt. Wir empfehlen Besuchern von Andalusiens Costa del Sol, ob in Marbella, Fuengirola oder Torremolinos, mindestens einen Tagesausflug nach Málaga zu machen. Wobei es hier so viel zu sehen und zu tun gibt dass man in Betracht ziehen könnte, direkt in Málaga Urlaub zu buchen. Hotels, und übrigens auch gute Strände, gibt es hier reichlich. Es ist immer noch sehr warm hier. Momentan oft noch um die 30 Grad. Wenn man das ganze Jahr hier lebt, mag den Herbst eigentlich lieber als den anstrengend heißen Sommer. In der Stadt ist in den letzten Jahren enorm viel renoviert worden. Vor zwanzig Jahren, als wir zum ersten Mal hier waren, wirkten große Teile von Málagas Altstadt auf uns wie ein Film aus dem 50er Jahren. Fast unberührt. Das hatte auch seinen Charme. Aber die Renovierungsarbeiten sind so gut gemacht worden dass man neben dem altmodischen Charme jetzt auch alle erdenklichen Einkaufsmöglichkeiten hat. 
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It's the 25th anniversary of Cinema Paradiso (1988) a beautiful film about the magic of cinema. Audiences here in Andalusia are also quite enthusiastic, we remember seeing Gladiator with people shouting and applauding when a baddie was killed

Dieses Jahr ist das 25. Jubiläum von Cinema Paradiso (1988), ein italienischer Spielfilm der eine lange Liste von Preisen gewonnen hat. Es geht um die Magie des Kinos. Kino nicht nur als Leinwand sondern auch als Versammlungsort und als kulturelle Verbindung zur Außenwelt in einem italienischen Dorf der 40er und 50er Jahre. Dies wird auf humorvolle aber auch bewegende Weise dargestellt. Wir weinen eigentlich ungern bei Filmen, weil man sich dabei oftmals manipuliert fühlt, aber in Cinema Paradiso sind die emotionalen Szenen nicht so sehr Effekthascherei mit den üblichen Klischees. Die Pointe des Films beruht auf einer schönen Idee die Sinn macht weil sie sich aus technischen Gegebenheiten der Filmvorführung ergibt. Wir verraten Leuten die den Film nicht kennen nur dass es etwas mit dem
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As Sting's new album The Last Ship (2013) is about childhood memories, we take a look at his autobiography Broken Music (2003) and the river theme in the 1991 song All This Time. There's also a little docu about the new album. Link below

Stings neues Album The Last Ship (2013) handelt von Kindheitserinerungen an das nordenglische Wallsend. Vor dem Reihenhaus seiner Eltern war der Schiffsbau der Swan Hunter Werft allgegenwärtig. YouTube Links zum Auschecken des Albums sind am Ende des Blogposts. Anhand einen Blicks in Stings Autobiografie Broken Music (2003), links im Bild, spielte die Werft tatsächlich eine große Rolle im Leben der Leute. Sting erinnert sich, als Junge in den 50er Jahren den Bau der riesigen Schiffsrümpfe miterlebt zu haben, wie sie unweit vom Elternhaus entfernt, das Sonnenlicht blockierten und wie Skelette von prähistorischen Monstern wirkten. Er sah die Entstehung einiger berühmter Schiffe, wie die Esso Northumbria, die seinerzeit das größte Schiff der Welt war. Stings Vater Ernest arbeitete selber mehrere Jahre in einer Firma die Maschinen und Turbinen für Schiffe baute, und auch Stings Großvater Tom war im Schiffbau tätig. Die Schiffbau-Thematik erschien schon auf Stings früherem Soloalbum The Soul Cages (1991). Auf dessen Cover ist ein Schiffsrumpf und ein Schweißgerät. Das Lied All this Time, eins von Stings besten, hier ein Musik-Clip mit Bild vom Cover, handelt indirekt vom Tod seines Vaters: Ein Junge wünscht sich dass er seinen Vater, der bei einem Unfall auf der Werft tödlich verletzt wurde, ein Seebegräbniss in der Tyne geben könnte, dem Fluss der das Leben der Leute in guten sowie auch in schlechten Zeiten bestimmte. Ein weiterer auffälliger Aspekt an Stings Kindheit ist, wie bei vielen Musikern, dass Musik schon im Elternhaus
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Inspired by the 2012 photographic research results, we tried to get a new look at the Rice portrait and took a photo of a print in natural light. This looks different than other pics in the web. For us, the wide apart eyes and the fairly thin lips look indeed like a younger version of the Cassandra portrait. Click to enlarge

