Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

Famous through the films Day of the Triffids and Village of the Damned. But the telepathic kids in the radio play of John Wyndham's 'The Chrysalids' are not eerie aliens. Link below

Das Hörspiel The Chrysalids ist momentan online, Link am Ende des Artikels. Die Romanvorlage wurde in Deutschland als Wem gehört die Erde? veröffentlicht. Der britische Sci-Fi Autor John Wyndham (1903 -1969) ist am bekanntesten durch die Verfilmung Das Dorf der Verdammten (1960), die  als Horror- und Sci-Fi-Klassiker angesehen wird. Wobei das gleichnamige Remake von John Carpenter aus dem Jahr 1995 weniger enthusiastische Kritiken erhielt. Anhand von Rezensionen bei Amazon.de sind auch die deutschen Hörspiel-CDs Die Kolonie im Meer und Die Triffids, beide nach Wyndhams Romanvorlagen, ziemlich bekannt und beliebt. Letztgenannte Geschichte, in der aggressive Pflanzen dabei sind, die Weltmacht zu übernehmen, wurde ebenfalls mehrfach verfilmt.
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Design Artikel in Vorbereitung: Gtr 3

 

Lieber Leser,

an dieser Stelle ist ein Artikel in Arbeit der demnächst veröffentlicht wird.

Avenita Kulturmagazin

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Maj Sjowall & Per Wahloo are considered the godparents of Scandinavian crime fiction. Their novel Roseanna (1965) was the first of the Martin Beck series. There's a good BBC radio dramatisation from 2012 of Roseanna online. Link below

Roseanna (1965), so der Originaltitel, ist der erste Roman der weltbekannten Kommissar-Beck-Serie. Eine neue Verfilmung von Tomas Alfredson ist im Gespräch. Es ist eine spannende, düstere Geschichte die auch gut als Hörspiel funktioniert. Das BBC-Hörspiel ist von 2012. Deutlich neuer als das deutsche Hörspiel von 1978. Links für beide Versionen folgen am Ende des Blogposts. Im Foto ist meine englische Ausgabe vom HarperCollins Verlag. Die 10-teilige Reihe hat Vorworte von renommierten Krimi-Autoren wie Henning Mankell, Liza Marklund, Håkan Nesser und Jo Nesbø. Für Nesbø sind Sjöwall & Wahlöö die Paten des skandinavischen Krimigenres. Henning Mankell schreibt in dem 4-seitigen Vorwort dass er Die Tote im Götakanal (1965) als 17-jähriger las und faszinierend fand. Bis dahin, sagt er, waren schwedische Autoren weitgehend von englischen Krimis
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An excellent way to remember Dietrich Fischer-Dieskau (1925- 2012). The set 'An die Musik' gives a good overview, including his work with pianist Gerald Moore, see photo above

Wir haben uns nach etwas umgesehen das man zum Kennenlernen oder zur Erinnerung an den Sänger Dietrich Fischer-Dieskau (1925 – 2012) empfehlen könnte. Es gibt viele gute CDs von ihm zur Auswahl, aber wir wollten etwas das einen Ûberblick gibt und den Mann, über seine legendären Lieder-Darbietungen hinaus, auch von einigen anderen Seiten zeigt. Der Set An die Musik (2005) mit zwei CDs und einer DVD, ist für diesen Zweck kaum zu überbieten. Wir haben viele schöne Stunden damit verbracht, Zuhause und im Auto. Mit dabei, ein 50-seitiges Booklet mit Essays, Fotos und detaillierten Angaben zu den Musikstücken. Auf der DVD sind Fischer-Dieskau und der Pianist Swiatoslaw Richter im Jahr 1978 in Schloss Ismaning mit acht Schubert-Liedern. Darunter die Schlegel-Vertonung Der Wanderer. Himmlisch. Auf den zwei CDs ist auch einige Musik die man vielleicht etwas weniger von Fischer-Dieskau kennt: Zum Beispiel ein Stück von Claude Debussy mit Text von Paul Verlaine, oder Josef von Eichendorfs Gedicht Nachruf mit Musik von Othmar Schoeck. Gut gefielen uns auch die vier Rückert-Lieder mit Musik von Gustav Mahler. Was Opern anbelangt, hört man Fischer-Dieskau u. a. als Wolfram in Tannhäuser, als Mandryka in Strauss’ Arabella, und in der Titelrolle von Mozarts Don Giovanni. Unter den 49 Stücken auf den CDs sind auch die drei Pianisten die in Fischer-Dieskaus Liedern die ausgeprägteste Rolle gespielt haben: Daniel Barenboim, hier mit Liszts Es muss ein Wunderbares sein, und Jörg Demus mit Brahms’ Feldeinsamkeit und Schumanns Dichterliebe. Die 20-jährige Zusammenarbeit von Fischer-Dieskau mit dem Pianisten Gerald Moore ist auf dem CD-Set mit 9 Schubert-Liedern repräsentiert, darunter die Goethe Vertonung Der Musensohn. Dem Engländer Gerald Moore (1899 – 1987) sind übrigens auch längere Passagen in dem Buch Zeit eines Lebens. Auf Fährtensuche (2000) gewidmet. Wir erlauben uns daraus ein Zitat von Fischer-Dieskau über Moore:

