Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

So Halloween is scary? And what about fairies in the woods turning honourable knights into zombies? They should have a signpost: Stay on your horse at all times! It's the birthday of John Keats (1795 -1821) and we look at his poem La Belle Dame sans Merci, and a musical interpretation of it

Es ist der Geburtstag von John Keats (1795 – 1821). Dazu ein Gedicht von ihm das mit seiner übersinnlichen Thematik ganz gut zu Halloween passt. Es inspirierte Gemälde, wie das von  J. W. Waterhouse, links. Der jung verstorbene Dichter wurde in Bright Star. Die erste Liebe strahlt am hellsten (2009) von Ben Whishaw dargestellt. Es folgt ein Trailer für den sehenswerten Spielfilm. Aber zuerst das Gedicht, gesprochen von Ben Whishaw, und begleitet von ruhiger Pianomusik

O what can ail thee, knight at arms,
Alone and palely loitering?
The sedge has wither’d from the lake,

And no birds sing.

O What can ail thee, knight at arms,
So haggard and so woe-begone?
The squirrel’s granary is full,
And the harvest’s done.
.
I see a lily on thy brow
With anguish moist and fever dew,
And on thy cheeks a fading rose
Fast withereth too.
.

In obigen ersten drei Stophen des Gedichts von 1819, dessen Titel Die gnadenlose schöne Dame bedeutet, trifft der Erzähler an einem Herbsttag einen herumirrenden und mitgenommen aussehenden Ritter im Wald. Besorgt fragt er den Ritter, der zudem verbleichende Reste von verschiedenen Blumen wie Lilien und Rosen im Gesicht hat, was ihm passiert sei? In folgenden Strophen erzählt der Ritter seine Geschichte

I met a lady in the meads,
Full beautiful, a fairy’s child;
Her hair was long, her foot was light,
And her eyes were wild.
.
I made a garland for her head,
And bracelets too, and fragrant zone;
She look’d at me as she did love,
And made sweet moan.
.
Der Ritter sagt er habe auf einer Wiese eine schöne junge Frau getroffen, die Tochter einer Fee wie sich später herausstellte. Sie macht ihm schöne Augen und als der Ritter sie auf sein Pferd nimmt und ihre Feenlieder hört, verliert er für den Rest des Tages die Orientierung. Der Ritter, der zu diesem Zeitpunkt noch ahnungslos war, erzählt weiter:
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I set her on my pacing steed,
And nothing else saw all day long,
For sidelong would she bend, and sing
A fairy’s song.
.
She found me roots of relish sweet,
And honey wild, and manna dew,
And sure in language strange she said—
I love thee true.
.
She took me to her elfin grot,
And there she wept, and sigh’d full sore,
And there I shut her wild wild eyes
With kisses four.
.
Die beiden sind mittlerweile in einem Wald und die Fee verabreicht dem Ritter verschiedene Waldpflanzen, Wurzeln und wilden Honig, und teilt ihm in einer merkwürdigen Sprache mit dass sie ihn liebt. Als sie ihn zu ihrer Elfenhöhle führt und dort bitterlich weint, gibt der Ritter ihr zum Trost vier Küsse auf die Augenlieder. Hören wir was als nächstes passierte.
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And there she lulled me asleep
And there I dream’d, Ah, woe betide
The latest dream I ever dream’d
On the cold hill’s side
.
I saw pale kings, and princes too,
Pale warriors, death pale were they all;
They cried—”La belle dame sans merci
Hath thee in thrall!”
.
I saw their starv’d lips in the gloam
With horrid warning gaped wide,
And I awoke and found me here
On the cold hill’s side.
.
And this is why I sojourn here,
Alone and palely loitering,
Though the sedge is wither’d from the lake,
And no birds sing.
.

Die Fee lullt den Ritter in einen Schlaf der ihm allerdings Albträume beschert. Er sieht totenbleiche Könige, Prinzen und Krieger die ihn warnen: Du bist im Bann der gnadenlosen schönen Fee! Als er erwacht, ist er allein an einem eiskalten Abhang wo kein Vogel mehr singt. Hier, an dem Ort wo der Erzähler ihn anfangs traf, geistert der Ritter nun herum und ist selber zu einer der bleichen Schattenfiguren seiner Träume geworden. Der Titel La Belle Dame sans Merci stammt aus dem Jahr 1424, von dem französischen Autor Alain Chartier. Aber dessen Gedicht hat, abgesehen davon dass es um Treffen und Dialoge von einem Mann und einer Frau geht, kaum Ähnlichkeit mit dem späteren Gedicht von John Keats. Sein Gedicht zu interpretieren, ist aufgrund seiner übersinnlichen, märchenhaften Thematik nicht einfach und nicht unbedingt nötig. Aber wenn man zu Halloween unbedingt Mythen ins Spiel bringen will, könnte man darüber grübeln ob Motive wie das Blumenmädchen im Wald darauf hindeuten dass die Story, ähnlich wie Parsifal, im Kern auf keltischen Mythen von Tod  und Wiedergeburt beruhen. Vielleicht ein Thema für den heutigen Abend.

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Weitere Infos  Ein Trailer für den sehenswerten Spielfilm Bright Star (2009) mit Ben Whishaw in der Rolle des jungen Dichters, und der Schauspielerin Abbie Cornish als seine große Liebe Fanny Brawne. Der Film von Regisseurin Jane Campion erschien auf Deutsch synchronisiert mit dem Titel Bright Star – Die erste Liebe strahlt am hellsten  Bild  Ausschnitt des Gemäldes La Belle Dame sans Merci (1893) von J. W. Waterhouse  Neuste Biografie John Keats: A New Life  (2012) von Nicholas Roe
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Avenita Kulturmagazin
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Wuthering Heights: There's a good BBC radio play on, link below. Our favourite film so far, not having seen Andrea Arnold's version yet, is the movie 'Emily Brontë's Wuthering Heights' (1992) with Juliette Binoche and Ralph Fiennes

