Kulturmagazin

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Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

 

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The cover of Floyd's album Ummagumma (1969) features the so called Droste effect, the picture within the picture. We look at it's occurrence in art, advertising...and other Floyd LPs

Das Doppelalbum Ummagumma (1969) ist musikalisch sehr experimentell, hat Elemente von Musique concrète und Stockhausen. Pink Floyd waren damals fast noch ein Geheimtipp, nicht die Stars die sie mit Dark Side of the Moon (1973) werden sollten. Wir haben endlich eine Vinyl-LP gefunden und werfen einen genaueren Blick auf das Design das im LP-Format viel besser zur Geltung kommt als auf CD. Es ist ein aufklappbares Gatefold-Album. Auf Innen- und Rückseite sind viele interessante Sachen zu entdecken, so wie Pink Floyds gesamtes Musik-Equipment, die Roadcrew…und Roger Waters’ damalige Ehefrau. Anhand von Band-Biografien, haben wir auch Infos über die Foto-Location und die Entstehung des Albums. Die LP-Vorderseite basiert auf dem Droste-Effekt, so nennt man das Prinzip vom Bild im Bild…etwas das man theorethisch endlos weitermachen kann. Pink Floyd und LP-Designer Storm Thorgerson (1944-2013) waren nicht die ersten und nicht die letzten die vom Droste-Effekt Gebrauch machten. Es gibt ihn auf Filmpostern, Magzinen, in der Kunst, auch auf Alben von anderen Bands, sogar auf anderen Floyd-Alben. Und in der Werbung. In der Tat, der Droste-Effekt ist nach einer 100 Jahre alten Werbekampagne für Kakao benannt.

Links in this paragraph illustrate the Droste effect. The LPs gatefold inside has photos of the band and Roger Waters' former wife, the art teacher Judy Trim (1943-2001)

Auf der Packung von der holländischen Kakao-Marke Droste hat die Krankenschwester ein Tablett mit einer Kakao-Packung – auf der sie wiederum selbst zu sehen ist etc. pp. Das selbe Prinzip bei der französischen Bier-Werbung für Bière Titan. Optische Endlosschleifen die man Selbstreferenzialität nennt, ein Begriff der auch in Bereichen von Philosophie, Politik, Sprache, Mathematik…und in der Kunst verwendet wird. Bei dem Grafiker M. C. Escher (1898-1972) wird z. B. eine Hand von einer Hand gezeichnet, die wiederum von der anderen Hand gezeichnet wird. Der Droste-Effekt ist ein Gedankenspiel. Die Rolling Stones hatten 1969 den damals noch lebenden M. C. Escher um ein Cover für ihr Greatest Hits Album gebeten. Escher lehnte ab und die Stones-LP Hot Rocks 1964-1971 bekam stattdessen einen hausgemachten Droste-Effekt, mit einem Kopf in einem Kopf etc. Weitere Beispiele für den Droste-Effekt in der Popkultur sind Filmposter wie das für Christopher Nolans Thriller Memento (2000) und Big Eyes (2014) von Tim Burton. Auch viele Magazin-Cover, z. B. von Mad Magazine, Life Magazin und der Jugendzeitschrift Dynamite. Das Prinzip vom Bild im Bild ist auch Basis von einem der berühmtesten Gemälde aller Zeiten, Las Meninas (1656) von Diego Velázquez. Um auf Floyd zurückzukommen: Verschiedenen Varianten des Droste-Effekts, bzw. Selbstreferenzialität, gibt es auf den Best-Of-LPs Echoes: The Best of Pink Floyd (2001) und Oh, by the Way (2007). Letztgenannter Box-Set hatte auf der Rückseite sogar ein alternatives Cover mit dem Effekt. Um Streit zu vermeiden, wer im Vordergrund ist? David Gilmour hatte ja auf Ummagumma die Ehre.