‘Seine Kunst erfreute durch einen Wesenszug, den kaum ein anderer so besaß: die Freude an der Musik zu erleichtern. An jenem Abschiedsabend war uns bewußt, unzählige Bewunderer unter den Zuschauern zu haben, berühmte und weniger berühmte Konzertpartner, deren dornigen Weg zum Podium Gerald mit stoischer Ruhe und hochintelligentem – um nicht zu sagen: britischen – Humor er geglättet hatte’.

In diesem autobiografischen Buch kommt der Sänger als einfühlsamer, nachdenklicher und sehr gebilderter Mensch rüber, der neben Musik auch viel Interesse an Dichtung, Kunst und Literatur hatte. Das Buch besteht aus Erinnerungen aus seinem ereignisreichen Leben und enthält Anekdoten von vielen bedeutenden Musikern die Fischer-Dieskau in seiner langen Karriere kennenlernte. Wir schätzen, das Buch und der CD + DVD Set sind eine schöne Geschenk-Idee für Klassik-Fans. Und Leute die es werden wollen.

YouTube-Tipp Nette englische Hommage an den Sänger / Der 2 CD + 1 DVD Set  An die Musik von Dietrich Fischer-Dieskau ist im Handel erháltlichHinweis:  Das Buch ist nicht Teil des CD / DVD Sets. Note: The book is not part of CD / DVD package.

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The 1997 BBC radio dramatisation of 'Bell, Book and Candle', is online. Based on a theatre play, it became famous as a 1958 movie adaptation with Kim Novak as the witch who puts a love spell on a very straight guy, played by James Stewart

Die Verfilmung mit dem Originaltitel Bell, Book and Candle (1958) ist ziemlich bekannt, wenn auch nicht so ikonisch wie Vertigo – Aus dem Reich der Toten (1958), in dem ebenfalls Kim Novak und James Stewart die Hauptrollen spielten. Der Titel Meine Braut ist übersinnlich bezieht sich darauf dass Kim Novak eine Hexe ist die sich in einen normalsterblichen Mann verliebt, oder zumindest ausprobiert, sich zu verlieben. Denn eigentlich vermeiden Hexen das, weil sie dadurch ihre magischen Kräfte verlieren. Filme über Hexen sind meistens entweder Horrorfilme, wie Rosemarys Baby (1968) oder Romantische Komödien wie die TV-Serien Verliebt in eine Hexe (1964) oder Bezaubernde Jeanie (1965). ‘Meine Braut ist übersinnlich’ gehört zur letztgenannten Kategorie. Wobei man den Eindruck bekommt dass der Autor
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We look at how advertising has created a different, more modern image for cider in the British Isles, as compared to the still slightly old-fashioned status of Apfelwein in Germany