Ein BBC-Hörspiel nach Emily Brontës Klassiker Wuthering Heights ist online, Link unten auf der Info-Leiste. Ich habe das Hörspiel auch als CD-Set, und es ist genau das richtige für Abende am Kamin oder lange Autofahrten. Mit einer speziell fürs Hörspiel komponierten Musik, einer atmosphärischen, windigen Klangkulisse und guten Sprechern, die hier verschiedene Härtegrade von Yorkshire-Akzenten zum Besten geben. Der Schauspieler und Heathcliff-Sprecher John Duttine stammt selber aus Yorkshire. Anfangs jedoch spricht Heathcliff im Hörspiel erstmal Spanisch, frisch angekommen als Findekind auf dem abgelegenen, von Mooren umgebenen Hof namens Wuthering Heights. Die Romanvorlage aus dem Jahr 1847, die auf Deutsch als Sturmhöhe übersetzt wurde, ist eine lange, komplexe Geschichte. Im Kern eine Art übersinnliche Liebesgeschichte. Leser die den Roman noch nicht kennen, sollten nicht davon abhalten lassen, vor dem Buch eine Verfilmung auszuchecken, um ein Bild zu bekommen von der Epoche und den Lebensbedingungen die Emily Brontë (1818 - 1848) beschrieb. Vielleicht sollte man den Film sogar vor dem Hörspiel ansehen, ich verlinke ihn ebenfalls unten auf der Info-Leiste. Die fünf Episoden des Hörspiels sind jeweils eine Woche lang online. Gesamtspieldauer ist ca. 4:30 Stunden. Was Filme anbelangt, wurde Wuthering Heights schon etwa ein Dutzend mal auf den Bildschirm oder die Kinoleinwand gebracht, und ich kann vielen der verschiedenen Produktionen etwas abgewinnen, aber mein Favorit ist bis jetzt immer noch der Kinofilm ‘Emily Brontë’s Wuthering Heights‘ (1992).

Die Version mit Ralph Fiennes als Heathcliff und Juliette Binoche in der Doppelrolle von Cathy und Catherine, gedreht vom britischen Regisseur Peter Kosminsky. Es ist die Art von Film der bei Amazon viele enthusiastische Bewertungen hat, obwohl er bei Journalisten weniger gut ankam. Der Film konzentriert sich aufs Erzählen und hat etwas märchenhaftes und romantisches an sich. Aber das kommt meiner Meinung nach dem Geist der jungen Autorin Emily Brontë nahe. Als ich den Roman zum ersten Mal in deutscher Übersetzung auscheckte, klang er auf Anhieb etwas wie Wilhelm Hauff (1802 - 1827) für mich. Ein merkwürdiger Vergleich, aber immerhin lebten die beiden Autoren im frühen 19. Jahrhundert, waren beide von Walter Scott inspiriert und starben beide jung. Hauff war etwa 15 Jahre älter als Emily. Da den Brontë-Schwestern die deutsche Sprache und deutsche Autoren geläufig waren, ist es möglich dass sie
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Interesting news about a merger of Penguin Books and Random House. See article in The Guardian, link below. Easy to get a photo for this because we love Penguin books and collect them. Here's a section. Don't go spying on 'em!

Eine interessante Geschichte im englischen Guardian über die Welt der Bücher und Verlage. Wir sind Fans und Sammler von Büchern aus dem englischen Taschenbuchverlag Penguin Books. Das Logo (siehe unteres Foto) mit dem Pinguin und die häufige, wenn auch keineswegs immer benutzte Farbe Orange ist ein guter Blickfang. Die Penguin Bücher sind eine der wenigen die wir uns ansehen, allein aufgrund der Tatsache dass sie von diesem Verlag kommen, in anderen Worten: Wir checken die Bücher aus, selbst wenn wir noch nie von dem Titel oder dem Autor des Buchs gehört haben. So wie Leute früher Jazz-LPs kauften, nur weil sie von der Blue Note Plattenfirma veröffentlicht wurden. Wir vermuten, diese Art von erfahrungsbedingter Markentreue ist heute selten bei Literatur- und Musikverlagen. Vielleicht ein Mitgrund für die Probleme die viele Medienkonzerne haben: Mehr Quantität als Qualität. Alles Ansichtssache, aber für uns beginnt Qualität schon beim Cover von Büchern. Wir hacken ungern auf Leuten rum, aber uns ist aufgefallen dass manchen englischen und amerikanischen Büchern und Filmen (z. B. DVDs) in Deutschland unattraktive Cover verpasst werden, fast als ob man Leute vom Produkt abschrecken wollte. Geschmacksache? Wir werden demnächst ein paar Beispiele geben, dann können Sie selber entscheiden. Das andere und schwerwiegendere Problem das wir mit deutschen Büchern haben, ist dass sie viel seltener als in England und Amerika mit Zusatzmaterial ausgestattet sind. Bei Penguin Büchern sind bei Klassikern nicht selten fünfzehn, zwanzig oder sogar fünfzig Seiten an Vorworten, Einführungen, Anmerkungen und Essays mit dabei. Was bei uns dazu führt dass wir von manchen englischsprachigen Romanen fünf oder sechs verschiedene Ausgaben haben. Klar, Zusatzmaterial kostet einen Verlag Geld. Wir wissen nicht wie viel ein Literaturprofessor oder ein Sprachwissenschaftler oder ein renommierter Journalist für ein mehrseitiges Vorwort für einen Klassiker verlangt, aber deutschen Verlagen ist es offenbar zu viel. Aber wir schreiben zeitbedingt heute selber auf Sparflamme und lassen diesen kurzen Blogpost als stub, also in Entwurfsform stehen, um ihn später etwas zu erweitern. Aber bitte nicht in der Zwischenzeit unsere kleine Auswahl an Penguin Büchern ausspionieren! 
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The ad for the Ford B-MAX touches interesting bases. It was filmed in Spain by the James Bond director Martin Campbell and uses a classic bit of space rock by Hawkwind: In Search of Space. Our focus group's conclusion: It's very...spacious