Back cover for musicians: Fender guitars, Hiwatt amps etc. The road crew guys, Alan Styles and Peter Watts (right), have died. The latter's daughter Naomi became a Hollywood star

Haus und Garten auf dem Ummagumma-Cover haben übrigens Signifikanz in der Geschichte von Pink Floyd. Es ist das Landhaus Trinity House im Dorf Great Shelford, einem Vorort von Cambridge. In diesem Haus trafen sich 1965 erstmals die zwei Bands aus denen Pink Floyd entstehen sollte. Anlass war die Geburtstagsfeier von Designer Storm Thorgersons Freundin Libby deren Vater das Trinity House gehörte. Die zwei Bands die damals Musik auf der Gartenparty spielten waren Jokers Wild (mit David Gilmour) und The Tea Set (mit Waters, Barrett, Mason und Wright). Vier Jahre später schlug Thorgerson das Haus als Foto-Location für Ummagumma (1969) vor. Bei den Fotos im Inneren der Gatefold-LP ist übrigens Roger Waters’ damalige Ehefrau, die Töpferin und Kunstlehrerin Judy Trim zu sehen. Richard Wright sitzt neben einem Piano und David Gilmour schaut aus einem Baum hervor. Was Drummer Nick Mason anbelangt, fragt man sich ob er sauer war dass er kein großes Starfoto bekam? Schlagzeuger ziehen in Bands immer den Kürzeren! Dafür ist auf der Rückseite der LP sein komplettes Premier Drum-Kit zu sehen, mit dem gesamten Equipment der Band auf dem Asphalt des Londoner Biggin Hill Airport, der 1917 eröffnet wurde und früher der Royal Air Force diente. Das Foto enthält schöne Details für Musik-Freaks: Fender Stratocaster, Telecaster, Precision Bass, sogar Waters’ früherer Rickenbacker Bass, Verstärker von Hiwatt und Sound City, WEM-Boxen etc. Ebenfalls im Bild, die beiden Floyd-Roadmanager Alan Sykes (links) und Peter Watts (rechts), dessen Tochter Naomi Watts Jahre später zum Hollywoodstar werden sollte. Man sagt ja: ‘Every picture tells a story‘. Dazu waren Gatefold-LPs besser geeignet als das CD-Format. Nennen wir es den Vinyl-Effekt.

Who's the boss now? Found a vinyl LP of Gigi (1958), seen on the cover of Ummagumma (1969). In the US Gigi was airbrushed away. Either for 1. fear of copyright problems, or 2. because Capitol Records didn't want to advertise MGM

Ein erfreuliches kleines Update zum Artikel: Ich habe das Album Gigi (1958), das auf dem Cover von Ummagumma zu sehen ist, als Vinyl-LP gefunden. Das an der Wand lehnende Gigi-Album auf Ummagumma wirkt wie ein subtiles Echo vom Droste-Effekt: ein LP-Cover auf einem LP-Cover. Wie kam Gigi – der Soundtrack von Vincente Minnellis Filmkomödie die Ähnlichkeit mit dem Musical My Fair Lady (1956) hat - auf das Cover? Storm Thorgerson sagte, es hätte keinen bestimmten Sinn, es sei einfach ein red herring gewesen, also eine falsche Fährte. Mit der Absicht, Debatten zu schaffen. Gigi ist auf alle Fälle ein gut designtes LP-Cover das auffällt, obwohl es nur einen kleinen Teil der Floyd-LP einnimmt. Für US-Ausgaben von Ummagumma wurde Gigi übrigens wegretuschiert. Dafür sind mir zwei verschiedene Erklärungen bekannt. Erstens, Sorge vor Copyright-Problemen seitens des Floyd-Labels. Zweitens, dass die Plattenfirma Capitol Records, die das Floyd-Album in Amerika veröffentlichte, keine Werbung für Schallplatten von einer anderen Firma, in diesem Fall MGM, machen wollte. Letzteres ist nicht ganz unplausibel – denn bei mir hat die Werbung für Gigi tatsächlich funktioniert, ich habe Gigi erst durch Floyd kennengelernt. Dass jetzt im Foto ein CD-Cover von Ummagumma ganz klein am Bildrand von Gigi ist, hat auch einen Hauch von Droste-Effekt an sich. Jedenfalls hat die zwinkernde Gigi den Jungs von der Band endlich mal gezeigt wer der Boss ist.

