Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

Living in Andalusia, you take sunshine for granted. Hopefully there'll be some of it this weekend for the Hop Farm Festival in Kent with Peter Gabriel, Dylan, Suede & others

Wenn man in Andalusien lebt, gewöhnt man sich daran dass so gut wie jeden Tag die Sonne schent. Aber wir können uns nur zu gut an britische Sommer erinnern in denen es tagelang, hin und wieder sogar wochenlang geregnet hat. Schade, denn es gibt auf den Britischen Inseln mehr nennenswerte Musikfestivals als irgendwo anders in Europa. Das Isle of Wight Festival letztes Wochenende, mit Leuten wie Springsteen und Tom Petty, war vom Wetter her leider ein Desaster, so verregnet dass Autos regelrecht im Schlamm versanken. Wir wünschen daher viel Glück mit dem Hop Farm Festival dieses Wochenende. Als Headliner spielen Peter Gabriel, Bob Dylan und Suede. Ebenfalls eine ganze Reihe anderer Bands, Das Festival ist in der Grafschaft Kent, und die hat so ziemlich das beste Wetter in England. Wir selber haben dort mal vor Jahren als Ferienjob Äpfel gepflückt und uns damit die erste Fender Telecaster verdient. Es war damals tatsächlich glorreiches Wetter, und außer uns fast nur Polen da – mit denen wir übrigens gut auskamen. In solchen Situationen beginnt man, die Dynamik von Immigrationen zu verstehen. Da waren mehrere Studenten der Rechtswissenschaft dabei, die sich
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On the birthday of Laurie Lee (1914 - 1997) we look at 'Cider with Rosie' (1959) his classic about country life, childhood & village community in the early 20th century. Film is good too

Im englischen Sprachraum ist Cider with Rosie (1959) von dem Autor Laurie Lee ein millionenfach verkaufter Klassiker über eine Kindheit auf dem Land und in umliegenden Dorfgemeinschaften. In Deutschland ist das Buch so gut wie unbekannt, obwohl es mal vom dtv-Verlag mit dem Titel Des Sommers ganze Fülle veröffentlicht wurde und auch heute noch bei Amazon.de zu finden ist. Wir haben es, links im Bild, als englisches Taschenbuch vom Penguin-Verlag mit Zeichnungen von John Ward. Wir schätzen dass deutsche Leser mit etwas Englischkenntnissen besonders Spaß an der reichlich bebilderten Ausgabe The Illustrated Cider with Rosie vom Verlag Random House haben werden, rechts im Bild und ebenfalls bei Amazon.de erhältlich. Mit Hunderten von Bildern, Fotos und Gemälden, großteils in Farbe. Da es ein autobiografisches Buch ist, haben viele Fotos einen direkten Bezug zur Kindheit von Laurie Lee (1914 – 1997), zeigen z. B. das alte Haus in dem er aufwuchs, seine Mutter, die Kinder von der Dorfschule und so weiter. Der Band enthält auch eine Fülle von anderem Bildmaterial, von Gemälden bis zu alten Werbeplakaten, die den Alltag und das Lebensgefühl jener Epoche zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeigen. Man kann auch heute noch, vielleicht bei einem Englandurlaub, auf den Spuren des Autors wandeln und die Orte von Laurie Lees Kindheit in den idyllischen Cotswolds der Grafschaft Gloucestershire besuchen. Das Haus in dem Lee aufwuchs, steht immer noch dort. Ebenso wie die Schule und die Kirche des Dorfes namens Slad. Die Gegend hat noch weiteres an historischem Interesse, denn auch den alten Römern gefiel es in Gloucestershire. Im Museum von Cirencester sind viele Artefakte aus deren Zeiten zu sehen.

Ich war drei Jahre alt, als man mich vom Wagen des Fuhrmanns herunterhob, und mein Leben auf dem Dorf begann mit Schrecken und Verwirrung. Das hohe Sommergras, in dem ich stand, reichte mir über den Kopf. und ich weinte. Verloren stand ich da und wusste nicht, wohin. Zum ersten Mal in meinem Leben gab es keinen Menschen in Sichtweite. Aus diesem Albtraum erretteten mich, wie so oft, meine Schwestern. Sie kamen die Böschung heraufgeklettert und fanden mich. Zu dritt standen sie über mich gebeugt. ‘Ist ja gut, hör schon auf zu heulen und komm nach Hause, da gibt es Johannisbeeren’. (Gekürzte Romanpassage aus ‘Des Sommers ganze Fülle’. Alternativer Titel: ’ Cider mit Rosie’)

'The Illustrated Cider with Rosie' is full of paintings from the era, plus many old photos from Laurie Lee's childhood

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Nähe ist das Westonbirt Arboretum, ein Baum-Museum in Form eines großen Parks. Für Fans von englischen Filmklassikern hat Gloucestershire den zusätzlichen Reiz dass hier reihenweise Filme gedreht werden und die Drehorte oftmals einen Besuch wert sind: Owlpen Manor kennt man von der Thomas Hardy Verfilmung Tess (2008), Stanway House und Sudeley Castle von der Austen-Verfilmung  Emma (1996). Gloucester Cathedral war in den Harry Potter-Filmen. In Chavenage House wurde Agatha Christies Eine Familie steht unter Verdacht (1990) und der Stanley Kubrick Film Barry Lyndon (1975) gedreht. Auch klar, dass für die Verfilmung von Laurie Lees Klassiker Des Sommers ganze Fülle nur sein heimisches Slad Valley in Frage kam. Die TV-Produktion Cider with Rosie (1998), mit Juliet Stevenson in der zentralen Rolle von Lauries Mutter, gibt es zwar nur auf Englisch aber es ist eine gute Art den Stoff kennenzulernen. Die ländliche Gegend und ihre Menschen machen sehr viel von Laurie Lees Geschichte aus und sind im Film exzellent dargestellt. Wer übrigens glaubt dass der Mann ein ultra-spießiges Landei war, täuscht sich: Laurie Lee machte sich mit Anfang Zwanzig auf nach Spanien und unterstützte die Internationalen Brigaden. Er blieb viele Jahre in Spanien. Sogar hier bei uns in Andalusien, in einem Küstenstädtchen namens Almuñécar, das wir gut kennen und wo es auch ein kleines Denkmal für ihn gibt. It’s a small world.

