Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

Elizabeth Gaskell (1810 - 1865): On her birthday we look at her novel North and South' and the BBC film adaption: Pastor's daughter Margaret Hale and mill owner John Thornton. Actors: Daniela Denby-Ashe and Richard Armitage.

Heute ist Geburtstag der englischen Autorin Elizabeth Gaskell (1810 -1865), die Freundin und Biografin von Charlotte Brontë war, und selber bemerkenswerte Romane schrieb, die heute noch gelesen und verfilmt werden. Gemäß den enthusiastischen Rezensionen bei Amazon.de sind die BBC-Verfilmungen von Gaskells Cranford und Wives & Daughters auch in Deutschland ein Erfolg, wobei die Verfilmung ihres epischen Industrieromans North und South am beliebtesten zu sein scheint. In der Tat wird hier Sozialgeschichte zu Zeiten der industriellen Revolution auf faszinierende Weise mit einer Liebesgeschichte verbunden. Genauer gesagt, ist es die langsame und zaghafte Entwicklung einer Liebe die, ähnlich wie bei Darcy und Elizabeth in Jane Austens Stolz und Vorurteil, anfangs völlig zum Scheitern verurteilt zu sein scheint. Bei Gaskell trifft die sozial engagierte 19-jährige Pfarrerstochter Margaret Hale auf den etwa 30-jährigen John Thornton, der anfangs als knallharter Besitzer und Manager einer Textilfabrik gezeigt wird. Eine weitere Hauptfigur ist der weitgehend als sympathisch und solide dargestellte Arbeiter und Gewerkschaftsführer Nicholas Higgins. Aber Gaskell vermeidet ideologisch geprägte schwarz-weiß Darstellungen, eher versucht sie, die komplexen Situationen und bitteren Konflikte zu verstehen: Ein Kapitel des Romans heißt What is a Strike? Ein Wort das zu industriellen und gewerkschaftlichen Gründerzeiten vermutlich nicht jedem von Gaskells Lesern ein Begriff war. Der Romantitel North and South bezieht sich darauf dass Pfarrerstochter Margaret mit ihrer Familie, unfreiwillig und arbeitsbedingt, aus dem beschaulichen, ländlichen Süden Englands, in den rauen industriellen Norden gekommen ist. Dort lernt sie die scheinbar unvereinbaren Welten der Arbeiter und Bosse kennen und versucht mit ihrem persönlichen Einsatz die heraneilenden Desaster abzuwenden. Der Gewerkschafter Higgins organisiert einen Streik und der Mühlenbesitzer holt noch billigere Arbeiter aus Irland, und das schafft Hass: Steine fliegen…Soldaten kommen. Heutzutage mag es um andere Dinge gehen als damals, aber in einigen Kernthemen ist der Roman nicht völlig unaktuell. North & South ist einer der Romane bei denen es übrigens keine schlechte Idee ist,sie zuerst als Film kennenzulernen, denn es ist hilfreich, ein Bild von einer Epoche und von Handlungsorten zu bekommen. Heute wissen relativ wenige Leute wie es vor 150 Jahren in einer Textilfabrik aussah, davon kriegt man vielleicht ansatzweise eine Vorstellung in fachbezogenen Museen. Aber die aufwendige BBC-Verfilmung schafft es, mit Hunderten von Darstellern, laufenden Webmaschinen und einem Himmel der vor lauter Wollfragmenten aussieht als ob es schneien würde, diese Zeiten zum Leben zu erwecken. Als Drehort diente mitunter das nordenglische Helmshore Textile Museum, das für Besucher geöffnet ist, und die echten alten Textilfabrikgebäude von Dalton Mills in der Stadt Keighley die – hier wieder eine Verbindung  zu Gaskells berühmter Freundin - nur drei Kilometer entfernt von Haworth ist, wo Charlotte Brontë und ihre Schwester lebten. 
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Far from the Madding Crowd (1874) may be our favourite Thomas Hardy novel. One with light at the end of the tunnel. One that got away. The 1998 ITV film was good, and so is the new BBC radio play. Ready for some flute playing? Link below

Ein brandneues Hörspiel nach Thomas Hardy ist online. Link ist unten auf der Info-Leiste. Die Romanvorlage Far from the Madding Crowd (1874) wurde auf Deutsch als Am Grünen Rand der Welt veröffentlicht und ist, anhand der Berwertungen bei Amazon.de, Thomas Hardys am besten bekannter Roman in Deutschland, außer Tess. Was nicht überrascht, denn es gibt zwei deutsch synchronisierte Filmfassungen von Tess, während die beiden Far from the Madding Crowd Verfilmungen nur auf Englisch erhältlich sind. Schade, denn vor allem der ITV-Fernsehfilm aus dem Jahr 1998 wäre unserer Meinung nach ein Erfolg im deutschen Fernsehen. Wir besitzen auch die Kinoverfilmung mit Julie Christie und Alan Bates, die merkwürdigerweise in Deutschland als Die Herrin von Thornhill (1967) veröffentlicht wurde, uns aber nicht ganz so gut gefállt wie die neuere Version. Wir mögen eigentlich alles von Thomas Hardy,  auch seine Gedichte und Kurzgeschichten und natürlich den Romanklassiker Tess (1891), aber in vieler Hinsicht ist Am Grünen Rand der Welt unser Lieblingsroman. Vielleicht weil man hier, nach allen üblichen Schicksalsschlägen die Leute in Hardy-Romanen durchmachen müssen, Licht am Ende des Tunnels sieht. Der Schafhirte Gabriel Oak der zu Beginn der Geschichte 28 Jahre alt ist, schlägt sich immer irgendwie durch, selbst wenn alles den Bach runtergeht, und kriegt am Ende sogar seine Traumfrau. Auch wenn Hardy es dem Burschen auf dem Weg dahin nicht einfach macht. Interessant an Thomas Hardy ist, wie er folkroristische Elemente einsetzt, so kommen dem Roman Ausschnitte von Volksliedern vor, wie Seeds of Love, am Esstisch der Schäfer gesungen. Hier eine Version die Loreena McKennitt von diesem alten englischen Folksong aufgenommen hat, auf YouTube.

‘I sowed the seeds of Love, It was all in the spring…’ Far from the Madding Crowd (1874) Kapitel 23. Eventide - A Second Declaration.

Thomas Hardys Geschichte ist auch voll mit Details über Landleben und Landwirtschaft, in diesem Fall Schafzucht. Wir haben, zum Aufwärmen für diesen Blogpost, mal wieder in den Roman geschaut, den wir als englische Ausgabe von Penguin Classics besitzen, und die ersten vier der recht kurzen Kapitel gekesen. Allein schon auf diesen ca. dreißig Seiten erfährt man eine ganze Menge über das Schäferleben im 19. Jahrhundert. Wie sie nahe ihrer Herde auf den Feldern in winzigen Wohnwagen, genannt Sheperd’s Hut wohnten, und was für Heilmittel die Schäfer im Regal hatten, Magnesium zum Beispiel. Oder über den Nutzen von hurdles, tragbare Zäune, die man als Schafscheide zum Grasen aufbauen kann, oder auch vereinzelt an kalten Stellen, als Windschutz für die Tiere. Auf den ersten 30 Seiten lernt man auch,
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We Andalusians tried for a sandy, kind of Jersey shore pic. It's Springsteen's birthday and a good time to look at The Making of Born To Run. Also, to remember Clarence Clemons (1942 - 2011), pictured with Bruce on one of the best albums ever

