Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

One aspect of Christie novels for us is social history, like a guy being called 'a maidservant's prayer''. Heard that one lately? The BBC radio play of 'Cards on the Table' (1936) is good too

Der Christie-Roman Mit offenen Karten (1936) wird oft als einer ihrer besten genannt, und wohl auch von Agatha selber so eingeschätzt. Sie sagt ja in ihrem Vorwort, es sei einer von ‘Poirots Lieblingsfällen’. Der Roman enthält eine ganze Reihe von persönlichen Bezügen, Neben Hercule Poirot der ermittelt, taucht auch Ariadne Oliver auf, hier als eine Art Alter Ego von Agatha Christie. Die Autorin nimmt sich damit selber etwas auf die Schippe, beschreibt Ariadne z. B. als übergewichtig und jemand der Romane mit merkwürdigen Titeln á la  Das Geheimnis der toten Goldfische schreibt. Obwohl die Geschichte in London beginnt, finden auch Szenen in Wallingford statt, einem idyllischen südenglischen Städtchen in dem Agatha und ihr Ehemann in den 30er Jahren ein Haus gekauft hatten. Und dann spielt natürlich das Kartenspiel Bridge eine Rolle. Versteht sich von selbst dass Christie es spielte: In Agatha Christie: An Autobiography (1977) erzählt sie von einem Bridge-Turnier an dem sie auf einer Schiffsreise von Amerika nach England teilnahm. In diesem Krimi tauchen Bridge-Begriffe wie Dummy und Grand Slam  auf – und haben auch eine gewisse Signifikanz für den Fall. Das Buch enthält sogar Abbildungen von traditionellen Bridge-Abrechnungskarten (score cards) mit Honours und Tricks. Wie im obigen
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We'd like to think Jim Marshall (1923 - 2012), the man who brought us Marshall amplifiers, is up there with Leo Fender and Les Paul, looking after the illustrious rockband in the sky

Marshall ist eine Marke die so gut wie jeder Musik-Freak kennt und wir waren etwas überrascht, wie wenig über Jim Marshall im deutschen MSM zu lesen war. Neben Les Paul, dem Vater des gleichnamigen Gitarrenklassikers von Gibson (siehe Foto) und Leo Fender, dem Entwickler der Stratocaster E-Gitarre, haben für uns eigentlich nur die amps, also Gitarrenverstärker von Marshall einen ähnlich ikonischen Status. Ikonisch bedeutet in diesem Fall, dass es mehr ist als einfach nur gutes Gitarren-Equipment, denn gute Verstärker und Lautsprecherboxen gibt es von vielen Marken. Ja, Marshall hat einen starken, fetzigen Klang, aber wenn man damit spielt, ist man sich zusätzlich bewusst dass auf so einem oder sehr ähnlichen Amp, Eric Clapton, Gary Moore und viele andere gespielt haben. Ebenso wie man den Namen Marshall auf Woodstock, Isle of Wight und anderen Filmen von berühmten Rockfestivals sehen kann. Ist das nur cleveres Marketing oder Product Placement? Unserer Erfahrung nach, beruht der Status von Marken meist auf handfesten Gründen und ist kein Zufall. Im Fall des Elektrotechnikers Jim Marshall ist bekannt – und wird in vielen Anekdoten berichtet – dass er Musikern gegenüber immer sehr persönlich engagiert war, sich für ihre Wünsche und Vorschläge interessierte und immer weiter schraubte, austauschte und verbesserte – bis der Kunde zufrieden, bzw. im siebten Himmel war. Ach, wenn nur die gesamte Wirtschaft so funktionieren würde! Einer von Jim Marshalls Equipment-Klassikern ist der sog. Bluesbreaker Verstärker, benannt nach dem Album mit EricClapton. Im Foto links oben ist ein Reissue-Model, aber Modelle aus den 60er Jahren sind Sammlerstückedie heute Preise bis um die 10.000 Euro erreichen können. Qualität – und der damit verbundene Markenstatus – ist halt immer eine gute Investition. Der Bluesbreaker Verstärker entstand als Eric Clapton in Jim Marshalls Laden kam 
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Good to hear Rob Roy as a BBC radio dramatisation (link below). Especially as the film didn't match our expectations

