Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

Spanish poster for 'Snow White & the Huntsman' (2012). Nice one. When you look closer there's all sorts of creatures and mushrooms in the background. A bit like an ABB album cover

Bei uns in Andalusien läuft in ein paar Tagen der neue Schneewittchen-Film an. Er heißt hier Blancanieves y la Leyenda del Cazador,  wörtlich ‘Schneewittchen und die Legende vom Jäger. Wobei in Deutschland, typischerweise, mal wieder der englische Titel. benutzt wird. Nicht dass uns das aufregt, wir sind zweisprachig und lieben Englisch. Aber es ist lustig dass in Deutschland mittlerweile kaum noch ein Film einen deutschen Titel hat. Dann wäre es eigentlich besser, es wie die Holländer ziu machen und Filme ganz auf Englisch zu zeigen anstatt sie zu synchronisieren, denn dann würden Zuschauer wenigstens ihr Englisch aufpolieren. Aber wie gesagt, wir sehen solche Dinge mit Humor. Wie wär’s, den Film einfach Schneewittchen und die Legende von der Jäger & Sammlergesellschaft zu nennen, und dann den Amis weiszumachen, das wäre die korrekte deutsche Übersetzung? Wie auch immer, wir werden uns den Film definitiv ansehen, der Trailer, Link am Ende des Artikels, macht einen guten Eindruck. Dies ist wohl weniger ein Kinderfilm als etwas für Fans von Fantasy-Filmen á la Der Herr der Ringe. Und das macht Sinn, denn Tolkien war sehr von Sagen & Legenden beeinflusst.
Continue reading…

We found 'Maria di Nazaret' (2012) quite a well made biblical movie. Links below. Yes, it's in Italian, but then we'd wager that readers are reasonably familiar with the storyline

Für Leser die den neuen TV-Zweiteiler ‘Ihr Name war Maria‘ (2012) verpasst haben und vergeblich auf YouTube nach Trailern, etc. suchen, haben wir etwas gefunden: Die italienische Fassung des Films ist unter dem Namen ‘Maria di Nazaret’ (2012) komplett online und auf YouTube zu finden. Hier ist Teil 1 und hier Teil 2. Wir fanden den Film insgesamt ziemlich gut. Die deutsche Schauspielerin Alissa Jung spielt schlicht und schön die Rolle der Muttergottes. Und auch der Italierner Luca Marinelli ist gut als Josef. Eine weitere Stärke des Films sind die Drehorte. Wir haben selber mal das nordafrikanische Land Tunesien besucht. Die Landschaften, die antiken Gebäude und Ruinen dort sind super. Es gibt dort fantastische Wüsten-, Küsten -, und Berglandschaften, perfekt für einen Bibelfilm. Auch viele andere Filme, wie z. B. Star Wars, wurden dort gedreht. Wir finden es gut dass ein Film über Maria gemacht und auch nach ihr benannt wird. Es ist klar und unvermeidlich dass der Teil des Films der vom erwachsenen Jesus handelt, dramaturgisch mehr hergibt, und wahrscheinlich werden viele Zuschauer Teil 2. spannender finden. Wenn wir einen konkreten Vorschlag hätten, wie man den Film als Ganzes, für seine nächste Ausstrahlung zu Weihnachten und dann später für die DVD-Veröffentlichung noch besser machen könnte, beträfe das die Musik. Der Soundtrack besteht aus zwei Arten von Musik, einmal im Stil von Weltmusik, also recht folkig und akustisch, mit alten Musikinstrumenten – und das passt gut zum Film und zum Thema. Aber bei nicht wenigen Passagen wird auch moderne symphonische Musik eingeblendet, und das funktioniert weniger gut. Es ist, kurz gesagt, zu klischeehaft und erweckt den Eindruck dass künstlich ‘Emotion’ erzeugt werden soll. Was gar nicht nötig ist und den Zuschauer unterschätzt. Hier sollten die Produzenten den Mut haben, nochmal ins Studio zu gehen, die entsprechenden Schieberegler am Mischpult runterzufahren und auf die Bilder, die Schauspieler und die starke Geschichte des Films zu vertrauen.

Info Links für ‘Maria di Nazaret‘ (2012) Teil 1 and Teil 2, die italienische Fassung von Ihr Name war Maria, ein Film der noch nicht als deutsche DVD erhältlich zu sein scheint. Wer sich für die Geschichte des obigen Tizian-Gemäldes Die Flucht nach Ägypten interessiert, kann unseren Blogpost darüber lesen.

