Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

In the Rolling Stone magazine's ''500 Greatest Albums of all Time' Astral Weeks (1968) was near the top at 19. We had the fortune to see singer and songwriter Van Morrison, whose birthday it is, here in Andalusia. And he is still fantastic.

Es ist der Geburtstag des Sängers und Liederschreibers Van Morrison und wir werfen einen Blick auf sein Album Astral Weeks (1968), das von Musikkritikern als eins der besten Alben aller Zeiten gelistet wird. Im Jahr 2003 kam Astral Weeks  im US-Magazin Rolling Stone bei der Wahl der 500 besten Alben aller Zeiten auf Platz 19. Wir hatten das Glück, den in Nordirland geborenen Musiker Van Morrison vor ein paar Jahren hier bei uns in Andalusien im Konzert zu sehen, in Málagas schönem alten Opernhaus Teatro Cervantes, in dem öfters weltberühmte Musiker auftreten. Der Mann trug Anzug und Fedora-Hut und kam als schüchtern um nicht zu sagen völlig introvertiert rüber. Aber Van Morrisons Stimme klingt live – ganz ohne Halleffekte etc. – fast noch besser als auf den Alben. Und er spielte mit sehr guten Begleitmusikern, auf akustischem Doppelbass, Grandpiano, Trompete und Saxophon und einem Gitarrist der auf seiner alten Gibson-Semi-acoustic kleine Riffs und Melodien á la Joe Pass hervorzauberte. Der Mann hat viele gute Alben gemacht, zu unseren Favoriten gehören Moondance (1970), No Guru, No Method, No Teacher (1986) und Irish Heartbeat (1988) welches er mit den Chieftains aufnahm. Das Album Astral Weeks (1968) wirkt wie ein langes Lied, wie eine Tagebuch aus Van Morrisons Kindheit und Jugend in Irland. Hauptsächlich das nordirische Belfast. Astral Weeks enthält mehrere Referenzen zu Orten, Begebenheiten und Personen. Wie die Cyprus Avenue, der Zug von Dublin nach Sandy Row, einer Madame George, oder die Sunday Sixbells, der Glockenklang von St. Donards Church, wo Van Morrisons Eltern heirateten. Van Morrisons Perspektive ist nicht immer leicht zu entziffern. Für ihn scheint hinter dem Alltäglichen eine geheime, vielleicht sogar spirituelle Welt verborgen zu sein. Eine graue, 22-stöckige Hochhaussiedlung kann auf einmal etwas romantisches sein, wenn irgendwo dort oben eine Frau mit dem Namen Ballerina lebt. Die Musik von Astral Week ist eine Art Folk mit akustischer Gitarre, Kontrabass, Flöte und Streichern. Die Texte klingen dichterisch-romantisch, teils surrealistisch, wie Sweet Thing, hier ein Clip auf YouTube. Ich übersetzte frei und auszugsweise:

Ich sehe die Schiffe am Morgenhimmel und stille meinen Durst mit kaltem, klarem Wasser/ Wir gehen zusammen durch regennasse Gärten / und dann werde ich meine Hand in den Abendhimmel ausstrecken /die Sterne in deinen Augen zählen /einfach alles in mir aufnehmen/ ohne zwischen den Zeilen zu lesen / und wenn wir so zusammen gehen und sprechen / dann werde ich mich nie wieder alt fühlen / nie wieder / mein Liebling

Der Text kommt jedoch erst so richtig rüber wenn er wie ein Klanggemälde mit Van Morrisons Stimme verflochten ist. Astral Weeks hat Züge eines Konzept-Albums. Auf Vinyl-LP (siehe unsere Schallplatte im Foto) heißen die beiden Plattenseiten jeweils: In the Beginning und Afterwards. Ob sich dieses Vorher und Nachher auf eine Person oder vielleicht Vans Heimat bezieht, die er seinerzeit, in Richtung Amerika als junger Mann verließ, wer weiss? Um auf die 45 Minuten einer Schallplatte zu passen, wurden damals angeblich einige Sachen herausgeschnitten. Unter anderem ein
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It's the birthday of John Peel (1939 - 2004) whose late night radio show we used to listen to quite a lot on BBC Radio 1