Sir Walter Scott ist bekannt durch Romane wie Ivanhoe. Wir haben die Ritterromanze als Kinder gelesen, und sie wurde mit Elizabeth Taylor zu einem erfolgreichen Hollywood-Film. Walter Scott war einer der Lieblingsschriftsteller der Brontë-Schwestern, wobei Scotts recht ausholender Erzählstil mittlerweile wohl etwas aus der Mode geraten ist. Heutzutage ist Scotts bekanntestes Werk in Deutschland möglicherweise etwas von dem die meisten Leute gar nicht ahnen dass es was mit Scott zu tun hat: Die Hymne Ave Maria, diese beruht nämlich auf Walter Scotts Lied Hymn to the Virgin das von Franz Schubert vertont wurde. Aus Scotts Text Ave Maria! maiden mild! Listen to a maiden’s prayer! wurde dann in deutscher Übersetztung Ave Maria! Jungfrau mild, Erhöre einer Jungfrau Flehen, ein Lied dass hundertfach aufgenommen wurde, u. a. von der Folksängerin Joan Baez, hier ihre deutschsprachige Darbietung von Ave Maria. Ein weiterer Roman von Scott der zum Hollywoodfilm wurde, ist Rob Roy (1995). Die schottischen Landschaften und die keltische Musik im Film (Trailer) waren gut, aber ansonsten müssen wir gestehen dass wir die Verfilmung nicht so besonders fanden. Es war eine Sammlung von Klischees die wenig mit der Romanvorlage
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Our hardback edition of the Joni Mitchell biography 'Shadows and Light' by Karen O'Brien. We'd love a new compilation album. And this would make a good cover

Gute Idee. Wir würden uns freuen, wenn Taylor Swift die Rolle von Joni Mitchell in einem Kinofilm spielt. Dies sind zwei Frauen die wir als Musiker und Sänger sehr schätzen. Und obwohl sie aus völlig verschiedenen Generationen stammen, gibt es Parallelen. Schon aufgrund der Tatsache dass sich Joni und Taylor Swift, im Gegensatz zu vielen anderen Stars, keineswegs nur als pretty face vermarktet haben – was für beide einfach gewesen wäre. Die Ladies schreiben ihre eigenen Lieder und klingen auch ohne aufwendige Produktionsteams gut. Wir kennen noch keine Details über die Handlung des Films, aber er basiert er auf dem Buch Girls Like Us: Carole King, Joni Mitchell, Carly Simon – And the Journey of a Generation (2008) das positive Rezensionen hat. Wir werden es auschecken, zumal Carole King mit You Make Me Feel Like) A Natural Woman (1967) und Carly Simon mit You’re So Vain (1972) ebenfalls gute Lieder gemacht haben. Unser Lieblingslied von Joni Mitchell? Vielleicht Help Me von dem Albumklassiker Court and Spark (1974), hier ein schöner YouTube-Clip mit vielen Fotos von Joni. Auf dem obigem Foto ist unsere Hardback-Ausgabe von Karen O’Briens Biografie Joni Mitchell. Shadows and Light (2001), über die wir demnächst berichten. Unser Anspieltipp für Taylor Swift ist Safe & Sound von dem Soundtrack für den Film Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele (2012). Was den ‘Girls Like Us‘ Film anbelangt, sind wir gespannt, wer Crosby, Stills, Nash & Young spielt?

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Update 2015  Die mittlerweile 71-jährige Joni Mitchell wurde am 31. März 2015 bewusstlos in ihrem Haus in Los Angeles gefunden und befindet sich seitdem auf Intensivstation. Genaueres ist momentan nicht bekannt. Was die Verfilmung anbelangt, hatte sie sich in vorherigen Interviews negativ dazu geäußert und angedeuted dass sie das Projekt gestoppt hätte.