 

Mad Men: Do you smoke? Yes, Don, but not tobacco. Sorry, but we couldn't resist, what with the current story, showing off our first season apparently cigarette pack styled box-set

Wir bevorzugen meist britische gegenüber amerikanischen TV-Serien, aber Mad Men hat einen interessanten Blickwinkel: Die 60er Jahre nicht als Retro sondern als heran rollende Revolution durch die Augen eines archetypischen Erfolgstyps der 50er Jahre. Der Werbetexter Don Draper ist eine faszinierende Figur weil er einen aus heutiger Sicht völlig politisch unkorrekten Lebens- und Arbeitsstil hat, der in der TV-Serie zwar nicht hochgejubelt wird, aber auch nicht mit ständig erhobenen Zeigefinger verurteilt wird. Zuschauer können sich also – was im deutschen Fernsehen selten ist – ihren eigenen Reim auf diese Dinge machen. Die Serie, hier ein deutscher Trailer, ist mitunter kultig weil sie eine Traumvorlage für Design, Ausstattung, Requisiten und Klamotten ist. Auch Musik bekommt in der Serie einen interessanten neuen Kontext: Jemand wie Don Draper würde, vermuten wir mal, selbst noch in den 60er Jahren seinem Geschmack treu geblieben sein und zuhause Klassiker wie Frank Sinatras Songs For Swingin’ Lovers (1956) gehört haben. Mad Men spielt in den 60er Jahren und im Laufe der Serie versteht Verkaufskanone Don Draper die Welt nicht mehr: Frauenemanzipation,
Continue reading…

Familie Davidson, später Teil der Marke Harley-Davidson, lebte in diesem Haus in Schottland. Radmacher Alexander Davidson emigrierte 1857 mit seiner Familie nach Amerika.

Eine Geschichte die, soweit wir sehen, noch nicht in den deutschen Medien erschienen ist. Ein Mitarbeiter des Gemeinderats der schottischen Grafschaft Angus hat mithilfe von genealogischen Nachforschungen und Dokumenten bewiesen dass die Vorfahren des Harley-Davidson Mitgründers Arthur Davidson aus diesem Haus in Schottland kamen. Gerüchte existierten schon lange, aber jetzt steht es fest: Hier in der Nähe der kleinen Stadt Brechin lebte Alexander Davidson, Großrvater des amerikanischen Motorrad-Entwicklers, mit seiner Frau Margaret und sechs Kindern. Eins davon, der junge William Davidson, wurde später in Amerika Vater von Arthur Davidson. Und dieser Arthur Davidson (1881–1950) gründete zusammen mit seinem Freund William S. Harley (1880 -1943) im Jahr 1903 Harley-Davidson, im Laufe der Jahre zur berühmtesten und coolsten Motorradmarke der Welt geworden. Das alte Familienhaus bei Brechin hatte, wie man sieht, sein Dach verloren und scheint lange als Ruine leergestanden zu haben. Es wurde weder ans Wasser- noch ans Stromnetz angeschlossen. Der Mangel an Renovierung hatte allerdings den Vorteil dass das Haus praktsich noch genau so ist wie zu Zeiten des Radmachers Alexander Davidson. Eine Gruppe von schottischen Harley-Fahrern hat das Haus vor einiger Zeit gekauft und ist dabei, es wieder in Stand zu setzen um ein kleines Museum daraus zu machen, wobei alles so aussehen soll wie zu Davidsons Zeite. Klasse Idee. Obwohl Alexander Davidson damals auswanderte, scheint er in Schottland nicht in völliger Armut gelebt zu haben. Dokumente belegen dass er mit seinem Beruf als wheelwright immerhin zwei weitere Leute anstellen konnte. Es ist interessant dass dieser Beruf, der auf Deutsch früher meist Stellmacher genannt wurde, schon eine spezifische Verbindung mit Fahrzeugen hatte, damals wohl hauptsächlich mit Kutschen, Anhängern und landwirtschaftlichen Geräten. Mag ja sein dass dies Zufall ist, aber uns gefällt die Vorstellung dass die Räder die der gute alte Alexander Davidson baute, die Vorläufer von jenen Rädern waren die etwas über 100 Jahre später mit der Musik von Steppenwolf durch die Landschaft fuhren.