Wir sahen vor ein paar Tagen hier im spanischen Fernsehen Werbung für den recht interessant aussehenden Ford B-MAX. Der Werbespot, YouTube-Link folgt gleich auf der Info-Leiste, sah gut aus und hielt uns davon ab, wie üblich umzuschalten. Als uns dann noch die Musik von der britischen Space Rock Band Hawkwind auffiel, wurden wir neugierig und checkten aus, von wem der Spot stammt und ob der Drehort, wie vermutet, in Spanien war. Hier wird viel Werbung gedreht, und auch massenhaft Spielfilme wie Indiana Jones, Doktor Schiwago, die Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood und, und, und. Das Klima ist zuverlässig für Drehs unter freiem Himmel und Regisseure mögen, vermuten wir, das besondere Licht das hier herrscht. Selbst an sonnigen Tagen in England oder Deutschland ist es schwer, die fast magisch anmutenden Lichtverhältnisse Spaniens zu imitieren. Er ist mehr als nur Helligkeit. Der B-MAX Spot ist perspektivisch aufwendig gestaltet, gedreht vom James Bond Regisseur Martin Campbell. Für den surrealen Look wurden die Bilder vermutlich farblich nachbearbeitet. Aber Bilder bekommen in Spanien auch ohne so großen Aufwand eine gewisse Art von Tiefe. Wir sind Fans von dem LP-Design von Barney Bubbles (1942 - 1983) und haben versucht, seinem schönen Cover für die Hawkwind-LP In Search of Space (1971) halbwegs gerecht zu werden. Das Cover ist mehrfach aufklappbar und solide genug um Brot darauf zu schneiden.

The cover for the Hawkwind album In Search of Space (1971) is from Barney Bubbles (1942 -1983), one of our favourite graphic designers. The LP cover, of material strong enough to cut bread on, opens at the front, and again on the inside

Wir mögen Hawkwind, übrigens eine der wenigen Bands die es geschafft haben, bei Stonehenge ein Konzert zu spielen. Zudem bot Hawkwind einst einem Mann namens Lemmy Kilmister Unterschlupf, der später die Welt mit der Band Motörhead beglückte. Hawkwinds merkwürdig hypnotische Musik passt erstaunlich gut zu dem hochmoderen Werbespot für Ford B-MAX, vielleicht gerade weil das harsche, minimalistische Riff des Lieds Master of the Universe so einen markanten Kontrast dazu bildet. Möglicherweise wählte die englische Werbeagentur Blue Hive das Hawkwind Album sogar wegen dem Titel aus, denn In Search of Space passt gut zu dem visuellen Statement des Werbespots, dass der Ford B-MAX viel Raum hat. In der Tat soviel davon dass ein sportlich aussehender Stuntman in Badehose aus 10 Meter Höhe kopfüber durch das Auto durchzuspringen scheint. Drehort war so weit wir sehen das Olympische Schwimmstadion von Barcelona. Anhand eines Making Of Features, das wir ebenfalls verlinken, wurden beim Sprung Kabel benutzt, aber Bobby Holland Hanton, der so aussieht als ob er in ein paar Jahren ein Anwärter auf den James Bond Job sein könnte, ist ein professioneller Stuntman. So wie wir es verstehen, kommt der 
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Connections between crafts & language: With Gaelic now spoken by only 1 percent of Scots, we look at how old crafts, like the waulking of Harris Tweed cloth, and the songs that went with it, sustained the language through the centuries

Die Gründe warum manche Sprachen gedeihen, manche verschwinden, und manche gerade so überleben, sind vielfältig. Zur letztgenannten, also problematischen Kategorie gehört Gälisch, das vor etwa 1700 Jahren durch Siedler von Irland nach Schottland kam und die Landessprache wurde. Heute sprechen nur noch 1 Prozent der Schotten Gälisch. Man ist geneigt, teils auch gerechtfertigt, politische Machtspiele vergangener Jahrhunderte für diesen Niedergang verantwortlich zu machen. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts betrieben englische Regierungen eine gezielte Anglifizierung der keltisch geprägten Teile der Britischen Inseln, also auch von Irland und Wales. Man kann solche Vorgänge im Sinne von Verschwörungstheorien deuten, oder stoisch zur Kenntniss nehmen dass Sprachen und Kulturen immer schon am Kommen und Gehen waren. Genau wie Gälisch einst die frühere (vielleicht nicht-indogermanische) Landessprache der Pikten ersetzte, übertrumpfte oder was auch immer. Anstatt Schuldige für den Niedergang von Sprachen vorzuführen, was so ist als ob man die Stalltür schließt wenn das Pferd schon weg ist, erscheint es uns sinnvoller nach Dingen Ausschau zu halten die für den Erhalt von Sprachen sorgen. Dabei stießen wir auf eine interessante Verbindung von alten Handwerkstechniken mit Sprache und Musik. Die Region in der Gälisch in Schottland am frühsten Fuß fasste waren die Hebriden, die Inseln im Nordwesten Schottlands. Sie sind bis zum heutigen Tag die Region in der noch am meisten Gälisch gesprochen wird. Das Leben auf diesen Inseln war in den letzten Jahrhunderten immer schon relativ hart und einfach, aber die Bewohner fanden Wege zu überleben, z. B. durch die Fischerei und die Schafzucht. Die Hebrideninsel Harris erlangte mit einem ihrer Produkte aus Schafwolle sogar Berühmtheit, nämlich mit dem Harris-Tweed, ein schöner und kräftiger Stoff aus der Wolle der Blackface Schafe, der den Einwohnern einst als Schutz gegen das harsche Inselklima diente. Dann wurde der Harris-Tweed im 19. Jahrhundert vom Adeligen und Reichen als Modeaccessoire entdeckt und dadurch im Laufe der zum Verkaufsschlager in ganz England. Die Mode erreichte jedoch Mitte der 1960er Jahre ihren Zenith und ist seitdem wohl etwas seltener auf Laufstegen zu sehen. Harris-Tweed wurde ursprünglich komplett von Hand hergestellt und einer der Arbeitsvorgänge war das sog. waulking, das sprachverwandt
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It's s the birthday of Samuel Taylor Coleridge (1772 –1834). What's wrong with this picture? Apart from a detail only Iron Maiden fans will spot, nothing. It's good when rock bands promote poetry. Though we prefer the quieter passages of their interpretation of The Rime of the Ancient Mariner.

