Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

Design Artikel in Vorbereitung II

Lieber Leser,

An dieser Stelle ist ein Blogpost in Arbeit der demnächst veröffentlicht wird
Continue reading…

Málaga, Innenstadt, Calle Larios, 26. Dezember 2011

Wir haben gestern, am 26. Dezember, mal wieder eine Runde durch Málaga gedreht. Eine schöne Stadt die für Urlauber an die Costa del Sol unbedingt einen Besuch wert ist. Fast jeder kommt ja hier am Flughafen von Málaga an, aber dort sieht man, so eindrucksvoll der neue Flughafen auch sein mag, nichts von der eigentlichen Stadt Málaga. Wenn man vom Flughafen aus Richtung Autobahn fáhrt, sieht man das Industriegebiet, was nicht besonders schön ist. Vermutlich haken viele Urlauber an diesem Punkt Málaga ab, fahren zu ihren Hotels in Torremolinos, Fuengirola, Marbella etc. und verbringen den Rest der Ferien an den dortigen Strandpromenaden. Da lässt es sich gut aushalten, vor allem bei dem super Wetter das wir diesen Winter haben: Der Großteil dieses Dezembers war sprichwörtliches T-Shirt-Wetter. Gestern war es zwar nicht sonnig aber immer noch 15 Grad am frühen Abend als wir die Fotos machten. Málagas Innenstadt hat viele Fußgängerzonen, vor allem die Gegend um Calle Larios, mit ihren edlen, renovierten Häusern aus dem 19. Jahrhundert, siehe unser Foto. Von hier aus kann man zu Fuß viele Sehenswürdigkeiten besuchen, wie Málagas schöne alte Kathedrale, das Geburtshaus von Pablo Picasso am Plaza de la Merced, das römische Amphitheater, die Alcazaba…alles Sachen auf die wir zukünftig noch genauer eingehen. Die ganze Innenstadt ist schön zum Bummeln, Einkaufen oder zum Auschecken von Cafés, Restaurants und Bars. Apropos: Wir standen gestern auf einmal vor einem Irischen Pub. Und plötzlich, obwohl Leser uns das vielleicht nicht abnehmen, kam eine
Continue reading…

Poem by Christina Rossetti, music by Holst, played by folk musician Bert Jansch. We wish readers a happy Christmas

Eins unserer Lieblingsweihnachtslieder basiert auf einem Gedicht der Engländerin Christina Rossetti (1830-1894). Es heißt In The Bleak Midwinter. Nach ihrem Tod schrieb der Komponist Gustav Holst Musik dazu. Das Lied scheint in Deutschland kaum bekannt zu sein, im englischen Sprachraum dagegen sehr. Es gibt viele Versionen davon –  die meisten davon sind schön denn Melodie und Worte sind nicht kaputt zu kriegen. Wir mögen wir die Fassung des britischen Folkmusikers Bert Jansch (1943-2011). Sein typisches Understatement, nur gezupfte Gitarre und schüchterner Gesang, passt perfekt. Es folgt ein YouTube-Clip von dem Lied und der Text. Er singt die zwei wichtigsten der fünf Strophen des Gedichts
Continue reading…

Flamenco Gitarrist Paco de Lucía in den 70er Jahren

Wir haben uns anlässlich seines heutigen Geburtstags eine gute Doku-DVD über den Flamenco-Star angesehen: Francisco Sánchez – Paco de Lucía (2003). Der Titel bezieht sich darauf dass Paco de Lucía, wie viele Flamenco-Musiker, einen Künstlernamen hat und als Francisco Sánchez geboren wurde. Hier in Andalusien, nicht allzu weit von uns entfernt, in der andalusischen Küstenstadt Algeciras. Auf dem Foto ist unsere alte LP-Version von dem Album Fuente y Caudal (1973), was soviel wie Quelle & Strömung bedeutet. Es verschaffte dem Gitarristen seinerzeit internationale Beachtung, nicht zuletzt wegen dem fast 6 Min. langen Lied Entre Dos Aguas (Zwischen zwei Wassern) in dem erstmals die traditionelle Flamenco-Gitarre vom elektrischem Bass begleitet wurde, was heute gang und gäbe ist. Ein weiterer Meilenstein, was internationale Beachtung betrifft, war das Album Friday Night in San Francisco (1981) auf dem Paco de Lucía zusammen mit John McLaughlin und Al Di Meola spielte. Gutes Album, das bei Amazon.de viele positive Bewertungen hat. Uns persönlich gefallen die Soloalben von Paco de Lucía allerdings noch etwas besser. Sachen wie Almoraima, wo die mittelöstlichen Einflüsse des
Continue reading…

