Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

On the birthday of C. S. Lewis (1898 -1963) we take a look at his autobiographical book 'Surprised by Joy (1955). Also, we listen to the rock band King's X and their album 'Out of the Silent Planet' (1988) which was inspired by Lewis' books

Wir haben uns am Geburtstag von C. S. Lewis (1898 -1963) zwei Bücher von ihm aus dem Regal geschnappt. Die sieben Romane seiner Chroniken von Narnia sind bestens bekannt, und obwohl wir die Bücher in verschiedenen Ausgaben besitzen, gefallen uns die etwas sanfteren und gefühvoll gezeichneten Cover von Pauline Baynes etwas besser als die neueren Cover die wie Poster für Fantasy-Filme aussehen. Wobei diese Cover attraktiv und technisch gut gemacht sind, und den Stoff für neue Generationen von Lesern attraktiv machen. Wir wollten heute jedoch auf ein etwas weniger bekanntes Buch von C. S. Lewis eingehen: Sein Buch Surprised by Joy wurde auf Deutsch als Überrascht von Freude veröffentlicht und ist, soweit wir sehen, die einzige Autobiografie von ihm, obwohl Lewis als Titel eine Zeile von dem Dichter William Wordsworth nimmt: ‘surprised by joy – impatient as the wind‘. Das Buch ist randvoll mit dererlei Referenzen zur Welt der Kunst, Musik und Literatur, inklusive Wagner, Goethe, Austen, Brontë, Beowulf, Plato…und so viel mehr, man wünscht sich es wäre ein Index dabei, aber es gibt diesen hier im Internet. Das Buch mit dem englischen Untertitel The shape of my early life wurde offiziell 1955 veröffentlicht obwohl es, gemäß unseres alten Fontana Taschenbuchs, schon einmal im Jahr 1935 beim Verlag Geoffrey Bles erschien. Ein interessanter Umstand der zum Beispiel nicht bei Wikipedia erwähnt wird. Zu diesem früheren Zeitpunkt wäre Lewis Ende Dreißig gewesen. Das Buch hat einen essayhaften oder man könnte sagen künstlerischen Ton insofern dass Lewis viel von seiner Gefühlswelt erzählt. Vielleicht verzichtete der Autor deshalb darauf das Buch eine Autobiografie zu nennen. Wir fanden es jedoch sehr interessant und lesenswert. Im 1. Kapitel erzählt er von seinem Elternhaus: Er hat eine gute Meinung von seinen Eltern, obwohl er schon als kleiner Junge einen Mangel an einer ästhetischen oer künstlerischen Dimension im Elternhaus bemerkte. Er nennt es ‘absence of beauty’, etwas das er seinen Eltern nicht vorhält, da er weiß dass beide sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt waren und dadurch Lewis und seinem Bruder eine finanziell abgesicherte Existenz bescherten. Aber Lewis begann, wohl als Ausgleich, schon sehr früh damit eine Art Fantasiewelt zu entwickeln die etwas an das Angria und Gondal der Geschwister Brontë erinnert. Die erfundene Welt von C. S. Lewis hieß Animal-Land und bestand, ähnlich dem späteren Narnia, aus anthropomorphischen Tieren, für deren Welt er sich Geschichten ausdachte und sogar Landkarten zeichnete. Manche Tiere waren ihm unheimlich, z. B. Ameisen, weil sie für ihn eine Art seelenlosen Kollektivismus verkörperten. Bücher die er gerne las, und die ihn beeinflussten, waren u. a. Fünf Kinder und zehn Wünsche (1902) von der Autorin E. Nesbit, und die Bücher von Beatrix Potter, speziell die Geschichten vom
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It's the birthday of William Blake (1757- 1827). His poem 'And did those feet in ancient time' is about the legend that Joseph of Arimathea, who may have traded in tin from the British Isles, brought Jesus to England as a boy and prepared Britain to become the future New Jerusalem. Our comment: OK, whatever works, but couldn't they have made it Andalusia?

Was sind die bekanntesten Gedichtzeilen in England? Wir tippen auf ein Gedicht von William Blake, der zu Lebzeiten wenig Erfolg hatte, aber ein Gedicht schrieb das später vertont wurde und heute de facto Nationalhymne Englands ist. Es geht um die Legende dass Josef von Arimathäa einst mit dem jungen Jesus England besuchte und darauf vorbereitete, zukünftig das Neue Jerusalem zu werden. Kommentar dazu gleich, zuerst singt Charlotte Church eine Version von:

And did those feet in ancient time 

And did those feet in ancient time.
Walk upon Englands mountains green:
And was the holy Lamb of God,
On Englands pleasant pastures seen!

And did the Countenance Divine,
Shine forth upon our clouded hills?
And was Jerusalem builded here,
Among these dark Satanic Mills?

Bring me my Bow of burning gold;
Bring me my Arrows of desire:
Bring me my Spear: O clouds unfold!
Bring me my Chariot of fire!