Wir wollten an Bruce Springsteens Geburtstag ein gutes Doku über die Entstehung des Albumklassikers Born To Run (1975) erwähnen. Man kann den ca. 90 min. Dokumentarfilm, der Interviews mit Springsteen und Mitgliedern seiner E Street Band enthält, auf YouTube auschecken, Link folgt gleich, oder als Teil eines guten 3-Disc Boxsets kaufen den Sie auf unserem Foto sehen, Details dazu folgen ebenfalls. Im Doku erzählt Springsteen, übrigens einer der wenigen Stars dieses Kalibers die noch ziemlich natürlich und entspannt rüberkommen, wie er mit 24 Jahren in der West Long Branch Gegend von New Jersey lebte, unweit von der Stadt Asbury Park, die Springsteen auf dem Titel seines Debutalbums verewigte. In Asbury war Freitag- und Samstag-Abends damals viel los, dort war der Stone Pony Club wo Springsteen auftrat, und die Strandpromenade zwischen Kingsley Street und Ocean Avenue, die für junge Leute damals eine unoffizielle Rennbahn war und The Circuit genannt wurde. Im Sommer 1974 hatte sich auch Springsteen sein erstes Auto gekauft, einen ’57 Chevy für 2000 Dollar. Als er eines Abends zuhause auf seinem Bett saß und mit der Gitarre an Ideen für Lieder arbeitete, kamen ihm die Worte Born to Run in den Sinn. Springsteen dachte zuerst, es wäre der Name eines Films, oder ein Slogan den er auf einem der improvisierten Rennwagen auf dem Circuit gesehen hatte. Ihm gefiel der Satz denn er fand, er suggerierte ein cinematisches Drama das gut zur Musik passte die er im Kopf hatte. Dass einige Springsteen-Lieder eine vage Verbindung zu Filmen haben, wird im Doku dadurch angedeutet dass kurze Ausschnitte oder Plakate von Filmen wie Two-Lane Blacktop (1971) mit dem Musiker James Taylor, und dem noir Thriller Night and the City (1950) mit Richard Widmark gezeigt werden. Auch Thunder Road (1958) mit Robert Mitchum, ein Film der zumindest seinen Titel mit einem Lied auf Born to Run teilt. Springsteen stand damals, nach zwei kommerziell nur mäßig erfolgreichen Alben unter dem Druck der ewigen Plattenfirmen-Regel dass Musiker drei Versuche kriegen und dann fallen gelassen werden wenn es nicht funkt.

Er stand in mehrerer Hinsicht an einem Scheideweg. Inhaltlich handelt Born to Run vom Übergang zwischen Jugend und Erwachsen werden. Springsteen sagt, Born to Run, das Lied und das gleichnamige Album, fühlt sich für ihn an als ob all die verschiedenen Orte und Geschichten das Porträt einer endlos langen Sommernacht sind. Er sagt, auf dem Album spiegelt sich viel von seinem damaligen Leben: die Figuren in den Liedern versuchen freizubrechen, einen neuen Weg, einen neuen Platz zu finden. Springsteen fährt im Doku bei dem Haus in West Long Branch vorbei wo er damals sämtliche Lieder für Born to Run schrieb, es war das erste Haus in dem allein und unabhängig gelebt hatte, und es war eine spannende Zeit für ihn. Er schrieb den Großteil der Lieder auf einem Piano das am Fenster des Hauses stand. Springsteen sagt, dass man auf dem Piano auf andere musikalische Ideen kommt als auf der Gitarre, und das prägte den Klang des Albums. Er veranschaulicht das indem er einige Lieder-Passagen spielt, wobei uns auffiel, dass der Boss ziemlich gut und flüssig Piano spielen kann. Springsteen erzählt dass er sehr viel Zeit für die Texte aufwendete und zeigt ein Notizbuch in dem aus vielleicht fünfzig Seiten im Endeffekt ein paar Zeilen eines fertigen Liedes herauskamen. Er schrieb viel und redaktierte später alles was er als klischeehaft empand, bis er bei etwas ankam das sich für ihn wie eine emotionale Realität anfühlte. Wir persönlich zögern, das Lied Born to Run Wort für Wort übersetzen. Schon das Wort run im Titel ist mehrdeutig, kann laufen oder flüchten oder alles mögliche andere bedeuten. Born to Run enthält Umgangssprache und impressionistische Sátze wie ‘last chance power drive‘, denen es schwer ist im Deutschen gerecht zu werden. Wir werden stattdessen lieber auszugsweise einige Passagen des Lieds frei nacherzählen.

Wendy, lass mich rein, ich will dein Freund sein / Ich will deine Träume und Visionen beschützen…Zusammen können wir aus dieser Falle entkommen / laufen bis wir umfallen, nie mehr zurückgehen…Jenseits des Palastes fahren kreischende Wagen die Straße hinunter / Mädchen kämen sich ihre Haare im Rückspiegel, und Jungs versuchen hart auszusehen / Vor uns liegt der laute Vergnügungspark, und am Strand sitzen Jugendliche eng zusammen im Nebel…Heute Nacht ist jeder auf der Flucht, aber man kann sich nirgendwo mehr verstecken / Zusammen, Wendy, können wir mit dieser Traurigkeit leben / Ich werde dich mit dem ganzen Wahnsinn in meiner Seele lieben / und eines Tages, ich weiß nicht wann, erreichen wir diesen Platz wo wir wirklich sein wollen / Gehen zusammen im Sonnenlicht / Aber bis dann sind Vagabunden wie wir dazu geboren, unterwegs zu sein.

Born to Run: The 30th Anniversary 3-Disc Set is good. We put the label with all the details back on the box so they can be checked out. Photo above doesn't show the booklet in the set

Springsteens Lyrics, Melodien und Akkordstrukturen für Born to Run waren allerdings nur der Anfang: Allein das Titellied sollte etwa 6 Monate an Aufnahmezeit in Anspruch nehmen. Im Doku sind frühe Studioaufnahmen, nur mit Schlagzeug, Bass und akustischen Gitarren zu hören. Springsteen war von dem dichten, hallenhaften Klang von Pop-Hits der 60er Jahre, im Stil von Phil Spector beeinflusst und nahm vielschichtige Tonspuren, mit z. B. vier Akustikgitarren gleichzeitig auf. Aber auch bei den Aufnahmen fand ein ähnlicher Editing-Prozess wie bei den Lyrics statt: Im Doku hört man verworfene Born to Run Versionen mit Streichern und weiblichen Hintergrundgesang, wodurch das Lied zu weich, vielleicht sogar etwas schnulzig hätte werden können. Andere ungewöhnliche Instrumentierungen, wie das markante Glockenspiel, blieben jedoch im Lied. Die vielen Tonspuren, die verschiedenen Versionen und Springsteens perfektionistische Art, Sachen immer wieder neuaufzunehmen, waren für die Band und Studiocrew nicht leicht. Dies war zu Zeiten vor computergesteuerten Mischpulten, damals wurde jeder Mix manuell, mit sechs oder acht Händen an den Schiebereglern aufs Tonband übertragen, und jeder Fehler bedeutete dass man ganz von vorne anfangen musste. Springsteen und seine E Street Band waren schließlich am Ende ihrer Nerven, sie hatten das Gefühl,
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The thing about 900 page paperbacks is that you can stand 'em upright like a brick. Pic with view over the Med sort of suits the story. There's a BBC radio dramatisation of Alexandre Dumas' classic novel 'The Count of Monte Cristo' online. Link below

Einer der berühmtesten Abenteuerromane aller Zeiten, weit über ein Dutzend mal verfilmt. Jetzt ist der Klassiker von Alexandre Dumas auch als aufwendiges BBC-Hörspiel vom Jahr 2012 online. Link am Ende des Blogposts. Im Foto ist meine englische Ausgabe ‘The Count of Monte Cristo’ (1844) von Wordsworth Classics. Einer der Vorteile von Taschenbüchern mit um die 900 Seiten, ist dass man sie sie wie einen Backstein hochkant aufstellen kann. Ich dachte mir. ein Foto mit Blick aufs Mittelmeer passt zur Geschichte. Die Titelfigur ist ein erfolgreicher 19-jähriger Seemann namens Edmond Dantès, der am Tag seiner Hochzeit zum Opfer einer Verschwörung wird und deshalb vierzehn Jahre unschuldig in Kerkerhaft auf einer Felseninsel verbringt. Als ihm mit der Hilfe des alten Häftlings Abbé Faria die Flucht gelingt, macht er sich auf den Weg, sich an den drei Verschwörern zu rächen. Durch das Vermächtnis eines Schatzes von Abbé Faria, wird Dantès zu einem wohlhabenden Mann. Um seine Pläne unerkannt durchzuführen, nimmt er eine neue Identität an. Dantès tritt jetzt als der geheimnisvolle ’Graf von Monte Christo‘ auf und beginnt seinen Rachefeldzug gegen die skrupellosen Verschwörer namens Danglars, Fernand und Villefort. Einer dieser düsteren Gesellen taucht schon am Anfang des Romans auf.