 

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Musik-Info  Das Doppelalbum Ummagumma (1969) ist in Live- und Studioaufnahmen aufgeteilt. Auf der Studio-LP hat jedes Bandmitglied eine halbe Albumseite mit experimentellen Solokompositionen. Die Live-LP besteht aus vier atmosphärischen Liedern mit der ganzen Band. Von dem Lied A Saucerful of Secrets gibt es auf YouTube einen starken Live-Filmclip der zwar 2 Jahre später (live in Pompeii) aufgenommen wurde, aber die Band und die Musik der experimentellen Ummagumma-Ära exzellent repräsentiert

Mehr von uns über Floyd-LPs Artikel über ein Hörspiel das von Dark Side of the Moon inspiriert wurde

Avenita Kulturmagazin

 

Die Kinoversion von Tinker, Tailor, Soldier, Spy (2011) deren auf einem Kinderreim beruhende Originaltitel spannender klingt als die deutsche Fassung, ist mit guten sehr Kritiken in England angelaufen. Wie so oft, muss man sich in Deutschland und bei uns Spanien noch monatelang gedulden, hier ist der Filmstart anscheinend erst im Februar 2012. Das ist uns ebenso rätselhaft wie der späte deutsche Kinostart der neuen Jane Eyre (2011) Verfilmung: Bis die Sachen ins Kino kommen werden viele deutsche Fans englische DVD-Versionen mit viel Extramaterial bevorzugen oder vielleicht sogar schon besitzen. Aber Schwamm drüber. Wir haben uns stattdessen einfach mal wieder die gute alte BBC TV-Verfilmung (1979) mit Alec Guinness in der Rolle von George Smiley angesehen. Hammerhaft gut. Aufwendige Produktionen von so einem Kaliber werden mit den Jahren fast noch besser, vielleicht weil das graue London der späten 70er nicht mehr wie dröger Alltag sondern wie ein mystisches Zeitdokument erscheint: Die Autos, die Klamotten etc. Auf unserem Foto ist eine Zeitungsanzeige für den neuen Film (2011) und die Romanvorlage (1974). Sir Alec Guinness (1914 – 2000) spielte den Ex-MI6 Mann George Smiley mit einem Brillengestell von solch ikonischem Status dass Gary Oldman, der neue Smiley, angeblich Hunderte von Brillen ausprobierte bis er etwas fand das zu ihm und der Smiley-Figur passte. Angeblich hat Oldman, der früher mal den Hungerhaken Sid Vicious spielte, auch eine Menge englischen Kuchen gegessen um Smileys eher rundlichem Erscheinungsbild gerecht zu werden. Was wir an der Figur interessant finden, ist dass sie ein kompletter Gegenentwurf zu James Bond ist. Letzterer hat die Jahrzehnte, für unseren Geschmack, nicht ganz so überstanden wie Smiley. Wahrscheinlich weil die Welt komplizierter geworden ist als sie es zu den Zeiten von good old Ian Fleming (1908-1964) war. Auftrumpfendes Gehabe und Aktionismus haben einen bitteren Beigeschmack bekommen. Im Jahr 2003 veröffentlichte der Romanautor John le Carré (geb. 1931) in der Times den Artikel ‘The United States has gone mad‘, in dem er den kommenden Irak-Kriegszug verurteilte.