 

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Laurie Lee: ‘Des Sommers ganze Fülle’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Cider with Rosie. Mit Tim McInnerny (als Laurie), Niamh Cusack (als Mutter), Sunny Leworthy (als Young Loll), Jennifer Compton (als Phyllis), Paul Currier (als Harold), Lisa Kay (als Marj), Daniel Clifford (als Jack), Jed Blacklock (als Tony), Constance Chapman (als Granny Trill), Val Lorraine (als Granny Wallon), Chris Grimes (als Fred Bates), David Goodland (als Uncle Ray), June Barrie (als Miss Crabby), Laura Strachan (als Miss Flynn), James Lawton (als Spadge), Briony Fforde (als Doth) u. a. Produktion von 1998

Film  Die ITV-Verfilmung von Cider with Rosie mit der Schauspielerin Juliet Stevenson kann auf YouTube angesehen werden. Wenn anklickt, kommt der Disclaimer ’This video may be inappropriate for some users‘. Keine Ahnung warum. Ich habe diese Verfilmung als familientauglich in Erinnerung

Buch Die bebilderte Buchausgabe The Illustrated Cider with Rosie (siehe obiges Foto) ist möglicherweise vergriffen, aber secondhand online zu finden.

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BBC radio play 'The Falls': We have fond memories of Edinburgh. Scotland used to be great for hitchhiking. Nowhere near as many baddies around as Rankin makes out!

Inspektor John Rebus ist wieder auf Achse in Edinburgh, diesmal in einem Hörspiel nach dem Roman The Falls (2001) der auf Deutsch als Puppenspiel veröffentlicht wurde. Die zweiteilige BBC-Produktion ist gut gemacht und kostenlos online, Link am Ende des Blogposts. Wir haben uns auch mal die TV-Verfilmung von The Falls angesehen. Die unterscheidet sich sehr vom Roman, hat aber einiges für sich, wie z. B. den grantigen Rebus-Darsteller Ken Stott, ein gebürtiger Edinbürger. Außerdem sieht man viel von der Stadt Edinburgh, großteils sogar bei glorreichem Sonnenschein. Das brachte ein paar schöne Erinnerungen zurück, denn wir waren vor Jahren mal dort und es gefiel uns sehr gut. Alles voll mit schönen, Jahrhunderte alten Häusern – und auch die Leute kamen uns nicht so gefährlich und kriminell vor wie man anhand von Ian Rankins Krimis meinen könnte. Naja, in Wirklichkeit merkt man schon dass Rankin die Stadt sehr liebt. Der ewige Subtext vom Krimi-Genre ist ja gerade dass ein vertrautes Umfeld aufgerüttelt aber letztendlich wieder ins Lot gebracht wird. In Puppenspiel geht es zum Teil um Online-Rollenspiele, aber im Endeffekt tigert Inspektor Rebus wieder viel duch Edinburgh und Umgebung und hat zusammen mit Detektivin Siobhan Clarke viel Gelegenheit, alle möglichen real existierenden Orte zu erwähnen. Sei es das Museum of Scotland, oder der Royal Botanic Garden, das Scott Monument oder das Dorf Roslin das ein paar Kilometer südlich von Edinburgh liegt und die berühmte Rosslyn-Kapelle beherbergt. Ja, genau die die auch in Dan Browns Verschwörungs-Thriller Sakrileg vorkommt.


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Check out the BBC radio play, in fact, the first ever adaption of the Robert M. Pirsig classic 'Zen and the Art of Motorcycle Maintenance' (1974). Conjures up ideas for a movie?

Während diesem BBC-Hörspiel, nach dem Roman ‘Zen and the Art of Motorcycle Maintenance‘ (1974) von Robert M. Pirsig, schwirrten mir unwillkürlich Namen wie Jack Kerouac, Ken Kesey und Philip K. Dick durch den Kopf. Weniger aufgrund der Handlung, als dass es wie eine sehr persönliche Sinnsuche von jemandem wirkt der mit sich und der Welt viel gerungen hat. Obwohl der Autor offensichtlich sehr intelligent und belesen ist, herrscht hier nicht der Ton des Besserwissers, sondern der des Suchenden. Es ist wirklich erstaunlich dass etwas das auf Anhieb so komplex und unkommerziell wirkt, im Endeffekt so ein riesiger Verkaufserfolg mit 5 Millionen verkauften Büchern wurde. Klar, es waren die 70er Jahre, und obwohl der Autor, 1928,geboren, gute 15 oder 20 Jahre zu alt war um zur Hippie-Generation zu gehören, nahmen junge Leute sich das Buch damals zu Herzen. Der Schauspieler und Regisseur Robert Redford (geb. 1936), ebenfalls zu alt um ein Hippie zu sein, versuchte sogar die Filmrechte zu bekommen, was ihm jedoch nicht gelang. Einerseits schade, andererseits vielleicht Glück im Unglück, denn wir vermuten, eine Verfilmung, die vielleicht Mitte der 80er Jahre erschienen wäre, hätte es zu dem Zeitpunkt schwer gehabt. Die 80er waren kulturell ziemlich darauf bedacht sich von den 60ern und 70ern abzugrenzen. Aber das hat sich mittlerweile geändert, und diese Zeiten werden weitgehend wieder als cool angesehen.

‘Die Welt, wie man sie vor Augen hat, genau hier und jetzt, ist Realität, ganz gleich, was die Wissenschaftler dazu sagen. So sieht es John. Aber die Welt, wie sie sich in ihren wissenschaftlichen Entdeckungen offenbart, ist ebenfalls Realität, ganz gleich, wie sie nach außen hin erscheint, und die Leute mit Johns Anschauung werden schon ein bisschen mehr tun müssen, als diese andere Welt einfach zu ignorieren, wenn sie bei ihrer Realitätsauffassung bleiben wollen. John wird das spätestens merken, wenn ihm seine Unterbrecherkontakte verschmoren.’ (Romanpassage, Robert M. Pirsig)

Unsere engl. Corgi Ausgabe von 'Zen and the Art of Motorcycle Maintenance. Schönes Design - mit Zen-Schraubschlüssel