Es ist Ihnen vielleicht schon aufgefallen dass wir Radiio-Fans sind, und das geht zu einem gewissen Grad auf John Peels Konto. Wir hören heutzutage im Radio hauptsächlich Hörspiele und Dokus, waren aber als junge Leute in den 80er Jahren etwas mehr den Musiksendungen zugetan. John Peel war ein gutes Beispiel, warum öffentlich-rechtliches Radio (und auch TV) wichtig ist. Seine Sendungen um Mitternacht waren nicht für den gemeinsamen Nenner eines Publikums, sprich Kundensegment, formatiert sondern forderten den Hörer heraus, konsternierten ihn nicht selten. Die Sachen die der Mann spielte waren oft unkommerziell und anstrengend. Wollte man sich zurücklehnen und entspannen, kamen Bands mit illustren Namen und Klängen wie Napalm Death und Extreme Noise Terror. Und wenn man gerade im Begriff war, in dem Kettensägen-Lärm entfernte Ansätze tonaler Strukturen zu erkennen, kam Peel wieder mit ganz anderen, vermeintlich ebenfalls hoffnungslosen Bands wie Half Man Half Biscuit, die wie Umpah-Umpah-Musik fürs Kinderfernsehen klangen. Dann wartete er vielleicht mit introvertierten Balladen von Microdisney auf, oder stakkatohaften Gitarren von The Wedding Present. Und natürlich: In Session…The Fall, eine von Peels Lieblingsbamds, und eine Gruppe die sich musikalisch wirklich schwer einordnen lässt. Viele von Peels Favoriten waren nicht so richtig unser Ding, denn wir waren immer schon unverbesserliche Folk- und Progrock-Fans die davon träumten dass Musik Jahr für Jahr immer progressiver werden würde. Aber da spielte John Peel Peel nicht mit – seitdem er Punlk-Bands wie die Undertones entdeckt hatte. Trotzdem hatte es einen Reiz, auch mal Gruppen zu hören von denen man sich normalerweise keine LPs kaufen würde. Und hin und wieder taten wir es dann auch: kauften uns Schallplatten von The Smiths oder This Mortal Coil und anderen Bands die wir zuerst bei John Peel gehört hatten. Wir nahmen auch öfters Lieder auf Cassetten auf, die wir
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La Concepciön, the beautiful gardens of Málaga, which are open to the public and worth a vist, were built by Jorge Loring (1822 - 1901) whose family were from Massachusetts

Wir weisen oft und gerne darauf hin dass Andalusien fast unendlich viel Strand und Sonne hat, aber dass es darüber hinaus auch eine Vielfalt anderer interessanter Dinge zu sehen und zu tun gibt. Wir waren gestern am Flughafen um jemanden abzuholen, und es ergab sich aus verschiedenen Gründen dass wir auf einmal etwa 90 min. Wartezeit herum zu kriegen hatten. Da geht man normalerweise einen Kaffee oder ein Bier trinken, aber bei den Preisen an Flughäfen kann einem darauf glatt die Lust vergehen. Nach der Devise: Für das Geld kann man etwas besseres machen, entschieden wir, mal wieder die botanischen Gärten von Málaga zu besuchen, die vom Flughafen nur etwa 10 Minuten Fahrt entfernt sind. Die Gärten, genannt La Concepción, liegen am Stadtrand, auf der Straße in Richtung Antequera. Kurz nachdem man an Málaga vorbei gefahren ist, nach der ersten Repsol-Tankstelle rechts abbiegen, über die Brücke zur anderen Straßenseite fahren und dann links runter. Voilà. Die schöne alte Villa auf dem Foto ist allerdings nicht der Eingang, sondern sie liegt in der Mitte der Gärten. Dieses Haus wird gelegentlich für Hochzeiten gemietet, ist aber ansonsten unbewohnt und geschlossen. Haus und Gärten gehörten ab ca. 1850 dem Industriellen Jorge Loring (1822 – 1901) der von einer amerikanischen Familie aus Massachusetts stammte.