Am 28. Februar 1815 gab die Hafenwache von Notre-Dame das Signal vom Heransegeln des Dreimasters ‘Pharaon’, der von Smyrna, Triest und Neapel kam. Die Plattform des Kastells Saint-Jean in Marseille war mit Neugierigen gefüllt. Schwer und langsam rückte der Koloss näher und näher heran, dass es die Zuschauenden wie mit unheilverkündender Ahnung packte. Aller Aufmerksamkeit war einem jungen Mann zugewandt, der, neben dem Steuermann stand. Er war groß und schlank und hatte kohlschwarze Haare und Augen. Einer unter der Menge vermochte seine Unruhe nicht länger zu zügeln. Er sprang in eine Barke und ließ sich zum ‘Pharaon’ hinrudern. Als der junge Seefahrer das Boot herankommen sah, lehnte er sich grüßend über die Brüstung des Schiffes. ‘Ah, Sie sind’s, Dantes!’, rief der Mann in der Barke. ‘Was ist geschehen?’ ‘Ein großes Unglück, Mr. Morrel’, entgegnete der junge Mann. ‘Wir haben auf der Höhe von Civita-Vechia den Kapitän Leclerc verloren.’ ‘Und die Ladung? ‘fragte der Reeder lebhaft. ‘Sie kommt glücklich in den Hafen. Wenn Sie jetzt hinaufsteigen wollen, Herr Morrel’, sagte Dantes, der die Unruhe des Reeders bemerkte. ‘Da ist Ihr Rechnungsführer, Herr Danglars, der wird Ihnen Auskunft geben. Was mich betrifft, so muß ich das Ankern überwachen.’ ‘Wenn Sie frei sind, lieber Dantes ’ sagte der Reeder, ‘wäre es mir lieb, wenn Sie bei mir zu Mittag speisten.’ ‘Oh, verzeihen Sie, Herr Morrel – aber mein Vater… ’  ‘Ich verstehe. Aber nach diesem ersten Besuch dürfen wir dann auf Sie zählen?’ Dantes wurde rot. ‘Nach diesem ersten Besuch liegt mir ein zweiter nicht weniger am Herzen ’ ‘Ach, dass ich’s vergessen konnte!, sagte Morrel. Die schöne Mercedes…da will ich Sie nicht aufhalten, mein lieber Edmond ’. (Gekürzte Romanpassage)

Tja, die schöne Mercedes wird er lange Zeit nicht mehr sehen. Und wird sie auf ihn warten? Oder wird Dantès eine neue Liebe finden? Der Roman spielt über einen Zeitraum von 29 Jahren. Da kann viel passieren. Was Verfilmungen anbelangt, gefällt mir die TV-Serie Der Graf von Monte Christo (1998) mit Gérard Depardieu ziemlich gut, hier ein Clip. Der junge Dantès wird von seinem Sohn Guillaume gespielt. Es gibt auch ein deutsches Hörspiel, eine Produktion von MDR/BR/ ORF von 1997, mit Mathieu Carrière als Dantès, aber diese Produktion ist leider nicht online. Wenn sich das ändert, werde ich ein Link zum Blogpost hinzufügen. Bis dahin müssen Sie mal wieder ihre Englischkenntnisse auf Trab halten und sich in folgendes BBC-Hörspiel vertiefen. Rückblickend erzählt Ali Paschas Tochter Haydée von Abbé Farias ‘Begräbnis ’und Edmond Dantès’ Flucht aus dem berüchtigten Kerker Château d’If. Ich wünsche spannende Unterhaltung.

 

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Alexandre Dumas: ‘Der Graf von Monte Christo’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Teil 1 The Count of Monte Cristo. Mit Iain Glen (als Edmond Dantès), Jane Lapotaire (als Haydée / Erzählerin), Josette Simon (als Mercedes), Toby Jones (als Danglars), Zubin Varla (als Fernand), Paul Rhys (als Gerard de Villefort), Richard Johnson (als Abbé Faria), Robert Blythe (als Monsieur Morrell), Adam Nagaitis (als Maximilian Morrell), Amber Rose Revah (als junge Haydée), Kate Fleetwood (Heloise de Villefort), Ben Crowe (Caderousse), Will Howard (Albert de Morcerf), Paul Stonehouse (Kammerdiener Bertuccio), Patrick Brennan (Captain Patin), Lizzy Watts (Eugenie Danglars), Liza Sadovy (Mathilde), Stephanie Racine (Hermine Danglars), Joe Sims (Jacopo), Karl Johnson (General Noirtier), Finn Monteath (Edouard de Villefort), Will Howard (Andrea Cavalcanti), Eleanor Crooks (Julie Morrell) u. a. Hier Links für Teil 2 und Teil 3 und Teil 4 und Teil 5 und Teil 6 und Teil 7und Teil 8 und Teil 9 und Teil 10 und Teil 11 und Teil 12 und Teil 13 und Teil 14 und Teil 15 und Teil 16. Produktion: 2012

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Design Artikel in Vorbereitung: Gtr 4

 

Lieber Leser,

An dieser Stelle ist ein Blogpost in Arbeit der demnächst veröffentlicht wird

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It's the birthday of the songwriter Hank Williams (1923 -1953), pictured with his Martin D-28 guitar. When the day comes, we'll want to join his backing band The Drifting Cowboys. Though there may be a queue. Until then we got his songs

Es ist der Geburtstag von Hank Williams (1923 – 1953) dessen Lieder von Leuten wie Nick Cave, Beck, Tom Petty, Dylan, Emmylou Harris, Johnny Cash and Keith Richards gecovered wurden. Nicht zu vergessen, unsere Lieblingsband Grateful Dead, hier ihre Version von You Win Again auf YouTube, und das Original von Hank Williams aus dem Jahr 1952. Wundervoll, hier übertrumpft der Mann mit dem Anzug und dem Cowboyhut vielleicht sogar die beste Hippieband der Welt. Hank Williams hat eine Menge guter Lieder geschrieben, und zum Kennenlernen empfehlen wir den starken 3-CD Box-Set den wir  selber besitzen, siehe links im Bild, und den es bei Amazon.de für ca. 14 Euro gibt. Oder noch viel billiger als Download. Anders als viele moderne Country Stars, die heute oftmals ähnlich wie Popsänger von einer ganzen Armee von Produzenten, Komponisten und Marketing-Beratern in die Charts befördert werden, war Hank Williams ein Mann der seine eigene Musik, seine eigenen Lieder, seinen eigenen Stil und seine ureigene Persönlichkeit hatte. Es ist erstaunlich, wie dieser Mann, der aus sehr einfachen, armen Verhältnissen stammte, es schaffte in seinem kurzen Leben von 29 Jahren so viele Lieder zu hinterlassen. Vielleicht haben Menschen denen nur kurze Zeit auf Erden vergönnt ist, eine tiefe unterbewusste Ahnung davon dass sie sich beeilen müssen. Wer weiß. Jedenfalls werden wir heute mit obiger CD-Kompilation, die das Werk von Hank Williams chronologisch von 1946 bis 1952 dokumentiert, seinen Geburtstag feiern. Schon mal die Lieder lernen. Denn eines Tages werden wir uns für einen Job in seiner Backing Band The Drifting Cowboys bewerben.