Ads by Google

 

Unsere Leser dachten doch nicht im Ernst dass wir über Harley-Davidson schreiben ohne Born To be Wild und Film-Clips von Easy Rider (1969) zu spielen: Mit zwei schönen Motorrädern von Harley-Davidson. Get your motor running. Head out on the highway…to Scotland. Motorradfahrer können uns übrigens immer gerne ein, zwei Fotos von ihren Exkursionen schicken.

Avenita Kulturmagazin

 

Design Artikel in Vorbereitung: Gtr 2

 

 

Lieber Leser,

an dieser Stelle ist ein Artikel in Arbeit der demnächst veröffentlicht wird.

Avenita Kulturmagazin

 

20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

21

 

 

 

 

 

 

22

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

23

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24

 

 

 

 

 

 

25 a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25 b

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

26

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

27

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

30

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

31

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

xxxx

 

Rick Wakeman, whose birthday ist today, on stage with Prog band Yes. And in the studio, recording his solo classic The Six Wives of Henry VIII (1973). Great analog synth sounds

Rick Wakeman, der heute Geburtstag hat, spielte auf unseren drei Lieblingsalben von Yes: Fragile (1971), Close to the Edge (1972) und Tales from Topographic Oceans (1973), für uns das ultimative Progrock-Album – obwohl wir wissen dass dies nicht Rick Wakemans persönlicher Favorit ist. Soweit wir wissen, mag er Edge und Going For The One (1975) am liebsten. Und tatsächlich ist dessen Lied Awaken, ein Yes-Klassiker mit einem Piano-Intro das Rick Wakemans flüssige, melodische Spielweise vorführt. Das Rick Wakeman Soloalbum auf dem Foto, The Six Wives of Henry VIII (1973) ist eins das wir über unsere Eltern kennenlernten. Die hatten und haben einen ziemlich coolen Musikgeschmack, gingen früher zu Genesis Konzerten etc. Soweit wir uns erinnern, hörten wir Rick Walkemans Konzept-Album über die Sechs Frauen von Heinrich VIII noch bevor wir Yes kennenlernten. Wir erinnern uns, bei der Auflistung des Equipments auf dem Albumcover gedacht zu haben: Wie kann ein Mensch so viele Keyboards haben? Mini-Moog Synthesizer, Mellotron 400-D, Hammond C-3 Organ, RMI Electric Piano & Harpsichord…und ein Steinway Grand Piano! Das ist mehr als die Polizei erlaubt, und in der Tat, haben Keyboarder auf der Bühne heute oft nur ein oder zwei Synthis die, dank Digitaltechnik, sämtliche obengenannten und hunderte weitere Klänge eingespeichert und per Knopfdruck abrufbar haben. Allerdings finden einige Leute dass der Sound von den alten Analog-Synthis schwer zu imitieren oder überbieten ist. Das Six Wives Album klingt heute jedenfalls immer noch gut, für uns sogar besser als vor Jahren. Vielleicht weil in dem zur Zeit allgegenwärtigen Electro Musikgenre die ultra-fetten Synthie-Sounds der Analog-Ära wieder sehr angesagt sind. Wobei Electro DJs und Produzenten heute eher Samples benutzen, als schwere Synthesizer herumzuschleppen. Wer glaubt, dass Yes-Musiker nicht gesampelt werden, täuscht sich: Kanye West hat für
Continue reading…

A good, lengthy article in the Sunday Times was starting point for our speculations about the Film 'Prometheus' (2012)