Es ist der Geburtstag des englischen Dichters Samuel Taylor (1772 – 1834) und wir werfen einen Blick auf sein berühmtes, geheimnisvolles Gedicht The Rime of the Ancient Mariner. Es wurde auf Deutsch als Der Alte Seemann übersetzt. Wir haben eine schöne alte Vinyl-LP mit einer Darbietung des Gedichts von Richard Burton, dem guten alten Waliser der eine Liebe für die Dichtkunst hatte. Im englischen Bildtext erlauben wir uns den kleinen Gag, zu fragen: Was stimmt an diesem Bild nicht? Als ob Dichtung und Rockmusik nicht zusammenpassen würden. Ja, Heavy Metal Bands wie Iron Maiden wird manchmal nicht ganz zu Unrecht vorgeworfen, hauptsächlich die düsteren Seiten der menschlichen Existenz zu thematisieren. Aber haargenau diesen Vorwurf könnte man Samuel Taylor Coleridge und nicht wenigen anderen Dichtern des 18. und 19. Jahrhunderts machen. Sein Gedicht über den Seemann der von einem Fluch verfolgt wird, ist nicht nur düster sondern streckenweise von groteskem, fast psychedelischem Horror geprägt. Es gibt Theorien dass Coleridges Opiumabhängigkeit etwas damit zu tun hatte. Da uns von der Band Iron Maiden keine Drogengeschichten bekannt sind, ist es also durchaus möglich dass Samuel Taylor Coleridge die eine oder andere Rockband in den Bad Boy Hitlisten übertrifft. Nicht dass wir das empfehlen. Aber wenn wir uns den Burschen so ansehen, passt er vom Haarschnitt her eigentlich zu diesen Typen die man bei Heavy Metal Festivals sieht. Zeit, mal wieder zum Frisör zu gehen! Hören wir uns, bevor wir auf den Inhalt des Gedichts eingehen, einfach mal an was Iron Maiden daraus gemacht hat. Das Gedicht vorzulesen, dauert etwa 30 Minuten. Iron Maiden haben daraus ein 13 min. Lied gemacht. Dabei den Text nicht übernommen sondern nacherzählt und komprimiert. Wir komprimieren auch und wählen eine Passage vom 2. Teil des Iron Maiden Lieds und hören danach Richard Burtons Lesung von den Gedichtpassagen die, mehr oder weniger, Vorlage für Maidens Liedtext waren.

The curse it lives on in their eyes
The mariner wished he’d die
Along with the sea creatures
But they lived on, so did he
.
And by the light of the moon
He prays for their beauty not doom
With heart he blesses them
God’s creatures all of them too.
.
Then the spell starts to break
The albatross falls from his neck
Sinks down like lead into the sea
Then down in falls comes the rain.
So weit die Textpassage die wir uns ansehen, dann folgen ca. 2:30 min. an Gitarrensolos. Um den Faden nicht zu verlieren, gehen wir erstmal zur Darbietung des Coleridge-Gedichts. Es hat eine Rahmengeschichte: Der Alte Seeman trifft anfamgs einen Mann der gerade zum Besuch einer Hochzeit geht und hält ihn dazu an, sich erst seine Geschichte anzuhören. Was er bisher davon gehört hat, über eine Reise bei der der Ancient Mariner einen gutmütigen Albatross der das Schiff begleitet hatte, abschoss und damit Unglück und Desaster über die Mannschaft brachte, hat dem Zuhörer Angst gemacht und er sagt:
“I fear thee, ancient mariner!
I fear thy skinny hand!
And thou art long, and lank, and brown,
As is the ribbed sea-sand.
.
I fear thee and thy glittering eye,
And thy skinny hand, so brown.” –
“Fear not, fear not, thou wedding-guest!
This body dropped not down.
Der Ancient Mariner sagt, hab keine Angst, ich blieb am Leben, und erzählt weiter. Mit der Stimme von Richard Burton. Er beschreibt in den folgenden Strophen wie er allein mit ansehen musste wie die anderen zweihundert Seeleute qualvoll an Verdurstung starben, als sie nach dem Tod des Albatrosses in eine lange Windflaute auf dem Ozean gerieten. Das erfahren wir in vorherigen Teilen des Gedichts. Aber jetzt ist das Schiff von rätselhaften Seeschlangen umgeben, sea creatures im obigen Iron Maiden Text und ‘a thousand slimy things’ bei Coleridge. Diese Kreaturen scheinen von einem Geist
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A long, previously unpublished poem by J. R. R. Tolkien about King Arthur comes out in May 2013. As a child Tolkien read the books by the Scotsman Andrew Lang. and possibly Lang's 'Tales of the Roundtable' (1902) inspired his interest