Wir erwähnten neulich das Buch Cider with Rosie (1959), Laurie Lees Klassiker über Landleben vor ca. hundert Jahren. Cider ist englischer Apfelwein der sich, für unsere Begriffe, nicht erheblich vom deutschen, oder zum Beispiel hessischen Äbbelwoi unterscheidet, obwohl wir – um ein Protestgewitter von Kennern zu vermeiden – gern hinzufügen dass sicher kein Wein dem anderen völlig gleicht, so wie Cider vielleicht etwas mehr Kohlensäure enthalten mag etc. Wo allerdings ein erheblicher Unterschied besteht, ist in der Art wie Apfelwein in England vermarktet wird. Apfelwein in Deutschland ist immer noch etwas von einem Image á la Zum Blauen Bock geprägt, die legendäre TV-Serie mit dem Äbbelwoi-Bembel und den schönen geriffelten Äbbelwoi-Gläsern auf den Tischen. Wir mögen solche traditionellen Sachen und vermuten, dass der Blaue Bock, hier ein Clip, mittlerweile einen Kultstatus in Deutschland hat. In England zielen Werbekampagnen allerdings schon seit Jahren darauf ab, ein moderneres, jüngeres Image aufzubauen. Mit Erfolg: Hier bei uns in Andalusien findet man zwar keinen deutschen Apfelwein, aber man kann in jedem Laden, sogar an Tankstellen und in jeder Bar englischen Cider kriegen: in Dosen, in Flaschen oder vom Fass. In den zahlreichen englischen und irischen pubs, also Wirtshäusern hier an der Küste, würde niemand im Traum daran denken, dass man mit einem Glas oder einer Dose Cider in der Hand, in irgendeiner Weise altmodisch wirkt. Das hat zum großen Teil mit den mittlerweile seit Jahrzehnten laufenden Werbekampagnen zu tun. Wir haben, im Namen der Wissenschaft, selber mal ein zwei dieser Pubs besucht und uns bei den Wirten informiert: Die größte Cider-Marke scheint hier Strongbow zu sein, gefolgt von der irischen Cider-Marke Magners. Wenn Strongbow Cider in einem Werbespot das Lied Smoke on the Water einsetzt, könnte man natürlich argumentieren dass Deep Purple mittlerweile weniger ein jungens Publikum, als eines von mittlerem Alter anspricht, aber der Werbespot ist schon fast zwanzig Jahre alt. Und das Riff klingt immer noch gut, obwohl es eine
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BBC Radio-Dokumentation über den walisischen Barden Robert ap Huw und sein Manuskript für Harfenmusik. Bild: Ein Ausschnitt von Thomas Jones' Gemälde 'The Bard' (1774)

Wir haben gerade eine recht interessante musikwissenschaftliche BBC-Radiosendung gehört, Link am Ende des Blogposts. Es geht darin um den walsischen Barden Robert Ap Huw (ca. 1580 – 1665) und sein Musik-Manuskript. Die Noten die der Mann aufschrieb und die als Originaldokument erhalten sind, bilden seit etwa 400 Jahren die Basis für keltische Harfenmusik. Dabei denkt man heute meist an sanft plätschernde Töne im Stil von Alan Stivell – den wir übrigens gut finden – aber Frühe Musik, so aus dem Mittelalter, mit Wurzeln die noch viel weiter zurückgehen, klingt harscher und etwas gewöhnungsbedürftig für moderne Ohren. Das Gemälde The Bard (1774) das wir, mangels eines Huw-Porträts für diesen Artikel wählten, zeigt nicht spezifisch Robert ap Huw, aber der Maler Thomas Jones stellt hier eine von walisischer Geschichte inspirierte Szene dar auf die wir gleich zurückkommen. Aus der BBC-Sendung geht hervor dass die Barden eine wichtige, angesehene Rolle in Wales spielten, etwas das sich bis heute noch in der walisischen Tradition der Eisteddfod, einem jährlichen Festival für Musiker & Dichter spiegelt. Das Bardentum war im Mittelalter ein Beruf der auf der umfangreichen Ausbildung eines Lehrlings durch einen Meister beruhte. Walisische Barden reisten durchs Land und spielten an den Höfen des walisischen Adels. Wenn man noch weiter zurück in die Vergangenheit geht, hatten die Barden selber einen quasi-adeligen Status: Bevor das Christentum sich vollends durchgesetzt hatte, waren die walisischen Barden an erster Stelle eine Art Priesterkaste, die aber auch für Dichtung und Musik zuständig war. Schon als die Römer nach Britannien kamen, merkten sie dass diese Priesterkaste, zu diesem Zeitpunkt noch die sog. Druiden, eins der größten Hindernisse für eine erfolgreiche Besetzung war. Auch im 13. Jahrhundert, zu Zeiten des englischen Königs Edward I. wurden die walisischen Barden als Problem für die englische Vorherschaft gesehen und verfolgt. Die Barden hatten, ähnlich wie die Druiden vor ihnen, den Ruf, lieber zu sterben als sich zu unterwerfen. Das Gemälde The Bard von Thomas Jones stellt sich eine Szene vor, in der der letzte echte Barde am Abhang des walisischen Berges Snowdon steht. Im
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My DVD of Jane Eyre (2011) movie adaptation by Cary Joji Fukunaga. With Michael Fassbender as Rochester and Mia Wasikowska in the title role. I liked it. Best version so far