Für uns hat schon immer viel dafür gesprochen dass das sogenannte Rice Portrait Jane Austen als Teenager zeigt. Was die wissenschaftliche Beweislage erschwert hatte, waren Reinigungs- und Ausbesserungsarbeiten die im Laufe der Jahre an dem Bild vorgenommen wurden. Um eine ältere Version von dem Bild zu sehen, wurde eine Schwarzweiß-Fotografie aus dem Jahr 1910 untersucht. Ein digitaler Scan mit hoher Bildauflösung für forensische Zwecke, von der Firma Acumé Forensics in Leeds, enthüllte vor Kurzem den Namen Ozias Humphry, der als Autor des Bildes lange umstritten war, und den Namen Jane Austen. Von der Jahreszahl sind nur die Ziffern 178 deutlich erkennbar, wobei die schwer erkennbare vierte Zahl eher eine 9 als eine 8 ist. Im Jahr 1789 war Jane Austen vierzehn Jahre alt. Vor dieser neuen Beweislage war ein Hauptargument der Zweifler immer Jane Austens Kleidung im Porträt (hier die kompette Version bei Wikipedia) gewesen: Diese Art von Kleid, argumentierten sie, wäre erst fünfzehn Jahre später in Mode gekommen, als Jane um die Dreißig war, zu alt für das Porträt. Ein Argument das uns nie überzeugte, u. a. weil Mode eine ungenaue Wissenschaft sein kann. Selbst heutzutage tragen Leute Klamotten die der Mode voraus oder hoffnungslos hinterher sind. Aus Zufall oder auch konkreten Gründen, so kam der Stil von Jane Austens Kleid zum Beispiel in Frankreich in Mode, lange bevor er England aufgegriffen wurde. Und die Austens hatten in der Tat familiäre Verbindungen mit Frankreich. Wir sind sicher dass es immer noch Zweifler geben wird, Leute die sagen dass die Namen Ozias Humphry und Austen später hinzugefügt wurden. Aber hätten die Besitzer des Bildes (die ebenfalls Austen-Familienverbindungen hatten) wirklich erlaubt, dass diese Beweise absichtlich ‘gereinigt’ werden und erst hundert Jahre später im Labor wiederentdeckt werden? Glauben wir nicht. Wir wollten im Licht der neuen Erkenntnisse auch einen neuen Blick auf das Porträt werfen, denn die Scans die es im Internet gibt, sind nicht sehr ausdrucksvoll. Wir verwendeten deshalb einen physischen Print von dem Porträt und fotografierten es im Sonnenlicht, was andere Aspekte hervorbringt als ein Scan. Obwohl Jane hier jünger und fröhlicher ist als auf dem späteren Bild das ihre Schwester Cassandra von ihr machte, sind hier die selben weit auseinander liegenden Augen und relativ schmalen Lippen sichtbar. Auch die Haarfarbe passt. Wenn Sie obiges Bild durch anklicken vergrößern sehen Sie, unserer Meinung nach, Jane Austens Gesicht wie Sie es noch nie gesehen haben. So ging es uns jedenfalls und das fanden wir ziemlich bewegend.