There's thousands of plants here, but we point out this gnarly fellow to people filming the Tolkien books. If you use dwarves, it will look even bigger, Mr Jackson. (click for more pics)

Die Familie machte u. a. in Eisenbahnen und später im 20. Jahrhundert auch in Flugzeugbau. Mittlerweile gehört die Anlage der Stadt Málaga, und dort scheint sie in guten Händen zu sein, denn jedesmal wenn man vorbeikommt, gibt es nützliche und gut gemachte neue Sachen, sei es ein Café oder Bildschirme auf denen ein kleiner Info-Film läuft, ein kleiner Laden in dem man Samen fúr einige der Pflanzen des Gartens kaufen kann etc. Alles nett gemacht. Der Eintritt scheint uns mit fünf Euro angemessen, es arbeiten ja eine Menge Gärtner dort. Es gibt auch alle ein, zwei Stunden Führungen an denen man für ca. 2 Euro extra teilnehmen kann. Das haben wir schon mal gemacht und das war gut, aber man darf auch auf eigene Faust rein, und das passte uns, denn wir wollten nur ein paar Fotos machen. Wir blieben nur eine halbe Stunde, waren aber bei früheren Gelegenheiten eher ein und halb Stunden dort, denn es gibt viel zu sehen und darúber hinaus ist es an heißen Sommertagen eine Wohltat in dem allgegenwärtigen Schatten der Bäume und gusseisernen Gartenlauben zu wandeln. Man könnte hier gut alle möglichen Filme drehen, daher unser Gag über den Baum der aussieht wie aus Tolkiens Welten. Eine interessante Eigenart dieses Baums, der zur Feigenfamilie gehört, ist dass er von oben Seil ähnliche Wurzelbündel bis zum Boden herabläßt, die dann in der Erde Fuß fassen und zu einem neuen Baum werden. Wenn man das Foto durch anklicken vergrößert, sieht man links eine dieser Schnüre baumeln und rechts einen der neuen Bäume.
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1987 radio dramatisation online of ’The Dispossessed’ (1974), a sci-fi classic by Ursula K. Le Guin (1929-2018). Production from CBC (Canadian Broadcasting Corporation). Story of two planets, Urras and Annares, with different political systems

Anspruchsvolles Hörspiel aus Kanada, von der Canadian Broadcasting Corporation (CBC) mit vielen guten Sprechern. Link folgt am Ende des Posts. Die US-Romanvorlage ‘The Dispossessed’ (1974) wurde auf Deutsch auch unter den Titeln ‘Planet der Habenichtse’ und ’Die Enteigneten. Eine ambivalente Utopie’ veröffentlicht. Der Roman von Ursula K. Le Guin (1929-2018) ist stark von philosophischen und sozialpoltischen Betrachtungen geprägt. Die Geschichte handelt von Zwillingsplaneten namens Urras und Annares deren Bewohner in unterschiedlichen Systemen leben. Vereinfacht gesagt, ist Urras kapitalistisch, und Annares anarchisch-sozialistisch. Verbindung zwischen den beiden Planeten ist dass sich vor 200 Jahren auf Mutterplanet Urras eine Gruppe von Sozialrevolutionären abspaltete und den Mond Annares besiedelte. Hier ist eine gewisse Ähnlichkeit mit Robert A. Heinleins Roman
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The 2-DVD set has only recently become available in Europe, so there's lots of music & documentary stuff we'd never seen

Der Konzertfilm The Grateful Dead Movie ist als 2-DVD-Set erst seit kurzem in Europa erhältlich, jedenfalls konnte ich ihn vorher nicht kriegen,  kannte ihn nur von VHS-Versionen und ein paar Ausschnitten die im Netz herumschwirren. Auf der Bonus-DVD der Neuausgabe sind mehrere Dokus und ca. 90 Min. an Liedern die nicht im Originalfilm waren, weil die Kinoversion auf 130 Min. reduziert wurde. Der Originalfilm auf DVD1 ist von der Klangqualität her völlig überarbeitet worden und klingt deutlich besser. Der Film kam 1977 in die Kinos, wobei das Konzert 1974 aufgenommen wurde und die Band an einem Wendepunkt zeigt. Grateful Dead waren damals ca. 10 Jahre lang fast ununterbrochen auf Tour gewesen und brauchten eine Pause. Der Film
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There is a 2007 BBC radio dramatisation of Boris Pasternak's iconic novel 'Doctor Zhivago' (1957) online. Above, my DVD of David Lean's movie adaptation from 1965. Special edition with documentaries etc. And a Fontana paperback from 1969