I will not cease from Mental Fight,
Nor shall my Sword sleep in my hand:
Till we have built Jerusalem,
In Englands green & pleasant Land

Für unsere Begriffe ein starkes Gedicht und ein wundervolles Lied, hier gesungen von der sympathischen Waliserin Charlotte Church aus Cardiff. Das bringt Erinnerungen zurück. In Cardiff haben wir mal U2 im Konzert gesehen, in einem Stadion namens Cardiff Arms Park. Und wo wir bei der Rockmusik sind wäre es gemein, nicht zu erwähnen dass es auch von den guten alten Progrockern Emerson, Lake & Palmer eine Fasssung von Jerusalem gibt, so lautet der Liedtitel des Gedichts. Hier ein YouTube Clip. Diese Version hat auch etwas für sich. Die Melodie die der Komponist Hubert Parry (1848 - 1918 ) zu William Blakes Gedicht schrieb, ist so schön dass sie quasi unzerstörbar ist. Aber obwohl wir Progrock-Fans sind, müssen wir gestehen dass ein echtes Orchester hier besser klingt als der Moog Apollo, damals der erste polyphonische Synthesizer, sprich: mit der Fähigkeit mehrtönige Akkorde anstatt nur einzelne Noten zu spielen. Allerdings hat der Apollo, damals 1973 noch ein brandneuer Prototyp, für unser Empfinden einen arg trocknen, etwas kalten Klang. Wir haben für ELPs Jerusalem absichtlich die Version auf YouTube mit dem Plattenspieler gewählt, weil der Klang so etwas zusätzlichen Raum erhält, der auf der Aufnahme selbst ein kleines bisschen fehlt. Nur unsere Meinung. Was das Gedicht und die darin beschriebene Legend betrifft: Es ist eine faszinierende Geschichte und wir wundern uns dass
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Sleeping Beauty: 200 years ago, in 1812, Jacob and Wilhelm Grimm published their collection of folk tales. Curiously, another of those tales inspired one of the biggest movies in 2012. 'Snow White and the Huntsman' with Kristen Stewart

Jemand fragte warum wir uns Netzmagazin für Kultur & Mythologie nennen wenn wir, im Vergleich zu anderen Theme, relativ wenig über griechische, römische oder germanische Mythologie schreiben? Der Grund ist dass wir, obwohl wir die alten Mythen faszinierend finden, auch sehr daran interessiert sind was eigentlich die Neuen Mythen, die Mythen der Moderne sind? Die Entstehung von Neuen Mythen sehen wir im Bereich von Literatur und Kunst, und auch in der Popkultur: In Musikformen, Figuren und Filmen die für viele Menschen eine starke Bedeutung bekommen. Was den Begriff Moderne anbelangt, gibt es verschiedene Interpretationen, aber in unserem Kontext ist es in etwa der Zeitraum nach der Französischen Revolution, der Übergang zum Industriezeitalter, bis zum heutigen Entstehen von postindustriellen Gesellschaften. Wenn man bei diesem Prozess mal von rund zweihundert Jahren ausgeht, passt das ganz gut zum 200. Geburtstag von Grimms Märchen, die erstmals im Jahr 1812 veröffentlicht wurden. Grimms Märchen hatten eine gigantische Resonanz, und nicht nur in Deutschland. Interessanterweise war einer der größten Hollywood Erfolge dieses Jahr, fast genau zweihundert Jahre später, der düstere Fantasy-Film Snow White and the Huntsman (2012) mit Kristen Stewart. Siehe Trailer. Der Film hatte weit mehr Ähnlichkeit mit den Tolkien-Verfilmungen vom Herr der Ringe, als mit Walt Disneys ebenfalls super erfolgreichen
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It's the birthday of George Eliot (1819 - 1880), the lady who wrote novels like Middlemarch and The Mill on the Floss

Anhand der Anzahl von Rezensionen bei Amazon, ist die englische Autorin George Eliot (1819 - 1880) in Deutschland nicht ganz so bekannt wie Jane Austen und die Brontë-Schwester, aber zumindest die beiden BBC-Verfilmungen ihrer Romane Middlemarch (siehe Trailer) und Daniel Deronda haben eine beträchtliche Fan-Gemeinde. Speziell Middlemarch, da in deutscher Synchronisierung erhältlich. Beide Filme werden Fans von Elizabeth Gaskell, Thomas Hardy und natürlich Austen und Brontë gut gefallen, da sind wir sicher. So weit unsere Empfehlungen, aber wir wollten für George Eliots heutigen Geburtstag eigentlich etwas über ihre Deutschlandreise im Jahr 1854 schreiben. Ein vielleicht etwas unbekannteres Kapitel aus ihrem Leben, denn die umfangreiche auf obigem Foto abgebildete Biografie von Gordon Haight ist nur auf Englisch erhältlich. George Eliot war gut bewandert in deutscher Literatur, und sprach auch Deutsch. Ihr Mann George Henry Lewes arbeitete damals an einer Goethe-Biografie und die beiden reisten für mehrere Monate nach Deutschland um zu recherchieren, um mit Leute zu sprechen die Goethe noch persönlich gekannt hatten. George Lewes und Marian, so nannten ihre Freunde sie, denn George Eliot wurde als Mary Ann Evans geboren, nahmen am 20. Juli 1854 ein Schiff von Londons St Katharine Wharf die Themse runter und dann über den Ärmelkanal nach Belgien. Sie blieben zwei Tage in Antwerpen wo sie die Kathedrale und Gemälde von Rubens Rubens besichtigten. Dann drei Tage in Brüssel, wo sie viel im Warandepark und Ville Basse spazieren gingen, Eliot wollte in dieser Gegend ein Gefühl für Charlotte Brontës Villette (1853) bekommen, denn diesen Roman, der auf Charlotte Aufenhalt in Brüssel beruhte, schätzte Eliot sogar noch mehr als Jane Eyre. Am 27. Juli nahmen Eliot und Lewes eine Zug nach Lüttich wo sie im Hotel de l’Europe übernachteten und die Kirche St.Jacques besichtigten, die ihnen sehr gefiel, und wo sie dem Orgelspiel zuhörten. Zwei Tage später nahmen sie einen Zug von Lüttich nach Köln. Dort arrangierte jemand für sie ein Treffen mit David Friedrich Strauß, dem deutschen Philosophen und Autor des damals aufseheneregenden Buchs Das Leben Jesu (1836), das Eliot ins Englische übersetzt hatte. George Eliot fand dass Strauß traurig und angespannt wirkte, und war froh als die Reise weiter ging, mit einem Boot auf dem Rhein nach Koblenz, wobei sie der Blick auf Festung Ehrenbreitstein genoss. Danach ging es weiter nach Frankfurt, wo sie im Hotel Weidenbusch übernachteten, nahe Goethes Geburtshaus, das sie zweimal besuchten. Sie sahen sich auch das Goethe-Denkmal von Schwanthaler an und besichtigten Johann Heinrich von Danneckers Skulptur Ariadne auf dem Panther, die sie beeindruckte.