Weitere Infos Obiger Box-Set Hank Williams The Anthology enthält 3 CDs mit 75 Liedern, jedoch nicht obiges schwarzweiß Foto das Hank mit seiner Martin D-28 Gitarre zeigt. So weit wir wissen, befindet sich die Gitarre im Museum der Country Music Hall of Fame.

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Mehr von uns über Hank Williams  Ein neuer, längerer  Artikel mit Infos über einen biografischen Spielfilm und die Verbindung von Bob Dylan und Neil Young zu Hank Williams – plus mehr über Hanks Gitarren

Note  Above box-set contains 3 CDs with 75 songs in chronological order, but not the black-and-white photo with the guitar – we added that. The original, we think, is in the Country Music Hall of Fame in Nashville.

 

Admit that you thought it was Neil Young at first! There is a 2017 BBC radio dramatisation of Isaac Asimov’s ‘I, Robot‘ (1950) online. Link below. It’s a lot closer to Asimov than the 2004 movie with Will Smith - which I liked nevertheless

Geben Sie zu, dass sie im ersten Augenblick dachten, es wäre Neil Young! Das Hörspiel nach einem der berühmtesten Werke von Isaac Asimov (1920-1992) ist gut. Link folgt am Ende des Blogposts. Die Verfilmung I, Robot (2004) mit Will Smith gefiel mir, auch wenn sie nur einige Ideen von Asimov aufgreift. Sein Buch I, Robot (1950) ist kein konventioneller Roman sondern besteht aus neun Kurzgeschichten die durch die Figur der Roboterpsychologin Dr. Susan Calvin verbunden sind. Diese Geschichten entstanden über einen Zeitraum von 10 Jahren. Der erste Teil wurde 1940 in einem US Science Fiction Magazin veröffentlicht. Wobei erstaunlich ist dass Asimov vor über 75 Jahren Themen aufgriff die heute super aktuell sind. Zumal Robotertechnik um 1940 noch am Anfang stand und man eine Menge Fantasie brauchte, um deren Nutzen und Gefahren vorauszusehen. Vor allem geht Asimov weit über die rein mechanische Robotik hinaus in das Thema Künstliche Intelligenz und die Emergenz von Bewusstsein in Maschinen. Der Titel I, Robot, in erster Person singular, ist vielsagend. Damals konnte man kaum voraussehen, dass durch Internet und Social Media völlig neue Möglichkeiten zur Sammlung von Daten entstehen würden. Und dass diese Daten wiederum ein Denkansatz für eine programmierbare Form von menschenähnlicher Intelligenz sein könnten. Und dann geht Asimov noch einen Schritt weiter und überlegt, was für Gesetze wir benötigen werden wenn all das eingetreten ist was damals noch in den Sternen stand. Genial. Diese Robotergesetze spielen sowohl im Hörspiel als auch in der Verfilmung eine zentrale Rolle .

1. Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem Menschen Schaden zugefügt wird.

2. Ein Roboter muss den Befehlen von Menschen gehorchen, es sei denn, ein Befehl steht im Widerspruch zu  Regel eins.

3. Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, es sei denn dieser Schutz steht im Widerspruch zu Regel eins oder zwei

Die berühmten Drei Robotergesetze sind kurz und bündig, aber gut durchdacht. Sie regeln viele Dinge. Aber regeln sie alles? Stoff für faszinierende Gedankenspiele. Werden wir künstliche Intelligenz kontrollieren können, oder werden wir von ihr kontrolliert werden? Hier stellt man fest, ob man eher Optimist oder Pessimist ist. Ich muss gestehen dass ich den Gedanken, von völlig logischen Wesen regiert zu werden, zumindest eine Spur attraktiver finde als von hysterischen oder opportunistischen Wesen regiert zu werden. Go figure.

 

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Isaac Asimov: ‘I, Robot’ als Hörspiel online Das 2017 BBC-Hörspiel I, Robot. Mit Hermione Norris (als Roboterpsychologin Stevie Byerley), Mia Burgess (Stevie als Kind), Kelly Burke (als Stevies Kompagnon Robbie, ein Roboter mit weiblicher Stimme), Dianne Weller (als Stevies Mutter Grace), Derek Riddell (als Stevies Vater George), Nicholas Briggs (als ‘Cutie‘ Roboter QT-1, der gegen die Menschheit aufbegehrt), Brendan Coyle (Politiker Francis Quinn), Doug Devaney (Roboteringenieur Gregory Powell), Gary Turner (Dr. Black), Diane Spencer (Psychaterin), Corrinne Wicks (als Andrea Ashe), Rob Blackwood (Tourleiter), Kelly Burke (Major Kallner), Michael Cochrane (Dr. Lanning), Dianne Weller (als SZ-34), Imran Ahmad (Musik) u. a.

Progrock-Connection Künstliche Intelligenz & Roboter wurden öfters von Musikern als Thema aufgegriffen, speziell auf Konzept-LPs von Progrock-Bands. Der gute alte Alan Parsons nannte sein zweites Album I Robot (1977) nach Asimov. Hier ist der LP-Track Some Other Time  mit einem ganz guten Video

Verfilmung Trailer für Spielfilm I, Robot (2004) mit Will Smith, James Cromwell u. a. Regie: Alex Proyas

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Des Weiteren Asimov: Foundation-Trilogie als Hörspiel online

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It's the birthday of crime writer Agatha Christie (1890 - 1976). We looked into her Autobiography (1977), an excellent read

Wir lieben das Krimi-Genre und uns ist völlig egal ob das Feuilleton es für Literatur hält oder nicht, aber wir schátzen, selbst Leser die keine besonderen Krimi-Fans sind, werden die Autobiografie von Agatha Christie, deren Geburtstag heute ist, interessant und überraschend finden. Christie schreibt privat in einem ganz anderen Stil als man es aus ihren Krimis gewohnt ist. Die Autobiografie, links im Bild unsere englische Ausgabe, wirkt sehr offenherzig und persönlich. Ihr Ton ist überhaupt nicht gestelzt oder vorsichtig formuliert sondern sehr direkt, und die Dame hat Meinungen und Kommentare zu erstaunlich vielen Themen außerhalb der Schriftstellerei. Was wohl daran liegt dass sie, im Gegesatzt zu vielen heutigen Autoren, die in einer Medienwelt leben und für eine Medienwelt schreiben, auch jenseits der Schreiberei ein ereignisreiches Leben hatte. Seien es ihre archäologischen Expeditionen im Irak, ihr Interesse an Gartenbau oder ihre Bekanntschaften mit Leuten wie Graham Greene, Rudyard Kipling und Henry James. Agatha hatte in ihrer Kindheit und Jugend gerne Charles Dickens gelesen und später schätzte sie Autorinnen wie Elizabeth Bowen und Muriel Spark. Christie liebte Opernmusik, in der Tat, ihr erster Ehemann machte ihr den Heiratsantrag bei einem Wagner-Konzert im Pavillion ihrer Heimatstadt Torquay. Die an der Südküste Englands gelegene Stadt Torquay und ihre Umgebung ist auch ein guter Tipp um auf den Spuren der Autorin zu wandeln und gleichzeitig einen schönen Urlaub in einer von Englands schönsten und sonnigsten Regionen zu verbringen.