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Lavender is still being harvested this September. It's also our favourite colour, see logo above. We got some pics and music to go with it. Progressive Rock band Marillion included words from the old folk song and nursery rhyme in their hit Lavender. We imagine Victorian street vendors sang about it too

2013 war ein gutes Jahr für Lavendel, durch das gute Wetters selbst in Ländern wie England wo die schönen Sträucher bis in den September geerntet werden. Lavendel ist auch unsere Lieblingsfarbe, siehe obiges Logo. Der Name kommt aus dem Lateinischen lavare, waschen, weil Lavendel von den Römern in Bädern verwendet wurde, und übrigens bis heute Bestandteil von allen möglichen Produkten der Perfümerie ist. Lavendel kommt auch in alten Voksliedern und Kinderreimen vor. Hören Sie, bevor wir uns der Progrock Band Marillion zuwenden, Melodie und Text aus dem 17. Jahrhundert, gesungen von Laura Wright.

Folk song – Lavender’s Blue

Lavender’s blue, dilly dilly,
Lavender’s green
When you are King, dilly dilly,
I shall be Queen…’

Soviel an süßlichen Tönen dass der eine oder andere Leser seinen Bedarf bis ans Jahresende gedeckt haben dürfte. Aber Lavender’s Blue war ja nicht nur ein Volkslied sondern auch ein Kinderlied. Vielleicht ein Reim den Kinder beim Spielen sangen oder der von Müttern als Schlaflied benutzt wurde. In dem folgenden Lied von Marillion wird der Text und ansatzweise auch die Melodie des alten Kinderliedes im Refrain übernommen. Wobei der Vers, also der Anfang des Marilion-Lieds eine komplette und sehr schöne Eigenkomposition von der Band ist. Lavender war damals sogar ein Chart-Hit, ebenso das Album Misplaced Childhood (1985), siehe folgendes recht aufwendiges Video für das Lied 
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We liked the ITV production of Jamaica Inn (1983) with Jane Seymour. We gather the BBC now has a new adaption in the works. As far as we know, written by Emma Frost (The White Queen) and directed by Philippa Lowthorpe (Call The Midwife)

Der Roman erschien vor über 75 Jahren und wurde von Alfred Hitchcock als Riff-Piraten (1939) mit Maureen O’Hara verfilmt. Einer der wenigen seiner Filme die wir als Reinfall empfanden. Viel besser die spätere TV-Verfimung Jamaica Inn (1983) mit Jane Seymour und eindrucksvollen Drehorten in Moorlandschaften von Cornwall. Jetzt ist eine BBC-Verfilmung in Arbeit. Regie führen wird offenbar Philipa Lowthorpe, die auch mehrere Folgen der Erfolgsserie Call the Midwife: Ruf des Lebens (2012) filmte. Das neue Jamaica Inn Drehbuch stammt so weit wir wissen von Emma Frost die auch die Fernsehserie The White Queen (2013) um die Rosenkriege des 15. Jahrhunderts schrieb. Klingt recht vielversprechend. Das Genre Kostümdrama hat seit den 80er Jahren zunehmend aufwendige und erfolgreiche Produktionen hervorgebracht. So wie zum Beispiel die Jane Austen Verfimungen der 90er und 2000er Jahre frühere Produktionen oft übertrumpften konnten. Wir könnten uns vorstellen dass ein neue Produktion, dreißig Jahre nach der letzten Verfilmung, noch etwas an Ausstattung, Spannung und Romantik dazu gewinnen könnte. Wobei die Romantik bei Daphne du Maurier eher von der düsteren Sorte à la Emily Brontës Sturmhöhe ist. Kein Wunder, denn sie war eine große Verehrerin der Brontë-Schwestern. Daphnes erster Roman The Loving Spirit (1931) nahm sogar seinen Namen von einem Emily Brontë Gedicht. Ähnlich wie in Wuthering Heights,
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Naomi Watts, who plays the title role in the movie Diana (2013), has a link to Pink Floyd. She's top left in the photo (click to enlarge) in her mother's arms, with her father, Pink Floyd road manager Pete Watts, standing beside them with a cigarette. The photo, with band and crew, was taken at St Tropez in 1970