‘Für einen Moment erschloss sich Lara wieder der Sinn ihres Daseins. Sie erkannte, dass sie lebte, um die unglaublichen Schönheiten der Erde beim Namen zu nennen. Falls das ihre Kräfte überstieg wollte sie aus Liebe zum Leben Nachfolger gebären, die das statt ihrer tun würden’. Eine Passage aus einem der berühmtesten Romane aller Zeiten. Verfilmt mit Julie Christie als Lara, und Omar Sharif in der Titelrolle von Doktor Schiwago (1965). Im Foto ist meine DVD und Romanausgabe. Das 6-teilige BBC-Hörspiel ist ebenfalls monumental und kann online gehört werden. Mit vielen renommierten Sprechern, u. a.

Eve Best (Lara – im Film: Julie Christie)
Tom Goodman-Hill (Juri – im Film: Omar Sharif)
Don Gilet (Pascha – im Film: Tom Courtney)
Henry Goodman (Viktor – im Film: Rod Steiger)
Clare Corbett (Tonya – Film: Geraldine Chaplin)
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It's the birthday of the pianist Bill Evans (1929 - 1980) and these two albums one should own. The two 'Village Vanguard' LPs are contenders for Best Jazz Recordings of all Time

Es ist der Geburtstag des Pianisten Bill Evans (1929 – 1980) und es gibt mindestens zwei Alben von ihm die man haben muss. Die ‘Village Vanguard’ Aufnahmen von 1961 sind Kandidaten für die Besten Jazz-Aufnahmen aller Zeiten. Sie stammen von einem Sommerabend in einem kleinen New Yorker Jazzclub namens Village Vanguard. Diese Live-Aufnahmen wurden noch im selben Jahr auf zwei separaten Alben vom Bill Evans Trio veröffentlicht: Sunday At The Village Vanguard (1961) und Waltz for Debby (1961). Bill Evans spielte zusammen mit dem Schlagzeuger Paul Motian (1931 – 2011) und dem jungen Bassisten Scott La Faro (1936 – 1961), der kurz nach den Aufnahmen bei einem Autounfall ums Leben kam. Dass der 25-jährige Scott LaFaro heute unter Musikern einen legendären Status hat, liegt jedoch weniger an seinem frühen Tod, als an seinen spektakulären Spielkünsten am gezupften Kontrabass. Die zwei Vanguard Alben, auf dem Foto sehen Sie unsere CD-Ausgaben, gibt es auch in Form von verschiedenen 2-CD-Sets, z. B. als The Village Vanguard Sessions oder The Complete Village Vanguard Recordings. Wir haben nichts gegen diese Art von Kompilationen, denn die Alben gehören zusammen und haben eine durchgehende Atmosphäre, wobei wir persönlich Alben im ursprünglichen Look bevorzugen, mit den entsprechenden Liner Notes, der Reihenfolge der Lieder etc. Dies ist eher eine nerdige Sammler-Macke von uns. Der Preisunterschied zwischen den Alben und Kompilationen bei Amazon ist gering, vergleichen und wählen Sie selbst. Was wir so gut wie garantieren können, ist dass die Hauptsache, nämlich die Musik, Lesern gut gefallen wird. Wahrscheinlich sogar Leuten die sich nicht als spezifische Jazz-Fans bezeichnen würden. Denn dies ist einfach umwerfend schöne, verträumt klingende Musik. Sie mutet gleichzeitig experimentell, innovativ und wie eine Art Meditation an.