Das exzellente, ziemlich experimentelle BBC-Hörspiel hat uns auch eine Vorstellung davon gegeben, wie ein Kinofilm aussehen könnte: Gut! Vordergründig geht es um eine Motorrad-Tour die der Autor im Jahr 1968, damals um die 40 und in einer Midlife Crisis, zusammen mit seinem 12-jährigen Sohn Chris unternahm. Siehe obiges Foto. Das bildet im Roman den Rahmen für die Aufarbeitung der Vergangenheit des Autors, ebenso wie alle möglichen philosophischen Betrachtungen. Ja, Zen-Buddhismus spielt dabei tatsächlich eine Rolle, aber nicht die einzige. So eine Geschichte erfordert neben Dialogen auch die innere Stimme, die Gedanken und Erinnerungen repräsentiert. Das gibt der Geschichte ein gewisses collagenhaftes Gefühl, funktioniert aber gut in dieser BBC-Produktion. Ein starker Aspekt ist hier die speziell für das Hörspiel komponierte Musik von Jon Nichols, die ebenfalls etwas collagenhaftes an sich hat und das Ganze auf faszinierende Weise untermalt. Wenn zukünftig neben passender Musik auch noch interessante Landschaftsaufnahmen dazukommen, könnten wir uns einen starken und erfolgreichen Kinofilm vorstellen. Eine Tour von Minneapolis durch den Mittleren Westen Amerkas nach San Francisco. Bis dahin halten wir uns an diesen Rat: Ein Motorrad zu warten, ist einfach wenn man die richtige Einstellung zum Leben hat. Die richtige Einstellung zum Leben zu haben, das ist das Schwierige.

 

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Robert M. Pirsig: ‘Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Zen and the Art of Motorcycle Maintenance. Mit James Purefoy (als Dad / Erzähler / Phaedrus ), Max Cazier (als Sohn Chris), Lucy Newman-Williams (als Sylvia Sutherland), Sean Power (John Sutherland), Caitlin Thorburn (als Gennie), Paris Arrowsmith (Professor), Jon Nicholls (Musik) u. a. Produktion von 2012

Wussten Sie schon? Das Motorrad auf dem Autor Robert M. Pirsig (1928-2017) im Jahr 1968 mit seinem Sohn Chris und Freunden eine zwei Monate lange Reise von Minnesota nach Kalifornien machte, war eine Honda CB77 Super Hawk, siehe obiges Foto. Seine Freunde John und Sylvia fuhren eine BMW R60/2

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Summer solstice is at the door and we look at the National Geographic DVD 'Stonehenge Decoded' (2008) about an archaeological project with Prof. Mike Parker Pearson

Heute, in der Nacht von Mittwoch dem 20 Juni, bis zum Sonnenaufgang morgen am Donnerstag den 21 Juni, wird beim Steinkreis von Stonehenge die Sonnenwende gefeiert. Der Ort wird dafür offiziell von der staatlichen Behörde English Heritage geöffnet. Die Sonnenwende ist ein Zeitpunkt der schon seit vielen Jahrtausenden in Europa eine Rolle spielt. Aber erst vor kurzer Zeit, vor ein paar Jahren, haben Wissenschaftler archäologische Entdeckungen gemacht die uns eine genauere Vorstellung davon geben, was bei Stonehenge geschah und was Stonehenge damaligen Menschen bedeutete. Für Leser die an diesen Dingen interessiert sind, gibt es eine DVD die so ziemlich das interessanteste ist das wir zum Thema Stonehenge gesehen haben: Die DVD heißt Das Geheimnis von Stonehenge (2008) und ist von National Geographic. Die deutsche DVD bei Amazon.de hat ein anderes Cover als unsere spanische Ausgabe im obigen Foto, ist aber inhaltlich gleich. Die DVD dokumentiert umfangreiche Ausgrabungen vor Ort bei Stonehenge und in seiner Umgebung bei denen, unter Leitung von Prof. Mike Parker Pearson, Hunderte von Mitarbeitern beteiligt waren. Die Entdeckungen sind so spektakulär und weitreichend in ihren Folgerungen dass es schwer ist, ihnen in einem Blogpost gerecht zu werden. Wir versuchen eine Zusammenfassung: Es geht u. a. um eine bis dato völlig unbekannte prähistorische Stadt die sich in der Nähe von Stonehenge befand und Tausende von Menschen beherbergte. Die Leute lebten dort nicht das ganze Jahr herum, sondern kamen zu spezifischen Zeiten in denen sie gemeinsam an dem Stonehenge-Monument arbeiteten und dort auch an Kulten teilnahmen. Dabei ging es nicht nur um Stonehenge selber. Der Steinkreis war Teil eines Komplexes der neben Stonehenge auch den Fluss Avon, einen kilometerlangen Verbindungsweg und auch ein anderes riesiges Monument einbezog das Stonehenge von den Proportionen sehr ähnlich war. Allerdings aus Holz gebaut, und nicht aus Stein. Das steinerne und das hölzerne Monument existierten in einer Symbiose: ersteres verkörperte  das Reich der Toten. Das zweite, das Reich der Lebenden. Der Fluss, der Pfad und die Sonne spielten dabei die Rolle einer Verbindung zwischen den zwei Reichen. Beide, Fluss und Sonne, spenden Leben und Gedeihen. Wobei der Fluss auch die Asche der meisten Toten aufnahm. Menschen brachten die Überreste ihrer toten Familienmitglieder speziell für diesen Anlass dorthin. Zugang zu Stonehenge war offenbar sehr
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Musician Kyle Eastwood gets on well with Dad Clint, who's a Jazz fan himself. Article in the Irish Independent. Link below