Es ist die Geschichte von einer jungen Frau die sich aufgrund ihres Selbstwertgefühls allen widrigen Umständen zum Trotz, in der Welt behauptet und ihren Weg findet. Die bisher neuste Verfilmung von Charlotte Brontës Klassiker Jane Eyre (1847) beeindruckt mit Regisseur Cary Fukunagas Aufmerksamkeit für historische Details und auch dadurch dass er die Klischees vermeidet für die solche Verfilmungen anfällig sind, z. B. all zu viele verträumte Blicke, konspirativ-vielsagendes Lächeln und schnulzige Musik. Der Kinofilm Jane Eyre (2011) ist eine insgesamt etwas ernster wirkende Verfilmung als die ebenfalls gute BBC-Fernsehproduktion Jane Eyre (2006). Cary Fukunagas Spielfilm hat nur 2 Stunden Zeit um den 500-Seiten Roman umzusetzen, nicht die 4 Stunden der TV-Serie. Aber er hat diese Begrenzung weitgehend zu seinem Vorteil genutzt. Uns passte es gut dass die Episoden aus Jane Eyres Kindheit, in Form von Flashbacks, etwas gestrafft wurden und nicht wieder in jedem Detail durchgekaut werden mussten. Der Film punktet ebenfalls mit eindrucksvoller Ausstattung: In manchen Szenen trägt Jane-Darstellerin Mia Wasikowska echte 160 Jahre alte Kleidungsstücke, und wenn sie das von Charlotte Brontë erwähnte Buch Bewick’s History of British Birds liest, ist es eine rund zweihundert Jahre alte Originalausgabe von der British Library. Janes Eyres Aquarelle – etwas im Stil von William Blake – die Mr. Rochester im Film begutachtet, wurden von Bildern der jungen Brontë-Geschwister im Brontë Parsonage Museum inspiriert. Cary Fukunaga schafft es sogar, die von Charlotte erwähnte nordenglische Sagenfigur Gytrash kurz als Bild in einem Buch auftreten zu lassen. Die Tatsache dass der Film bei Innenszenen so gut wie keine künstliche Beleuchtung benutzt, sondern das Licht von Kerzen und Kaminfeuern, gibt dem Film ebenfalls etwas Besonderes.

Film locations included White Edge Moor in the Derbyshire Dales. Above, Wasikowska and the house where clergyman St John Rivers lives with his sisters Diana and Mary

Beim Soundtrack wurde auf übertriebene symphonische Untermalung verzichtet und stattdessen die schlichteren Klänge von einem Kammerorchester, einem Piano und einer Geige im Stil von nordenglischer Folksmusik eingesetzt. Neben den von Dario Marianelli komponierten Musik, enthält der Soundtrack auch Pianostücke von Mozart und Beethoven. Besonders freute mich, dass auch ein Lied mit Worten von dem Dichter Lord Byron auftauchte – so wie es auch in der Piano-Szene des Romans vorkommt. Wobei im Film von Blanche Ingram gesungen wird und nicht von Mr. Rochester. Vielleicht hat sich Michael Fassbender geweigert zu singen – aber ansonsten ist er gut in der Rolle. Nicht ganz so viel sarkastisches Grinsen wie sein Vorgänger Toby Stephens. Gut fand ich auch Jamie Bell, der vom Gesicht und Ausdruck her, perfekt den trockenen, korrekten, wohlmeinenden Vikar St. John Rivers spielte. Auch die Drehorte waren eindrucksvoll. St. Johns Haus liegt in den Mooren von White Edge, einer wild-romantischen Wandergegend in Derbyshire, siehe obiges Foto. Als Drehort für das Internat Lowood in dem Jane Eyre aufwächst und eine prägende Freundin in Helen Burns findet, diente Broughton Castle. Und Mr. Rochesters Landsitz Thornfield, mit der schicksalsträchtigen Kapelle, ist in Haddon Hall, das auf eine ca. 1000-jährige Geschichte zurückblickt. Hier spricht Jane Eyre die Zeilen die zu den schönsten Momenten in Charlotte Brontës Roman und den Verfilmungen gehören. Zeilen die ich einfach mal gekürzt und sinngemäß aus dem Englischen übersetze: 
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Ausschnitt des Gemäldes 'Licht und Farben' (1843) von William Turner, momentan zusammen mit Bildern von Claude Monet und Cy Twombly im Tate Liverpool Museum