Naomi Watts, demnächst in der Titelrolle von Oliver Hirschbiegels Kinofilm Diana (2013) zu sehen, hat eine Verbindung mit Pink Floyd. Wir fanden die Schauspielerin schon vor Jahren eindrucksvoll in Gore Verbinskis Film Ring (2002). Hier war Naomi Watts nicht nur hübsch sondern spielte auch sehr gut. Wir sind gespannt auf den Diana-Film und finden dass die Trailer vielversprechend aussehen. Links dazu folgen.gleich. Da wir zudem Pink Floyd Fans sind, wolten wir Naomi Watts’ Verbindung mit der Band etwas genauer auschecken. Das Foto links ist von dem rundum lesenswerten Buch Inside Out. Mein persönliches Porträt von Pink Floyd (2004) geschrieben von Nick Mason, dem Schlagzeuger der Band. Naomi Watts ist die Tochter von dem ehemaligen und langjährigen Pink Floyd Road Manager Pete Watts, auf obigem Foto links mit Zigarette zu sehen. Links außen neben ihm ist seine damalige Ehefrau Myfanwy Watts mit Naomi im Arm. Links unten ist Naomis Bruder Ben Watts. Besser zu sehen wenn man das Foto zum vergrößern anklickt. Auf dem Foto ist auch die gesamte Band, vorne im Sand sitzen von links nach rechts David Gilmour, Nick Mason, Roger Waters und Richard Wright. Ebenfalls zu sehen sind Ehefrauen, Kinder und Crew-Mitglieder. Das Foto wurde im Sommer 1970 an einem Strand von Saint-Tropez aufgenommen. Wie wir Nick Masons Buch entnehmen, hatte Pink Floyd damals kurzzeitig die Aufnahmen für ihr Album Atom Heart Mother (1970) unterbrochen um eine kleine Tour an der französischen Riviera zu unternehmen. Autofreak Nick Mason vergisst nicht zu erwähnen dass die Band vier E-Type Jaguars und einen Lotus Elan als Fortbewegungsmittel für die Reise benutzte. 
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Patricia Highsmith's novel The Talented Mr. Ripley (1955) was first filmed in French as Plein Soleil (1960) with Alain Delon, above. It' has now been re-released as a 2013 version on DVD and Blu-ray with various extras. The 1999 version with Matt Damon and Gwyneth Paltrow is pretty good as well