It's the birthday of A. S. Byatt, her novel Possession (1990) is a literary detective story. The 2002 movie adaption with stars like Gwyneth Paltrow is good. We take a closer look at some of the Yorkshire locations featured in the novel and the film

Es ist der Geburtstag der englischen Dichterin und Schriftstellerin Antonia S. Byatt. Ihr Roman Besessen (1990) wurde von Time-Magazin auf die Liste der 100 besten Bücher des 20. Jhr gewählt. Die Verfilmung mit Stars wie Gwyneth Paltrow, Jeremy Northam und Jennifer Ehle ist ebenfalls gut. Ich empfehle, den Film vor dem Roman anzusehen. Nützlich als Überblick auf die 600 Seiten lange und auf Anhieb etwas komplex wirkende Geschichte. Dann bekommt man um so mehr Lust, sich in den Stoff – der neben der Romanhandlung auch viele Gedichte enthält – weiter zu vertiefen. Es ist ein Roman in dem man im Laufe der Zeit neue Dinge entdeckt. Zum Beispiel warfen wir für diesen Blogpost einen näheren Blick auf einige idyllische Orte in Yorkshire wo ein Teil der Geschichte spielt. Es geht um zwei Liebesgeschichten, eine in der
Continue reading…

The 1991 BBC radio dramatisation of 'The Nutcracker and the Mouse King ' is online. The story by E.T. A. Hoffmann inspired Tchaikovsky's ballet, various movies, like Lasse Hallström's The Nutcracker and the Four Realms (2018) and a song by ELP

Weihnachten 1816: ‘Ach, werteste Demoiselle Stahlbaum, vortreffliche Freundin, beschaffen Sie nur ein Schwert, für das übrige will ich sorgen.’ Dann ging dem Nussknacker die Sprache aus, und seine von Wehmut beseelten Augen wurden wieder starr und leblos’. Nussknacker und Mäusekönig (1816), die Erzählung von dem deutschen Schriftsteller der Romantik, ist auch nach zwei Jahrhunderten noch sehr präsent in Kultur und Popkultur. Von Lasse Hallströms neustem Spielfilm Der Nussknacker und die vier Reiche (2018) bis zu Tschaikowskys Ballet-Klassiker Der Nussknacker (1892), der für viele immer noch die ultimative Umsetzung des Stoffes von E.T. A. Hoffmann ist. Über Tschaikowsky kam die Story sogar in die Rockmusik. Emerson, Lake & Palmers Progrock-Version vom Nussknacker Marsch, siehe Live-Clip von 1970, war mit ihrem
Continue reading…

There are many thrillers with train scenes. Alfred Hitchcock made good use of them in movies like The 39 Steps, with some good locations in Scotland. We take a look at this and other novels and films on rails. Movie clips included