Mehr über die Musikerin  Unser Artikel Lady von Laurel Canyon 70 Jahre Joni Mitchell

 

On the day when everyone, except maybe Roland Emmerich, celebrates Shakespeare's Birthday, we take a look at the enigmatic figure of Ophelia in Shakespeare's play Hamlet

Die junge Ophelia die von Blumen umgeben im Fluss den Tod findet, ihn vielleicht sogar gesucht hat, ist eine von Shakespeares enigmatischsten Figuren. Trancehaft, wohl von Wahnsinn oder Verzweiflung, oder Ausweglosigkeit getrieben, hängt sie Blumenkränze an einen Baum, fällt als der Ast bricht und lässt sich vom Wasser davontragen. Kampflos, sogar singend. Diese Szene, die in Hamlet (1603) von Gertrude beschrieben wird, inspirierte Maler, Musiker und Filmemacher. Das Gemälde Ophelia (1852) von John Everett Millais ist weltbekannt, u. a. als Motiv von Postkarten. Wir erinnern uns, es im Kindesalter im elterlichen Badezimmer gesehen zu haben – ohne die Shakespeare-Connection zu kennen. Aber vielleicht ist das nicht nötig. Die Szene strahlt, ähnlich wie The Lady of Shalott (1888) von Waterhouse, eine fatalistische Romantik aus, die auf heutige Menschen wohl geheimnisvoll, fremd und attraktiv zugleich wirkt. Dass Shakespeare in Figuren wie Ophelia auf sublimale Weise, uralte Prototypen wie die Göttin Venus aufleben ließ, vermutete der Dichter Ted Hughes in seiner Analyse ‘Shakespeare and the Goddess of Complete Being’. Wer weiß. Jedenfalls klingen die Zeilen über Ophelias Tod auch in deutscher Übersetzung stark: 
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Wham, bam thank you Bram: On the 100. anniversary of Bram Stoker's death we look at the homage to 'Dracula' that is Stephen King's 'Salem's Lot (1975)