Village Vanguard Recordings: Scott LaFaro (Bass) & Paul Motian (drums) played with Bill Evans on these classic albums, which turned out to be Scott LaFaro's swan song.

Das hat zum Teil mit der guten Auswahl an Liedern zu tun: Eigenkompositionen und Klassiker von Leuten wie Miles Davis und Cole Porter. Zum anderen, noch größeren Teil, damit wie die drei Musiker diese Lieder dekonstruieren, umgestalten und neu erfinden. Der Pianist Bill Evans hat eine faszinierende, sanfte Art, Akkordstrukturen aufzulösen, zu abstrahieren, bis sie den Hörer nur noch wie eine sanfte Sommerbrise umwehen. Um solche Klanggemälde zu komplementieren, bedarf es eines einfühlsamen Schlagzeugers wie Paul Motian, der viel auf dem Hi-hat und den Becken dazu zaubert. Der geheime, oder vielleicht gar nictht so geheime Star des Ganzen ist der Bassist Scott LaFaro, der oft die Rolle des Solisten übernimmt. Er spielt selten die traditionellen Grundnoten mit denen Bassisten den Takt halten und das tiefere Klangspektrum füllen sollen, sondern meistens Melodien und Noten die der Akkordstruktur völlig überaschende Perspektiven abgewinnen. Dabei hat er eine Art, seine oftmals sehr schnellen Sechszehntel-Noten dennoch völlig entspannt und dem Lied dienlich klingen zu lassen. Ein weiterer interessanter Aspekt dieser Aufnahmen ist die Atmosphäre des Vanguard Clubs. Wir waren noch nie drin, aber es klingt wie ein ziemlich kleiner Raum in dem, vom Applaus her zu urteilen, damals
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Thomas Mann: Two radio adaptations online: Buddenbrooks, above, in German, and The Magic Mountain in English

Der Hörspielklassiker vom Hessischen Rundfunk aus dem Jahr 1965 ist komplett online. Mit Gert Westphal und Horst Tappert u.v.a. Sprechern. Link am Ende des Blogposts. So weit ich weiß, ist es die bisher einzige deutsche Hörspielfassung Thomas Manns Roman Buddenbrooks: Verfall einer Familie (1901). Es gab 2012 ein englisches BBC-Hörspiel aber das ist momentan leider nicht online. Apropos Englisch. Fällt Ihnen etwas am Foto auf? Ja, es ist eine englische Ausgabe. Eine schöne Ausgabe vom Penguin Verlag, der den Roman erstmals 1957 herausgab. Auf dem Cover ist ein Ausschnitt von einem Gemälde von Edvard Munch, namens The Linder Children (1903). Wer sich dafür interessiert, wie Thomas Mann auf Englisch klingt, kann auch eine englische
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Enid Blyton (1897 - 1968): Barbara Stoney's biography is good and so is the BBC biopic 'Enid' (2009), largely based on the book. Helena Bonham Carter is superb in the title role.

Zwei exzellente Werke über die Kinderautorin Enid Blyton sind leider nur auf Englisch erhältlich: Der BBC Spielfilm Enid (2009) und die Blyton-Biografie von Barbara Stoney, die weitgehend als Vorlage für den Film diente. Ein Trailer dafür folgt gleich. Wenn wir heute, anlässlich Blytons Geburtstag, über den Film berichten, schließt das Barbara Stoneys Buch zum Teil ein. Weder Film noch Buch sind unkritisch gegenüber Blyton. Es ist kein Wunder und kein Geheimnis dass berühmte Autoren in ihrem Privatleben nicht unbedingt den Idyllen und Idealen ihrer Bücher entsprechen. Aber diese Tatsache wird in der BBC-Produktion nicht mit medientypischer Häme ausgeschlachtet. Eine Konfrontation zwischen Blyton und den Medien ist auch der Ausgangspunkt des Films
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It's the birthday of Leo Fender (1909 - 1991) the inventor of the Stratocaster - and other guitar classics: We managed to make a photo of one of Keith Richards' Fender Telecasters.