Es läuft gerade eine interessante Ausstellung im Tate Liverpool Museum, die bis zum 28 Oktober 2012 besucht werden kann. Falls ein persönlicher Besuch unwahrscheinlich ist, kann man auf der Website des Museums, Link folgt am Ende des Blogposts, ein sehr informatives Video mit Bildern und Kommentaren auschecken. Von Claude Monet (1840 -1926)  sind u. a. zwei seiner Seerosen Gemälde mit dabei. Von dem vor kurzem verstorbenen Cy Twombly (1928 – 2011) u. a. das Bild Heros and Leandro. Eine faszinierende Hintergrundgeschichte hat das Gemälde Licht und Farben von William Turner (1775 – 1851) von dem Sie links einen Ausschnitt sehen. Das Bild hat eine Verbindung zum guten, alten Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), der ein Zeitgenosse von William Turner war. Der Maler hatte die englische Übersetzung von Goethes Buch Zur Farbenlehre (1810) gelesen. Darin hatte der Dichter Goethe versucht, ein Gegenmodel zu Isaac Newtons wissenschaftlichen Erkenntnissen über Licht und Farbe zu entwickeln. Eine komplexe Geschichte die man bei Wikipedia nachlesen kann aber, kurz gesagt: Goethes Theorien haben sich, im Gegensatz zu denen von Newton, in weiten Teilen als falsch erwiesen. Der Maler William Turner fand sie jedoch interessant und er verarbeitete Goethes Ideen – auf künstlerische Weise – in diesem Bild, dessen Originaltitel Light and Colour (Goethe’s Theory) ist. Turners Umsetzung ist vielleicht nicht etwas das einem sofort auffállt, aber hier spielt z. B. die Augenform des Bildes eine Rolle. Aber das Bild hat noch eine weitere Dimension: Wenn man genauer hinsieht oder das Bild durch anklicken vergrößert, erkennt man die vagen Formen einer menschlichen Figur. Damit schaffte Turner einen Bezug zu einer biblischen Thematik. Die Figur ist nämlich Moses, der am Morgen nach der Sintflut beginnt, die Schöpfungsgeschichte der Welt aufzuschreiben. Daher lautet der volle Titel des Gemäldes Light and Colour (Goethe’s Theory) – The Morning after the Deluge – Moses Writing the Book of Genesis. Und hier könnte man eine lange Diskussion darüber beginnen, in wie fern Religion und Wissenschaft miteinander vereinbar sind. Oder man könnte darauf verzichten und sagen: Ich weiß es nicht…aber das Bild ist gut.

Info Ausstellung Turner Monet Twombly: Later Paintings im Tate Liverpool bis 28. Oktober 2012

 

Sad & beautiful songs on his album 'Rhythm and Repose' (2012), seemingly about splitting up. If you want to keep 'em, you got to marry 'em, Glen...'take a tip from one who's tried'