Die britische Sunday Times hatte vor kurzem einen guten Artikel über das aktuelle Filmprojekt Prometheus das – de facto – eine Art Prequel, also Vorgeschichte von dem Sci-Fi-Klassiker Alien (1979) ist. Der neue Film interessiert uns, mitunter weil wir sämtliche Nachfolgefilme mittlelprächtig bis schlecht fanden. Die Sequels waren, im besten Fall, wie Aliens (1986) von James Cameron, kompetente Actionfilme, Cowboys & Indianer im Weltraum, aber ohne die mythologische Dimension die den besten Sci-Fi Werken, wie 2001: Odyssee im Weltraum (1968) und Blade Runner (1982), zu eigen ist. Der mythologische Aspekt von Ridley Scotts Prometheus (2012), der offenbar erst im August in deutsche Kinos kommt, scheint eine Menge Ähnlichkeiten mit den Theorien von Erich von Däniken zu haben: Theorien aus dem Bereich der sog. Prä-Astronautik, an die wir übrigens nicht glauben. Aber der millionenfache Erfolg von Büchern und Filmen dieser Art ist insofern interessant dass er zeigt, wie Menschen nach einem quasi-religiösen, kulturellen Narrativ suchen. Vielleicht weil Institutionen die früher mal dafür zuständig waren, sich nicht mehr auf einen kulturellen Narrativ konzentrieren? Wie dem auch sei, im Film Prometheus werden jauf der schottischen Insel Isle of Skye uralte Schriftzeichen gefunden die darauf hin deuten dass die Menschheit vor langer Zeit irgendeine Art von Verbindung mit einer außerirdischen Zivilisation hatte. Dies scheint, anhand von allem was wir an Trailern etc. mitbekommen haben, in etwa Folgendes zu sein: Außerirdische machten vor Urzeiten biotechnische / genetische Experimente die dazu führten dass die Menschheit sich fortenwickelte. Die Außerirdischen scheinen vom Schlage des Riesen gewesen zu sein der im ersten Alien Film in dem Raumschiffwrack auf Planet LV-426 gefunden wurde. Sein Skelett deutete darauf hin dass der Riese zum Opfer eines Alien geworden war der sich in ihm eingenistet hatte und dann herausbrach. Grund dafür war vermutlich
Continue reading…

On the birthday of Daphne du Maurier (1907 - 1989) we take a look at the Role Cornwall played in her writing

Der 13. Mai ist der Geburtstag von Daphne du Maurier (1907 – 1989), eine unserer Lieblingsschriftstellerinnen. Viele ihrer Romane und Geschichten wurden zu erfolgreichen Kinoverfilmungen. Die bekanntesten und vielleicht besten sind die beiden Hitchcock-Filme Rebecca (1940) und Die Vögel (1963). Interessanterweise wurden beide Romanvorlagen von der Grafschaft Cornwall an der Westküste Englands inspiriert. Du Maurier, in London geboren, zog mit ihrer Familie zwar erst im Jahr 1942 permanent dorthin, besuchte aber das kleine Hafenstädtchen Fowey schon seit ihrem 19. Lebensjahr. Die Idee für ihre Geschichte Die Vögel (1952) kam ihr als sie bei einem Spaziergang im ländlichen Umkreis on Fowey einen Bauern beim Pflügen sah, der von einer Wolke von kreischenden Seemöwen umgeben war. Nahe am Meer ganz normal, denn Möwen halten nach Regenwürmern Ausschau die der Pflug an die Oberfláche bringt. Aber Daphne dachte sich dabei: Was wäre wenn die Vögel jetzt den Bauern angreifen würden? Hitchcock übertrug die Geschichte letztendlich in eine Kleinstadt in Amerika, wo er damals arbeitete. Auch der Roman Rebecca (1938) ist in Cornwall verankert: Du Maurier kam schon seit dem Jahr 1926 hierher und kannte die Gegend um Fowey sehr gut. Wenn man vom Küstenpfad durch den Wald hinunter zu dem Strand namens Polridmouth Bay (sprich: Pridmouth Bay) geht, ist man genau an dem Ort an dem Rebecca im Roman stirbt. Sogar das alte, verlassene Haus ist dort zu sehen. Rebecca ist, obwohl Titelheldin, natürlich nicht die erzählende Protagonistin im Roman, sondern eine Art psychische Präsenz die seit ihrem Tod über ihrem früheren und jetzt neuverheirateten Ehemann Max de Winter wie ein Schatten schwebt. Ein starker Thriller mit Echos von den Geschwistern Brontë - an denen Daphne du Maurier großes Interesse hatte. Aber auch ihr eigenes Leben spiegelt sich in der namenlosen Ich-Erzählerin von Rebecca: Gibt es nicht schon eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Namen du Maurier und de Winter? Man könnte die Handlung von Rebecca grob als eine Geschichte über unglückliches Eheleben umschreiben. Und auch Daphne du Maurier fand das Eheleben angeblich nicht immer einfach. Eine ihrer großen Lieben war sicherlich die Grafschaft Cornwall. Die Autorin sagte einmal: ‘Ich weiss dass mir keine Person jemals so ins Blut gehen wird wie Cornwall, Menschen und Dinge vergehen aber die Orte vergehen nie’. Und Cornwall, den mystischen Westen Englands hat Daphne du Maurier tatsächlich verewigt.