Wir sind Eisenbahn-Fans, mögen Sendungen wie Eisenbahn-Romantik und auch Krimis & Thriller mit Eisenbahnszenen. Ein Klassiker dieser Art ist der Roman Die 39 Stufen (1915) von John Buchan. Links im Bild, ein Ausschnitt von einem Cover das die Eisenbahnthematik einbezieht. Gleich folgt ein Foto vom kompletten Buch. Eisenbahnszenen eignen sich gut für Filme. Hitchcock war der erste der den Stoff aufgriff und einen Klassiker daraus machte. Es folgten drei weitere Verfilmungen, zuletzt der ziemlich gute BBC-TV-Film The 39 Steps (2008). Es gibt mehrere Hörspiele, u.a. mit Orson Welles und viele Theaterproduktionen, eine davon lief neun Jahre lang, bis 2015 in Londons West End. Nicht schlecht für eine 100 Jahre alte Story. Es folgt ein Blick auf ikonische Eisenbahnszenen in 39 Stufen und anderen Thrillern auf Schienen. Zugfahrten haben das klassische Krimi-Element der geschlossenen Gesellschaft. Auch Bahnhöfe und Brücken haben ein Handlungs-Potential das Hitchcock nutzte. Der zu Unrecht des Mordes verdächtige Richard Hannay flieht in diesem Spionage-Thriller per Zug von Londons St Pancreas Station in die schottischen Moore. Detektive sind ihm auf den Fersen, durchkämmen den Zug. entkommt, waghalsig kletternd, als der Zug auf einer Eisenbrücke hält. Hitchcock filmte die Szene auf der schottischen Forth Bridge, die 125 Jahre alt ist und heute noch benutzt wird. Ein weiterer Drehort war der schottische Viadukt Big Water of Fleet der 1861 gebaut und 1965 geschlossen wurde aber bis heute Ausflugsziel für Eisenbahn-Freaks ist. Landschaften die per Eisenbahn durchreist werden sind ebenfalls ein interessanter Aspekt, im Roman wird Hannays Reise genau beschrieben, er fährt über Leeds bis nach Dumfries. Nimmt von dort einen alten Zug durch die Moore, bis er zu einem  einsamen Bahnhof am Berg Cairnsmore of Fleet ankommt, wo der Vorsteher gerade den Garten umgräbt. Die Berg- und Moorlandschaften gehören heute zu den beliebtesten Wandergegenden in Galloway. Autor John Buchan liebte solche Details, nicht zuletzt weil er selber aus Schottland stammte. Die Eisenbahn spielt auch eine Rolle in Alfred Hitchcocks Klassiker Der Fremde im Zug (1951), nach einer Romanvorlage von Patricia Highsmith. Hier kommt die Tatsache ins Spiel dass man im Zug durch Zufall Leuten begegnet. Nicht immer guten. Ein netter Tennisspieler mit  Eheproblemen setzt sich zufällig neben ein Psychopathen der ihn durch seine flinke Beobachtungsgabe innerhalb von 10 Minuten in ein verrücktes ‘Ich morde für dich, und du mordest für mich’ Komplott verwickelt.

Train journeys have a 'locked room' element that was used ingeniously by Agatha Christie. A new cinema adaption of her novel Murder on he Orient-Express (1934), see original cover above, is currently planned by Kenneth Branagh

Die Anfangsszene von Der Fremde im Zug (1951) zeigt wie sich die beiden Männer sich schicksalshaft aufeinander zu bewegen. Gedreht übrigens in einem imposanten alten Bahnhof der 1963 abgerissen wurde, nämlich Pennsylvania Station in New York. Der Film verewigt somit historische Eisenbahnarchitektur. Im Gegensatz zu Patricia Highsmiths Element des Zufalls, beruht Agatha Christies Krimiklassiker Mord im Orient-Express (1934) darauf dass Zugreisen zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Orten, mit bestimmten Personen stattfinden. Wenn jemand einen Mord beabsichtigt, kann er bestens geplant werden. Dies ist eine von Christies wirklich angsteinflößenden Geschichten. Eine unglaubliche Verschwörung die durch die klaustrophobische Atmosphäre eines Zugs der im Schnee feststeckt noch bizarrer wird. Mir gefiel die angemessen düstere TV-Verfilmung Murder on the Orient Express (2010) mit David Suchet ganz gut. Eine neue Kinoverfilmung von Kenneth Branagh ist in Arbeit – und Orient-Express könnte als Big Budget Verfilmung wahrscheinlich noch ein Stück besser sein. Highsmith und Christie waren subtile Autorinnen, aber die Eisenbahn hat sich auch als Location für frontale Actionfilme bewährt. Eindrucksvolle Eisenbahn-Actionszenen in Express in die Hölle (1985) mit Jon Voight als entflohener Sträfling auf einem Zug im verschneiten Alaska. Der Film verbringt jedoch vorher viel Zeit mit langatmigen und dumpf-brutalen Szenen im Knast. Dagegen ist French Connection (1971) dramaturgisch besser, die 7 Min. lange Szene in der Gene Hackman im Auto die Hochbahn mit dem flüchtigen Drogenmafiosi verfolgt – wobei der Zugfahrer ohnmächtig wird – ist stark gemacht. Im Thriller Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123 (1974) kommt die von der Außenwelt abgeschotteten Situation einer U-Bahn gut zur Geltung. Profi-Verbrecher nehmen Fahrgäste als Geiseln für Lösegeld. Aber ist vielleicht ein Polizist in Zivil unter den Passagieren? Ich habe den Film, mit eisenbahnspezifischen Details wie den sog. Totmannschalter, als clever und spannend in Erinnerung. Einer der bis dato neusten Eisenbahn-Thriller der mir einfällt ist Transsiberian (2008) mit Woody Harrelson. Hier fragt man sich, warum der Mythos der Transsibirischen Eisenbahn und die Chance, enigmatische Schneelandschaften zu filmen, noch nicht öfter für Thriller genutzt wurde? Der Film hat einiges für sich aber die Hitchcock-haften Ansätze werden gegen Ende über Bord geworfen und groteske Brutalität ersetzt. Sehen wir uns nachfolgend und zum Abschluss für heute eine klassische Eisenbahn-Szene von Alfred Hitchcock die nach 80 Jahren immer noch schwer zu übertreffen ist. Wir wünschen gute Reise!