Glen Hansard ist ein irischer Sänger und Liederschreiber der durch den Film Once (2007) bekannt wurde. Der für 130.000 Euro in Dublin gedrehte Film war ein Überraschungserfolg und nahm in Kinos ein vielfaches seiner Kosten ein. Wir fanden den Film über die Freudschaft von einem Straßenmusiker und einer tschechischen Blumenverkäuferin gut, hier ist ein deutscher Trailer, und lasen mit Interesse dass Glen Hansard (geb. 1970), der auch im echten Leben als Straßenmusiker anfing, ein Album veröffentlicht hat. Es heißt Rhythm and Repose (2012) und die Lieder sind von der Marke Schön & Traurig, tatsächlich etwas in Richtung Van Morrison, Leonard Cohen und Bob Dylan, drei Musiker die Hansard als seine Vorbilder und Einflüsse genannt hat. Die Musik ist ziemlich folkig, wenige E-Gitarren, viel akustische Gitarre, offenbar die selbe alte Takamine NP15die Glen auch in Once spielte und die aussieht als ob sie sämtliche Weltkriege durchgemacht hätte. Das Lied Maybe not Tonight, könnte von der Atmosphäre her von Neil Young stammen, obwohl Glen Hansard eine ganz andere Stimme hat. Die klang immer schon recht gut und hat mittlerweile einen noch besseren, reiferen Ton bekommen. Das Lied Talking with the Wolves setzt mit einem markanten Drum-Beat und einigen Keyboard-Klängen modernere Stilelemente ein und klang auf Anhieb am besten für uns. Aber die langsameren Lieder, wie das von Piano geprägte Bird of Sorrow, gewinnen nach etwas Reinhören an Statur, und wir schätzen dieses Lied ist textlich und musikalisch das beste des Albums, und vielleicht ein zukünftiger Klassiker für Glen – oder auch andere Sänger. Die lyrische Thematik, dass jemand das Ende einer Beziehung nicht wahrhaben will, ist etwas zu dem sicher viele Leute einen Bezug haben. Angesichts der Tatsache dass sich Glen Hansard und Marketa Irglova, seine Co-Schauspielerin im Film Once, vor kurzem getrennt haben, kommt man nicht umhin, zu vermuten dass viele der Lieder von Rhythm and Repose (2012) von dieser Beziehung handeln. Und da der Sänger ziemlich traurig klingt, und Marketa mittlerweile jemand anderen geheiratet hat, kommt man ins Grübeln, ob Hansard in dieser Hinsicht vielleicht einen Fehler gemacht hat. Auf die Gefahr hin, altmodisch zu klingen, Glen, wenn man Frauen behalten will, sollte man sie heiraten. Um es mit einem Dylan-Zitat zu sagen: ‘Take a tip from one who’s tried’.

Info Das Glen Hansard Album Rhythm and Repose (2012) ist als CD und Download erhältlich / den Film Once (2007), mit Glen Hansard und Marketa Irglova, gibt es als Blu-ray und DVD / Foto: In-flight Magazin der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus. Hinweis: Obiges Foto ist nicht Teil des Albums / Note: Photo above ist not part of Glen Hansard’s new album, it’s from an Aer Lingus in-flight magazine

 

Marbella, 5th July 2012: There's miles of beaches on the Andalusian Costa del Sol, some packed with tourists, shops & bars, others quiet and relaxing, like Los Monteros, a posh area a few miles from Marbella, at eleven in the morning