Interessante Neuigkeiten für Tolkien-Fans: Im Mai 2013 erscheint ein Buch mit einem bisher unveröffentlichten und umfangreichen Gedicht von Tolkien über König Artus. Es heißt The Fall of Arthur und stammt aus den 1930er Jahren. Die Tatsache das es bisher nicht veröffentlicht wurde, bedeutet nicht dass die Existenz des Gedichts völlig ubekannt war. Es existiert ein Brief aus dem Jahr 1934 in dem der britische Akademiker Prof. Raymond Wilson Chambers das Gedicht sehr lobte und Tolkien dazu anhielt, es zu Ende zu schreiben. Tolkien selber erwähnte das Gedicht in einem Brief aus dem Jahr 1955, und in in der Tolkien-Biografie von Humphrey Carpenter wurden sogar ein paar Zeilen des Gedichts zitiert. Angeblich jedenfalls. Wir besitzen Carpenters Buch und  haben es gerade nochmal durchgesehen, können die Zeilen auf Anhieb jedoch nicht finden. Vielleicht kommt es darauf an welche Ausgabe man hat. Das Artus-Gedicht das veröffentlicht wird, besteht aus 1000 Zeilen, also durchaus genug für ein Buch. Wobei sicherlich noch einiges an Kommentaren von Tolkiens Sohn Christopher dazu kommen wird, ähnlich wie bei Die Legende von Sigurd und Gudrún (2009), einem anderen Gedicht von Tolkien das als Buch veröffentlicht wurde, und das wir interessant und lesenswert fanden. Christopher Tolkien hat offenbar viel Zeit damit verbracht, das Manuskript von The Fall of Arthur zu entziffern. Es befand sich in der Bodleian Library der Universität Oxford, wo J. R. R. Tolkien Professor für Angelsächsisch war. Vor seinem Sohn Christopher Tolkien hatte offenbar noch niemand Zugang zu dem Manuskript. Während wir heute in Humphrey Carpenters Tolkien-Biografie erfolglos nach Ausschnitten von dem Artus-Gedicht suchten, stießen wir jedoch auf ein paar andere Spuren: Einer der Gründe warum Tolkien die Mythen um König Artus und seine Ritter interessant fand, war ihre Sprache. Als er Sir Gawain and the Green Knight in Mittelenglisch las, fand in dem Dialekt viele Ähnlichkeiten zu der Art wie die Vorfahren seiner Mutter in den britischen West Midlands gesprochen hatten. Sprache faszinierte ihn, und schon als junger Bursche durchsuchte Tolkien die Schulbücherei und Bücherläden nach sprachwissenschaftlichen Büchern. Interessanterweise waren viele davon auf Deutsch – und dazu knochentrocken geschrieben. Aber davon ließ der junge Tolkien sich nicht abschrecken. Ein ziemlich starker Einfluss in seiner Kindheit scheinen die Bücher über Märchen und Mythen von dem schottischen Schriftsteller
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One of our favourite Grateful Dead songs is the 13 min. epic 'Weather Report Suite'. Bob Weir, whose birthday it is today, wrote the music, sang and played guitar on it.

Heute ist der 65. Geburtstag von Bob Weir, der auf dem Foto neben dem Album zu sehen ist. Vor fast fünfzig Jahren, im Jahr 1963 traf er Jerry Garcia im kalifornischen Palo Alto, und die beiden wurden in den darauffolgenden Jahren Gründungsmitglieder, Sänger, Gitarristen und Liederschreiber der legendären Hippieband Grateful Dead. Eins unserer Lieblingslieder ist der 13 Minuten lange Song Weather Report Suite, für den Bob Weir die Musik komponierte und auf dem er singt und Gitarre spielt. Das Lied ist auf dem Album Wake of the Flood (1973), das erste Studioalbum das die Band nach ihrer Europe ’72 Tour und dem gleichnamigen Livealbum aufnahm. Grateful Dead klingen live meist besser als im Studio, aber Wake of the Flood gefällt uns sehr. Neben Weather Report Suite, sind hier schöne Lieder wie Stella Blue, Mississippi Half-Step, Eyes of the World und Here comes the Sunshine, von dessen erster Gesangszeile übrigens der Albumtitel Wake of the Flood stammt. Das Album ist auch ein gutes Beispiel dafür was am Format von Vinyl-LPs so gut ist: Die Fläche von über 30 x 30 cm war attraktiv für Künstler, wie hier für Rick Griffin (1944 -1991) der mehrere Albumcover und Poster für Grateful Dead machte. Das LP-Cover für Wake of the Flood gefällt uns besonders, steht öfters zuhause als Dekoration auf dem Kaminsims, und hat für unsere Begriffe auch eine Verbindung zu dem Lied Weather Report Suite. Der Mann auf dem Cover, mit einem Leinensack und einer Sichel in der Hand, hat offensichtlich gerade Korn geerntet, und auch das Lied hat Bezüge zur Landwirtschaft. Weather Report Suite, hier als YouTube Clip, besteht aus mehreren Teilen mit verschiedenen Tempos und Rhythmen, aber der Anfang ist sehr folkig, mit gezupften Gitarren die etwas wie Renaissance Musik klingen. Was den Text anbelangt, hier ein paar
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Bad Moon Rising: Would you believe it, they play Creedence Clearwater on space ships in the 22nd century. That‘s so unfair, we thought it'd be electronic music by Kraftwerk. Check the radio play of Arthur C. Clarke‘s Rendezvous with Rama

Ein starkes BBC-Hörspiel nach dem Science·Fiction Klassiker von Arthur C. Clarke ist online, Link unten auf unserer Info·Leiste. Die Geschichte spielt um das Jahr 2130 und die Menschheit hat mittlerweile Mond, Mars und Merkur kolonisiert, hauptsächlich zum Abbau von Metallen. Aufgrund der Existenz eines Frühwarnsystems für Asteroiden wird ein außerirdisches Objekt in unserem Sonnensystem entdeckt und erweist sich als ein riesiges aber anscheinend unbemanntes Raumschiff. Dies wäre der erste Kontakt der Menschheit mit außerirdischer Intelligenz, oder zumindest mit Beweisen für deren Existenz. Das sorgt für weltweite Aufregung, zum Teil von religiöser Art, und ein Team von Astronauten bekommt den Auftrag, das Raumschiff zu untersuchen. Der Name Rama, nach einer indischen Gottheit, wird gewählt weil mittlerweile sämtliche römischen und griechischen Götternamen für außerirdische Objekte aufgebraucht sind. Das fremde Raumschiff hat eine zylindrische Form, dreht sich wie eine längliche Trommel um seine eigene Achse, hat dadurch ein eigenes Gravitationsfeld und ist im Inneren offensichtlich als Lebensraum für Millionen von Lebewesen konzipiert: Mit einer eigenen Biosphäre, mit Pflanzen, Wasser und Sauerstoff zum Atmen. Anhand der eindrucksvollen Architektur, mit Treppen und Terrassen, scheint das Schiff für Lebewesen zu sein die Menschen in ihrer Form nicht völlig unähnlich sind. Aber Captain Norton und sein Team vom Raumschiff Endeavour finden erst einmal überhaupt keine Lebewesen in dem geheimnisvollen Besucher Rama. Test haben ergeben dass Rama seit mindestens 200.000 Jahren unterwegs ist, vielleicht sogar 1 Million Jahre lang. Aber das Astronauten-Team ist unter Zeitdruck, denn Berechnungen zeigen dass Rama nur auf der Durchreise ist und keinen Stopp in unseren Sonnensystem beabsichtigt. In etwa zwei Wochen wird Rama auf seinem Kurs so nahe an der Sonne vorbeiziehen dass menschliche Raumschiffe unmöglich mitfliegen können. Der erste Kontakt mit außerirdischer Intelligenz könnte also der letzte sein. So weit unsere Beschreibung der Lage. Wir fanden das Hörspiel rundum gut gemacht. Originell auch, dass im Raumschiff Endeavour das Lied Bad Moon Rising von Creedence Clearwater Revival gespielt wurde, denn hinter der energievollen, auf Anhieb enthusiastisch klingenden Musik, steckt ein ziemlich düsterer
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The 11th Oxford Lieder Festival this October has a superb programme. Info link below. Today we look at how poems by Thomas Hardy, A. E. Housman, W. B. Yeats and George Herbert have been put to music by Benjamin Britten, George Butterworth, Thomas Dunhill and Ralph Vaughan Williams