Heute vor 100 Jahren, am 20. April 1912, starb Bram Stoker. Mit seinem Hauptwerk Dracula (1897) schaffte Stoker es, alte Mythen in einen damals sehr modernen Kontext zu setzen. Auf so prägnante Weise dass der Stoff heute noch das Horrorgenre prägt. Stephen Kings Roman ‘Salem’s Lot (1975) ist eine Art Hommage an Stokers Dracula und wurde auf Deutsch als Brennen muss Salem veröffentlicht. Ein neues Vorwort von King für die 2005-Ausgabe, erschien auch auf Deutsch. Aber Kings umfangreiches Vorwort für die Neuausgabe vom Jahr 1999 (siehe unsere englische Taschenbuchausgabe im Foto) ist, soweit wir sehen können, nicht auf Deutsch erschienen. King erzählt darin dass er Stokers Dracula zum ersten Mal im Alter von neun oder zehn Jahren las, so um das Jahr 1957. Möglicherweise hatte ein Schulfreund die Geschichte erwähnt. Seine Mutter besorgte ihm das Buch aus der Stratford Public Library, in Connecticut wo die Familie damals lebte. Stephen merkte dass es ein oft ausgeliehener Band war: umgeknickte Seiten, hier und da ein Whiskyfleck. Etwas das ihm gefiel. King findet, dass nichts so sehr die Macht von guten Geschichten veranschaulicht wie Leihbücher – die Art wie gute Geschichten bestehen bleiben, während wir Menschen dahinaltern. Dracula war auch Kings erste Bekanntschaft mit der Form des Tagebuch- oder Briefromans. Er fand an dem anfangs etwas fragmentarisch wirkenden Stil jedoch Gefallen, weil es etwas detektivhaftes an sich hat. Er liebte die Geschichte, speziell die Art wie die furchtlosen Vampirjäger dem Grafen Dracula hinterhersetzten. Als King zehn Jahre später, also mit 19 ode 20 Jahren, Tolkiens Der Herr der Ringe entdeckte, kam ihm diese Trilogie vor wie eine etwas weniger düstere Version von Stokers Dracula: mit Frodo in der Rolle von Jonathan Harker. Gandalf als Van Helsing und Sauron als Quasi-Vampirgraf. Aber noch vor der Bekanntschaft mit Tolkien lernte King, im Alter von etwa 11 Jahren, eine neue, sehr amerikanische Version von Vampiren kennen. Nämlich in Form von EC Comics. Speziell die Tales from the Crypt Reihe. Die blutrünstigen Illustrationen von Graham Ingels ließen Bram Stokers Vampir-Beschreibungen regelrecht delikat erscheinen. Die EC-Vampire fuhren in Autos herum, betrieben Restaurants…hingen ihre Opfer kopfüber an die Decke und befestigten Zapfhähne an ihren Hälsen. Eine Gemeinheit! Seine nächste Begegnung mit Dracula kam im Jahr 1971 als der 24-jährige Stephen King Lehrer war und einen Kurs über Fantasy und Science Fiction gab. King hatte befürchtet dass Dracula ihn nach so vielen Jahren und bei genauerem Hinsehen entäuschen würde, so wie es bei Lieblingsbüchern aus der Kindheit oft der Fall ist. Aber ihm gefiel Dracula sogar noch besser als vorher: Große Bücher, meint King, werden mit der Zeit größer, Eines Abends dachte King in Anwesenheit seiner Ehefrau Tabitha laut darüber nach, wie es wäre wenn Dracula, anstatt im London des 19. Jahrhunderts ins New York der 1970er Jahre gekommen wäre? Die Ehefrau fand es aber spannender wenn
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Every picture tells a story: Über 500 Pubs in England heißen 'The Royal Oak'. Wir wollten wissen, warum?

Reklame kann auf interessante Weise künstlerische und sozialgeschichtliche Aspekte verbinden. Britische Pubs, die in etwa das Äquivalent von deutschen Kneipen oder Wirtschaften sind, haben eine Tradition von Schildern, oftmals sprichwörtlich Aushängeschildern die beidseitig und aufwendig bemalt sind. Die Schilder sind Prestigeobjekte, und professionelle Schildermaler arbeiten Tage oder auch mal eine Woche lang daran. Wirte legen Wert auf individuelle Gestaltung, deshalb sind bei bestimmten Pub-Namen die hundertfach vorkommen, die Schilder oft sehr verschieden. Ein kurzer Blick auf das Ergebnis der Google-Bildsuche für The Royal Oak zeigt dutzende Resultate, wobei auf Anhieb keins unserem Foto gleicht. Britische Pubs sind oft sehr gemütlich eingerichtet, fast wie Wohnzimmer, selbst hier bei uns an der Costa del Sol gibt es englische Pubs mit Kaminfeuern, Teppichen…manchmal sogar Sofas. Tatsächlich entwickelten sich britische Pubs aus den Wohnzimmern von Leuten die zuhause Bier brauten. Vor Hunderten von Jahren, als es noch keine Geschäfte gab die Bier in Flaschen verkauften, ging man in seiner Umgebung zu Leuten von den es sich herumgesprochen hatte dass sie
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Ausschnitt von Titians Gemälde 'Die Flucht nach Ägypten'. Zur Zeit in Londons National Gallery zu besichtigen