Clint Eastwood ist jemand den wir als Schauspieler, Regisseur und Produzent von starken Filmen wie Brücken am Fluss (1995) sehr schätzen, und bei solchen Leuten sind wir auch etwas neugierig darauf was ihre Kinder machen. Es freut uns zu hören dass Clints ältester Sohn, Kyle Eastwood (geb. 1968) es geschafft hat, eine eigene kreative Nische zu finden, indem er Musiker wurde und mittlerweile ein angesehener Jazz-Bassist ist. Er hat in den letzten 14 Jahren fünf Alben veröffentlicht und spielt E-Bass, ebenso wie den akustischen Kontrabass. Er spielte vor ein, zwei Jahren sogar mal hier bei uns in Andalusien – ein Konzert dass wir leider verpassten, weil wir erst im nachhinein davon erfuhren. Auf seinem neusten Album, Songs from the Chateau (2011), ist auch ein schönes Lied namens Andalucía, siehe YouTube Live-Version. Seine musikalischen Einflüsse sind Musiker der klassischen Jazz-Ära, Leute wie Dave Brubeck und Miles Davis. Vor kurzem spielte er mit seiner Kyle Eastwood Band auch in Irland, daher der Artikel den wir im Irish Independent fanden, Link am Ende des Blogeintrags. Die Überschrift die die Zeitung wählte, bezieht sich darauf dass es ein gemischter Segen ist berühmte Eltern zu haben. Wir persönlich vermuten sogar dass die Nachteile überwiegen: Mit der Erwartungshaltung und Aufmerksamkeit von Medien aufzuwachsen und von Mitmenschen, Mitschülern etc. immer ‘als etwas besonderes’ angesehen zu werden, ist nicht leicht. Während die Eltern meist die Möglichkeit hatten, über Jahre zu lernen, mit Medien und Berühmtheit umzugehen, werden deren Kinder frontal mit dieser Existenz konfrontiert.
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On the birthday of Dorothy L. Sayers (1893 -1957) we were pleased to find a nice and fairly rare edition of 'Strong Poison' (1930). The biography by Barbara Reynolds is good too

Es freut uns, rechtzeitig für den Geburtstag von Dorothy L. Sayers (1893 -1957) eine schöne und recht seltene Ausgabe von ‘Strong Poison’ (1930) gefunden zu haben. In Deutschland meist als Starkes Gift, in manchen Fällen als Geheimnisvolles Gift veröffentlicht. Dieses alte Taschenbuch vom Verlag New Englisch Library hat bei weiten das beste Cover das wir kennen, denn es nicht nur ist ein gut gemachtes Bild, sondern hat auch eine gewisse Verbindung zur Geschichte. Von der wir nur verraten dass es um einen Giftmord geht für den die Krimischreiberin Harriet Vane vor Gericht steht. Der Gentleman und Amateur-Ermittler Lord Peter Wimsey verliebt sich in die Angeklagte und hat, von ihrer Unschuld überzeugt, nur einen Monat Zeit um den Mordfall zu lösen. Dann droht der Galgen. Dorothy L. Sayers schrieb anspruchsvolle Romane die eine angenehme Abwechslung zu vielen heutigen, teils bizarr-blutrünstigen Krimis bieten. Pfarrerstochter Sayers bevorzugte versteckte literarische Hinweise und Anspielungen. In Starkes Gift (1930) wird zum Beispiel das Gedicht A Shropshire Lad von A. E. Housman erwähnt, wobei Sayers es dem Leser überlässt, herauszufinden oder zu wissen dass darin Mithridates vorkommt, der König der sich vorsorglich gegen Gift immunisierte indem er es stetig und dosiert zu sich nahm. Und der Titel Strong Poison beruht auf dem alten englischen Volkslied Lord Randall (YouTube Clip), das von einem Mann handelt der von seiner Geliebten vergiftet wird und seiner Mutter von den Symtomen berichtet. Die Frage-und-Antwort-Struktur und die Melodie von  Lord Randall war Jahre später übrigens Vorlage für Bob Dylans A Hard Rain’s A-Gonna Fall. Vergleichen Sie selbst. Oder hatten Sie etwa bezweifelt dass wir es schaffen würden, ein paar coole Lieder in einen Krimi-Artikel einzubauen?

Top left, Roy Ridley and Eric Whelpton, who inspired Lord Peter Wimsey. Right, Dorothy as a young woman, and John Cournos, on whom Phillip Boyes in 'Strong Poison' was based

Dorothy L. Sayers hatte, speziell für damalige Verhältnisse, ein ziemlich abenteuerliches Leben. Von der wohlbehüteten Kindheit im Pfarrhaus, wo sie von Privatlehrerinnen Deutsch, Französisch, Geige und Piano lernte, ging sie später zur Universität in Oxford. Aber anstatt nach ihrem Abschluss die sich anbietende und solide Lehrerlaufbahn zu wählen, war sie eher vom bohèmischen Leben der Schriftsteller und Journalisten in London angezogen. Das wirtschaftliche Klima anfang der 20er Jahre war allerdings schwierig, und um das Schreiben ihrer Krimis zu finanzieren, arbeitete sie jahrelang als Textschreiberin bei einer Werbeagentur. Dort war sie u. a. an der Toucan Werbekampagne für Guinness beteiligt. Eins von Dorothys Hobbys war Motorradfahren, und es wundert nicht dass in einer ihrer Geschichten eine Verfolgungsjagd mit einer Norton vorkommt. Bei 115 km/h wird Dorothy Ende der 20er Jahre dabei wohl an eine Norton CS1 gedacht haben. Aber Sayers hatte auch mit Problemen zu kämpfen, schien zum Beispiel nicht so leicht den richtigen Mann für sich zu finden, und hatte ein uneheliches Kind dass sie geheimhielt um ihre Eltern im Pfarrhaus nicht zu schockieren.
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'White Nights (2008), the second book of Ann Cleeves' Shetland-Quartet is online as a BBC radio play. Link below. The third book 'Red Bones' (2009) is currently being filmed.

Ich mag Romane und Krimis die neben ihrer Handlung auch etwas über Orte, Landschaften und Lebensweisen vermitteln. Krimi-Schreiber tun das oftmals sehr gut. Und die britische Autorin Ann Cleeves hat mit ihrem Quartet von Krimis die auf den Shetlandinseln spielen eine ganz gute Ecke gefunden. So weit hoch im Norden dass es geografisch eigentlich schon skandinavisch ist. Windumwehte Inseln mit wenigen Einwohnern sind ein guter Ausgangspunkt für ein Wer zum Teufel kann es gewesen sein? Es ist wohl fair zu sagen dass Ann Cleeves Krimis nach recht altbewährter Art, vielleicht etwas in Richtung Agatha Christie schreibt. Und dagegen habe ich nichts einzuwenden. Die Autorin hat, anhand von Rezensionen bei Amazon, eine beträchtliche Lesergemeinde in Deutschland. Allen voran das erste Buch ihrer Shetland-Reihe, Die Nacht der Raben (2005), das unter seinem Originaltitel Raven Black den Gold Dagger Krimi-Preis gewann. Das zweite Buch Der längste Tag (2008) ist momentan kostenlos online als BBC-Radiohörspiel White Nights, Link am Ende des Artikels. Das dritte Buch der Reihe, Im kalten Licht des Frühlings (2009), wird zur Zeit unter seinem Originaltitel Red Bones als britische TV-Produktion verfilmt. Das vierte Buch, Sturmwarnung (2010) heißt in der Originalfassung Blue Lightning, womit das Quartet auf Englisch die vier Farben black, white, red & blue in seinen Titeln vereint. Irgendein Geheimcode? Nun, immerhin hat die offizielle Flagge der Shetlandinseln die Farben Weiß und Blau, und vielleicht sollten wir weiter in diese Richtung ermitteln.