Ads by Google

 

Info  Ausschnitt vom Doku The Make Belief World of Daphne du Maurier  (inkl. Interviews mit der Autorin) / Foto: Unsere Taschenbuchausgabe von The Daphne du Maurier Companion (2007) vom Virago Verlag

Avenita Redaktion

 

Roman ist auf Deutsch erhältlich, das Sachbuch auf Englisch

Vor nicht allzu langer Zeit konnten landwirtschaftliche Katastrophen in Europa den blanken Tod bedeuten. Die Irische Hungersnot wird selten von den Medien erwähnt, deshalb wollten wir heute am 13. Mai, dem Tag an dem der Tragödie dieses Jahr in Irland und Amerika gedacht wird, auf zwei sehr verschiedene Bücher zum Thema hinweisen. Das Buch The Great Irish Famine (1995) von Cathal Poirteir ist ein exzellentes Sachbuch. Schon der erste Satz fasst es kurz und trocken zusammen: Im späten Sommer des Jahres 1845 schlug der Pilz phytopthora infestan in Irland zum ersten Mal ein und löste Kartoffelfäule aus. Wiederholte Ernteausfälle führten zum Tod von 1 Million Menschen in den nächsten fünf Jahren und 2 Millionen weitere Einwohner flohen Irland in den 10 Jahren nach dem Beginn der Großen Hungersnot. Text von uns frei aus dem englischsprachigen Original übersetzt. Hinter solchen Zahlen stecken viele Geschichten und dieses Buch, mit Essays von 16 renommierten Fachleuten, enthält viele Details über die Hungersnot und ihre Verbindungen mit Folklore, Literatur, Medizin, Politik und natürlich Landwirtschaft. Ein Grund warum Irland so abhängig von der Kartoffel wurde, lag darin dass sie so gut zu den irischen Verhältnissen passte: Säurehaltige Böden, ein feuchtes, sonnenarmes Klima dessen relative Milde gut gegen Frost, den bis dahin größten Feind der Kartoffel half. Die Kartoffel eröffnete armen Leuten neue Möglichkeiten denn die Kartoffel benötigte keine Maschinerie zur Weiterverarbeitung (wie Korn z. B. mechanische Mühlen benötigt) und konnte, mit viel Handarbeit, an vorher unbebaubaren Orten, wie Abhängen und felsigen Böden gepflanzt werden. Weil Gelände dieser Art meist unmöglich für den Pflug war, gibt es, und solche Details finden wir faszinierend, noch heute in Irland eine so große Vielfalt von Spatentypen. Weil dieses Buch einen so sachlichen eher als emotionalen Ton hat, ist es, trotz der Thematik, kein düsteres sondern ein sehr interessantes Buch, das wir englischkundigen Lesern sehr empfehlen. Das andere Buch das wir zum Thema haben, ist der Jugendroman Under the Hawthorn Tree (1990) von Marita Conlon-McKenna, auf Deutsch als Folgt immer dem Fluss veröffentlicht. Die Geschichte handelt von den drei Kindern Eily (12), Michael (9) und Peggy (7) im Irland der 1840er Jahre, zur Zeit der Hungersnot. Ihr Vater ist auf Arbeitssuche gegangen und verschollen. Die Mutter geht ihn suchen. In ihrer Abwesenheit werden die drei Kinder vom Hausbesitzer rausgeschmissen und sollen ins Armenhaus geschickt werden. Aber die Kinder folgen stattdessen dem Fluss um sich nach Castletaggart durchzuschlagen, wo zwei Großtanten von ihnen wohnen. Daher der deutsche Titel Folgt immer dem Fluss. Der Hawthorn Tree des englischen Titels ist der Ort an dem Bridget, die verstorbene Babyschwester von den drei Kindern begraben ist. Folgt immer dem Fluss ist das erste Buch der preisgekrönten Trilogie Children of the Famine. Die drei Romane sind auf Deutsch als Gesamtband namens Sturmkinder: Eine irische Familiensaga veröffentlicht worden und bei Amazon.de erhältlich. Ebenso das vorher erwähnte Sachbuch The Great Irish Famine von Cathal Poirteir.