Aber auch le Carrés Figuren – und vielleicht sogar Ex-Spion le Carré selber – verkörpern einen Sektor, den der Geheimdienste sowie auch staatliche Organisationen die ihre eigenen Bürger bespitzeln, wo irgendwo ein fundamentaler Wurm drinsteckt: Manipulatives Verhalten das irgendwann vom nötigen Mittel zum Zweck zum Selbstzweck wird und den Wald vor Bäumen  nicht mehr sieht oder sehen will. Kontraproduktiver Übereifer. Kontrollsucht die sich selbst in den Fuß schießt. Auf der BBC DVD-Version von ‘Tinker. Tailor…’ ist ein gutes, ca. 1-stündiges Doku namens The Secret Centre, in dem übrigens auch Markus Wolf, Ex-Stasi-Chef, zum Teil Vorbild für Smileys Nemesis Carla – und le Carré-Fan! – zu Wort kommt. Aber es geht hiier hauptsächlich um
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The Railway Children (1906) von Edith Nesbit ist eins der berühmtesten Kinderbücher Englands. In Deutschland weniger bekannt, wurde aber als Die Eisenbahnkinder veröffentlicht. Es ist die Geschichte von drei Geschwistern die zu Beginn des 20. Jahrhunderts wohlbehütet in London aufwachsen aber plötzlich gezwungen sind, alles hinter sich zu lassen und, völlig mittellos, aufs Land in ein altes Häuschen in den Mooren von Yorkshire zu ziehen. Bei dem Abenteuer, sich dort durchzuschlagen, hilft ihnen ein netter Bahnhofsvorsteher. Der Stoff wurde mehrmals verfilmt und gibt auf der Leinwand viel her, mit seinen alten Eisenbahnen und dem idyllischen ländlichen Hintergrund. Am liebsten mögen wir den Kinofilm The Railway Children (1970) mit Bernard Cribbins als Bahnhofsvorsteher Perks. Alle drei Verfilmungen sind nur auf Englisch erhältlich. Aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen. In der Tat, der Originalton, nämlich der urige ländliche Akzent den die ‘Kinder aus gehobener Gesellschaft’ in Yorkshire vorfinden, ist ein toller Bestandteil des Films. Auf unserem Foto sehen Sie eine Puffin Classics Taschenbuchausgabe die wir vor kurzem aufgegabelt haben, mit einem Titelbild von dem renommierten Eisenbahnmaler Gino D’Achille. Innen sind die Originalzeichnungen von C. E. Brock der auch Bücher von Jane Austen illustrierte. In der Mitte des Fotos ist die gekürzte Fassung von dem höchst sammelwürdigen Kinderbuchverlag Ladybird Books mit Farbillustrationen von Kathie Layfield. Auf die Verbindung zur Autorin A. S. Byatt, deren Erwachsenen-Roman The Children’s Book (2009) ebenfall oben abgebildet ist, kommen wir jetzt zu sprechen: Als wir uns, so auf gut Glück und nicht zuletzt aufgrund des schönen Covers, A. S. Byatts Roman The Children’s Book (2009) kauften, hatten wir keine Ahnung dass
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Wir sind Fans der Autorin, und Meetch hat beim Besuch in Devon einen schönen Schnappschuss von Agatha Christies Ferienhaus gemacht. Unser Foto zeigt den Blick wenn man auf dem Fluss Dart vom Boot aus aufs Haus hochschaut. Haus und Umgebung sind absolut idyllisch und können besichtigt werden: Das Haus Greenway ist voll mit interessanten  Artefakten von der Autorin und ihrem Ehemann, dem Archäologen Sir Max Mallowan. Meetch machte auch ein paar Fotos von innen, wurde aber vom Personal das die Rundführungen machte, informiert dass dies nicht erlaubt ist. Nichtsdestotrotz ist der Besuch sehr empfehlenswert. Das Anwesen wird von dem gemeinnützigen, für Natur- und Denkmalschutz zuständigen National Trust betreut. Es gibt noch weitere gute Gründe warum diese Gegend der Grafschaft Devon für Christie-Fans interessant ist. Die Autorin wurde in der nahen Küstenstadt Torquay geboren und hat viele Orte dieser südenglischen Region in ihre Krimis eingebaut. Zum Beispiel im Detektiv-Klassiker ‘Die Morde des Herrn ABC‘ (1936) der an Devons Küste spielt. Ebenfalls die Moor- und Heidelandschaften von Devons Nationalpark Dartmoor kommen in Christie-Krimis vor, z. B. im Roman ‘Das Geheimnis von Sittaford‘ (1931).