In der englischen Stadt Oxford beginnt gerade das 11. Oxford Lieder Festival, u. a. mit Katarina Karnéus und Wolfgang Holzmair. Ein Link zur Festival-Website mit allen Einzelheiten der musikalischen Darbietungen ist unten auf unserer Info-Leiste. Das Programm, über zwei Wochen verteilt, ist sehr umfangreich, und für einen Blogeintrag erscheint es sinnvoll, anstatt Listen herunterzurasseln, eher ein paar spezifische Lieder davon auszusuchen und vorzustellen. Wir wählen Vertonungen von Gedichten, wobei die Versionen auf YouTube von anderen Interpreten sein können als beim Festival. Die Verbindung von Dichtung und Musik kann, wenn sie gelingt, beide Teile bereichern, wie unsere erste Wahl, The Cloths of Heaven, ein Gedicht von W. B. Yeats mit Musik von Thomas Dunhill veranschaulicht. Das Gedicht aus dem Jahr 1899 ist wohl eine Liebeserklärung, mit Zeilen wie: ‘Besäße ich die Gewänder des Himmels, verziert mit goldenem und silbernem Licht…dann würde ich sie unter deinen Füßen ausbreiten…’. Bei unserer nächsten Wahl hat Ralph Vaughan Williams, ein Komponist der als Atheist galt, ein religiöses Gedicht mit solch atemberaubend schöner und feierlicher Musik umhüllt, dass man sich fragt, ob der Mann es nicht doch ein wenig bedauerte, ungläubig zu sein. Das Lied The Call ist Teil von Five Mystical Songs, nach Gedichten aus dem 17. Jahrhundert, von dem walisischen Pfarrer George Herbert. Interessanterweise war Vaughan Williams Vater ebenfalls ein walisischer Pfarrer, und die Musik vielleicht auch eine Hommage an ihn. Um Landleben geht es in dem Lied A Shropshire Lad, nach einem Gedicht von A. S. Housman mit Musik von George Butterworth. Der Komponist, der mit 31 Jahren im ersten Weltkrieg starb, vertonte elf Teile des aus 63 Gedichten bestehenden Epos’. Obwohl es 1896 veröffentlicht wurde, bekommen die idyllischen Beschreibungen von Bauernfesten mit Hunderten von jungen Männern (‘The lads in their hundreds’) am Ende eine traurige prophetische Dimension: ‘The lads that will die in their glory and never be old‘. Der Schriftsteller und Dichter Thomas Hardy schrieb die Vorlage für
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There's a BBC radio play with P. D. James' private detective Cordelia Gray, link below. We also take a look at what P. D. James says about other female crime writers and other female detectives in her book 'A Fragment of Autobiography'.

Der Hörspiel-Krimi ‘The Skull beneath the Skin‘ nach P. D. James ist online, Link unten auf der Info-Leiste. Die Romanvorlage hat auf Deutsch den etwas weniger enigmatischen Titel Ende einer Karriere (1982). Aber wir hatten schon bei anderer Gelegenheit angesprochen dass wörtliche Übersetzungen ohnehin nicht immer den Sinn oder die Anspielungen eines englischen Originaltitels wiedergeben: ‘Die Zeile ‘the skull beneath the skin‘ stammt aus einem Gedicht von T. S. Eliot, und bezieht sich auf eine Person die so von Gedanken über den Tod besessen ist dass sie, sinngemäß ausgedrückt, den Totenschädel unter der Haut von Menschen sieht. Mit solchen Anspielungen ist man natürlich in klassischem P. D. James Territorium, wobei in diesem Krimi nicht der wohlbekannte Commander Adam Dalgliesh ermittelt sondern die Privatdetektivin Cordelia Gray. Die aparte junge Dame wird angeheuert um auf eine Schauspielerin aufzupassen die mehrere Todesdrohungen erhalten hat. Das Hörspiel startet gemächlich, entwickelt sich aber zu einer spannenden Geschichte, etwas im Stil von Agatha Christie: Der Mord geschieht auf einer Insel, also mit einer überschaubaren Anzahl von Tatverdächtigen. Klassische Elemente, wie eine alte Burg, eine Kapelle, Geheimgänge und Verbindungen zu Begenheiten die Jahrhunderte zurückliegen. Ebenso wie Verbindungen zur jüngeren Vergangenheit, denn die Insel wurde im zweiten Weltkrieg  von der britischen Regierung als Vernehmungsort für Spione benutzt. Betrifft das in irgendeiner Weise einen der heutigen Inselbesucher? Dreimal dürfen Sie raten. Die Geschichte eignet sich gut für eine atmosphärische Klangkulisse mit Meeresrauschen und Seemöwengeschrei. Auch viele interessante Namen und Begebenheiten aus der Viktorianischen Epoche werden erwähnt: Künstler und Designer wie William Morris und Frederic Leighton, ebenso John Ruskin. Und da es mitunter um eine Person geht, die Artefakte aus der britischen Kriminalgeschichte sammelt, werden auch historische Begebenheiten wie der Mordfall um Constance Kent erwáhnt. Und die öffentliche Hinrichtung von Marie & Frederick Manning, die der Schriftsteller Charles Dickens im Jahr 1849 miterlebte, öffentlich kommentierte und auch in seinem Roman Bleak House (1852) verarbeitete. Aber nicht alles in diesem Krimi ist düster: Da es hier auch um Schauspieler und Musiker geht, kommt ein schöner alter Folksong im Hörspiel vor, gesungen von der jungen Detektivin Cordelia Gray persönlich. Das Lied The Ash Grove, auf Deutsch übersetzt Der Eschenhain, beruht auf einem alten walisischen Volkslied, hat jedoch auch einen englischen Text. Hier auf YouTube eine schöne Fassung von
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There's a line in the movie Ocean's Eleven (2001) where George Clooney says to Julia Roberts: 'I always confuse Monet and Manet'. Well, that can be sorted out: There's a Manet exhibition in London's Royal Academy and, as far as we know, George Clooney is welcome. Link with info below.