Ansonsten muss uns Inspektor Jimmy Perez weiterhelfen, der in allen Büchern vorkommt. Ich fand das Hörspiel ganz gut, vor allem die schottische Musik: Der Shetland Fiddle Spieler Chris Stout hat sogar eine CD namens White Nights veröffentlicht. Die Inseln geben auch einiges an Geräuschkulissen her: Schafe, Wind, Meeresrauschen etc. Die Shetland-Location bietet sich
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Today is the birthday of Les Paul (1915 - 2009) and we can't put it in better words than Keith Richards: 'This man, by his genius, made the road we still travel today'.

Das Gitarrendesign und der Name ist weltberümt, so sehr dass viele Leute Les Paul für einen reinen Produktnamen, wie Stratocaster oder Telecaster halten. Aber Les Paul, der Mann von Waukesha im Bundesstaat Wisconsin, war nicht nur ein bemerkenswerter Gitarrist und Designer sondern auch ein genialer Erfinder und Patentinhaber der die mehrspurige Aufnahmetechnik für Tonbandgeräte entwickelte, und somit das Fundament für moderne Rockmusik schuf. Les Pauls Mehrspurtechnik gab Tonbändern und Schallplatten das Potential, mehr zu sein als reine Tondokumente: Pop- und Rock-LPs konnten, durch einen interaktiven und experimentierfähigen Aufnahmeprozess, zu Kunstwerken werden. In seiner Lebensspanne von 94 Jahren wurde der Mann ein Teil von sehr unterschiedlichen Musikepochen. Während man Les Paul mit Musikern wie Jimmy Page verbindet – der wie Keith Richards ein persönlicher Freund von dem Mann war – begann Les seine Karriere mit Musikern wie Bing Crosby, auf dessen Lied ‘It’s been a Long, Long Time‘ Les Paul als Gitarrist zu hören ist. Von Bing Crosby bekam der Gitarrist später ein einspuriges Ampex Tonbandgerät in das er einen zusätzlichen Tonkopf einbaute – und somit multi-tracking begründete. Seine erste Schallplatte mit dieser Technik war das Lied ‘Lover‘ (1948). Les Paul spielte damals auf den seinerzeit üblichen Halbresonanz-Gitarren, im Prinzip akustische Gitarren mit Tonabnehmern. Als sich einmal bei einem Konzert jemand darüber beschwerte dass
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Design Artikel in Vorbereitung S1

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Got a nice Wordsworth edition of The Professor by Charlotte Brontë. There's a radio dramatisation of the novel online. Also available as part of CD-box-set ‘The Bronte BBC Radio Drama Collection: Seven full-cast dramatisations’. Hint: Christmas!

Bevor ihr weltberühmtes Buch Jane Eyre (1847) veröffentlicht wurde, schrieb Charlotte Brontë den weniger bekannten Roman Der Professor, in dem es um einen jungen Lehrer geht. Im Foto, meine englische Ausgabe von Wordsworth Classics. Sehr romantisches Cover, mit einem Gemälde von Edmund Blair Leighton. Das Hörspiel ist eine aufwendige BBC-Produktion von 2005. Link am Ende des Artikels. Es geht um einen jungen Mann namens William der es trotz seiner soliden Erziehung in Eton schwierig findet, in England eine glückliche Existenz aufzubauen. Nicht zuletzt weil sein älterer Bruder, der Geschäftsmann und Mühlenbesitzer Edward, für den er anfangs arbeitet, sich als tyrannischer Boss entpuppt, der neidisch auf seinen intelligenten Bruder ist. Ein freundlicher Mann namens Mr. Hunsden hilft William, einen Job als Lehrer in einem Internat in Belgien zu bekommen. In Brüssel arbeitet er unter der Leitung des französischen Schuldirektors Monsieur Pelet, der zufrieden mit William ist. Sein Erfolg macht Mademoiselle Zoraïde Reuter, die Leiterin eines benachbarten Mädcheninternats, auf William aufmerksam. Sie bietet ihm eine Position als Lehrer an und er willigt ein. Zwischen den beiden scheint sich eine Liebesbeziehung anzubahnen. Bis William merkt dass Mlle. Reuter nur mit ihm spielt. In Wirklichkeit plant sie, Monsieur Pelet zu heiraten. Aber an ihrer Schule trifft William auf die intelligente junge Lehrerin Frances Evans Henri. Die beiden verlieben sich und wollen heiraten. Was dazu führt dass die manipulative Mlle. Reuter eifersüchtig wird und intrigiert. Als Frances die Schule verlässt, macht sich William auf die Suche nach ihr:

Sie hat wahrscheinlich Brüssel verlassen – ist vielleicht nach England gegangen, wie sie sagte dass es ihre Absicht sei. Ich hatte die Rue de Louvain erreicht, eine alte und ruhige Straße. Sehr bald war ich aus der Stadt. Kein Bewohner Brüssels muss lange wandern, um Einsamkeit zu suchen. Ich schlug einen Fußpfad zur Rechten ein. Er brachte mich auf die Felder, wo sich vor mir eine lange, hohe Mauer ausstreckte. Ich kam zu einem eisernen Gittertor das offen stand. Kreuze und Monumente kündigten den Protestantischen Friedhof vor dem Tor von Louvain an. Ich näherte mich einem Eichenhain, denn ich hatte eine Bewegung unter den Stämmen bemerkt. Ich dachte zuerst es wäre ein abgebrochener Zweig. Doch bald erkannte ich, es war ein lebendes Wesen, und bemerkte näher tretend, es war eine Frau, die langsam auf und ab ging. Dann ging sie in eine Ecke der Friedhofsmauer die von einer Baumgruppe geschützt war. Hier war ein kleiner Stein gegen die Mauer aufgerichtet, und am Fuße des Steins, ein neu gemachtes Grab. Ich setzte meine Brille auf, trat leise hinter sie und las: Julienne Henri. Es war das Grab ihrer Tante. Nachdem ich die Inschrift gelesen hatte, sah ich wieder auf die Gestalt die vorgebeugt und nachdenklich vor mir saß. Es war eine schlanke, jugendliche Figur im Trauergewand. Ich hatte sie einen Monat gesucht und nie eine Spur von ihr entdeckt. Frances saß sehr ruhig, mit dem Ellbogen auf dem Knie. Ich legte sanft meine Hand auf ihre Schulter. (Gekürzte Romanpassage)