Info Wiki-Artikel über Greenway Estate / und unser Feature-Artikel in dem wir mehrere spezifische Devon-Schauplátze von Agatha Christie erörtern.

 

Wir sammeln Progrock-LPs und in Andalusien gibt es viele Flohmärkte und Secondhandläden wo man auf so was Jagd machen kann. Ist ja neu nicht mehr zu kriegen. Jedenfalls nicht dieses Album das heute wohl zu teuer zu produzieren wäre. Unsere neuste Beute ist der legendäre 3-LP-Set Yessongs (1973) der Progrock-Band Yes mit klassischem Cover-Konzept & Artwork des britischen  Kult-Designers Roger Dean. Die einfache Version, rechts, werden einige Prog-Fans besitzen. Haben wir auch schon lange, aber die Originalversion, links, ist viel seltener weil sie selbst damals, zu Glanzzeiten der Musikindustrie, zu sehr ins Geld ging und bald nur  noch in vereinfachter Form hergestellt wurde. Dabei ging eine ganze Doppelseite (das Bild Arrival, mit dem Fisch) verloren. Nach der ‘Full Monty’ Ausgabe hatten wir schon lange gesucht. Ein guter Tag. Endete allerdings mit Schweißausbrüchen bei der Arbeit, ein  zähes altes Preisschild (750 Pts.) abzulösen ohne das Cover zu beschädigen. Uff. Das ulkige bei spanischen LPs  der 70er ist dass die Lieder auf Spanisch gelistet sind, mit glorreichen Titeln wie Al Borde del Abismo, sonst bekannt als Close to the Edge. Herrgott, zum Glück zwang man die Musiker damals nicht dazu, auch noch auf Spanisch zu singen – wer sagt, Franco kannte keine Gnade? Ein Vorteil des spanischen Covers, oben links, ist dass es hochglanz statt matt ist und einen besseren Farbton hat, was auf dem Foto nicht erkennbar ist. Während wir Neuausgaben von CDs, Büchern, DVDs etc. gern online bei Amazon kaufen, sind wir bei alten LPs lieber persönlich vor  Ort. Dies ist ein (zugegebenermaßen verrücktes) Hobby bei dem das Herumstöbern, quasi die Jagd, ein großer Teil vom Spaß ist. Kleiner Tipp dazu: Machen Sie keine Freudensprünge oder allzu großen Augen wenn Sie etwas seltenes finden, das treibt die Preise hoch!
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Jane Eyre (1874) von Charlotte Brontë ist einer unserer Lieblingsromane und wir sehen neuen Verfilmungen mit Interesse entgegen. Wir vermuten, der neue Kinofilm mit Michael Fassbender als Rochester und der Australierin Mia Wasikowska als Titelheldin Jane Eyre wird es nicht leicht haben, unsere bisherige Lieblingsverfilmung vom Sockel zu hauen: Die BBC-Fassung Jane Eyre (2005) erscheint uns so gut wie perfekt. Aber Neuverfilmungen müssen ja nicht unbedingt besser sein. Manchmal ist es auch erfreulich, vertrauten Stoff mit einem neuen Blickwinkel zu sehen. Die Geschichte vom Waisenmädchen Jane Eyre, die allen Schwierigkeiten zum Trotz ihren Weg findet und sich und ihren Prinzipien dabei treu bleibt, ist so ein vielschichtiger Roman, mit so vielen Personen und Handlungssträngen dass man immer wieder was Neues darin entdecken kann. Es verwundert allerdings dass die Neuverfilmung, die in England und Amerika (zu recht guten wenn auch nicht ekstatischen Kritiken) schon erschienen ist, in Deutschland und auch bei uns hier in Spanien erst im Dezember anläuft. Merkwürdiges Marketing, wenn bedenkt dass Brontë-Fans oft sowieso die englischen Originalversionen bevorzugen und im Dezember vielleicht eher nach der DVD-Version Ausschau halten werden um den Film (und das übliche Extramaterial, Making Of etc.) in Ruhe zu Hause zu genießen. Aber wir werden die Wartezeit schon irgendwie rumkriegen, denn als Sammler von fast allem was mit den Brontë-Schwestern zu tun hat, können wir uns auch an den kleineren Dingen im Leben erfreuen, z. B. wenn wir eine schöne ältere Ausgabe aufgabeln, siehe unser Foto oben. Zugegeben, diese exzellenten Ausgaben haben wir schon lange, aber der englische Penguin Verlag ist so ziemlich unser Favorit: Gute Covergestaltung, gutes Schriftbild und vor allem gutes und reichliches Hintergrundmaterial, oftmals 50 Seiten oder mehr an interessanten Infos zum Text. Täuschen wir uns, oder ist so etwas bei deutschen Ausgaben eine Seltenheit? Klar, kostet alles Geld, aber so arm sind deutsche Verlage nun auch wieder nicht, oder? In den seltenen Fällen, wo bei einer deutschen Ausgabe mal Extramaterial dabei ist (z. B. Johannes F. Boeckels 10-Seiten Nachwort zu seiner Übersetzung Sturmhöhe von Emily Brontë im Goldmann Verlag) ist das etwas das wir sehr zu schätzen wissen. In einem Zeitalter wo man, wenn’s sein muss, fast alles umsonst kriegen kann, sollten Verlage mehr in Unique Selling Points und Liebe zum Detail investieren, sonst geht’s denen bald wie der Musikindustrie, die jahrelang lieblose Billigheimer von CD-Ausgaben ohne Extras verscherbelte – bis Leute sich fragten: Warum eigentlich Geld für so was ausgeben? Ein paar Infos zu den oben abgebildeten Büchern.
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Hallo: Andalucia say you will…go online