We love the detective genre, but that's just one facet of a very smart, well travelled lady with a whole range of interests

Torquay hat selbst heute noch viel von seinem Belle Époque Stil aus den Zeiten von König Edward II. um die Jahrhundertwende, und es ist natürlich einer der faszinierenden Aspekte von Christies Romanen dass sie in vieler Hinsicht ein vergangenes Zeitalter repräsentieren - seien es frühe Werke wie Das fehlende Glied in der Kette, das Christie schon 1916 begonnen hatte, oder spätere Klassiker aus den 40er, 50er und 60er Jahren. Links im Bild, Fotos der Autobiografie, die Agatha im frühen 20. Jahrhundert zeigen. Im Torquay Museum gibt es eine permanente Agatha Christie Exhibition mit vielen Fotos und Artefakten die eine Verbindung zur Autorin haben. An den Promenaden und auf dem Princess Pier von Torquay ging Agatha als Kind Rollschuh fahren, und am Strand von Beacon Cove wäre sie fast ertrunken. Die heutige Stadthalle von Torquay war im 1. Weltkrieg das Krankenhaus vom Roten Kreuz, wo Agatha als Krankenschwester arbeitete und zum ersten Mal mit Medikamenten und Giften zu tun bekam die sie später in Mordfällen ihrer Romane einbaute. Sehenswürdigkeiten wie die Höhlen von Torquays Kents Cavern bekamen Rollen in Krimis wie Der Mann im braunen Anzug, in Torquays Grand Hotel verbrachte Agatha ihre Flitterwochen.
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'I saw a hamlet and a spire': Das Dorf Hathersage wurde 1845 von Charlotte Brontë besucht und hat Verbindungen mit dem Roman Jane Eyre, in dem das Dorf Morton genannt wird.

Im Roman schrieb sie: ‘Ich sah ein kleines Dorf und einen Kirchturm‘. Die Suche nach Orten die Charlotte Brontës Klassiker Jane Eyre inspirierten, führt zum Teil aus dem heimischen Yorkshire der Brontë Schwestern hinaus, in die benachbarte Grafschaft Derbyshire. Spezifisch in das Dorf Hathersage, siehe Foto, das in idyllischer Umgebung nahe der Grenze zu Yorkshire, in einem Tal am Rande eines Moores liegt. Hathersage war Vorbild für das Dorf Morton im Roman. Im Sommer 1845, also etwas über zwei Jahre vor der Veröffentlichung von Jane Eyre (1847), wurde Charlotte Brontë von ihrer guten Freundin Ellen Nussey eingeladen, nach Hathersage zu kommen, wo Ellens Bruder Henry Nussey eine Stelle als Vikar bekommen hatte. Henry war frisch verheiratet und Ellen wollte zusammen mit Charlotte das neue Haus für die Ankunft der Braut vorbereiten: Möbel auswählen und Haushaltshilfen interviewen. Das verlockende Angebot hatte Charlotte zuerst, anfang Juni 1845, ausschlagen müssen, weil sie ihren fast erblindeten Vater Patrick Brontë nicht allein lassen wollte, aber in der Mitte dieses Monats kamen unerwarteterweise Charlottes Bruder Branwell und ihre Schwester Anne Brontë nach Hause und so ergab sich eine Gelegenheit. Kurioserweise hatte der Bräutigam Henry Nussey 1839, sechs Jahre zuvor, auch Charlotte Brontë einen Heiratsantrag gemacht, den sie jedoch abgelehnt hatte weil sie Henry unromantisch fand. Sie hatte Ellen dazu geschrieben:

‘…Es würde ihn konsternieren, mich in meinem natürlichen Element zu sehen. Er würde mich, in der Tat, für eine wilde, romantische Enthusiastin halte. Ich könnte nicht den ganzen Tag mit einem ernsten Gesicht vor meinen Ehemann sitzen. Ich würde lachen, satirisch sein und sagen was immer mir zuerst in den Kopf käme…’

Unerhört. Aber diese alte Geschichte hielt Charlotte nicht davon ab den Mann, dem sie sicher alles Gute wünschte, und ihre Freundin Ellen für zwei Wochen in Hathersage zu besuchen.Es wird von Brontë-Biografen oft vermutet dass die freundliche Ellen, die Charlotte willkommen hieß und ihr das neue Haus zeigte, ein Vorbild für die gutherzige Mrs. Fairfax war, die dem Neuankömmling Jane Eyre im Roman das Haus zeigt dass sie für Mr. Rochesters Ankunft vorbereitet. Aber es gibt viel konkretere Verbindungen zwischen dem Roman und dem Dorf Hathersage: Hier hatte nämlich seit Jahrhunderten eine adelige Familie names Eyre gelebt, und in der Kirche und auf dem Friedhof von Hathersage waren viele Artefakte, zum Beispiel aufwendige Grabsteine, mit diesem Namen zu sehen. Übrigens auch heute noch. Charlotte hörte Geschichten und Legenden über die Familie, und Charlotte und Freundin Ellen besuchten sogar Mitglieder der Eyre-Familie, wie die verwitwete Mrs. May Eyre, die in dem Familiensitz North Lees Hall lebte. Der Landsitz North Lees, ca. zwei Kilometer von Hathersage entfernt, gilt mit seinen Zinnen, seinen drei Stockwerken und seiner ruhigen, von Hügeln umgebenen Lage unter Literaturwissenschaftlern als ein mögliches Vorbild für Edward Rochesters Haus Thornfield Hall in Jane Eyre. Zusätzlich war die frühste Besitzerin von North Lees Hall, angeblich dem Wahnsinn verfallen und im zweiten Stock, in einem gepolsterten Raum in einer Art Sicherheitsverwahrung gewesen bis sie, wie die geisteskranke Mrs. Rochester im Roman Jane Eyre, aufgrund eines Feuers ums Leben kam. Im Landsitz North Lees sah Charlotte auch den großen Schrank mit Bildern von den 12 Aposteln, den sie später detailliert im Roman beschrieb. Während ihres zweiwöchigen Aufenthalts, machte Charlotte mit ihrer Freundin Ellen auch Ausflüge ins Hathersage Moor: Im Roman wird Jane Eyre nach ihrer abrupten Flucht aus Thornfield von einem Kutscher an einem Ort namens Whitecross abgesetzt, kein Dorf, sondern ein Steinpfeiler an einer Wegkreuzung. Diesen Stein, das sog. Moscar Cross, auf dem Sheffield Road eingeritzt ist, kann man heute finden. Jane Eyre kommt im Roman, nachdem sie zwei Tage im Moor herumgegeistert ist, in das Dörfchen Morton, das vom realen Hathersage inspiriert wurde. Und dort macht ihr der Vikar St. John Rivers später einen Heiratsantrag - den Jane, wie auch Charlotte im echten Leben – dankend ablehnte.

 

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Charlotte Brontë: ‘Jane Eyre’ als Hörspiel online  Das BBC-Hörspiel mit Meg Wynn Owen (als Jane Eyre), Patrick Allen (als Mr. Rochester), John Rye (als St. John Rivers), Ella Milne (Hannah). Kate Binchey (als Mary Rivers), Patricia Leventon (als Diana Rivers), Jane Knowles (als Rosamond Oliver), Ronald Herdman (als John Reed), William Eedle (Gastwirt), Eva Stuart (als Bessie Lee), Betty Hardy (Mrs Fairfax), Manning Wilson (als Adèle Varens), Madi Hedd (als Blanche Ingram), Sheila Grant (als Eliza Reed), Olwen Griffiths (als Georgiana Reed), Betty Baskcomb (Mrs Reed), Lewis Stringer (Mr. Wood), Martin Friend (Mr. Briggs), Peter Marinker (Mr Mason), Nancy Nevinson (als Grace Poole), Sheila Grant (als Bertha) u. a. Produktion 1972

Verfilmung Deutscher Trailer für Spielfilm Jane Eyre (2011) mit Mia Wasikowska und Michael Fassbender

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Avenita Redaktion

 

David Frost interviews Michael Caine on BBC radio: The actor's life's been shaped by experiences like the Blitz in London, the army, many great movies and his wife Shakira