We look at a journey George Eliot and her companion George Lewes made to Weimar (pictured) to research Goethe's life

Von Frankfurt aus nahmen sie den Zug nach Weimar, wo sie im Hotel Erbprinz  übernachteten. Eliot und Lewes hatten aufgrund ihres Interesses an Goethe erwartet dass Weimar so etwas wie das Athen des Nordens sei, und waren von der Stadt selber auf Anhieb etwas entäuscht, fanden es sei eher ein Sparta, als ein Athen. Sie hatten durch David Friedrich Strauß eine Empfehlung an Gustav Schöll, den Direktor der Kunstanstalten Weimars bekommen, der ihnen Goethes Dichterzimmer im Stadtschloss Weimar (siehe Foto links) zeigte. Lewes und Eliot sprachen in Weimar auch mit Goethes Vertrauten Johann Peter Eckermann, der zu dem Zeitpunkt sehr gebrechlich war und nur noch wenige Monate zu leben hatte. Am nächsten Tag machten Eliot und Lewes einen Besuch in Altenburg, wo Franz Liszt sie zum Frühstück eingeladen hatte. Liszt war in Begleitung von Prinzessin Sayn-Wittgenstein. Das Frühstück fand im Garten statt und einer der Besucher war Hoffmann von Fallersleben, der Gedichte für die Gäste vortrug. Lewes sprach mit der Prinzessin Carolyne über Goethe. Später ging es in den Salon des Hauses, wo Liszt für die Besucher Piano spielte. (Musik-Clip: ‘Fantaisie romantique mit Video ‘A Trip to Weimar‘). Eliot war begeistert und kommentierte:

For the first time in my life I beheld real inspiration - for the first time I heard the true tones of the piano. He played one of his own compositions - one of a series of religious fantaisies. There was nothing strange or excessive about his manner… there was nothing petty or egoistic to mar the picture‘.

Liszt besuchte Eliot und Lewes öfters, ging mit ihnen im Hotel Erbprinz essen oder zum Kaffeetrinken in die Kaufgasse. Bei einem dieser Treffen stellte Liszt ihnen einen jungen russischen Komponisten namens Anton Rubenstein vor, dessen Oper Die Sibirischen Jäger Liszt im Begriff war als Aufführung zu produzieren. Liszt stellte den beiden auch Musik von Wagner vor. Eliot fand Lohengrin langatmig und monoton, aber mochte Tannhäuser und Der Fliegende Holländer. Eliot und Lewes wurden auch öfters von der jungen Mäzenin Marie zu Hohenlohe-Schillingsfürst  zu Abenden eingeladen, es gab Vorführungen von einem Zauberkünstler namens Hermann und Clara Schumann spielte Piano. Eliot vermerkte in ihrem Tagebuch das Claras Ehemann geisteskrank geworden war und Clara nun alleine acht Kinder ernähren müsse. Lewes arbeitete weiter an seiner Goethe-Biografie und versuchte mit jedem zu sprechen der Goethe persönlich gekannt hatte. Seine Schwiegertochter Ottilie von Goethe erlaubte Lewes, sich Goethes Arbeitszimmer und Schlafzimmer anzusehen. Eliots und Lewes etwa dreimonatiger Aufenthalt in Weimar ging Anfang November zu Ende. Sie frühstückten zum Abschied mit Liszt und Prinzessin Marie. Gustav Schöll brachte Lewes Empfehlungsbriefe für den anstehenden Aufenthalt in Berlin vorbei, und für Eliot ein Gedicht von Ludwig Uhland. George Eliot wunderte sich etwas über die ‘thoroughly german‘ Art, mit mehrfachen Küssen auf den Mund Abschied zu nehmen und am  3. November 1854 nahmen Eliot and Lewes den Zug nach Berlin.
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Show me a guitar hero, and I'll write you a tragedy: It's the birthday of Duane Allman (1946 -1971) and we listen to the Allman Brothers Band album 'At Fillmore East' (1971) . Duane's brother Gregg, who plays with the band to this day, has published his autobiography 'My Cross to Bear' (2012)