 

Ads by Google

 

 

Agatha Christie: ‘Mord im Orient-Express’ als BBC-Hörspiel von 1992 online Die BBC-Produktion Murder on the Orient Express (1992). Mit John Moffatt (als Hercule Poirot), Sian Phillips (als Princess Dragmiroff), Francesca Annis (Miss Debenham), Joss Ackland (als Mr Ratchett), Frank Windsor (als Pierre Michel), Sylvia Syms (als Mrs Hubbard), Frank Windsor (als Pierre Michel), Andre Maranne (als M. Bouc), Peter Polycarpou (als Dr. Constantine), Desmond Llewellyn (als Masterman), Stephen Hodson (als Colonel Arbuthnot), David Thorpe (als Count Andrenyi), Siriol Jenkins (als Countess Andrenyi), Kate Binchy (als Miss Ohlsson), Lind Polan (als Fräulein Schmidt), Frank Coda (als Foscarelli), James Telfer (aös McQueen), John Church (Hardman), Kevork Malikyan (als Hotel Clerk), Vic Tablian (als Taurus Express Guard). Musik: Michael Haslam. Hörspielbearbeitung: Michael Bakewell. Regie: Enyd Williams. Produktion von 1992. BBC Radio 4

John Buchan: ‘Die 39 Stufen’ als BBC-Hörspiel von 1990 online Das BBC-Hörspiel The Thirty-Nine Steps (2001). Mit David Rintoul (als Richard Hannay), Alexander Morton (als Scudder), Jimmy Chisholm (als Clive), Michael Elder (als Sir Walter Bullivant), Crawford Logan (als Sir Harry), David McKail (Appleton), Sandy Neilson (Sergeant Major), John Shedden (als Frank). Bearbeitung: Peter Buckman. Regie: Patrick Rayner

Mehr zum Thema Eisenbahn Unser Artikel über die Ruinen der andalusischen Málaga-Coín Linie von 1913

Könnte Sie auch interessieren Patricia Highsmith: Der Fremde im Zug als BBC-Hörspiel online

Avenita Kulturmagazin

It's the birthday of the author Philip K. Dick (1928-1982). The sci-fi movie Blade Runner (1982) is based on his novel Do Androids Dream of Electric Sheep (1968). It's dedicated to one Maren Augusta Bergrud (1923-1967). We wanted to find out who she was and found an interesting story

Es ist der Geburtstag des Science Fiction Autors Philip K. Dick (1928-1982). Zu diesem Anlass ein Blick auf eine seiner berühmtesten Stories. Da vorrangig bekannt durch Ridley Scotts Verfilmung Blade Runner (1982), schien  es sinnvoll mit der Romanvorlage Do Androids Dream of Electric Sheep (1968) zu beginnen und nach Hinweisen auf den Ursprung des Blade Runner Mythos’ zu suchen. Es lohnte sich. Schon auf in der Widmung war eine interessante und anfangs rätselhafte Spur. Der Roman ist einer gewissen Maren Augusta Bergrud (1923-1967) gewidmet. Eine Internet Suche ergab keinen Hinweis, welche Verbindung sie mit dem Autor hatte. Dieser Blogpost ist momentan der einzige der den Namen in der Widmung in einen Kontext stellt. Es der Mädchenname einer Frau die Maren Hackett hieß. Sie war die Stiefmutter von P. K. Dicks vierter Ehefrau Nancy Hackett und
Continue reading…