Es ist eine neue Manet-Ausstellung in Vorbereitung, Info dazu folgt gleich, nach einem Blick auf Édouard Manets Gemälde ‘Die Eisenbahn‘ (1873). Eine Frau mit einem Welpen, einem Fächer und einem Buch auf dem Schoß, sieht uns direkt in die Augen. Anhand des geöffneten Buchs, wirkt die Dame als ob wir sie gerade unterbrochen hätten. Es ist kein schüchterner Blick. Es ist eine Art skeptischer Blick. Diese direkte, ziemlich vielsagende Kontaktaufnahme eines Objekts mit dem Betrachter ist ungewöhnlich. Das ist uns, auf so intensive Weise, bei wenigen anderen Bildern aus dem 19. Jahrhundert in Erinnerung. Man kann es wohl modern nennen. Die Frau und das Kind – gut möglich dass es ihre Tochter ist – sind recht edel gekleidet, und die Accessoires der Frau, und auch die Weintrauben rechts neben dem Mädchen, deuten darauf hin dass hier, was auch immer der Status des Models war, ziemlich bürgerliche Leute dargestellt werden sollen. Es ist schwer aus heutiger Perspektive zu sagen, aber es ist möglich dass die Frau und das Kind im Bild schon zu Monets Zeiten, zu Zeiten der lauten, rauchigen, von Arbeitskultur geprägten Industrierevolution, ein kleines bisschen aussahen wie Menschen aus einem vergangenen Zeitalter. In diesem Fall könnte man das eiserne Gitter das Frau und Kind von der völlig von Dampf umhüllten Eisenbahn trennt, vielleicht symbolisch deuten. In dem Sinne dass der Maler so eine Szene sicher auch an einer anderen Stelle hätte inszenieren können. Aber er wählte gezielt, oder vielleicht intuitiv das Gitter dass eine junge erwachsene Frau getrennt von, vielleicht sogar mit Desinteresse an dem neuen mechanischen Zeitalter zeigt. Im markanten Kontrast dazu blickt das Kind, dessen Gesicht wir nicht sehen, genau in die entgegengesetzte Richtung: Die Zukunft. Every picture tells a story. Was unseren englischen Bildtext betrifft, erinnerten wir uns an die Szene in dem ganz guten Comedy-Thriller Ocean’s Eleven (2001), als George Clooney zu Julia Roberts sagt dass er immer Monet und Manet verwechselt. Naja, das passiert in den besten Familen, und darüber hinaus gibt es auf der Ausstellung in Londons Royal Academy auch ein Portrait das Édouard Manet von seinem Freund und Malerkollegen Claude Monet machte.

Info Ausstellung Manet: Portraying Life ist in Londons Royal Academy, 26. Jan - 14. April 2013

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It's the birthday of Stevie Ray Vaughan (1954 - 1990), one our favourite guitarists. The box set SRV is designed like a part of a Fender guitar. The music, much of it live & previously unreleased, we find even better than Stevie's regular albums

Stevie Ray Vaughan (1954 -1990), der heute Geburtstag hätte,  wenn er nicht im Alter von 35 Jahren bei einem Flugunfall ums Leben gekommen wäre, ist einer unserer Lieblingsgitarristen. Viele Leser werden Stevies Musik schon kennen, ansonsten sind wir überzeugt dass SRV so ziemlich jedem gefallen wird der Jimi Hendrix und Eric Clapton mag. Neben seinen bemerkenswerten Gitarrenkünsten, kommt  Stevie für uns in Interviews und auf der Bühne auch als ein sehr sympathischer Typ rüber. Man muss sich mal vorstellen, in den frühen 80er Jahren, als Pop- und auch Rockmusiker versuchten ‘auf modern’ zu machen, auf einmal aussahen wie Bankmanager und Plinkety-Plonk-Musik auf Synthesizern machten, kam Stevie wie aus einer Zeitmaschine und spielte Bluesrock und Hendrix-Lieder. Hier eine kleine Kostprobe auf YouTube, das Lied Crossfire ist auch als CD-Liveversion in dem Box-Set SRV (2000), siehe obiges Foto. Für Stevie Ray Vaughan war diese Art von Musik kein Retro-Trip, sondern einfach die Art von Musik die er immer schon gespielt hatte. Er war 28 als sein erstes Album Texas Flood (1983) herauskam, aber Stevie hatte schon 1970 als 15-jähriger in Bands gespielt. Der kommerzielle Durchbruch für Stevie Ray Vaughan und seine Band Double Trouble, die aus den zwei ebenfalls sympathischen und guten Musikern Tommy Shannon (Bass) und Chris Layton (Schlagzeug) besteht, war nicht einfach. Die drei hatten jahrelang kleine Clubs getourt, in einem Lastwagen der früher mal Bauernhöfe abgeklappert hatte um Milchkannen abzuholen. Maßgebliche Unterstützung kam von einem Musiker den man vielleicht eher dem Folkrock-Genre zuordnen würde: Jackson Browne, der mit Alben wie Running on Empty (1977) berühmt wurde. Im Sommer von 1982, als Stevie und seine Band noch keinen Vertrag mit einer Plattenfirma hatten, bekamen sie auf Empfehlung des Produzenten Jerry Wexler (1917 - 2008), der u. a. Bob Dylans Slow Train Coming (1979) produzierte, einen Konzertauftritt bei dem Montreux Jazz Festival in der Schweiz. Damals waren sie die erste Band ohne Plattenvertrag die dort spielte. Und es lief erstmal schlecht. Wir haben das Konzert auf DVD, Live at Montreux 1982 & 1985, und würden sagen dass es nicht an Stevie & Double Trouble lag – die Musik ist gut – sondern daran dass das Publikum nicht mit einem Typ gerechnet hatte, der seine Gitarre bisweilen hinter seinem Rücken spielte, und mit Hut und Stiefeln, und Zigarette im Mundwinkel aussah wie der ultimative Hippie-Cowboy. Während die Schweizer Stevie Ray Vaughan bei seinem späteren Montreux-Konzert in 1985 enthusiastisch empfingen, wurde die Band  am 17. Juli 1962 vom Publikum sogar ausgebuht. Das war Stevie nicht gewohnt, und obwohl er bis zum Schluss weiterspielte, war er später in der Umkleidekabine ziemlich deprimiert, nach der Devise: So schlecht haben wir doch gar nicht gespielt, oder?