Heute ist Geburtstag von Duane Allman (1946 -1971) dem legendären Gitarristen der Allman Brothers Band. Links im Bild ist Duane mit seiner sunburst farbenen Gibson Les Paul, eine Gitarre die er mit einem 50 Watt Marshall Amp sehr oft bei Konzerten benutzte. Mit im Bild ist das Album ‘At Fillmore East‘ (1971), auf dem Duanes Gitarrenklang ausgiebig zu hören ist. Dieses Album, mit mehr als 78 Minuten Musik, taucht bis zum heutigen Tag nahe der Spitze von Listen der Besten Livealben aller Zeiten auf. Und auch in der Top-50 Liste des Rolling Stone Musik Magazins, als eins der besten Alben überhaupt. Zu Recht, denn die Band spielt fantastisch, die Live Atmosphäre und der Klang ist gut, und die Lieder sind Klassiker. Gleich das erste Lied Statesboro Blues geht los wie eine Rakete, mit dem markanten Slide-Gitarren-Klang von Duane, wobei er den Gitarrensaiten mit einem leeren Glasfläschen auf dem linken Ringfinger Klänge entlockt die flüssig und zugleich super fetzig sind. Auch das Albumcover von At Fillmore East, obwohl es mit Schwarzweiß Fotos auf Anhieb vielleicht nicht so besonders spektakulär wirkt, enthält einiges an Geschichten. Zum einem weil man hier nochmal alle Bandmitglieder am Leben sieht. Auf der linken Hälfte des aufgeklappten Doppelabums sieht man die gesamte Roadcrew wobei einer davon, Twigg Lyndon, nur als Foto auf der Backsteinwand zu sehen ist weil er zu diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft war. Dass die Crew Dosen mit Pabst Blue Ribbon in den Händen hielt, sorgte damals für eine beträchtliche Umsatzsteigerung der Biermarke. Gitarrist Duane Allman sitzt auf der rechten Seite und lächelt. Die anderen Bandmitglieder lachen lauthals, denn Duane hält mit seinen Händen eine Tüte Kokain
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Great Expectations (1861): 'Ours was the marsh country, down by the river...'. A wonderful novel by Charles Dickens, and with a brandnew cinema version starting (trailer below) we look at some places and traditions of Kent that inspired the author

Anlässlich der kommenden Kinoverfilmung ‘Große Erwartungen‘ (2012) wollten wir versuchen einige Landschaften und Orte der Grafschaft Kent ausfindig zu machen, die bei Charles Dickens eine Rolle spielen. Die Neuverfilmung von Mike Newell startet in Deutschland am 13. Dezember. Ein Trailer ist unten auf unserer Info-Leiste. Es ist gut dass es Bücher gibt die nach mehr als 150 Jahren noch gelesen und verfilmt werden. Im Fall von Große Erwartungen (1861) sind es allein in den letzten fünfzig Jahren etwa zehn englischsprachige Verfilmungen. Vielleicht sollte der deutsche Kultubetrieb davon Notiz nehmen, denn wie viele deutsche Romane und Autoren aus dem 19. Jahrhundert werden auch nur annähernd so gepflegt? Mehrere der Dickens-Verfilmungen sind sehenswert. Unsere Lieblingsfassung ist bis jetzt die BBC-Produktion Great Expectations (1999). Die haben wir übers Wochenende angesehen und die können wir rundum empfehlen. Wir haben die DVD aber sie ist auch auf YouTube. Link dazu ebenfalls auf der Info-Leiste. Die neue Kinofassung, die anhand des Trailers einen guten Eindruck macht, werden wir sehen sobald wir können und dann detailliert davon berichten. Was uns dazu reizt, Filme und Stoffe die wir schon kennen, immer wieder auszuchecken, ist wenn sie eine gewisse Vielschichtigkeit haben. Manche Romane bieten, neben der reinen Handlungsebene, auch andere interessante Informationen, zum Beispiel über zeitgeschichtliche Details, Orte, Traditionen und Milieus die auf eine mehr oder weniger dokumentarische Weise festgehalten werden. Ein kleines Beispiel dafür wie Dickens’ Romane eine ergiebige Quelle von Zeitdokumenten sind, ist das Lied von Old Clem das Pip der Waisenjunge und angehende Schmied beim Besuch von Miss Havisham und Estella, und auch beim Schwingen des Hammers in der Schmiede singt:

With a thump and a sound – Old Clem!
Beat it out, beat it out – Old Clem!
With a clink for the stout – Old Clem!
Blow the fire, blow the fire – Old Clem!
Roaring dryer, soaring higher – Old Clem!

Wir fragten uns dabei, wer mit Old Clem wohl gemeint sein könnte, und fanden heraus dass St. Clement in England der Schutzheilige des Schmiedehandwerks ist. Vielleicht weil der Mann im 9. Jahrhundert als Märtyrer mit einem Anker im Meer versenkt wurde. Die Verbindung von St. Clement mit dem Schmiedehandwerk scheint es in Deutschland nicht zu geben. Dickens verewigt hier also in einem Nebensatz eine englische Tradition die, beim industriebedingten Verschwinden von Schmieden aus Dorfgemeinschaften, somit zumindest literarisch erhalten bleibt. Das Lied führt uns auch zu Charles Dickens’ Verbindung mit der Grafschaft Kent, wo er viele Jahre seiner Kindheit verbrachte. Das Lied, dessen spezifische Melodie mittlerweile verloren ist, aber wovon vielleicht dieses folkige Instrumentalstück St. Clement eine Vorstellung gibt, hörte der junge Dickens am Schiffbauplatz Chatham Dockyard am Fluss Medway in Kent. Dort arbeiteten im 19. Jahrhundert zeitweise über 1500 Handwerker, darunter viele Schmiede, die am 23. Nov, dem St. Clement’s Day ihre Prozessionen und Lieder zum Besten gaben. Dickens, dessen Vater in der Verwaltung des Dockyards arbeitete, war 4 Jahre alt als seine Familie nach Chatham in Kent zog, und die Menschen, Landschaften und Orte dieser Grafschaft
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Ah, the glory of well-designed print with interesting information. With George Lucas in the news recently, we look at an article about him in a WIRED magazine from 2005 which, to us, foreshadows his deal with Disney. Which is a good move