Wir hatten gestern, am 5. Juli, nicht geplant, zum Strand zu gehen. Aber wir waren mit dem Auto unterwegs, und dabei fährt man hier an der Costa del Sol so gut wie automatisch am Meer entlang. Von der Küstenstraße kann man, wenn man Lust hat, alle ein, zwei Kilometer zu irgendeinem der sprichwörtlich Hunderten von Stränden der Costa del Sol abbiegen. Wir fuhren kurz runter, machten klick, und fuhren weiter, wohlwissentlich dass Strandfotos hier gut, fast schon zu gut gelingen und in Gefahr laufen, wie Broschüren von Reisebüros auszusehen. Aber so sieht es hier einfach aus, das Bild ist nicht bearbeitet. Der Himmel von Andalusien ist von einem Blau an dem man sich kaum sattsehen kann. Man muss dafür nicht an den Strand gehen und, in der Tat, wenn man hier länger lebt, geht man merkwürdigerweise relativ selten zum Strand, So ähnlich wie Leute die in Skigebieten leben, vermutlich nicht andauernd Skifahren. Dazu kommt dass hier so gut wie jedes Haus, und jede Wohnsiedlung ein Swimmingpool hat, unabhängig davon ob es eine reiche oder ganz normale Gegend ist, Pools werden einfach automatisch mitgebaut. Der Strand auf dem Foto liegt bei einer ziemlich reichen Gegend  namens Los Monteros, ein paar Kilometer östlich von Marbellas Stadtzentrum gelegen. Hier hatte der Schauspieler Antonio Banderas mal ein Haus, und vielleicht hat er es immer noch. Prominente sind hier keine Seltenheit. Strände sind in Andalusien jedoch grundsätzlich nicht privat sondern für jeden zugänglich. Wobei der spezifische Platz von wo aus wir das Foto machten, ziemlich ruhig ist, mitunter weil die Siedlung, oder Urbanisation wie man es hier nennt, augenscheinlich so gebaut wurde dass keine Parkplätze am Strand sind. Schlau gemacht! Aber man kann auch an einem Nachbarstrand parken und die ein, zweihundert Meter hierher laufen. Wenn mas sich das Foto genauer ansieht oder duch antippen vergrößert, sieht man die Stadt Marbella im Hintergrund und auch den schönen Berg La Concha. Gestern, ca. 11 Uhr morgens waren nur ein paar Spaziergänger und Jogger zu sehen, aber Touristen beginnen sowieso erst so richtig ab Mittag am Strand einzutrudeln. Die meisten haben keine Lust, im Urlaub früh aufzustehen, und warum auch? Zu sagen dass Touristen an der Costa del Sol beliebt sind, klingt wie ein arg offensichtliches Statement für eine Urlaubsregion, aber die Andalusier sind nach unserer Erfahrung, ohnehin freundliche Leute. Das drückt sich weniger durch demonstrative Gesten aus, als durch ein Gefühl von: Leben und leben lassen. Es gibt hier übrigens auch viele Strände mit Sonnenliegen, Cafés, Bars, Restaurants, Geschäften, Tretbooten, Trampolins etc. Wenn man mit Kindern unterwegs ist, hat das durchaus etwas für sich, und wir werden Ihnen im Laufe der Jahre noch viele andere Strände vorstellen.

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A BBC radio dramatisation of Persuasion is online. Link below. If you prefer films, the ITV's 'Jane Austen's Persuasion' (2007), above, is excellent. As background material about Austen I recommend Claire Tomalin's biography, above

Der Roman Persuasion wurde auf Deutsch auch mit dem Titel ‘Überredung. Die Liebe der Anne Elliot’ veröffentlicht. Ein BBC-Hörspiel ist online. Link folgt. Es ist die Geschichte von der 27-jährigen Anne Elliot die in der Vergangenheit einen jungen Mann heiraten wollte, aber durch die Beeinflussung oder Überredung ihrer Familie davon abließ. Mittlerweile sind über 7 Jahre vergangen und durch Zufall begegnen sich die beiden wieder. Eine schöne, romantische Geschichte. Wer Jane Austens Romanvorlage nicht kennt, ist gut beraten, sich auch die exzellente TV-Verfilmung Jane Austen’s Persuasion (2007) anzusehen, die unter dem selben Titel auch mit deutscher Synchronisation erhältlich ist. Mit schönen und werkgetreuen Drehorten wie Lyme Regis in Dorset. Ein beträchtlicher Teil der Geschichte spielt in der Stadt Bath, wo Jane Austen mehrere Jahre lebte. Von Bath sieht man im Film berühmte Orte, wie die antiken Römischen Bäder und den Royal Crescent. Jane Austens Traummann Frederick Wentworth wird von Rupert Penry-Jones gespielt, auf obiger DVD zu sehen.

Mehr als sieben Jahre waren vergangen, seit den traurigen Ereignisse dieser kleinen Geschichte. Die Zeit hatte sie von ihrer Zuneigung zu ihm teilweise, aber nicht ganz geheilt. Sie verbrachte zu viel Zeit alleine, und weder ein Ortswechsel noch die Vergrößerung ihres Bekanntenkreises waren eine Hilfe. Niemand war je im Kreis des Hauses Kellynch Hall aufgetaucht, der dem Vergleich mit Captain Wentworth, wie er in ihrer Erinnerung lebte, standhielt. (Gekürzte Romanpassage, Überredung)

My 1975 Penguin edition with 20 page introduction by literary critic and psychologist D. W. Harding. Nice cover, with painting 'Cobb Gate, Lyme Regis'. A place that features in the novel