Info Exzellenter Dokumentarfilm (u. a. mit Ted Kennedy) namens Famine to Freedom: The Great Irish Journey auf YouTube.

Mehr  Lesen Sie einen weiteren Artikel von uns zu diesem Thema

 

On the birthday of the painter and poet Dante Gabriel Rossetti (1828-1882) we listen to a rendition of his poem 'Silent Noon' with wonderful music from Ralph Vaughan Williams

Am Geburtstag des Malers und Dichters Dante Gabriel Rossetti (1828-1882) ein Blick auf eins seiner schönsten Gedichte. Rossettis Silent Noon erhält eine zusätzliche Dimension durch die Vertonung mit der Musik von Ralph Vaughan Williams (1872-1958). Die Musik ist aus dem Jahr 1902. Das Gedicht, das Rossetti im Jahr 1870 schrieb, ist die Beschreibung eines idylischen Sommertags den zwei Liebende auf einer Blumenwiese verbringen. Wobei erst in der letzten Zeile, beim Wechsel zur Vergangenheitsform, klar wird dass all dies nicht vor kurzem geschah, sondern schon lange her ist. In Hinblick auf die zum Teil tragische Lebensgeschichte von Gabriel Rossetti, ein Engländer dessen Vater aus Italien kam, wirkt die letze Zeile signifikant. Das Gedicht ist ein Rückblick auf die Beziehung zwischen Rossetti und dem Viktorianischen Supermodel Lizzie Siddal, die in vielen Gemálden jener Epoche zu sehen ist, z. B. auch in Ophelia (1852) von John Everett Millais. Um diese Zeit, in 1852, wurden Siddal und Rossetti ein Paar. Sie lebten für 10 Jahre zusammen, heirateten aber erst 1862, als Lizzie aufgrund ihrer Opiumabhängigkeit schon dem Tode nah war. Rossetti und Siddal waren mehr oder weniger das Viktorianische Äquivalent von den Rockstars der 60er und 70er Jahre – nur 100 Jahre früher.
Continue reading…

The newly discovered LP collection of Princess Diana is a good mix of music. The one rather nice album of these that we actually own on vinyl ourselves: Elgar's Enigma Variations

Nachricht von einem Fund den wir auf zwei Ebenen interessant finden. Zum einen sind wir Fans und Sammler von Vinyl-Schallplatten. Zum anderen empfanden wir Prinzessin Diana immer als eine gutherzige Frau die von der Situation in die sie hinein geriet einfach überfordert war. Die vor kurzem gefundene LP-Sammlung von Prinzessin Diana deutet darauf hin dass sie sich in Sachen Musik gut auskannte. Der Großteil der 19 Alben ist klassische Musik, aber es sind auch 4 LPs aus dem Rock, Pop und Country Genre dabei. Mit Bob Dylans Livealbum Hard Rain (1978) sogar eins das man als alternativ oder zumindest wenig populistisch bezeichnen könnte. Wir hatten dieses Album früher mal selber, finden es aber nicht eins von Dylans besten. Es ist von der Rolling Thunder Revue Tour, übrigens mit T-Bone Burnett, der sich im Laufe der Zeit zum Star-Produzenten für Leute wie Robert Plant gemausert hat. Auf YouTube ist ein Clip mit dem Lied Tangled up in Blue von der 1976 Hard Rain Tour. Dianas Album The Eagles Greatest Hits enthält viele starke Lieder, wie One of these Nights. Dagegen wurde
Continue reading…

Beautifully written book. Makes you want to write better blog posts. The BBC radio play 'The Great Gatsby' is good. Check out also A & E docu about F. Scott Fitzgerald. Links below