Vierzig Jahre bevor Matt Damon die Titelrolle in Der talentierte Mr. Ripley (1999) spielte, wurde der Stoff als Plein Soleil (1960) von dem französischen Regisseur René Clément verfilmt. Der Kultfilm zu dessen Fans Martin Scorsese gehört, ist gerade als neu restaurierte Fassung auf DVD veröffentlicht worden und wurde auch beim diesjährigen Cannes Film Festival gezeigt. Im Rahmen einer Hommage an den französischen Filmstar Alain Delon, links im Bid, dem damals mit Nur die Sonne war Zeuge, so der deutsche Titel, der Durchbruch gelang. Darüber hinaus wäre dieses Jahr der hundertste Geburtstag des Regisseurs René Clément (1913-1996).Wir haben uns den Film gestern mal wieder angesehen, wenn auch nicht in der brandneuen sondern der vorherigen Fassung. Ein starker Thriller der auch aufgrund seiner mediterranen Drehorte, speziell der italienischen Insel Ischia gut anzusehen ist: Pralle Sonne, blauer Himmel und glitzerndes Meer. Auch die Klamotten und Autos der späten 50er und frühen 60er wirken gut. Patricia Highsmith, die Autorin der Romanvorlage, hat mit Tom Ripley eine faszinierende Figur erschaffen, und der junge Alain Delon spielt den kaltblütigen aber charmanten Soziopathen verdammt gut. Er stiehlt einem reichen jungen Lebemann die Identität und kommt damit lange Zeit gut um die Runden. Ripley ist ein Antiheld der auf merkwürdige Weise modern wirkt: Erfolg um jeden Preis, der Zweck heiligt die Mittel….solange man dabei gut aussieht, kultiviert und unterhaltsam ist und geschmackvolle Klamotten trägt, ist alles halb so schlimm, nicht wahr? Dass man eine gewisse Sympathie für Ripley kaum vermeiden kann, liegt an Patricia Highsmiths subversiver Schreibkunst die den Leser regelrecht dazu verführt, sich mit dem amoralischen, hedonistischen Playboy, Fälscher, Lügner und Mörder zu identifizieren. Bitterböse Gedankenspiele waren immer schon erfolgreicher in Film und Literatur als der didaktisch erhobene Zeigefinger. Warum? Wir schätzen dass Leute weniger daran interessiert sind, das Verhalten von einem Tom Ripley zu kopieren als es zu analysieren. Solche Geschichten sind eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen menschlicher Kriminalität: Man versucht Dinge die dem eigenem Milieu nicht entsprechen und die, wie Mord aus Habgier, eigentlich unfassbar sind, zu ergründen in dem man sich zu einem gewissen Grad in den Täter hineinversetzt. Dies wäre ein Erklärungsversuch – oder zumindest eine gute Ausrede, die teuflischen Intrigen des damals 25-jährigen Alain Delon auf dem Bildschirm zu genießen. Der nachfolgende Trailer ist mit Untertiteln, aber DVD und Blu-ray sind mit deutschem Ton erhältlich

Weitere Infos  Ein Trailer für Nur die Sonne war Zeuge (1960) / und ein neuer Artikel von uns über das kommende Film-Remake von Patricia Highsmiths Roman Zwei Fremde im Zug (1950)

 

Led Zeppelin classic Whole Lotta Love is in a new Dior ad with British actor Robert Pattinson and French model Camille Rowe. The Whole thing looks and sounds pretty good

Der Led Zeppelin Klassiker Whole Lotta Love ist die Musik für einen neuen Werbespot für Dior. Mit dem Schauspieler Robert Pattinson, bekannt durch die Twilight Filmreihe, und dem französischen Model Camille Rowe. Der Spot wurde von dem französischen Regisseur Romain Gavras gedreht, dem Sohn von Costa-Gavras. Das Ganze sieht ziemlich gut aus, hier ein YouTube Link für den Uncensored Official Director’s Cut. Links im Bild ist die LP auf dem das Lied Whole Lotta Love erstmals erschien. Das Album Led Zeppelin II (1969) besaßen sogar schon unsere Eltern. Das ganze Album ist gut, wir mochten immer besonders das Lied Ramble On, das mit folkigen Akustikgitarren beginnt, bis beim Refrain dann utra-fetzige E-Gitarren-Riffs einsetzen. Das Riff von Whole Lotta Love, dem ersten Lied auf dem Album, ist an schierem Power-Sound allerdings schwer zu überbieten. In mancher Hinsicht kann man dies als die Geburtsstunde des Heavy Metal-Genres bezeichnen.

Here's Robert Pattinson on a Dior poster. The filmed ad is from French Director Romain Gavras, son of Costa-Gavras. Check out the YouTube link Director's Cut in the blogpost

Wobei Led Zeppelin es nicht bei dem super eingängigen Gitarren-Riff beließ, sondern zusätzlich einen experimentellen Mittelteil hinzufügte der streckenweise mehr nach Stockhausen klingt als nach Rock oder Metal. Diese Experimentierfreudigkeit ist auch ein Grund für den zeitlosen Status den Led Zeppelin hat. Die Studioversion von Whole Lotta Love die im Werbespot zu hören ist, klingt fantastisch, für unseren Geschmack hat selbst Led Zeppelin es nicht geschafft, das Lied  live besser klingen zu lassen. Ein Musiker der sich daran gewagt hat und der Sache ziemlich nah kommt, ist Lenny Kravitz, hier seine Liveversion, eine Hommage an Led Zeppelin im Jahr 2012 im Kennedy Center. Im Publikum sind Jimmy Page, John Paul Jones, Robert Plant…und Barack Obama.