George Lucas war vor kurzem in den Nachrichten weil er, kurz gesagt, sein Imperium, inklusive den Rechten an der Star Wars Saga, an Disney verkauft hat. Die Reaktion in der deutschen Presse darüber schien verhalten, was uns überraschte denn – außer wenn irgendjemand Pillen hat mit denen man Lucas ewig am Leben halten kann – sind Disney und die Lucas-Filme das absolute Traumteam. Man stelle sich vor, Lucas hätte nicht den richtigen Nachfolger gefunden, oder die Rechte wären an ein wackeliges Filmstudio gegangen anstatt an den soliden Disney Konzern. Der Grund warum wir bei der Disney & Lucas Geschichte an einen sieben Jahre alten Artikel im Wired Magazin (siehe Foto) dachten, ist dass sich darin, für unsere Begriffe, George Lucas’ Abschied von seinem Imperium schon abzeichnete. Das Cover, auf dem Lucas und Darth Vader verschmilzen, hat eine Signifikanz. Denn Lucas beabsichtigte, gemäß dem Interview, schon damals, als er gerade Die Rache der Sith (2005), also wohl seine letzte Episode der Star Wars Saga zu Ende gedreht hatte, sich neu zu erfinden. Er scheint sich insofern mit Darth Vader zu identifizieren als dass er, dem es als junger, rebellischer und experimenteller Filmemacher einst missfiel dass Konzerne die Filmindustrie übernommen hatten, nun selber der Kopf eines solchen Konzerns geworden war. Er sagte dass er seine finanzielle Sicherheit nun dazu benutzen wolle, Filme zu drehen die niemand von ihm erwartet und die vielleicht sogar niemand sehen will. Und dass er sich das Recht verdient habe, auch mal zu scheitern, Lucas hatte damals etwa ein Jahr damit verbracht, sein Kinodebut, den orwellischen Sci-Fi Film THX 1138 (1971) für die 2004 Neu- bzw. Erstveröffentlichung auf DVD und im Kino zu bearbeiten. Dabei hatte er viel Spaß gehabt, und wir vermuten das trug dazu bei, dass Lucas sich danach sehnte wieder zu seinen eher alternativen Wurzel und Einflüssen zurückzukehren. Einer dieser Einflüsse war ein experimenteller Kurzfilm namens 21-87 der im Jahr 1963 von dem Kanadier Arthur Lipsett gemacht wurde. 
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The 2LO looks like something out of H. G. Wells' Time Machine but it's the radio broadcasting equipment first used by BBC radio 90 years ago in 1922. Now in the Science Museum

Es sieht aus wie  H. G. Wells’ Zeitmaschine, aber vor 90 Jahren, im November 1922 startete der BBC-Hörfunk und das legendäre Sendegerät 2LO, wovon ein Teil links im Bild zu sehen ist, steht heute im Science Museum von London. Der 2LO war einer der ersten seiner Art, in Deutschland zum Beispiel ging der Hörfunk erst im Oktober 1923, knapp ein Jahr später los. Wir sind, wie Leser sicher schon gemerkt haben, große Fans von Radio und anderen Audiomedien, mitunter weil man dabei nicht so völlig vereinnahmt wird wie es zum Beispiel beim Fernsehen der Fall ist. Man kann Radiosendungen, seien es Nachrichten, Hörspiele oder Dokus, beim Autofahren oder je nach Job sogar bei der Arbeit hören, und vielleicht am besten von allem: Wenn man will kann den armen, von der allgegenwärtigen Bilderflut bombadierten Augen eine Pause gönnen und die Fantasie Bilder im Kopf malen lassen. Wie wir einem Guardian Artikel entnehmen, der unten auf der Info-Leiste verlinkt ist, hat Damon Albarn, das Mitglied von den Bands Blur und Gorillaz, für das 90. Jubiläum des BBCs und des 2LOs ein experimentelles Stück, eine Art Klangcollage gemacht. Das 3 min. lange 2LO Calling kann hier bei YouTube ausgecheckt werden. Wir finden es ganz gut, oder zumindest originell, so wie es Collagen und experimentellen Sachen halt an sich haben. Mit dabei ist der Glockenschlag von Big Ben, Musikfragmente, Morsecode, verschiedene Stimmen und alles was Radiotechnik an Zirpen und Rauschen hergibt. Als dann ein paar ruhige Pianoakkorde einsetzten bekommt das Ganze sogar eine gewisse melancholische Note. Vielleicht sollte Damon Albarn bei Sigur Rós einsteigen? Der Titel des Stücks kommt von dem damaligen Radioansager der mit der typisch zackigen Stimme seiner Epoche bekannt gibt: This is 2LO, the London station of the British Broadcasting Company, calling! Diese ulkige Art von Klang, etwa so als ob man in einen leeren Becher hineinspricht, ist erstaunlicherweise durch Samples in der Popmusik in den letzten Jahren wieder etwas in Mode gekommen. Manchmal ist Lo-fi  cooler als Hi-fi.