Pensionnat Héger in Brussels, where Charlotte & Emily Brontë stayed. It served as inspiration for the novels The Professor and Villette. The building, left of center, no longer exists

Der Roman beruht auf Charlotte Brontës eigenem Aufenthalt in Belgien. Im Jahr 1842 war sie und anfangs auch ihre Schwester Emily Brontë – die Autorin des Romans Sturmhöhe (1847) – in einem Mädchen-Internat in Brüssel als Lehrerinnen tätig. Charlotte verliebte sich in den Schuldirektor Constantin Héger, der jedoch verheiratet war. Seine streng katholische Ehefrau Zoe war wohl in mancher Hinsicht das Vorbild für Mademoiselle Zoraïde Reuter im Roman, den Charlotte zwischen 1845 und 1846 schrieb. Dass sie darin ein paar Seitenhiebe gegen die katholische Kirche austeilt, finde ich eher eine Schwäche als eine Stärke des Romans. Aber sie war nun mal eine evangelische Pfarrerstochter. Zudem eine, die die Angewohnheit hatte, ihre Meinung zu sagen. Seinerzeit fand sie keinen Verlag für ihr Romandebüt. Obwohl der Verlag Smith, Elder & Co. sich positiv zu dem, mit knapp zweihundert Seiten, relativ kurzen Manuskript äußerte und sie ermutigte, ein längeren Roman vorzulegen. Somit folgte der zum Klassiker gewordene Roman Jane Eyre (1847). Der Professor wurde erst posthum 1855 veröffentlicht, als Charlotte Brontë (1816-1855) im Alter von 38 Jahren gestorben war. Aber viele Elemente der Geschichte tauchten später in ihrem Roman Villette (1853) auf, in dem die Geschichte aus der Sicht einer weiblichen Hauptperson erzählt wird. Ich fragte mich beim Schreiben dieses Posts, was wohl mit dem Protestantischen Friedhof in der obigen Romanpassage passiert ist? Es gibt ihn nicht mehr. An seiner Stelle steht heute ein moderner Apartmentblock in Brüssel. Nothing last forever. Außer vielleicht die Romane der drei Schwestern Emily, Anne und Charlotte Brontë.

 

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Charlotte Brontë: ‘ Der Professor’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel The Professor. Mit Paul Venebles (als Lehrer William Crimsworth), Jack Miller (als junger Crimsworth), Jonathan Keeble (als sein Bruder Edward), Ruth Sillers (als Mrs Crimsworth), Shaun Dooley (als Mr Hunsden), Claire Price (als Frances Evans Henri), Roger May (als Schuldirektor Monsieur Pelet), Natasha Pyne (als Madame Pelet), Niamh Cusack (als Mademoiselle Zoraide), Harry Myers (Brown), Penelope Rawlins (Sylvie), Gerard McDermott (Lord Tynedale)

Hinweis  Dieses Hörspiel gibt es auch als Teil ein CD-Box-Sets mit sieben Hörspielen nach Romanen der Brontë-Schwestern: Wuthering Heights, Jane Eyre, Villette, Agnes Gray, Shirley, The Tenant of Wildfell Hall, The Professor.  Suchbegriff: The Bronte BBC Radio Drama Collection: Seven full-cast dramatisations

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Des Weiteren Thomas Hardy: ‘Am grünen Rand der Welt’ als Hörspiel online

Mehr E. M. Forster: ‘Zimmer mit Aussicht’ als Hörspiel online

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Difficult to make ominous photos on a mediterranean beach, but we tried our best. The BBC radio dramatisation of the Jack London classic The Sea-Wolf (1904) is good. Link below.

Eine willkommene Nebenwirkung, wenn alte Klassiker als Film oder Hörspiel neu interpretiert werden, ist dass man Lust bekommt, nochmal die früheren Interpretationen auszuchecken. Wir müssen gestehen dass wir die deutsche TV-Verfilmung Der Seewolf (1971) so gut wie vergessen hatten, einfach weil wir irgendwie den Draht zu deutschen Medien verloren haben. Aber als wir gestern abend, nach Jahrzehnten, den Seewolf-Film wieder auf YouTube ansahen, waren wir überrascht, wie gut er sich gehalten hat. YouTube Links für Film und Hörspiel am Ende des Artikels. Definitiv eine deutsche Produktion die es mit Hollywood aufnehmen kann. Anhand anderer Versionen die wir kennen, sogar die bisher beste. Erwähnenswert, neben dem bärbeißigen, viel zu früh verstorbenen Seewolf-Darsteller Raimund Harmstorf, ist auch die exzellente Musik, ein bisschen wie ein Sergio Leone Film, von dem Komponisten Hans Posegga. Im Mittelpunkt von Jack Londons Geschichte ist die Beziehung zwischen zwei sehr verschiedenen Menschen die durch Zufall, durch ein Schiffsunglück, aufeinandertreffen: Der brutale, machiavellistische Kapitän Wolf Larsen und der gutläubige, bürgerlich-liberale Humphrey van Weyden. Die Geschichte begiint im Jahr 1891, in San Franciscos Sausalito Harbour. Aber schon bald darauf befindet sich Van Weyden auf dem 30 Meter langen Schoner namens Ghost, mit Kurs auf Japan, zur Seehundjagd. Die abenteuerlichen Handlungen und Wendungen von Jack London (1876- 1916) eignen sich bestens für Filme. Wobei das Hörspiel – mit Erwähnungen von Leuten wie Charles Darwin und Schopenhauer, und Dichtern wie Tennyson und Browning – mehr Raum bietet für das zentrale Thema: vom Wettkampf der Ideologien und Philosophien. Haben Sie auch manchmal das Gefühl dass fast alle guten Geschichten schon geschrieben wurden?