Mission bells ringing: The Chairman of the Board & Nancy with the Laughing Face

Nach seinen Anfängen in den 40er Jahren bei Columbia Records, wechselte Sinatra 1954 zu Capitol, und die Alben aus dieser Zeit werden oft als sein künstlerischer Zenith angesehen. Mit Alben wie ‘Songs for Swingin’ Lovers!‘ (1956) prägte Sinatra musikalisch und stilistisch den Mythos der 50er Jahre, Man könnte sagen, Sinatra erfand diesen Mythos: Die TV-Serie Mad Men ist Swingin’ Lovers auf Film, auch wenn die Serie ein paar Jahre später spielt. Sinatra sang über Madison Avenue bevor die Filmemacher geboren wurden. Sinatras ultra cooler Status in den 50er Jahren hat allerdings bewirkt dass seine späteren Aufnahmen und Konzerte manchmal unterschätzt werden. Ein Fehler. Denn während Swingin’ Lovers als Einzelwerk betrachtet, sein bestes Album sein mag, sind die späteren Reprise Jahre, in Hinblick auf die Liederauswahl, die Musik und seine reifere, etwas rauhere Stimme in den 60ern, und sogar noch in den 70er Jahren, als Gesamtwerk für uns das Beste von Sinatra: Das eigens von Sinatra gegründete Plattenlabel Reprise (sprich re-pries) veröffentlichte alle Aufnahmen von Sinatra ab 1961. Mit vielen unserer Lieblingslieder. Bei Sachen wie It Was A Very Good Year (hier ein Clip von Sinatra im Studio) verschmelzen Komposition, Arrangement, Text und Sinatras Stimme zu etwas epischem, zu  einer Lebensgeschichte…zu Kunst. Auch wenn Sinatra sich am Ende beschwert dass das Lied mit 4:12 Min. länger ist als der erste Akt von Hamlet. Gut an den Reprise Jahren, die allein an Studioaufnahmen über 400 Lieder umfassen, ist auch dass Sinatra viele seiner Klassiker aus früheren Zeiten neu aufnahm. Für unseren Geschmack, oftmals mit besserer Stimme, wie Nancy with the Laughing Face das Sinatra zuerst in den 40er Jahren aufnahm aber das in späteren Fassungen, speziell in den schlichteren Liveversionen ohne Streicher, eins unserer Lieblingslieder ist. Viele von Sinatras frühen Aufnahmen, die mit seiner jüngeren, wohl noch von Bing Crosby beeinflussten Stimme,  hier und da etwas schnulzig klingen, bekommen bei späteren Aufnahmen mehr Tiefe, mehr Nachdenklichkeit. Sinatra war, damals  Ende 40, nicht mehr voll im Mainstream, sondern stand einer gigantischen Welle neuer Popkultur, wie den Beatles und den Stones gegenüber. Nicht einfach. Aber während Sinatras Plattenverkäufe etwas zurrückgingen, machte er einfach mit der Sache weiter in der er unschlagbar war: Live vor einem Publikum.

Albumklassiker: Sinatra at the Sands (1966)

Obwohl es viele Best-of CDs gibt, ist unser Tipp um die Reprise Jahre kennenzulernen, das phänomenale Live-Doppelalbum Sinatra at the Sands (1966). Viele Klassiker, wie Come Fly with Me und I’ve Got You Under My Skin mit vollem Swing-Sound, courtesy of Count Basie und einem gewissen Quincy Jones. Aber auch Stücke bei denen Sinatra zeigt dass er, wenn’s drauf ankommt, nicht viel mehr an Unterstützung benötigt als ein Piano um zu beeindrucken, wie er es hier auf One for My Baby oder Angel Eyes tut. Ein starkes Album, und ein Fall wo das digitale Format den handfesten Vorteil hat dass man die ehemals zwei LPs nicht andauernd umdrehen muss sondern, wie ein Konzert, an einem Stück, auf einer CD hören kann. Alle glorreichen 76 Minuten davon. Denn die CD enthält neben einem Booklet mit Fotos und umfangreichen Liner Notes von Stan Comyn auch den vorher nicht enthaltenen Track Luck be a Lady. Der Ort des Konzerts, das Sands Hotel das einst Howard Hughes gehörte und wo die Originalfassung des Films Ocean’s Eleven mit Sinatra gedreht wurde, ist Geschichte. Es steht heute nicht mehr. Wer mehr von diesen Zeiten mitkriegen will, kann sich für ca. 60 Euro den posthum veröffentlichten 5-Disc-Boxset Sinatra: Vegas (2006), inklusive einer exzellenten Konzert-DVD kaufen. Aber obige CD Sinatra at the Sands (1966) ist ein guter Anfang und preiswert erhältlich. Zwischen den Liedern enthält dieser Albumklassiker auch viele Kommentare, Stories und Gags von Sinatra. Mindestens einer davon verdammt gut: Über einen seiner notorischen Trinkkumpanen sagt er, wir zitieren frei und ohne Gewähr aus unserer  Erinnerung, ‘Dean Martin is stoned more often than US-Embassies’. Wirklich? Falls wir richtig gehört haben, kann der nächste der bei Frank Sinatra (12. Dez. 1915 – 14. Mai 1998) vorbeischaut, Bescheid geben dass sich, in Bezug auf amerikanische Botschaften, nicht viel geändert hat.