Info  Wiki-Eintrag über das Radiosendegerät 2LO das sich heute im Science Museum von London befindet / Artikel über die Geschichte des Hörfunks bei Wiki / Ein Buch zum Thema für Radio-Fans: ‘Hello Again: Nine Decades of Radio Voices’ (2012) von Simon Elmes erscheint am 17. Dezember.

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HMS Surprise is Captain Jack Aubrey's ship in the novel by Patrick O'Brian set in the Napoleonic wars. Parts of the story appear in the movie Master and Commander with Russell Crowe. Now there's a BBC radio dramatisation, Link below

Ein Hörspiel nach Patrick O’Brians Roman ‘Duell vor Sumatra‘ ist online, Link unten auf der Info-Leiste. Auf dem Foto ist unser altes Hörbuch mit einer Lesung des Romans, noch auf Audiocassetten. Oh Mann, wir können bald ein Museum aufmachen – und wenn wir nicht aufpassen, landen wir selber als Ausstellungsstück darin! Aber die folgende BBC-Produktion ist keine Lesung sondern ein Dramatisierung mit einer Klangkulisse und vielen verschiedenen Sprechern. Der englische Originaltitel HMS Surprise ist hier der Name von Kapitän Jack Aubreys Schiff. Peter Weirs gute und erfolgreiche Kinoverfilmung Master & Commander – Bis ans Ende der Welt (2003) mit Russell Crowe enthielt Elemente von diesem, aber auch von anderen von O’Brians Romanen. Das BBC-Hörspiel ist gut, und den Film fanden wir schlichtweg fantastisch. Man kann nur hoffen dass zukünftig ein weiterer Film, am besten eine Trilogie gedreht wird, denn die insgesamt zwanzig Romane um Kapitän Aubrey und seinen Freund den Schiffsarzt Stephen Maturin geben viel her. Nicht nur an Seeschlachten sondern auch an vielen anderen historischen Details. Sogar Musik spielt in den Geschichten eine Rolle, so wird im Roman Duell vor Sumatra (1973) zum Beispiel erwähnt wie Aubrey auf der Geige, und Maturin auf dem Cello zusammen Musik von Carelli, Hummel und Luigi Boccherini spielen, etwas das auch in einer Filmszene von Master and Commander verarbeitet wurde. Vielleicht wollte O’Brian damit auch betonen dass seine Hauptfiguren keineswegs nur Haudegen waren, sondern auch viel Kultur hatten. Solche Details zeigen dass Patrick O’Brian (1914 – 2000), zu dessen Fans übrigens auch renommierte Autoren wie A. S. Byatt zählen, viel zeitgeschichtliches Hintergrundmaterial in seine Bücher einbezog. O’Brian war auch ein großer Verehrer von Jane Austen, und hatte genug Geld um es sich leisten zu können beim Schreiben immer einige Erstausgaben von Austen-Romanen neben sich auf dem Schreibtisch liegen zu haben. Gar nicht mal so unangemessen, denn Austen lebte und schrieb genau zu der Zeit in der O’Brians Romane spielen, also während den Napoleonischen Kriegen. Es ist anzunehmen dass O’Brian die Art wie Leute damals sprachen und dachten, zum Teil bei Autoren wie Austen recherchierte. Wir finden es spannend, teils erschreckend wie Seeleute, in Zeiten bevor man auf Rettung durch moderne Technik, z. B. durch Flugzeuge hoffen konnte, damals mit vielleicht 200 Mann auf Gedeih und Verderb mit dem Schicksal ihres hölzernen Schiffs auf dem Ozean verbunden waren. Es gab keinen Plan B. Wir wünschen spannende Unterhaltung beim Hörspiel und bei Romanen und Verfilmungen von Patrick O’Brians Werk.

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Info  Das BBC-Hörspiel HMS Surprise  nach Patrick O’Brian / Hörspiel verpasst? Momentan kann das Hörspiel auf YouTube gehört werden

Avenita Kulturmagazin

 

Few books make being homeless, penniless and on the road seem as romantic as the children's classic Rasmus and the Vagabond (1956) by Astrid Lindgren (1907 - 2002), whose birthday is today. Outsiders are a recurring theme of hers

Es ist der Geburtstag von Astrid Lindgren (1907 - 2002) und wenn wir Leser nach ihrem Lieblingsbuch fragen, wird das vermutlich einiges Kopfzerbrechen bereiten, denn es gibt so viele gute Sachen von ihr. Unsere Wahl fällt dadurch leichter dass wir gerade einen ihrer Romane als Gutenachtlektüre für die Kinder vorlesen. Während einige ihrer Bücher, wie Die Kinder aus der Krachmacherstraße (1957) gezielt in einer einfachen Sprache geschrieben zu sein scheinen, haben manche ihrer Romane Themen die einen auch als Erwachsenen beschäftigen. Zum Beispiel die Art wie Lindgren die Außenseiterthematik in Rasmus und der Landstreicher (1956) behandelt. Dies scheint, wie auch bei Pippi Langstrumpf, eins von Lindgrens Kernthemen zu sein. Während manche modernen Kinderbücher voller guter Absichten aber auf eine eher sentimentale Weise an Schuldgefühle appelieren,  z. B. von wohlhabenden Familien gegenüber unterprivilegierten Leuten, hat Lindgren für unsere Begriffe einen anderen Ansatz: Sie stellt die Existenz von dem Waisenjungen Rasmus und dem Landstreicher Oskar, die beide mittellos und obdachlos durchs ländliche Schweden ziehen, als ziemlich romantisch dar. Um das zu veranschaulichen, werden wir eine kurze Passage frei und auszugsweise nacherzáhlen:

Jetzt wusste Rasmus was es bedeutete Landstreicher zu sein. Man konnte machen was man wollte, wandern, essen und schlafen wann es sich ergab. Man war frei wie ein Vogel im Wald….Er sah die grünen Wiesen mit Kühen in der Morgensonne, die roten Bauernhäuser, Mägde die an Hausecken Milchkannen reinigten und Knechte die Pferdetröge mit Wasser füllten…Er sah alles genauso wie Landstreicher es sehen

Das ist keine Mitleidstour die Lindgren hier ankurbelt, sondern es hat eher etwas von amerikanischer Hobo-Romantik á la Freedom’s just another word for nothing left to lose von Kris Kristoffersons Klassiker ‘Me and Bobby MacGee’. Oder auch von Mark Twains Die Abenteuer des Huckleberry Finn. Lindgren beschönigt nicht die Schwierigkeiten der  Menschen, sei es dass Polizisten den Landstreichern das Leben schwer machen, oder dass Waisenkinder in staatlichen Anstalten damals ihren Unterhalt durch Feldarbeit wettmachen mussten. Oder dass ganze Dörfer leerstehen weil die Bewohner wirtschaftlich bedingt nach Amerika auswandern mussten. Der Unterschied bei Lindgren ist die Einstellung gegenüber den Schwierigkeiten. Hier
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Could the legend of The Children of Lir have connections with a place in Ireland that once was the hub of bronze age copper production? If we're wrong, we still got a beautiful song for you

Man kann Legenden auf verschiedene Weise betrachten, zum einem auf die Art wie Kinder es tun wenn sie Märchen spannend finden, ziemlich ähnlich der Art wie man auch als Erwachsener einen Roman oder einen Film genießt, ohne dabei immer nach einem Sinn zu suchen. Das hat einiges für sich, denn vieles was Menschen passiert, im eigenen Leben oder auch in der Geschichte der Menschheit, ist von Zufällen oder unvorhersehbaren Ereignissen geprägt. Und vielleicht reflektieren viele Geschichten die Menschen erzählen, sei es in Büchern, Filmen oder, wie es früher einmal war, in Märchen und Sagen, primär die Ungereimtheit des Lebens und geben dies durch eine starke fantastische, also frei erfundene Komponente zum Ausdruck. Deshalb können Legenden – obwohl sie in manchen Fällen vielleicht die einzigen
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The song 'The Return of the Grievous Angel' by Gram Parsons (1946 -1973), whose birthday is today, is such a lovely Country classic. Gram's accompanied by Emmylou Harris & guitarist James Burton. 'Pick it for me, James!'

Es ist der Geburtstag von Gram Parsons (1946 – 1973) der mit nur 26 Jahren starb aber viele schöne Lieder hinterlassen hat. Gram schaffte es, Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre, Rockmusiker wie die Rolling Stones und die Byrds für Country Musik zu begeistern, und brachte damit einen Stein ins Rollen - zu einer Zeit als Country von der Counterculture nicht unbedingt als cool angesehen wurde. Mainstream Country Musik war zu diesem Zeitpunkt eher die alte Garde und verkörperte für viele Hippies die Generation ihrer Eltern. Das änderte sich als Leute wie Neil Young und die Eagles Hits hatten die Elemente von Country mit Rock verbanden. Und irgendwann im Laufe der 70er Jahre konnte man sich dann vor lauter Country-Rock kaum noch retten. Gram Parsons hatte an dieser Entwicklung einen beträchtlichen Anteil, auch wenn er heute, vermuten wir mal, in Ländern wie Deutschland eher ein Geheimtipp ist. Falls wir uns darin täuschen, um so besser. Country Fans sind ja bekanntlich treu wie deutsche Schäferhunde, und vielleicht hören die Trucker und auch ein paar Biker heute mit uns Gram Parsons. Herzlich willkommen. Ein Lied das Sie ihrem DJ nahelegen könnten, auch weil es spezifisch vom Fahren handelt, ist The Return of the Grievous Angel, hier als YouTube Clip. Komponiert und gesungen von Gram Parsons, begleitet von der wundervollen County Sängerin Emmylou Harris und auch von James Burton, dem legendären Gitarristen von Elvis Presley. Daher auch der Ruf ‘Pick it for me, James!‘ mit dem Gram das Gitarrensolo vorstellt. Um einen Eindruck vom Text des Lieds zu geben, werden wir frei und auszugsweise
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A new BBC radio play of Mary Shelley's Frankenstein (1818) is online, link below. The novel, to us, is pretty well the daddy of the Sci-Fi genre. It's subtitle 'The Modern Prometheus' being one hint - and surely an influence on Ridley Scott