 

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Jack London: Der Seewolf als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Teil 1 The Sea Wolf. Mit Jack Klaff (als Wolf Larsen), Kerry Shale (als Humphrey van Weyden), Ian Dury (als Schiffskoch Thomas Mugridge), Scott Farrell (als George Leach), Jeffrey Gear (als Maat Johnson), Shelley Thompson (als Maud Brewster), Nigel Anthony (als Louis), Norman Jones (als Kelly) u. a. Hier Link für Teil 2 und Teil 3 und Teil 4. Produktion: 1991

Wussten Sie schon? Der ungewöhnliche Name Seewolf beruht darauf dass Jack London von Freunden Wolf genannt wurde. Diese Konnotation war auch in dem Namen von Londons Haus enthalten: Es hieß Wolf House

Film Der deutsche Filmklassiker Der Seewolf (1971) mit Raimund Harmstorf kann auf YouTube ausgecheckt werden / Der Film ist als 2-DVD-Set preiswert im Handel erhältlich und trotz S/W-Vorspann ein Farbfilm.

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El Barrio is an andalusian singer / songwriter we like. Today on his birthday we look into one of our favourite songs of his: 'Andalucía'. YouTube link below. Feliz cumpleaños, El Barrio!

El Barrio ist der Künstlername von dem Andalusier José Luis Figuereo, der aus Cádiz stammt und einer unserer Lieblingsmusiker ist. Heute ist sein Geburtstag und wir wollten ein schönes Lied von ihm vorstellen. El Barrio macht eine Art von moderner Flamenco-Musik, das heißt, er und seine Band benutzen neben den traditionellen akustischen Gitarren auch elektrische Instrumente wie Keyboards, Bass und E-Gitarre. Auch Stilelemente von Rock und Pop werden einbezogen, wobei El Barrio, im Gegensatz zu vielen anderen spanischen Popbands, immer noch eine starke spanische und speziell andalusische Identität hat – und die hat viel mit Flamenco zu tun. Flamenco ist, auf ähnliche Weise wie es der Blues ist, mehr als nur Musik. Für viele Flamenco-Musiker ist es auch eine Lebensart, eine Einstellung, wir würden fast sagen, eine Art von Religion. Wer sich für dieses Thema interessiert, dem empfehlen wir ein starkes Buch namens Duende: A Journey Into the Heart of Flamenco (2003) von Jason Webster. Erhältlich in zwölf Sprachen, mysteriöserweise jedoch nicht auf Deutsch. Aber die Flamenco-Musik wird hnen, lieber Leser, nicht länger vorenthalten. Hier ist eins unserer Lieblingslieder von El Barrio: es heißt Andalucía, und wir haben es wohl schon hundert Mal im Auto gehört. Auf der rundum empfehlenswerten El Barrio CD El Fuente del Deseo (2000). Für uns hat diese Musik eine magische, traurig-glückliche Stimmung und passt gut zu andalusischen Landschaften. Vielleicht, weil sie aus andalusischen Landschaften gewachsen ist. Poetische, symbolträchtige Lieder sind schwer zu übersetzten, aber wir haben es versucht. Bei YouTube ist ein Ausschnitt von einem Konzert mit El Barrio und seiner Band mit dem Lied Andalucía. Das Publikum ist super begeistert und scheint jede Zeile dieses enigmatischen Lieds zu kennen. Dabei ist das Konzert nicht mal in Andalusien, sondern in Madrid. Dann wird es bestimmt auch ein paar deutschen Zuhörern gefallen.

Andalucía                                                    Andalusien
Vente conmigo a vivir                                     Komm und lebe mit mir
Tengo una choza en un rio                             Ich habe ein Häuschen an einem Fluss
llena de rosas y jazmín                                  voller Rosen und Jasmin
Ayer tuve un sueño,                                       Gestern hatte ich einen Traum
No quise despertar                                         Ich wollte nicht aufwachen
Me vi en un patio cualquiera,                           Ich sah mich in einem Hof
Con balcones con calichas                             mit mossbewachsenen Balkonen
Y ecaleras quebradas                                    und aufgesprungenen Treppen
De barandas cubiertas de enredaderas,           efeuumrankten Geländern
Los portones de madera                                 Hölzerne Eingangstore
Y un olor a humedad                                      und ein feuchter Geruch.
Una mujer vieja sentada en una mecedora        Eine alte Frau in einem Schaukelstuhl
Que apenas balancea,                                   der nur ein bisschen schaukelt,
Una mesa, una sillita de nea                           ein Tisch, ein mit Bast bespannter Stuhl
unos años de guerra y alegria,                         Einige Jahre Krieg, einige Jahre Glück
Un naranjo en el centro,                                  und ein Orangenbaum in der Mitte
el sentir de Andalucía,                                    Das Gefühl von Andalusien
Andalucía                                                      Andalusien 
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Málaga 1. June 2012: View over harbour. The beautiful old city center is further in to the right, out of view from this angle

Wir waren gestern, am ersten Juni, terminbedingt in der Nähe von Mälaga und überlegten, ob wir noch kurz in die Innenstadt fahren sollten um ein paar Fotos für die Website zu machen – so in Verbindung mit dem tags zuvor angesprochenen Thema vom Leben am Meer. Unsere hehren poetischen Absichten wurden dabei jedoch von der Alltagsproblematik der nur zu wohlbekannten Parkplatzsuche gedämpft. Wir haben einen gewissen Groll gegenüber Parkhäusern, weil die zwei, drei Euro meist genau das Geld sind das man hoffte, am Ende für eine Tasse Kaffee und einen Croissant übrig zu haben. Was wiederum dazu führt dass man seine Kohle heute oft eher in diabolischen Konsumtempeln, sprich, riesigen Einkaufszentren mit kostenlosen Parkplätzen abliefert, anstatt Einzelhandel, Gastronomie, Museen, Theater, Galerien und Konzerte in Städten zu unterstützen. Aber Málaga, eine wundervolle Stadt für die wir mittlerweile echte Heimatgefühle hegen, war uns gestern wohlgesonnen: Wir fanden auf Anhieb einen Mega-Parkplatz direkt in Málagas Zentrum, das in unmittelbarer Nähe des Hafens liegt.