 

Ads by Google

 

 

Wussten Sie schon? Sinatra im neuen Film Blade Runner (2017) Der Kultstatus des Sängers ist in guter Verfassung. Im neuen Film Blade Runner 2049 sind zwei Sinatra-Klassiker ziemlich ausgiebig zu hören. Erst Summer Wind, in einer Liebesszene zwischen Ryan Gosling und seiner holographischen Partnerin Joi. Das Lied beruht übrigens auf einer deutschen Komposition namens Der Sommerwind. Zweitens, das Lied One for My Baby (and One More for the Road), bei dem im Film sogar ein Hologramm vom singenden Sinatra zu sehen ist. Das Lied basiert auf dem Gespräch, oder Selbstgespräch, eines von der Liebe entäuschten Trinkers mit seinem Barkeeper. Der Film lässt es sich nicht nehmen, hier ein Produkt-Placement für den Whisky Johnnie Walker einzubauen. Soweit ich sehen konnte, war es ein Flasche Black Label. Bedeutet das Auftauchen von einem Klassiker wie Sinatra dass Blade Runner, trotz aller moderner Technik, im Kern eine ziemlich nostalgische Betrachtung über menschliche Vergänglichkeit ist? Set’em up, Joe!

Foto-Info Auf obigem Foto ist eine alte spanische Single mit Sinatra und Tochter Nancy, der er das Lied Nancy with the Laughing Face widmete. Unser Bildtext, ‘mission bells ringing‘ bezieht sich auf eine Zeile vom Lied. Und Chairman of the Board nannte man Sinatra als Boss von Reprise Records.

Mehr über Sinatra  Unser Artikel über Songs for Swingin’ Lovers (1956), vielleicht sein bestes Album

Avenita.net

 

Today: Hotel Pez Espada, Torremolinos, Costa del Sol

Pez Espada in Torremolinos war in den 60er Jahren so ziemlich die coolste Addresse hier an der Costa del Sol, u. a. mit Gästen wie Elizabeth Taylor, Charlton Heston…und Frank Sinatra. Wir haben anlässlich Sinatras Geburtstag mal vorbei geschaut. Das Hotel ist heute immer noch in gutem Zustand und auch gut belegt. Pez Espada vereint, für unseren Geschmack auf attraktive Weise, Elemente von Kitsch und Funktionalismus. Das Hotel wurde im Laufe der Jahre renoviert, aber Architektur, Stil und Dekor wurden respektiert, sind in der Tat in Originalform erhalten: Man tritt hier, quasi per Zeitmaschine, in die 50er und frühen 60er Jahre ein, siehe auch unser Foto im zweiten Absatz. Der Bau begann im Jahr 1959 und wurde 1960 fertiggestellt. Das Hotel, dessen Name übrigens Schwertfisch bedeutet, ist nominell Teil des kilometerlangen Ortes Torremolinos, liegt aber fern der Bettenburgen in dem ruhigen, niedrig bebauten Bezirk Montemar. Direkt am Meer, mit gutem Strand und einer gemütlichen Promenade mit Cafés und Restaurants.