Eine bemerkenswerte Geschichte aus England die, soweit wir sehen, in deutschen Medien noch nicht erwähnt wurde. Es geht um ein Gemälde das Katharina die Große im Jahr 1768 nach Russland brachte: Das Bild ‘Die Flucht nach Ägypten‘ von dem Renaissance-Künstler Tizian hatte seitdem, also 244 Jahre lang, Russland nicht mehr verlassen. Jetzt ist das Bild erstmals, und nur für ein paar Monate, in der National Gallery von London zu sehen. Danach könnte es lange dauern bis das Bild Russland nochmal verlässt. Für Kunstliebhaber möglicherweise eine once in a lifetime Gelegenheit. Das über drei Meter breite Gemälde hat mehrere Besonderheiten: Es ist ein frühes Werk das von Tizian (1488 – 1576) noch im Teenageralter gemalt wurde. Zudem enthält ‘Die Flucht nach Ägypten‘ (1506) interessante Details und sogar Hinweise auf Tizians Leben. Das Bild handelt davon dass Josef und Maria mit dem kleinen Jesuskind nach Ägypten flüchten um König Herodes zu entgehen – so gemäß dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 2. Auf technischer Ebene fällt auf, wie aufwendig Tizian Josef und Marias wallende Tücher und Gewänder malte. Viel Ausdruckskraft auch in der Art wie Maria liebevoll Jesus an sich drückt. Das ganze Gemälde ist lebendig mit Details von Bäumen, Gräsern und Blumen. Im Hintergrund sind Berge (im Format unseres Bildausschnitts nicht zu sehen) und ein Fluss. Unweit davon sitzen zwei Schäfer unter einem Baum und sprechen mit einem römischen
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Paint it Black: Das düstere Mantra des Raben passt zu vielen Fragen. Lust, es mal auszuprobieren? Nimmermehr!

Bevor man im Internet eine riesige Zahl von Gedichtsklassikern jederzeit online lesen konnte, musste man sie in Buchform kaufen. Auch die gemeinfreien Sachen. Wir lieben das Netz, sind aber nicht so sicher ob dadurch tatsächlich mehr Gedichte gelesen werden. Wenn man früher zum Laden ging und sich ein Buch kaufte, fühlte man danach eine gewisse, naja, Verpflichtung das Ding auch zu lesen. Während wir heute Online-Texte die wir auschecken wollten oftmals Wochen und Monate vor uns herschieben. Nach der Devise: Kann warten, ist ja immer da! Eins der ersten Bücher mit Gedichten das wir uns als Teenager kauften war ein Band von Edgar Allan Poe, der allerdings auch seine Geschichten enthielt. Möglicherweise beeinflusst von dem seinerzeit ziemlich innovativen Progrockalbum Tales of Mystery and Imagination (1976) von Alan Parsons Project, das u. a. The Raven von Poe vertonte. Mit dem markanten Vocoder-Effekt. Auch das Gedicht Der Rabe hat eine gewisse effekthascherische Ader, aber man muss Poe zu Gute halten dass sich seine Sachen bestens zum laut vortragen eignen, z. B. in der Runde um ein Lagerfeuer. Solche Situationen waren ja vielleicht auch mal die Geburtsstätte der Dichtkunst. Anlass für die Erwähnung von Poe ist der neue Spielfilm The Raven (2012), hier der Tralier, mit John Cusack in der Rolle von Edgar Allan Poe. Der Film
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Rory Gallagher always sounded - and looked! - great to us. New story about him in the Irish Independent.

Schön, mal wieder von Rory Gallagher (1948 – 1995) in den Medien zu hören. Der sympathische Mann aus Irland war und ist einer unserer Lieblingsgitarristen. In Irland hat ein Mann in dem Dorf Riverstick 48 Jahre alte Fotos von Rory Gallagher und ein ebenso altes Tonband mit den allerersten Aufnahmen von dem irischen Kult-Gitarristen gefunden. Die Sachen stammen aus dem Jahr 1964, und schon allein die Fotos sind klasse. Wer hätte gedacht, Rory mal mit Schlips und Anzug zu sehen? Wunderbar: Der Typ sah einfach immer gut aus! Das Holzfellerhemd wurde später eins seiner Markenzeichen. Rorys berühmte Fender Stratocaster 1961 hatte damals noch eine ordentliche Schicht Lack drauf. Zur Herkunft der Fotos und Aufnahmen: Rory hatte im Jahr 1964 mit seiner damaligen Gruppe namens Fontana Showband in Londons Kingsway Studios fünf Demos aufgenommen, eins davon Slow Down, eine eigene Komposition die bisher unbekannt war. Das Tonband und die Fotos, die offensichtlich als Publicity-Material gedacht waren, landeten bei Phil Prendergast, dem damaligen Manager der Fontana Showband. In das Dorf Riverstick kamen die Aufnahmen als Prendergasts Ehefrau vor Jahren bei einem Umzug ein paar Sachen zum Aufbewahren an einen Bekannten gab. Dieser Mann, Tim O’Leary, fand vor kurzem darunter einen Aktenordner mit dem
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Der Roman 'Die Frau in Schwarz' von Susan Hill, Originaltitel The Woman in Black, wurde mit Daniel Radcliffe verfilmt