Die weibliche Hauptfigur Anne Elliot, in deren Persönlichkeit sich einiges von Jane Austen spiegelt, wird von Sally Hawkins dargestellt, ebenfalls auf dem Cover der DVD zu sehen.Sie bringt gut rüber dass Anne eine junge Frau ist die nach damaligem Standard mit 27 Jahren schon als zu alt galt um noch einen Ehemann zu finden. So bizarr das heute klingt. Sie hat Wentworth acht Jahre vorher abgewiesen, wurde überredet, daher der Romantitel, dass er als unadliger Marineoffizier keine guten gesellschaftlichen Aussichten hätte. Sie bereut die Entscheidung bitterlich. Und als die beiden sich nach Jahren zufällig wiedersehen, hat sie zwar angeblich nicht mehr ihre Jugend, aber um so mehr Integrität und Tiefgründigkeit. Wird das reichen um Wentworth zurückzubekommen? Willkommen in Austenland. Persuasion (1818), der letzte Roman den sie schrieb, ist romantischer als ihre anderen Bücher, die mehr von trockenem Humor geprägt sind. Um so trauriger, dass sie, bevor sie die Veröffentlichung miterleben konnte, 1817 im Alter von 41 Jahren starb. Ein Happy End, wie das von Anne Elliot und Captain Wentworth, war Jane leider nicht vergönnt.

 

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Jane Austen: ‘Anne Elliot oder die Kraft der Überredung’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel
Persuasion. Rosalind Shanks (als Anne Elliot), Charles Simon (als Sir Walter Elliot), Jeffry Wickham (als Captain Wentworth), Hilda Kriseman (als Mrs Smith), Jacqueline Rose (als Elizabeth Elliot), Betty Hardy (als Lady Russell), Basil Jones (als Mr Shepherd), Hilary Newcombe (als Mary Musgrove), Hilda Kriseman (als Mrs Musgrove), Elizabeth Boxer (als Louisa), Elizabeth Archer (als Henrietta), Esmond Rideout (als Charles Musgrove), Ivor Roberts (als Captain Harville),  Paul Douglas (als Captain Benwick), Basil Jones (als Mr Elliot), Hilda Kriseman (Erzählerin), Denis Constanduros (Bearbeitung) u. a. Produktion: Brian Miller 1970
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Verfilmung  Deutscher Trailer Jane Austen’s Persuasion (2007), mit Sally Hawkins, Rupert Penry-Jones u. a

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Do we like what we see? Yes, it's a beautiful Chevy and a well constructed phone booth...and it's the 40th anniversary of Don McLean's song 'American Pie'. Happy 4th of July!

Dieses Jahr ist das 40. Jubiläum des Klassikers American Pie von Don McLean. Das gleichnamige Album mit dem Lied erschien 1971, das Lied selber wurde erst 1972 als Single veröffentlicht. Es beginnt wie ein Märchen, mit den Worten ‘Long, long time ago…’ und der Sänger erinnert sich an den Tag an dem die Musik starb, den 3. Februar 1959, als der Sänger und Gitarrist Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Aus dieser Kindheitserinnerung entwickelt sich das Lied zu einem Rückblick auf das gesamte Jahrzehnt nach dem Tod von Buddy Holly: Die 60er Jahre, betrachtet aus der Perspektive der frühen 70er Jahre. Auch die 50er Jahre spielen im Lied eine Rolle. Es ist als ob der Tod des freundlichen Typs mit Anzug, Krawatte und Hornbrille auch das Ende eines ganzen Zeitalters war. Die Refrainzeilen von den good old boys, die mit dem Chevy zum Damm fahren und Whisky trinken, sind 50er Jahre Nostalgie, ebenso wie der Ausdruck Miss American Pie das archetypische Frauenbild der 50er Jahre symbolisiert. Der Sänger scheint die zurückliegenden 60er Jahre mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Es werden im Lied viele Ikonen dieser Zeit erwähnt. Die Beatles, die Stones, Dylan und andere. Dies geschieht genialerweise ohne das jemand von diesen Leuten beim Namen genannt wird. Bis auf zwei: Lenin und Marx. Damals lebende Personen und 
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