There's a bar room with Sinatra LPs. They could make a bit more of it, I mean, some more classics studio albums instead of mostly compilations...but it's still a nice touch

Frank Sinatra war hier an der Costa del Sol für ein paar Tage im September 1964, zum Dreh des Hollywood Films Colonel von Ryans Express (1965), in dem er die Titelrolle spielte. Der Drehort war in El Chorro, einer eindrucksvollen (und übrigens besuchenswerten) Schluchtenlandschaft weiter landeinwärts, ca. eine Stunde, damals vielleicht sogar 90 min. Fahrt von der Küste entfernt. Wobei Sinatra per Hubschrauber zum Dreh kam. Der Aufenthalt wurde für den Sänger und Schauspieler – immerhin Oscar-Gewinner – Frank Sinatra allerdings eine unangenehme Episode. So weit wir in Erfahrung bringen konnten, geschah in etwa dies: Sinatra war eines Abends an der Bar des Hotels, als sich eine junge, unbekannte Schauspielerin
Continue reading…

Christie's 'Death in the Clouds' (1935) is online as BBC radio dramatistaion. Link below. I have a few of them as cassette sets and CDs. You could do worse than listening to one of these on a long car journey. Probably forgot who's done it!

Auf  dem Foto ist mein englisches Taschenbuch mit Originaltitel Death in the Clouds (1935). Auf dem Cover sind Elemente der Story: Eine Wespe und eine Streichholzschachtel. Ebenso auf der CD-Fassung von dem Hörspiel von 2003 das momentan online gehört werden kann. Link am Ende des Blogposts. Ich habe eine ganze Menge von diesen BBC-Hörspielen nach Agatha Christie, und höre sie mir alle paar Jahre mal wieder an. Dann habe ich oftmals schon vergessen, wer der Mörder war. Ein Mord im Flugzeug ist natürlich ein klassisches ‘locked-room mystery’, also ein begrenzter Raum und somit eine begrenzte Zahl von Verdächtigen. Eins von Agatha Christies Markenzeichen, so wie das einsame Landhaus und der Eisenbahnwagon im Schnee. Beim’Tod in den Wolken’ sind es elf Verdächtige, inklusive – ungewöhnlicherweise – sogar Poirot selbst. Die Autorin liebte Details, so ist in diesem Roman
Continue reading…

Klassiker über Landleben gegen Ende des 19. Jahrhunderts

Eins der besten Bücher über Landleben. Und der große Erfolg der BBC-Serie, die von 2008 bis 2011 lief,  zeigt was für eine Resonanz das Thema heute immer noch hat. Die Ausgabe auf unserem Foto ist empfehlenswert weil sie alle drei Romane enthält in denen Flora Thompson (5 Dezember 1876 – 21 Mai 1947) aus ihrer Kindheit und Jugend gegen Ende des 19. Jahrhunderts schöpfte. Die Romanfigur Laura Timmins, im Film gespielt von Olivia Hallinan (auf dem Cover der Penguin-Ausgabe zu sehen) repräsentiert die Autorin, deren Mädchenname Timms war. Wir fanden die BBC-Serie gut und schätzen dass sie den meisten Lesern gefallen wird, hier ein Clip, aber wir finden die Romane besser. Die TV-Serie ist romantisch und enthält obendrein viel Humor. Es ist eine Art romantic comedy, wenn auch eine sehr ländliche. Also ein gutes und willkommenes Rezept um Thompson zu popularisieren. Aber die Romane enthalten viel mehr Details über die praktischen Aspekte des Landlebens und der Landwirtschaft: Die Bücher von Lark Rise to Candleford, die zwischen 1939 und 1943 veröffentlicht wurden, sind eigentlich als Roman verpackte Sozialgeschichte. Flora Thompson schreibt detailliert über Themen wie die Dialekte die Leute damals sprachen, was für landwirtschaftliche Werkzeuge und Maschinen sie benutzen, was sie zum Lesen und zum Essen hatten…bis zu der Art wie Kinder damals Früchte und Pilze in Hecken sammelten. Die Penguin-Ausgabe der Romane enthält zudem eine über 8 Seiten lange Einführung von H. J. Massingham der Flora Thompsons Werk in einen weiteren interessanten Kontext stellt.  
Continue reading…

Design Artikel in Vorbereitung Gtr 5

 

Lieber Leser,

an dieser Stelle ist ein Artikel in Arbeit der demnächst veröffentlicht wird.
Continue reading…