Unsere Überschrift bezieht sich darauf dass Susan Hills Roman Die Frau in Schwarz gerade vom den legendären englischen Hammer Studios als Kinofilm herausgebracht wurde. Übrigens sehr erfolgreich, mit dem Harry Potter Darsteller Daniel Radcliffe. Trailer am Ende des Artikels. Die BBC-Radioproduktion, Link ebenfalls unten, hält sich mehr an die Romanvorlage. Wir haben uns gerade den ersten von vier Teilen angehört: Gut gemacht. Eine Frau namens Alice Drablow ist im Alter von 87 Jahren gestorben und Arthur Kipps, der junge Repräsentant ihrer Anwaltskanzelei muss nach Nordengland zu ihrem Begräbnis fahren. Er wird außerdem beauftragt, sämtliche Papiere und Dokumente aus dem Haus der Frau einzusammeln und zur Kanzelei zu bringen. Sein Chef war selber als Kind dort und scheint eine Ausrede zu suchen um einen weiteren Besuch zu vermeiden. Die alte Frau lebte an der Nordseeküste, in einem Haus im Marschland das man nur bei Ebbe, über einen Wall namens Nine Lives Causeway erreichen kann. Ihr gehörte auch
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Scorsese's Jesus movie wasn't our cup of tea, but the soundtrack 'Passion' is one of the best things Peter Gabriel has done. We wish our readers & families a happy Easter

Martin Scorseses Jesus-Film war nicht unsere Kragenweite, aber die Filmmusik die Peter Gabriel später als eigenständiges Album namens Passion (1989) veröffentlichte, mit viel zusätzlicher Musik die nicht in den Film eingefügt werden konnte, ist eins seiner besten Werke: Mystisch und atmosphärisch. Zudem eine handfeste Bereicherung in dem Sinn dass hier ein erforschender, musikgeschichtlicher Ansatz vorhanden ist. So macht es zum Beispiel Sinn, bei einem Thema das, wie das Leben von Jesus, einen mittelöstlichen Hintergrund hat, neben modernen elektronischen Instrumenten wie Synthesizer auch traditionelle mittelöstliche Instrumente einzusetzten. Wir sind an Musik interessiert, und wenn es um Instrumente geht, sogar regelrechte Nerds die genau wissen wollen was, sagen wir mal, ein Kamancheh ist, wie es aussieht, funktioniert und klingt. Auf Peter Gabriels Album Passion (1989) hört man auch uralte Streichinstrumente wie die Tanbur, Blasinstrumente wie die Nay-Flöte, den Duduk und den Arghul. Ebenso Perkussionsinstrumente wie Daf und Mazhar. Ein faszinierender Aspekt von solchen Instrumenten ist dass sie tatsächlich eine Annäherung an antike Klangwelten erlauben. Musik die auf traditionellen Instrumenten gespielt wird, verändert sich nicht so schnell wie moderne Popmusik. Mitunter weil alte Instrumente nicht die sprichwörtlich tausenden von Klangvarianten moderner Synthesizer oder effektbeladenen E-Gitarren haben. Bei traditionellen Instrumente bieten sich oftmals schon aufgrund ihrer Konstruktion, bestimmte Tonfolgen und Spielarten an. Peter Gabriel hat die alte Klänge mit viel moderner Elektronik gemischt aber trotzdem hat diese Filmmusik eine andere Dynamik als seine eingängigen Rock- und Pop-Hits wie Sledgehammer oder Solsbury Hill. Das Soundtrackalbum Passion ist weitgehend instrumental, zwar mit Gesangsstimmen aber ohne herkömmliche Liedertexte. Das über 67 Min. lange Album hat über die Jahre viele Stunden auf unseren CD-Decks Zuhause und im Auto verbracht. Die Musik ist vielschichtig und auch nach oftmaligem Hören interessant: Auf dem Titellied Passion verschmilzt ambiente Elektronik mit mittelöstlichem Gesang. Rhythmische Elemente stehen auf A Different Drum im Vordergrund, zusammen mit einem starken, hymnischen Refrain in dem Gabriels Stimme gut hörbar ist. Und auf With This Love sind Chorgesänge die an J. S. Bach erinnern. Peter Gabriel diskutierte über das Projekt Passion, so lautete der Arbeitstitel des Scorsese-Films, schon im Jahr 1983. Der fertige Film erschien 1988. Peter Gabriel wollte im Vorfeld herausfinden, wie Scorsese den kortroversen Roman
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Val McDermids 'The Grave Tattoo' had mixed reviews. But it's the one with Hollywood potential. And a connection to William Wordsworth (1770 – 1850), whose birthday is on 7. April