Info  Deutscher Wiki-Artikel über den Albumklassiker Led Zeppelin II (1969). Hinweis: Das Band-Foto oben im Bild wurde von uns hinzugefügt und gehört nicht zum Album  Photo  We used an original Vinyl-LP of Led Zeppelin II which contains the song Whole Lotta Love. The b/w pic showing the band is not part of the album, we added it to show the band in 1969 when the album was released. From left to right: John Paul Jones, John Bonham, Robert Plant and Jimmy Page / The other photo was taken in Palma de Mallorca.

 

A BBC radio dramatisation of The Custom of the Country (1913) is online. Link below. We also play the beautiful thoughtful song 'Edith Wharton's Figurines' by Suzanne Vega in which - refering to someone who died from a beauty operation - she reflects that the world hasn't changed much since Wharton's time

Ein Hörspiel nach der Autorin Edith Wharton ist online, Link folgt. Der Roman The Custom of the Country (1913) erschien auf Deutsch als Die kühle Woge des Glücks. Wharton porträtiert US High Society im frühen 20. Jahrhundert auf kritische und faszinierende Weise zugleich. Ein Lied von Suzanne Vega reflektiert dass sich seit der damaligen Betonung von Reichtum, Schönheit und Status nicht viel geändert hat

Edith Wharton’s Figurines

‘Edith Wharton’s lovely figurines
Still speak to me today
From their mantlepiece in time
Where they wrestle and they play

With passions and with prudences
Finances and fears
Her face and what its worth to her
In the passing of the years…’

Die Hauptfigur im Roman The Custom of the Country ist eine junge, außerordentich hübsche Frau namens Undine Spragg. Sie kommt aus einer Familie die es zwar zu Geld gebracht hat aber kein Ansehen in der High Society genießt. In New York beginnt die ambitionierte Undine die soziale Leiter zu erklimmen. Der Roman Die kühle Woge des Glücks ist nicht so bekannt wie Edith Whartons Zeit der Unschuld (1920), der 1993 mit Daniel Day-Lewis und Michelle Pfeiffer von Martin Scorsese verfilmt wurde. Aber der Autor Julian Fellowes sagte dass The Custom of the Country ihn zu Downton Abbey inspirierte. Seine Mega-Erfolgsserie spielt etwa zu gleichen Zeit wie Whartons Roman und Fellowes sagte dass Undine eine Antiheldin vom Rang der Scarlett O’Hara (Vom Winde verweht) und Becky Sharp (Jahrmarkt der Eitelkeit) sei. Undine hätte keine Werte außer Ambition und nur das Wunder von Whartons Schreibstil schaffe es, dem Leser Verständnis für sie abzugewinnen. Ein interessanter Kommentar dem wir hinzufügen würden dass Edith Wharton vielleicht auch andeuten wollte dass es die traurige Refllektion eines Zeitaters ist wenn Frauen, und übrigens auch Männer, Status, Reichtum oder Berühmtheit als das Maß aller Dinge sehen.

Info  Das BBC-Hörspiel The Custom of the Country Teil 1 von 3. (Teil 2 und 3 folgen morgen und übermorgen) Links werden hinzugefügt. / Ein deutscher Wiki-Artikel über Edith Wharton, die Autorin der Romanvorlage die auf Deutsch als Die kühle Woge des Glücks erhältlich ist. Hörspiel verpasst? Die Sachen werden öfters mal wiederholt und wir machen im Blog darauf aufmerksam.