Radiosendung mit zwei wohlbekannten Briten: Der renommierte Journalist David Frost interviewt den Schauspieler Michael Caine, der vor kurzem in The Dark Knight Rises  (2012) zu sehen war, aber insgesamt in ca. hundert Filmen mitgespielt hat und zweifacher Oscar-Gewinner ist. Michael Caine, der 1933 geboren wurde, gehört zu einer Generation die noch stark vom Krieg geprägt wurde. Er erzählt im Interview von seinen Erinnerungen an die deutsche Bombadierung von London, The Blitz genannt. Sein Vater war weg von Zuhause, im Krieg, und Michael und sein Bruder wurden zeitweise aufs Land nach Norfolk evakuiert oder lebten allein mit ihrer Mutter in London. In der BBC-Sendung werden auch viele Lieder aus Caines Leben und Filmen gespielt und eins davon ist Vera Lynns The White Cliffs of Dover, das sich mit Zeilen wie I’ll never forget the people I met, braving those angry skies, I remember well as the shadows fell, the light of hope in their eyes, auf die Kriegserfahrungen der Engländer bezieht. Als junger Mann, anfang der 50er Jahre wurde Caine Soldat und diente u. a. im Koreakrieg. Er sagt dass die Armee ihn stark prägte, und dass ein Zugehörigkeitsgefühl für ein Land wächst wenn man für das Land gekämpft hat. Als er 20-jährig nach England zurückkam, arbeitete er eine zeitlang in einer Butterfabrik. Dort gab ihm ein alter Mann, der mitbekommen hatte das Caine eigentlich Schauspieler sein wollte, den Tipp dass es dafür die Zeitung The Stage gab. Dadurch fand Caine tatsächlich auch einen Einstieg, wenn auch erstmal viele Jahre lang im Provinztheater. Als er eines Tages beschloss, sein Glück im Londoner-Filmgeschäft zu versuchen, sagte man ihm dass er der Schauspiel-Gewerkschaft Equity beitreten müsse und außerdem einen neuen Name bräuchte: Als Maurice Micklewhite geboren, hatte er sich bis dahin den etwas griffigeren Namen Michael White verpasst, aber den besaß schon ein anderes Gewerkschaftsmitglied. Er stand in einer Telefonzelle als man ihn fragte, welchen anderen Name er wolle, um seinen ersten Job bei der Fernsehserie Dixon of Dock Green zu kriegen? Er befand sich in der Nähe des Kinos Odeon Leicester Square und konnte durch die Bäume das Schild für Die Caine war ihr Schicksal (1954) erkennen, zudem mit Humphrey Bogart, der sein Lieblingsschauspieler war. Also entschied er sich am Telefon kurzerhand für den Namen Caine.

We found a nice 1980s paperback edition from Graftton Books. The cover conveys a kind of world-weary vibe, with a cup of tea, dead cigarette, assorted weapons...and a rubber stamp

Ein Anfang, aber bis zum echten Erfolg sollten immer noch Jahre vergehen. Erst durch einen glücklichen Zufall bekam er 1964 die Rolle von Lt. Gonville Bromhead in dem Kriegsfilm Zulu. Aber nur weil der erste Kandidat ausfiel, und weil der US-Regisseur Cy Endfield bereit war, einem Schauspieler mit einem ausgeprägten Working Class Hintergrund wie Michael Caine, die Chance zu geben, eine Offiziersrolle zu spielen. Das war damals, in dem immer noch stark vom Klassensystem geprägten England völlig untypisch. Dann funkte es jedoch, und duch die Bekanntheit von Zulu, bekam er wenige Zeit später die Rolle in dem Film der für uns einer der besten Spionage-Thriller aller Zeiten ist. Links eine Szene aus Ipcress – streng geheim (1965), und bei YouTube ein Clip. Die Hauptfigur Harry Palmer, ein ziemlich realistischer Gegenentwurf zu James Bond,  wurde von Caine entscheidend geprägt, wobei er seine Herkunft aus einfachen Verhältnissen und seinen Cockney-Akzent brilliant in die Rolle einfließen ließ. Auch die Romanvorlage ist unterhaltsam, hier ein Ausschnitt:

‘She was wearing that ‘little black sleeveless dress’ that every woman has in reserve for cocktail parties, funerals and first nights. Her slim white arms shone against the dull material, and her hands were long and slender, the nails cut short and varnished in a natural colour. I watched her even, very white teeth bite into the croissant. She could have been the top kick in the Bolshoi, Sweden’s first woman ship’s captain, private secretary to Chou En-lai, or Sammy Davis’s press agent. ‘(The Ipcress File, 1962)

Michael Caine in The Ipcress File (1965) with Sue Lloyd. A good spy thriller with Caine in the iconic role of Harry Palmer

Die Ipcress-Fortsetzung Finale in Berlin (1966), siehe Clip, verewigt die Stadt mit faszinierenden Aufnahmen einer vergangenen Epoche. Seine Darstellung von Harry Palmer führte zu einem Film der Caines Status als Star auch in Amerika besiegelte. Hier das starke Titellied für Alfie (1966), der Film erschien auf Deutsch als Der Verführer läßt schön grüßen. Das Lied wurde von Cilla Black gesungen, und von Burt Bacharach und Hal David komponiert. Letztgenannter Komponist, u. a. auch von Liedern wie Raindrops Keep Fallin’ On My Head, ist erst vor kurzem gestorben. Die erste Zeile des Lieds lautet ‘What’s it all about’ und das ist auch der Untertitel von Michael Caines Autobiografie (1992), oben rechts im Bild zu sehen. Das Buch ist gut und unterhaltsam geschrieben, und wir sind versucht, alle möglichen Anekdoten über den Dreh von Filmklassikern wie Ipcress zum besten zu geben. Demnächst! Auch die Biografie Michael Cain. A Class Act (2005) von Chrstopher Bray ist gut, oben links im Bild. Allerdings scheinen beide Bücher nur auf Englisch erhältlich zu sein. Es folgt das Link zur BBC-Radiosendung, der erste von zwei Teilen. Das Link für Teil 2 werden wir beim nächsten Sendetermin hinzufügen. Wenn Sie auf der BBC-Seite Listen Now drücken öffnet sich ein Abspielgerät das man vorspulen kann.

 

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Info Die BBC-Sendung David Frost’s Hollywood Greats, mit Michael Caine / Verpasst? Wird gelegentlich wiederholt, ich mache im Blog darauf aufmerksam. Hören Sie stattdessen das Hörspiel von Ipcress File

Ipcress File als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel nach Len Deighton. Mit Ian Hart als’ The Agent’ (die Figur bekam in der Verfilmung mit Michael Caine den Namen Harry Palmer) In weiteren Rollen: Fenella Woolgar (als Jean Courtney), Lames Laurenson (als Colonel Ross), Jonathan Coy (Major Dalby), Rachel Atkins (Alice) u. a.

Film Auf Deutsch ist Ipcress – streng geheim (1965) als Blu-ray und DVD erhältlich. Auf Youtube kann ich momentan nur einen englischen Trailer finden

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Andalusian guitarist Daniel Casares (b. 1980) is a rising force in Flamenco. He's also absorbed other influences and some of his songs may appeal to fans of Pat Metheny. In the world of classical music he's accompanied Cecilia Bartoli, link below

Der aus Málaga stammende Flamenco-Gitarrist Daniel Casares, Jahrgang 1980, hat mit El Ladrón del Agua (2010) ein Album aufgenommen das wahrscheinlich auch Fans von Gitarristen wie Pat Metheny gefallen wird. Das Album, dessen Titel Der Dieb des Wassers bedeutet, ist schon allein vom Klang her eine sehr ausgefeilte Produktion mit vielen guten Begleit- und Gastmusiker. Besonders gut gefiel uns der gezupfte Kontrabass von Francis Posé der, wenn er in den höheren Registern Solo-Fills spielt, etwas wie Scott LaFaro klingt. Auf einigen Liedern sind also definitiv Jazz-Einflüsse zu hören, während andere Lieder ziemlich traditionell und andalusisch klingen. Unser Lieblingslied ist zur Zeit Callejón de los Tramposos, das hier auf YouTube ausgecheckt werden kann. Daniel Casares wird hier von dem Sänger Junajo Alcántara und der Sängerin Chonchi Heredia begleitet, die sich in einer Art von Zwiegespräch zwischen Mann und Frau, mit Refrain und Vers abwechseln. Der Gesang setzt erst bei 2:10 min. ein, davor spielt Casares seine rasanten Melodien zu einem komplexen, trancehaften Rhythmus aus geklatschten 16-Noten und Perkussion. Der Text, der mit den vom Mann gesungenen Worten ‘Y yo te veo‘ beginnt, bedeutet auf Deutsch, frei von uns übersetzt in etwa: Und ich sehe dich, wie eine Seele die Träume erweckt, sag mir du liebst mich und ich glaube dir. Ich muss ja immer mit den Herzensbrechern spielen. Darauf antwortet die Frau: Wenn ich
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W. Somerset Maugham's novel The Painted Veil (1925) has been filmed three times, recently with Naomi Watts and Edward Norton. A beautiful film - also featuring some music by Erik Satie. The BBC radio dramatisation is good too. Link below