Gutes Hörspiel nach dem amerikanischen Romanklassiker der zur Zeit mit Leonardo DiCaprio neu verfilmt wurde. Die bisher bekannteste Verfilmung von Der Große Gatsby (1974) mit Robert Redford war ziemlich gut, könnte aber vielleicht verbessert oder etwas up to date gebracht werden. Denn die Thematik von einer Zeit in der Geld, Einfluss und Celebrity-Status die höchsten Ideale sind – oder zumindest von den Medien täglich so suggeriert werden – ist immer noch aktuell. Auch die Tatsache dass sich damals, im Laufe der 1920er Jahre, eine gigantische Wirtschaftskrise entwickelte die den sog Goldenen Zwanzigern ein Ende machte, hat heute Prägnanz. Aber das Interessante an F. Scott Fitzgerald (1896 – 1940) ist dass er nicht mit einem erhobenen, moralisierenden  Zeigefinger schreibt. Er überlässt es dem Leser, sich über den mysteriösen Multimillionär Jay Gatsby eine Meinung zu bilden. Der Erzähler, Nick Carraway, ein junger Mann aus relativ einfachen Verhältnissen im Mittleren Westen Amerikas, kommt nach Long Island, New York, lernt Gatsby kennen und findet langsam heraus, wer Gatsby wirklich ist und wie er zu dem Reichtum kam. Erzähler Nick Carraway hat ein gewisses Verständnis, sogar Sympathie für Gatsby, denn dieser Mann, Anfang dreißig, dessen Reichtum nach heutigem Maßstab wohl im Bereich von Hunderten von Millionen wäre, hat eigentlich nur das gemacht was in einer get-rich-quick Gesellschaft erfordert ist. Zudem ist Gatsby im Kern ein freundlicher, großzügiger Typ, eigentlich ein Träumer, dem es weniger um das Geld geht, als um die gesellschaftliche
Continue reading…

Abbildung von Steinzeitkunst

Eine Entdeckung über die es in deutschen Medien noch nichts zu geben scheint: Forscher der Université de Toulouse haben in Höhlen prähistorische Artefakte gefunden die eine Basis für ganz neue Theorien über Steinzeitkunst bilden. Es handelt sich dabei um aus Knochen hergestellte Scheiben, mit etwa der Fläche von einem großen Knopf. In der Tat wurden diese Artefakte, aufgrund der Löcher darin, bisher für Knöpfe gehalten. Aber vor kurzem wurden in mehreren Höhlen, wie denen von Chauvet und Ardèche, Knochenscheiben dieser Art entdeckt in denen eingravierte Bilder erhalten sind. Das allein wäre nicht so ungewöhnlich, aber die beidseitigen Bilder auf den Scheiben scheinen eine Art von Thaumatrop zu sein – wenn man eine Schnur durch die Löcher der Scheiben fädelt und sie straff zieht, wirbeln die Scheiben herum und erzeugen bewegte Bilder. Auf den zwei Seiten der Scheiben sind nämlich Szenen abgebildet die ähnlich aber nicht gleich sind, z. B. ein Tier das erst sitzend, dann aufrecht dargestellt wird.
Continue reading…

Yesterday, 1. May, we went into the hills. Lots of abandoned old farms: This one, by a dried up river, seemed like a sort of Andalusian Wuthering Heights to us. Click to see more pics.

Wir waren gestern, am ersten Mai, mal wieder in den Bergen. Hier in Andalusien ist man von Bergen eigentlich nie weit entfernt. Auf unserem Foto glitzert das dunkelblaue Mittelmeer und trifft sich mit dem hellblauen Himmel. Es war ein glorreicher Frühlingstag mit T-Shirt Wetter, und wir waren schátzungsweise nur 5 oder 6 Kilometer von den Stränden der Costa del Sol entfernt. Andalusien ist riesig, und obwohl es an der Küste viele Hotels, viele Urlauber und auch sehr viele ansässige Spanier gibt, ist es landeinwärts über große Strecken dünn besiedelt, teils menschenleer. Für uns haben diese Berglandschaften jedoch ihre eigene, spröde Romantik. In ein paar Monaten, wenn die Sommersonne die momentan noch grünen Gräser und Blumen ausgetrocknet hat, sehen die Berge aus wie Kulissen für Westernfilme. Und in der Tat wurden mehrere Klassiker des Genres, wie Spiel mir das Lied vom Tod (1968) und Clint Eastwoods ‘Dollar-Trilogie’ in Andalusien gedreht. Ob das Leben in einsamen Bergregionen von den Leuten die hier lebten als romantisch empfunden wurde, ist eine andere Frage. Der Bauernhof, auf dem Foto oben, bei dem wir Rast machten, war viel besser gebaut als die drei, vier anderen verfallenen Höfe an denen wir auf dem Weg hierher vorbeikamen. Man hätte, wenn’s sein müsste, noch darin leben können. Zumindest insofern dass 
Continue reading…