Hello trees, hello sky, hello Andalusia...hello reader!

Willkommen verehrter Leser! Herbst 2011 steht vor der Tür und wir starten unser Netzmagazin. Wir wollten eigentlich schon viel früher damit anfangen. Aber dies ist ein Hobby, ein Feierabendprojekt, und während wir so an der Seite herrumwerkelten, wurde Spanien anfang dieses Jahres plötzlich von einer derben wirtschaftlichen Krise erwischt. Eine Krise die sich tatsächlich im alltäglichen Leben bemerkbar machte: Wir mussten auf einmal doppelt so viel arbeiten um halb so viel zu verdienen! Hört sich das bekannt an? Na ja, so langsam beginnen wir, wieder etwas Land zu sehen und wir legen einfach mal los. Wird schon schief gehen. Am liebsten schreiben wir jeden Tag etwas, aber manchmal werden es nur ein, zwei Beiträge pro Woche sein. Wir hatten vor einiger Zeit schon mal einige unserer längeren Essays und Feature-Artikel hochgeladen, einfach um Ideen für das visuelle Design der Seite zu bekommen. Die Absicht dabei war dass Look & Design aus den Inhalten kommen sollten. Sämtliche Fotos stammen von uns, oftmals aus näherer Umgebung. Ja, Spanien hat ein schönes Licht zum Fotografieren und davon werden wir für unsere Blogs und Artikel reichlich Gebrauch machen. Look out! Ein Außeneinfluss beim Look der Seite war für uns – großteils Vinyl-Fans – die gute alte Kunst des LP-Coverdesigns: Das Violet in unserem Logo, nicht die häufigste Farbe auf Webseiten, wurde von Ed Thrashers LP-Design für Astral Weeks inspiriert, wo ein kleiner Anteil von der Farbe zu einem interessanten Gesamtbild beiträgt. Bis sich Leser auf unsere Seite verirren, wird zweifellos Zeit vergehen. Das Gute ist dass wir ausschließlich über Sachen schreiben die uns sowieso sehr interessieren und über die wir immer schon Notizen auf Ränder von Buchseiten gekritzelt haben. Dies auf einer Website zu tun ist übersichtlicher. Und wenn dem einen oder anderen Leser über die Jahre davon etwas Spaß macht, wird unser Glück komplett sein. Grüße!

Avenita Redaktion