Der Roman mit Originaltitel The Painted Veil (1925) wurde schon dreimal verfilmt, u. a. mit Greta Garbo in 1934. Im Foto, meine DVD von der neusten Verfilmung mit Naomi Watts und Edward Norton. Das BBC-Hörspiel von 2012 ist ebenfalls gut, Link am Ende des Blogposts. Im Mittelpunkt steht das englische Ehepaar Walter und Kitty Fane. Es ist keine glückliche Ehe. Das Party-Girl Kitty wurde, aus Angst dass sie ‘den Zug verpasst’, von ihrer Mutter dazu überredet. Ihr Mann Walter ist ein gewissenhafter aber ziemlich trockener, distanzierter Arzt den sie nicht liebt. Kurz nach der Hochzeit folgt sie ihm nach Hongkong, damals eine englische Kolonie, wo Walter als Arzt arbeitet. Kitty beginnt eine Affaire mit dem gut aussehenden, charmanten Charlie Townsend, der verheiratet ist. An diesem Punkt beginnt übrigens das Hörspiel. Die Vorgeschichte taucht nur in Gesprächen auf. Als die Affaire auffliegt, lässt Charlie, der sich als oberflächlicher Draufgänger erweist, Kitty schnell fallen. Sie hat jetzt, gemäss damaligen Gegebenheiten, keine andere Wahl, als ihrem Ehemann aufs chinesische Festland zu folgen. Was anfangs wie Walters Rache an Kitty aussieht. Denn Walter arbeitet dort in einer Region in der die Cholera ausgebrochen ist. Die Epidemie ist so stark verbreitet, dass der Job fast einem Selbstmordkommando gleichkommt. In dieser Krisensituation beginnt Kitty, die integere Persönlickeit von Walter zu erkennen. Und sie entdeckt auch in sich selber die Fähigkeit zu Liebe, Empathie und Hilfsbereitschaft.

Das Leben ist so seltsam. Ich bin wie jemand, der sein ganzes Leben lang neben einem Ententeich gelebt hat und plötzlich das Meer erblickt. (Der bunte Schleier, W. Somerset Maugham)
Der Romantitel beruht auf einem Gedicht von Percy Bysshe Shelley, dessen Anfang lautet: ’Erheb den bunten Schleier nicht, den die Menschen das Leben nennen. Auch wenn die Bilder die wir darauf sehen nicht echt sind, so verbirgt sich dahinter dennoch das Zwillingsschicksal von Angst und Hoffnung’. Was bedeuteten diese mysteriösen Zeilen? Vielleicht dass es schwer, vielleicht sogar hoffnungslos ist, zu versuchen, das wahre Wesen von Menschen zu ergründen. Denn selbst hinter einer unechten Fassade verbirgt sich der Versuch oder das Potential, ein anderer, besserer Mensch zu werden. Ich wünsche gute Unterhaltung beim Hörspiel.
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W. Somerset Maugham: ‘Der bunte Schleier’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel The Painted Veil. Mit Sarah Smart (als Kitty Fane), Nicholas Farrell (als Walter Fane), James Nickerson (als Charles Townsend), Conrad Nelson (als Waddington), Isabelle Defaut (als Souer St Joseph), Julia Rounthwaite (als Dorothy Townsend), Shamae Griffin (Mädchen im Waisenheim), Caroline Loncq (Oberin des Klosters), Chris Lee (Offizier / Doktor), Pauline Harris (Regie) u. a. Produktion von 2012. Spieldauer ca. 70 min

Musik von Erik Satie in der Verfilmung Auf dem Soundtrack ist mitunter sein Klavierstück Gnossiennes No. I

Trailer für Spielfilm Der Bunte Schleier (2006) Mit Naomi Watts & Edward Norton, siehe Clip vom Film

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‘Ours was the marsh country, down by the river…‘ . Above, my Penguin edition of Charles Dickens' novel Great Expectations (1861) and a DVD of David Lean's classic movie adaptation. There's also a BBC radio dramatisation online. Link below.

Einer seiner letzten Romane, und vielleicht sein größter. In der abenteuerlichen Geschichte von dem Jungen namens Pip steckt einiges von Dickens eigener Lebensgeschichte. Und einiges an Lebensweisheit. Dickens’ Glaube an das Gute im Menschen ist bewegend und in gewisserweise sehr modern. Das BBC-Hörspiel ist gut gemacht. Link folgt am Ende des Blogposts. Im Foto ist David Leans Spielfilm Great Expectations (1946), der unter Filmkritikern als die beste Version, und einer besten englischen Filme aller Zeiten gilt. Daneben mein englisches Taschenbuch vom Penguin Verlag. Diese Bücher sind eine Freude, mit vielen Seiten an Einleitung und Anmerkungen. Extras die es bei deutschen Büchern selten gibt. Das geheimnisvolle Bild auf dem Cover ist jedoch aus Deutschland: Von Caspar David Friedrich, dessen Gemälde Friedhofseingang (1825) den Trinitatisfriedhof von Dresden zeigt und gut zum Roman passt. Denn eine Schlüsselszene, gleich am Anfang, spielt auf einem Friedhof. Dort macht Pip die anfangs erschreckende Bekanntschaft mit einem entflohenen Sträfling namens Magwitch. Die Tatsache dass Pip dem Mann hilft, hat weitreichende Folgen, in einer Geschichte die märchenhaft, aber gleichzeitig auch realistisch wirkt, weil sie so viel von dem viktorianischen Zeitalter des 19. Jahrhunderts vermittelt.

Wir wohnten im Marschland am Fluss, mit den Biegungen des Stromes etwa zwanzig Meilen von der See entfernt. Den ersten Eindruck von der Wirklichkeit der Dinge glaube ich an jenem denkwürdigen kalten Nachmittag empfangen zu haben. Damals fand ich heraus dass dieser einsame, mit Nesseln überwachsene Platz der Friedhof war, und dass meine Eltern Philipp und Georgiana tod und begraben waren. Ich begriff, dass die jenseits des Friedhofs liegende Landschaft – diese von Gräben, Dämmen und Schleusen durchschnittene Ebene – das Marschland war. Die untere bleifarbene Linie war der Fluss. Die ferne Wüste, aus welcher der Wind blies, war das Meer. Und das kleine schaudernde Ding, das sich vor allem diesen fürchtete und zu weinen anfing, das war ich. ‘Lass Dein Heulen!’, rief eine schreckliche Stimme, und ein Mann sprang zwischen den Gräbern neben dem Vorhäuschen der Kirche empor. ‘Sei still, du kleiner Teufel, oder ich schneide dir die Kehle durch!’ (Gekürzte Romanpassage)

I found a rare photo of the film location of Great Expectations (1946) with David Lean (1908-1991) fourth from right. To his left is Freda Jackson, with arms on table, who plays Pip's older sister. Opposite to her, Bernard Miles as Joe the blacksmith

Links, ein rares Foto von den Dreharbeiten für Great Expectations (1946) im Marschland von Kent. Im Hintergrund ist die Schmiede in der Pip aufwächst. Gleich folgt genauere Info über die Drehorte. Regisseur David Lean (1908-1991) ist der vierte von rechts am Tisch. Rechts von ihm, mit Armen auf dem Tisch, ist Freda Jackson, die Pips ältere Schwester spielt. Gegenüber von ihr ist Bernard Miles als Joe der Schmied. Neben ihr ist Anthony Wagner als Pip. Der Roman ist voll mit vielen weiteren faszinierenden Figuren, die auf diesem Foto nicht zu sehen sind – wie Miss Havisham und ihre bildhübsche Pflegetochter Estella, die wie in einer Zeitkapsel, in einem einsamen großen Haus voller Spinnweben leben, scheinbar Opfer der sich selbst erfüllenden Prophezeiung, dass Liebe zu zeigen nur Unglück bringt. Aber es sind die einfachen Leute, wie Abel Magwitch der Sträfling und Joe der Schmied, die den Waisenjungen Pip auf selbstlose Weise unterstützen. Und darin meine ich, etwas von Charles Dickens’ Glaube zu erkennen, dass es Menschen möglich ist, aus der Welt, und aus sich selbst, etwas besseres zu machen. Ich wünsche spannende Unterhaltung beim folgenden Hörspiel.