Stevie playing guitar behind his back: The 72 page booklet of the SRV 3 CD +1 DVD box set is full of good photos & info

Am folgenden Abend hatte die Band noch einen weiteren Auftrittstermin in einem Hotel. Dort war zu der Zeit gerade Jackson Browne, der ebenfalls auf dem Montreux Festival gespielt hatte, und benutzte das Hotel für Interview-Termine mit der Presse. Jackson Browne hörte Stevie Ray Vaughan und war begeistert. Die Musiker kamen gut miteinander aus und hatten eine Jam-Session bis 7.00 Uhr morgens. Jackson ging so weit, der Band 72 Stunden kostenlose Studiozeit in seinem Studio in Los Angeles anzubieten. Das Angebot wurde angenommen. Stevie & Double Trouble arbeiteten dort unter etwas chaotischen Umständen, weil es gerade das Wochenende von Thanksgiving war und nicht alle Studiotechniker vor Ort waren. Es war anscheinend kein frisches Tonband vorhanden und die Band benutzte stattdessen einfach die Tonbänder auf denen Jackson Brownes Demoaufnahmen für sein zu dem Zeitpunkt noch unveröffentlichtes Album Lawyers in Love (1983) waren. Stevie benutzte auch Jackson Brownes Gitarrenverstärker, Marke Dumble, das Model Dumbleland, was dem Klang seiner Stratocaster jedoch nicht schadete.  In der Tat, aus diesen Aufnahmen, am 24. November 1982, wurde im Endeffekt praktisch Stevies gesamtes
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Yes, we had a couple of days of rain, but things are back to normal again: Shorts and T-shirts...certainly on the weekends, like last Sunday on Mälaga's Playa de la Misericordia

Wir hatten Ende September ein, zwei Tage starken Regen, im typischen andalusischen Stil, sprich: nach Monaten ohne einen Tropfen Wasser, kommt es dann eimerweise. Das war letzten Freitag, aber schon am Samstag war, zumindest hier bei uns nahe der Küste, der Spuk vorbei. Und am Sonntag liefen die Leute am Strand wieder mit T-Shirts und kurzen Hosen herum. So ist das hier. Und so ist es den ganzen Herbst lang, oft sogar noch um die Weihnachtszeit. Andalusien ist nun mal vom Klima her so etwas wie das Kalifornien von Europa. Wir waren am erwähnten Sonntag, dem 30. September, an einem guten Strand in Málaga City, namens Playa de la Misericordia. Unter Touristen weniger bekannt – hier trifft man viel mehr Spanier – ist Misericordia ein empfehlenswerter Geheimtipp für Familienausflüge. Der Schornstein im Hintergrund ist ein restauriertes Industriedenkmal, gleich mehr dazu. Auf dem Foto sieht man hauptsächlich die Promenade, aber rechts davon ist ein großer Sandstrand auf dem alle paar Meter verschiedene Kletter-  und Spielplätze für Kinder sind. Dies ist ein ausgesprochener Familienstrand, auch mit vielen recht günstigen Strandrestaurants, vom Preis her besser als Orte wie Marbella und Puerto Banus. Einige der Restaurants von Playa de la Misericordia sind praktischerweise so nah an den Spielplätzen dass man die Kinder in gesegneter Ruhe vom Tisch aus beobachten kann. Auf dem Foto sieht man rechts zwischen den zwei Laternenpfosten die Stadt und die Bucht von Málaga. Auf der Promenade kann man kilometerweit spazieren oder Fahradfahren. Es gibt längere Strecken mit spezifischen Fahradwegen, aber so weit wir sehen konnten, scheint es hier niemanden zu stören wenn man auf der Promenade fährt. Der Strand von Misericordia, was übrigens Barmherzigkeit bedeutet, geht nach etwa einem Kilometer in den Strand und die Promenade des Playa San Andrés über, der dann direkt in den Hafen und das Zentrum von Málaga führt, beides übrigens Sehenswürdigkeiten die wir in anderen Blogposts wie diesem hier beschrieben haben. Der Schornstein war in den 1920er Jahren Teil einerMetallfabrik, die so nah am Meer lag weil die Produkte dann direkt von Mälagas Hafen aus verschifft werden konnten. Der Schornstein wurde 1923 von einem deutschen Ingenieur namens Baron Felix von Schlippenbach fertiggestellt und hat in Málaga den Spitznamen Mónica – was für Spanier leichter auszusprechen ist als der Name des Barons. Schade eigentlich, oder? Soweit wir wissen, hat vor 20 Jahren mal ein junger Bursche per Spraydose eine Liebeserklärung für ein Mädchen namens Mónica an den Turm geschrieben. Der Schriftzug ist weg, aber der Name blieb. Die beiden sind heute verheiratet, haben zwei Kinder und kommen, obwohl sie mittlerweile in Teneriffa leben, jedes Jahr zum Urlaub an den Strand von Málaga. Keine schlechte Idee.

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