Es ist der Geburtstag von Leo Fender (1909 – 1991), dem legendären Gitarrendesigner, und wir wollten zu Abwechslung mal nicht nur über seine berühmteste Gitarre, die Fender Stratocaster sprechen, sondern auch die von uns sehr verehrte Fender Telecaster erwähnen. Links im Bild ist eine Telecaster von Rolling Stone Keith Richards, wir machten das Foto bei uns an der Costa del Sol, im Hard Rock Cafe von Marbella. Eine rote Fender Telecaster war auch die erste richtige E-Gitarre die wir selber hatten. Sie ist momentan allerdings in England, in den Händen eines Freundes. Yes, we hope you’re looking after it. Die Telecaster ist vom Aussehen her etwas unauffálliger und auch technisch ein kleines bisschen simpler als die Stratocaster, aber für uns besticht die Tele gerade durch ihre schlichte Schönheit. Nur zwei Tonabnehmer und zwei Dreher, anstatt jeweils drei, wie die Stratocaster. Manche Leute leben ja nach der Devise: Less choice, less trouble. Im Vergleich zur Strat hat die Telecaster für uns einen etwas klareren und helleren Klang. Wogegen die Stratocaster unserem Empfinden nach ein größeres Spektrum an Obertönen produziert: perfekt für Lead-Gitarre, also fetzige Solos mit einem fetten, etwas unscharfen eher als kristallenen Klang. Die Stärke der Telecaster hingegen sehen wir etwas mehr in der Abteilung Rhythmus-Gitarre: Das muss keineswegs nur ein Schrummeln von Akkorden sein. Andy Summers von The Police, der jahrelang Telecasters benutzte, spielt zwar relativ wenige Solos, entwickelte aber aus aufgelösten Akkorden, also flüssig gespielten Sequenzen aus einzelnen Noten von Akkorden, einen sehr individuellen Klang, der zusätzlich durch Flange-Effekte verfremdet wird. So zum Beispiel in dem Lied Bring on the Night. Für uns ist die Telecaster übrigens eine der seltenen E-Gitarren die vom Aussehen her auch gut zu Frauen passt. Die schlanke Chrissie Hynde von den Pretenders können wir uns mit einer anderen Gitarre als einer dezenten Telecaster gar nicht vorstellen. Und tatsächlich scheint die Dame mit dieser Gitarrenmarke eine konstantere Beziehung gehabt zu haben als mit Männern. Findet sie Telecasters vielleicht zuverlässiger? Hier ist ihr Lied Back on the Chain Gang, mit typisch ‘kristallenem’
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It's the birthday of the poet Alfred Tennyson (1809 – 1892)

Es ist der Geburtstag des englischen Dichters Alfred Tennyson (1809 -1892). Ein Gedicht von ihm das ich mag, ist The Lady of Shalott. Es war mitunter Inspiration für den Roman ‘Mord im Spiegel’ (1962) von Agatha Christie. Link für eine BBC-Hörspielfassung folgt am Ende des Posts. Ich bin bei einer früheren Gelegenheit auf die mythischen Aspekte des Gedichts eingegangen, die Sagen um König Artus, Camelot und Lancelot. Die Lady of Shalott lebt auf einer Insel im Fluss, wo sie in einem einsamen Turmzimmer am Webstuhl Bilder von der Außenwelt herstellt. Diese Welt kann sie nicht direkt, sondern nur im Spiegel betrachten, sonst muss sie sterben. Als sie eines Tages nicht widerstehen kann,
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BBC radio dramatisation of the novel 'The Living and the Dead ' on which Vertigo (1958) was based is online. Link below

Der Hitchcock-Klassiker Vertigo - Aus dem Reich der Toten (1958) basiert auf dem Roman D’entre les morts (1954) von Pierre Boileau und Thomas Narcejac. Das RBB-Hörspiel von 2018 basiert auf diesem Buch, das in England als The Living and the Dead veröffentlicht wurde. Es gibt auch eine gute BBC-Produktion. Links folgen am Ende des Blogposts. Abgesehen davon dass es in Frankreich spielt, ist das Hörspiel dem Film erstaunlich ähnlich. Besser gesagt: Hitchcock änderte nicht so viel an der Romanvorlage. Es geht um einen Mann namens Jacque Flavieres, dessen Rolle im Film von James Stewart gespielt wurde. Er ist ein ehemaliger Polizist der seinen Job verloren hat. Aufgrund seiner Höhenangst, auf Englisch vertigo genannt, verursachte er bei
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Musik Grateful Dead: 70 Jahre Jerry Garcia