 

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Charles Dickens: ‘Große Erwartungen’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Great Expectations. Mit Douglas Hodge (als Pip, Erzähler), Gary King (als junger Pip), Jim Carter (als Joe Gargery, der Schmied), Maggie Steed (Mrs Joe, Pips ältere Schwester und Ersatzmutter), Robert Lang (Magwitch, der Sträfling), Terence Edmond (Compeyson, der zweite Sträfling), Geraldine McEwan (als Miss Havisham), Polly Mayberly (junge Estella), John Shrapnel (Rechtsanwalt Mr Jaggers), James Simmons (als Pips Freund Herbert Pocket), Emma Gregory (Biddy, spätere Ehefrau von Schmied Joe), Amanda Redman (Estella als Erwachsene), Alan Barker (Bentley Drummle, Pips Gegenspieler), Norman Jones (Joes Onkel Mr Pumblechook), Timothy Carlton (Mr Wopsle), Brian Hewlett (Orlick, fieser Mitarbeiter in der Schmiede), Timothy Bateson (Anwaltsgehilfe Wemmick), Joanna Myers (Flopson, Haushälterin der Pockets), Andrew Wincott (Arthur, Miss Havishams Halbbruder), Malcolm Clark (Musik), Ray Jenkins (Bearbeitung), Sally Avens (Regie) u. a. Produktion 1991

Literaturtourismus: Auf Charles Dickens’ Spuren in Kent Vorbild für die Kirche am Anfang des Romans Große Erwartungen (1861) war St James’ Church im Dorf Cooling, in den umliegenden Landschaften der North Kent  Marshes ging Dickens oft spazieren. Der Romanschauplatz Satis House, das verwunschene Haus wo Miss Havisham and Estella leben, wurde von Restauration House in Rochester, Kent inspiriert. Gads Hill Place in Higham, Kent war Dickens’ Landhaus für die letzten 14 Jahre seines Lebens. Er schrieb an mehreren seiner Romane hier, inklusive Große Erwartungen, und dies war das Haus in dem er starb.

Film-Info Den Klassiker von David Lean gibt es in Deutschland unter dem Namen Geheimnisvolle Erbschaft (1946). Diese Umbenennung, anstatt Große Erwartungen, macht es unnötig schwer, den Film online zu finden

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In his book 'You English Words' (1961) John Moore makes the point that the success of English partly stems from the great need of synonyms that Anglo-Saxon alliterative poetry had. 'Beowulf' for instance uses 12 different words for battle

Man sucht als armer Blogger immer nach griffigen Überschriften die ein altbekanntes Thema in einen halbwegs aktuellen Kontext stellen, und die 50 Worte für Schnee im Titel beziehen sich natürlich auf das neuste Kate Bush Album 50 Words for Snow (2011). Der Name spielt offenbar darauf an dass Leute die geografisch bedingt viel mit Schnee zu tun haben, z. B. Eskimos, Inuit oder auch andere arktische Völker, viele differenzierte Bezeichnungen für einen Stoff haben der über Jahrtausende ihr Leben beeinflusste. Dass ähnliches auch für andere Leute und Regionen gilt, ist logisch und keine bahnbrechende Beobachtung, aber wir fanden es interessant, in dem Buch You English Words (1961) von John Moore zu lesen dass in dem epischen angelsächsischen Heldengedicht Beowulf (ca. 700 n. Chr.) nicht weniger als 12 verschiedene Worte für Schlacht verwendet werden, und dass die Angelsachsen, deren Sprache den Grundstein für das heutige Englisch legte, 27 verschiedene Worte für Schiff und Boot hatten. Das ist, auch wenn die alten Recken wortmäßig nicht ganz mit den Eskimos mithalten konnten, immer noch eine ganze Menge word power. Der Autor John Moore, übrigens ein humorvoller Liberaler der dem Sprachpatriotismus distanziert oder gar sarkastisch gegenübersteht, meint nichtdestotrotz dass die alliterative Natur der angelsächsischen Stabreim-Dichtung dazu beigetragen hat dass Englisch so eine erfolgreiche Sprache wurde. Der Begriff Alliteration, und Sie können ihn hier detaillierter bei Wiki nachlesen, bedeutet grob gesagt die Aneinanderreihung von verschiedenen Worten die eine ähnliche Bedeutung haben und vom Klang her gut zusammenpassen. Wir benutzen natürlich auch im Deutschen viele eingängige Sprüche wie 
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Drummer's Heaven: A documentary about Gene Krupa, presented by Police drummer Stewart Copeland, featuring interviews with people like ELP drummer Carl Palmer

Presenter Stewart Copeland, der Schlagzeuger von The Police, spricht u. a. mit dem ELP-Drummer Carl Palmer in diesem Doku über den einflussreichen Schlagzeuger Gene Krupa (1909 – 1973). Die BBC-Sendung kann noch für ein paar Tage online gehört werden. Link unten auf der Info-Leiste. Es ist interessant dass zwei Drummer-Ikonen, die zweifellos Fans von Prog und Rock aufhorchen lassen werden, beide einen Schlagzeuger verehren der vorrangig in Genres wie Swing und Jazz spielte. Zu Beginn des Dokus erzählt der Emerson, Lake & Palmer Schlagzeuger, wie er als Kind in Birmingham zusammen mit seinem Vater den Film The Gene Krupa Story (1959) sah. Carl Palmer hatte damals selber gerade zu spielen angefangen und war von Gene Krupa begeistert, ebenso von der Art wie Krupas weißes Schlagzeug (übrigens von der Firma Slingerland, Red,) zu Beginn des Films mit eindrucksvollen Kamerawinkeln und Schatten fotografiert wurde. Als er aus dem Kino herauskam, sagte er seinem Vater: That’s what I want to be, that’s what I want to do. Und dabei blieb er. Wir finden, Jazz-Einflüsse sind in ELP-Stücken wie Eruption vom Album Tarkus unübersehbar, und ähnliches gilt unserer Meinung nach für Police Klassiker wie Walking on the Moon. Aber gehen wir fast ein Jahrhundert in die Vergangenheit zurück, in die 1920er Jahre: Stewart Copeland erklärt, eins der Probleme für Drummer war damals dass die simple Aufnahmetechnik vieles vom Schlagzeug, z. B. die tom-toms und vor allem die bass drum tontechnisch überhaupt nicht verkraften konnte. Schlagzeuger wurden bei Aufnahmen dazu angehalten, eher Perkussionsinstrumente wie wood blocks und vielleicht etwas auf den Becken zu spielen. Aber Gene Krupa, der aus der polnisch-katholischen Gemeinde Chicagos stammte und von Haus aus eigentlich Priester werden sollte, ließ sich etwas einfallen: Er plazierte klangdämpfende Materialen um die bass drum und bat die Aufnahmetechniker, es so zu versuchen. Deshalb gilt Krupa als erster der ein komplettes Schlagzeug auf Schallplatte verewigte. Dieses Claim ist jedoch umstritten, und darauf wird in der Sendung eingegangen. Es wird auch über Drummer gesprochen die Krupa inspirierten, wobei einer der ersten
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