Málaga 1. June 2012: Roman theater and, above it, the arabic fortress from which we took harbour photo. Click for more

Hafenstädte am Mittelmeer haben kulturelle Verbindungen die wir faszinierend finden. Die Anhöhe von der wir obiges Foto von Málagas Hafenumgebung machten, ist eine alte arabische Festung namens Alcazaba. Araber herrschten hier in Andalusien  für ca. 700 Jahre, mancherorts kürzer, mancherorts länger. Am Fuße der Alcazaba-Anhöhe sind die Ruinen eines Theaters das frühere Herrscher hinterlassen haben: Auch die Römer fanden die Hafenlage gut und nützlich. Davor lebten und handelten Phönizier am Hafen Málagas – in der Tat, der Stadtname ist phönizischer Herkunft – und obwohl das Jahrtausende zurückliegt, sind auch von dieser Kultur viele Spuren gefunden worden. Einiges davon u. a. in den Museumsräumen oben auf der Alcazaba zu sehen. In unserem ca. 20 Minuten langen Rundgang waren wir gestern also schon in den Fußstapfen von drei Kulturen gewandelt. Und in etwa 100 Meter Entfernung davon lag dann noch das Wahrzeichen einer weiteren Kultur, siehe folgendes Foto.
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The US movie adaptation The Ring (2002) with Naomi Watts is well known. The Japanese novel Ring (1991) by Koji Suzuki, (above) and Japanese adaptations like Ringu (1998) are good too. There's also a BBC radio dramatisation online. Link below

Die Hollywood-Verfilmung Ring (2002) mit Naomi Watts ist berühmt. Es gibt auch ein gutes Hörspiel online. Link am Ende des Blogposts. Im Foto ist meine englische Ausgabe von der Romanvorlage Ring (1991) von Koji Suzuki. Ich habe auch ein Foto von ihm beigefügt. Ich glaube, das mit dem Video muss ich nicht weiter erklären, oder? Die Story um das Mädchen Sadako ist ziemlich komplex, und das berüchtigte Video-Tape ist nur ein Teil des Puzzles – aber es spielt eine zentrale Rolle. In früheren Horrorfilmen dienten meist  irgendwelche archaischen Sachen wie Amulette als Aufhänger für den Plot. In Der Exorzist (1973) war es eine kleine irakische Statue, in Das Omen (1976) war es ein Muttermal im Form von 666. Koji Suzuki hingegen wählte etwas das seinerzeit sehr modern war. Bevor das Internet Teil des Alltags wurde, waren Videos ein spannendes neues Portal: Filmklassiker von denen man gehört hatte aber die man nie im Kino oder Fernsehen gesehen hatte. Merkwürdige B-Filme die nie im Kino oder Fernsehen gezeigt wurden. Es war eine neue Welt. In den 80er und frühen 90er Jahren standen Leute in Videoläden regelrecht Schlange. Der Science-Fiction-Film Videodrome (1983) beschäftigte sich mit der düsteren Seite der Video-Kultur. Bei David Cronenberg war das Video-Tape eine Droge die sprichwörtlich Teil des eigenen Körpers wurde. Koji Suzuki hat sich für das Grauen das dem Video entschlüpft etwas völlig neues ausgedacht. Hier die erste Begegnung die der Journalist Asakawa mit dem ominösen Video-Tape macht.
Asakawa wollte gerade aufstehen als er das Videogerät sah. Er erinnerte sich an die Videosammlung die er im Büro des Managers gesehen hatte. Er ging von der Blockhütte die Treppe hoch zum Büro. ‘Ich glaube, ich leihe mir doch ein Video aus’ Der Manager grinste,‘Gerne, was immer Sie möchten. Kostet 300 Yen.’ Asakawa durchsuchte die Videos nach Horrorfilmen: Tanz der Totenköpfe, Der Exorzist, Das Omen. Er kannte sie alle aus seiner Studienzeit. Dann sah er auf dem untersten Regal ein Video ohne Cover oder Label. ‘Was ist das?’, fragte er den Manager. ‘Keinen blassen Schimmer, es lag in einer der Blockhütten herum.’ Asakawa fragte nachdenklich, ‘Nicht etwa in Hütte B-4? ’Keine Ahnung, es war vor zwei Monaten’, sagte der Manager. ‘Ich will es mir ausleihen’, sagte Asakawa und griff nach seinem Portemonnaie. Als er zurück in der Blockhütte war, sah er sich die Videokassette genauer an. Sie war komplett zurückgespult. Ein normales 120 min. Tape von der Art wie man es überall kaufen konnte. Asakawa schaltete das Abspielgerät an und schob das Video in den Schlitz. (Gekürzte Romanpassage)
Das hätte er mal lieber nicht tun sollen! Interessant an der Passage sind auch die Horrorfilme die er zitiert. Horrorautoren sind fast unvermeidlicherweise Fans von anderen Werken. Für meine Begriffe hat Suzuki mit seiner Ring-Saga einen Klassiker geschaffen der Werken von Autoren wie Stephen King ebenbürtig ist. Obwohl Suzuki dem Leser Angst macht, kommt er ohne die blutrünstige Effekthascherei aus. Sollte tatsächlich jemand noch nichts vom Ring gehört haben, füge ich hinzu dass es sich nicht um einen Ring handelt den man auf den Finger steckt. Der Ring ist der Ort eines Verbrechens, oder besser gesagt, das Erscheinungsbild von diesem Ort. Den Rest müssen Sie selber herausfinden. Ich wünsche spannende Unterhaltung beim Hörspiel.
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Koji Suzuki: Horrorklassiker ‘Ring’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Ring. Mit Naoko Mori (als Erzählerin / Sadako), Matthew Gravelle (als Journalist Mitchell Hooper), Akira Koieyama (als Ryugi), Eve Myles (als Toni), Masashi Fujimoto (als Doktor Nagao), Heather Emmanuel (als Yuna), Yuriri Naka (als Tomoko) u. a. Produktion von 2015. Drehbuch: Anita Sullivan
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