They got some great bands up there: It's the 70th birthday of Grateful Dead guitarrist & singer Jerry Garcia (1942 - 1995)

Es gibt interessante Verbindungen zwischen der alternativen Kultur der 60er Jahre und der Computer-Revolution der 70, 80 und 90 Jahre…bis zum heutigen Tag, mit Social Media Konzepten wie dem freien Austausch von Informationen und der, in Theorie, nicht-hierarchischen Struktur des Internets. Ein Beispiel wäre Mitch Kapor (geb. 1950) der als junger Mann in Transzendentaler Meditation machte, später Gründer von Lotus Software wurde und mit dem Grateful Dead Liederschreiber John Perry Barlow die Electronic Frontier Foundation gründete, eine Organisation die sich für Meinungsfreiheit im Internet einsetzt. Es ist auch kein Zufall dass sich das heutige Silicon Valley an dem Ort befindet an dem Grateful Dead, die ultimative Hippie-Band der 60er und 70er Jahre entstand. An Orten wie Palo Alto und Menlo Park, wo heute Firmen wie Google und Facebook residieren, spielten damals die Grateful Dead ihre ersten Konzerte. Wobei die Geschichte von ihrem Sänger und Gitarristen Jerry Garcia noch weiter zurückreicht. Garcia, aus einer Familie mit spanischen Wurzeln, wurde in San Francisco geboren, bekam mit 15 von seiner Mutter die erste Gitarre geschenkt und spielte schon Ende der 50er Jahre mit seiner akustischen Gitarre, manchmal auch mit Banjo, in Folkclubs, Cafes und Bücherläden in und um Palo Alto und Menlo Park. Hier entwickelte sich der faszinierende Mix von Beats und Studenten der nahen Stanford Universität. Der spätere Grateful Dead Bassist Phil Lesh traf Jerry zum ersten Mal im Jahr 1959, in einem Haus namens The Château, dessen Besitzer billige Zimmer zu vermieten hatte und wo sich im Laufe der Zeit eine Art Kommune mit abendlichen Musikauftritten bildete.

Jerry Garcia with Gibson SG, and Grateful Dead in Haight- Ashbury in the Sixties, with a beardless Garcia in the center

Jerry Garcia hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht einmal das Geld für eins der billigen Zimmer, deshalb schlief er und sein Kumpel Robert Hunter, der später Lyrik-Schreiber für Grateful Dead wurde, auf dem Château-Parkplatz in einem Auto. Bei seinen Autritten spielte Jerry Folk-Songs wie The Long Black Veil und Matty Groves. Phil Lesh, der sich bis dahin hauptsächlich für Jazz und Moderne Klassische Musik interessiert hatte, war fasziniert davon wie Garcia diese Lieder völlig unaffektiert, ohne Selbstdarstellerei, ohne Show, einfach für sich selber sprechen ließ und Zuhörern auf diese Art die Tiefe dieser Lieder offenbahrte. Phil fragte Jerry ob er bereit wäre ein Demo-Tape aufzunehmen, denn er arbeitete zu diesem Zeitpunkt bei der alternativen San Francisco Radiostation KPFA als Voluntär und Studiotechniker bei der Nachtsendung Midnight Special und wollte der Moderatorin Geri Chiarito ein Demo von Jerry vorstellen. Jerry willigte ein und Phil fuhr los und besorgte ein altes Wollensak-Tonbandgerät, kam zurück zum Château und dort, mit einem Mikrofon auf dem Küchentisch, nahm er mit Jerry die zwei obengenannten Volkslieder und zwei weitere auf. Dieses Tonband führte zu einer 90 Minuten langen Live-Radioshow namens
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