Ein brandneues Hörspiel nach dem Roman Frankenstein von Mary Shelley (1797 - 1851) ist online und es lohnt sich diese aufwendige, atmosphärische Produktion auszuchecken. Was wir bis jetzt gehört haben, den ersten von zwei Teilen, gefällt uns besser als die verschiedenen Filmversionen. Ein Problem das Filme mit Monstern haben, siehe auch Stephen Kings Spinne in der Verfilmung von Es, ist dass Monster meist effektiver als Bild in unseren Gedanken funktionieren, als wenn sie mit Schminke oder mit aufgeklebten Latex-Teilen auf einem Filmset herumwandeln. Heute wird kaum jemand Boris Karloffs Darstellung von Frankensteins Kreatur wirklich angsteinflößend finden, obwohl sie und der Film viel für sich hat. Merkwürdigerweise macht selbst die neuste Computertechnik Horror nicht unbedingt ‘besser’ oder realistischer. Wir fanden Ridley Scotts Film Prometheus sehr gut aber, trotz aller Technik, war der Horror der Kreatur in Alien (1979) intensiver, gerade weil man sie weniger und undeutlicher sah. Wir erwähnen Prometheus nicht zufällig: Die Autorin Mary Shelley wählte den Namen dieser mythologischen Figur als Untertitel für ihren Roman Frankenstein oder Der Moderne Prometheus (1818), der für unsere Begriffe den Grundstein für das  Sci-Fi Genre legte. Es besteht eine starke Symbiose zwischen Sci-Fi und dem Horror-Genre, denn Science Fiction handelt oft von Sorgen und Ängsten über moderne Entwicklungen und deren potentielle Szenarien, seien es Atomkriege oder Maschinen die Menschen überflüssig machen und so weiter. Wie sehr der Roman Frankenstein von wissenschaftlichen Entwicklungen seiner Epoche beeinflusst ist, zeigt allein schon Mary Shelleys Vorwort, in dem sie die Experimente eines gewissen Herrn Charles Darwin erwähnt.

Info Das BBC-Hörspiel Frankenstein / deutscher Wiki-Artikel über die Romanvorlage / und die Autorin Mary Shelley / Der Roman ist auf Deutsch bei Amazon.de erhältlich, ebenso wie die beiden Hauptverfilmungen mit Boris Karloff, bzw. Robert De Niro als Darsteller der Kreatur. Hörspiel verpasst? Wird früher oder später wiederholt, wir weisen im Blog darauf hin.

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Five on a Treasure Island: 70 years ago, in the autumn of 1942, the first book of Enid Blyton's classic adventure series The Famous Five was published. The reissue editions (from Hodder Children's) above have the original Eileen A. Soper illustrations, with 'The Famous Five' logo added to the cover

Vor 70 Jahren, im Herbst 1942, wurde der erste Band von Enid Blytons Abenteuerserie Fünf Freunde veröffentlicht. Auf dem Foto sind Neuausgaben mit Originalillustrationen und Cover von Eileen A. Soper, wobei das Logo The Famous Five hinzugefügt wurde. Auf Deutsch kam ’Five on a Treasure Island’ etwa ein Jahrzehnt später als Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel (1953) heraus, und die Serie wurde ein gigantischer Erfolg in Deutschland. So sehr dass sich selbst die Autorin darüber wunderte. Sie war Erfolg gewohnt: schon in den 50er Jahren wurden ihre Bücher in Dutzende Sprachen übersetzt, darunter Japanisch und Indisch, aber in Deutschland lasen sogar Erwachsene die Bücher. Das Sachbuch Enid Blyton. The Biography von Barbara Stoney enthält zu diesem Thema einen Briefwechsel zwischen Blyton und dem Psychologie-Professor Peter McKellar. Enid Blyton schrieb:

‘…although my characters are typically British children, with the British ideals of fair play, loyalty, generosity and so on, all these nations love my books, and clamour for them. The one that clamours most, oddly enough, is Germany. Even the adults read them there – I’d love to be told why and how this should be – perhaps you can enlighten me! (Auszug aus ‘Enid Blyton. The Biography, von Barbara Stoney)

Blyton erhielt auf diese Frage, so weit wir sehen, keine direkte Antwort, vermutlich weil obige Passage nur ein winziger Teil von einem langen Brief war, der hauptsächlich davon handelte, woher Enid Blyton die Inspiration für ihre Geschichten bekam. Im Gegensatz zu vielen Journalisten und Kritikern die Blytons Büchern eher herablassend oder sogar ablehnend gegenüber standen, hatte Prof. McKellar von der Otago University, Neuseeland, ein echtes Interesse an Blyton. Er arbeitete an einer psychologischen Studie über die kreativen Prozesse bei der Entstehung von Ideen, und bezog Teile der fünf Jahre andauernden Korrespondenz mit Blyton später in seine Veröffentlichung Imagination and Thinking (1957) ein. Enid Blyton hatte schon als Kind gern und viel gelesen, Bücher wie Betty und ihre Schwestern (1868) von Louisa May Alcott und Black Beauty (1877) von Anna Sewell. Sie mochte allerdings nicht Grimms Märchen, weil sie ihr zu brutal waren. Enid hatte schon mit neun Jahren die bemerkenswerte Fähigkeit, sich eine Buchseite kurz durchzulesen und sie dann fast Wort für Wort wiedergeben zu können. Sie erklärte Prof. McKellar den Schreibprozess ihrer eigenen Bücher bildlich wie das Öffnen eines Schleusentors, als einen Vorgang der zum Teil außerhalb ihrer Kontrolle lag. Schon als kleines Kind kamen ihr vor dem Einschlafen, wenn sie ihren Gedanken freien Lauf ließ,
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