Val McDermids Thriller The Grave Tattoo (2006), auf Deutsch als Das Moor des Vergessens veröffentlicht, hatte gemischte Kritiken, aber wir finden es klasse dass die Bestseller-Autorin sich an ein für Krimis eher untypisches Thema wie den Dichter William Wordsworth (1770 – 1850) herangewagt hat. Der Mann in dessen Gedichten oft die Natur im Mittelpunkt steht, hat heute am 7. April Geburtstag und wir schätzen, der McDermid-Krimi wäre Stoff für eine anspruchsvolle Kinoverfilmung. Denn neben dem weltberühmten Dichter, sind hier die mystisch-idyllischen Handlungsorte des Lake Districts und Verflechtungen mit historischen Ereignissen: wie die Meuterei auf der Bounty. Wobei eine derer Hauptfiguren, Fletcher Christian (1764 – 1793), tatsächlich ein Schulkamerad des Dichters William Wordsworth war. Die Meuterei auf der Bounty hat heute einen romantischen Mythos, nicht zuletzt durch mehrere Kinoverfilmungen, aber Meutereien waren damals eine todernste Angelegenheit: Selbst für das Beherbergen von einem aufs Land geflüchteten Meuterer gab es die Todesstrafe. Der englische Titel The Grave Tattoo bezieht sich auf eine Art Tätowierung wie sie Seeleute vor ca. 200 Jahren hatten. Ein besonders schönes Gedicht von Wordsworth finden wir Lines composed a few Miles above Tintern Abbey (1798). Mit den tagebuchhaften Beschreibungen des Dichters, der damals 28 Jahre alt war, kann man als Leser auf eine Reise gehen und – per Internet oder in echt – schöne Orte und Landschaften kennenlernen: Im Sommer 1798 besuchte Wordsworth zusammen mit seiner Schwester Dorothy die fast tausend Jahre alte Klosterruine Tintern Abbey in Wales. Er hatte den Ort schon einmal alleine, fünf Jahre zuvor besucht und beschreibt wie er sich auf einer Anhöhe unter Ahornbäumen ausruht und die wilde grüne Landschaft vor sich betrachtet. Er sieht Obstbäume, Hecken und Bauernhöfe, und den walisischen Fluss Wye. Er erwähnt wie oft er über die Jahre im Geist zu diesem Ort zurückgekehrt ist. Und dass er jetzt wieder Nahrung für zukünftige Jahre schöpft. Er beschreibt die Natur als seinen Anker, sein Leitbild und sagt dass dieses Gedicht ein Gebet an die Natur sei, denn er wüsste dass die Natur
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The biography by Piers Paul Read is full of interesting information. Today on the birthday of Alec Guinness (1914–2000) we look at some passages about Star Wars

Zum heutigen Geburtstag von Alec Guinness (1914 – 2000), erzählen wir aus ein, zwei Passagen von Piers Paul Reads autorisierter Biografie Alec Guinness (2003) die, soweit wir sehen, nur auf Englisch erschienen ist. Gegen Ende des Jahres 1975, während Alec Guinness in Los Angeles war um Eine Leiche zum Dessert (1976) zu filmen, bekam er von George Lucas ein Drehbuch für einen Sci-Fi Film ins Hotelzimmer geschickt. Guinness, der Katholik, fand die Idee vom Kampf zwischen Gut und Böse attraktiv und traf sich mit George Lucas im Restaurant Sorrentino’s zum Mittagessen. In seinem Tagebuch beschreibt Guinness den jungen Regisseur als jemand mit wenig Sinn für Humor – aber er mochte Lucas. Im Januar 1976 bekam Guinness ein Angebot von 150.000 Dollar plus eine ca. 2 % Beteiligung am producer’s profit. Dreharbeiten für Star Wars begannen März ’76 in den EMI Studios, England. Nach einem Mittagessen mit Lucas und Produzent Gary Kurtz, startet Guinness mit Proben für das Lichtschwerter-Duel mit Darth Vader. In seiner lakonischen Art vermerkt er dass David Prowse ein Riese von einem Mann ist, aber er den Verdacht hat dass er kein Schauspieler ist, wenn auch Mitglied von Equity, der Schauspielergewerkschaft. Guinness findet Mark Hamill und Harrison Ford sympathisch aber sagt dass er sich bei ihnen fühlt wie 90, und behandelt wird als ob er 106 sei. Guinness war damals Anfang 60. Zwischen dem 20. März  und 5. April ist Guinness, begleitet von Ehefrau Merula, beim Dreh in Tunesien, an den Orten Djerba und Tozeur. Ihm gefallen die Kulissen und Kostüme aber findet es nicht leicht, sich in die Rolle von Obi-Wan Kenobi hinein zu versetzen. Er findet das Drehbuch vage und ist
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Anne with an E: Der Jugendbuchklassiker 'Anne of Green Gables' von L. M. Montgomery als exzellentes BBC-Hörspiel

Anne auf Green Gables, so der deutsche Titel, ist ein Megaklassiker von einem Jugendbuch und wir haben uns gerade den ersten Teil der BBC-Hörspielproduktion angehört. Gut gemacht, Link folgt am Ende des Artikels. Die Romanvorlage ist sehr schön zu lesen, aber die enthusiastische Persönlichkeit der Titelfigur Anne kommt im Hörspiel natürlich super rüber, vielleicht sogar besser als in der Verfilmung. Die Sprecherin Barbara Barnes kann die temperamentvolle Anne Shirley besser spielen als Kinderdarsteller auf die man in Filmen angewiesen ist. Von der Stimme her dachten wir dass die Darstellerin vielleicht 18 oder 19 wäre, aber sie ist Mitte vierzig und ist zudem als Schauspielerin in mehrerenTV-Serien wie Poirot und Rebus aufgetreten. Der mittlerweile über 100 Jahre alte Roman hat sich nicht nur millionenfach verkauft sondern auch literarischen Einfluss gehabt. Wir stießen auf die Kanadierin Lucy Maude Montgomery bei Recherchen für einen Feature-Artikel über Astrid Lindgren, die Montgomery als Kind las und als einflussreich bezeichnete. Das fantasievolle elfjährige Waisenmädchen – mit auffälligem Rotschopf – hat tatsächlich Züge die man als Inspiration für Pippi Langstrumpf sehen könnte. Wobei fast ein halbes Jahrhundert zwischen den beiden
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