Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

Ever wondered what The Twins at St. Clare's is called in German? Yep, Hanni & Nanni are well known. There was also a successful movie version in 2010. And on Youtube you can check out some German audio dramatisations. Link below

Die Geschichten von den Sullivan-Zwillingen im Internat Lindenhof sind ultra-kultig, waren auch im Kino mit Filmen wie Hanni und Nanni (2010) sehr erfolgreich. Es lohnt sich auch, die alten Europa-Hörspiel auszuchecken. Link folgt am Ende des Blogposts. Auf dem Foto habe ich zwei coole Sachen für Blyton-Fans. Eine Originalausgabe aus den 60er Jahren vom Schneider-Verlag. Im Buch sind Illustrationen von Erich Hölle, das Cover ist von Nikolaus Moras. Einfach aber schön. Die Blyton-Biografie ist ebenfalls lesenswert. Leider nur auf English erhältlich. Wenn man sich mit ihrer Lebensgeschichte befasst, lösen sich viele Vorurteile in Luft auf. Enid Blyton war für damalige Verhältnisse eher progressiv als spießig. Bevor sie mit Büchern Erfolg hatte, war sie eine Lehrerin die an den Ideen von Maria Montessori interessiert war.
Continue reading…

Ein super Ausflugstipp speziell für Familien mit Kindern, obwohl das Bergdörfchen Júzcar so schön ist dass es wahrscheinlich jedem gefallen wird. Wir waren im Voraus nicht sicher, was wir davon hielten dass der Konzern Sony Pictures im Zusammenhang mit seinem Kinofilm Die Schlümpfe (2011) ein Dorf in Andalusien gefunden hatte das bereit war, so gut wie komplett blau angemalt zu werden. Aber wenn man vor Ort ist, sieht es gut aus, irgendwie besser als wir es auf unserem Foto rüberbringen können. Gemäß Dorfbewohnern die wir fragten, hat Sony sämtliche Arbeiten bezahlt, also etwa 200
Continue reading…

Design Artikel in Vorbereitung VI

 

Lieber Leser,

An dieser Stelle ist ein Blogpost in Arbeit der demnächst veröffentlicht wird

Avenita Kulturmagazin

x

 

 

x

 

 

x

 

 

x

 

 

x

 

 

 

 

x

 

 

 

x

 

 

 

 

x

 

 

 

 

x

 

 

 

x

 

 

 

 

x

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

x

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

 

 

 

 

 

 

x

 

 

x

 

 

 

 

 

 

x

x

 

 

 

 

 

 

 

x

x

x

x

 

 

 

x

There's a 1994 BBC radio dramatisation of Frances Hodgson Burnett 's classic novel 'The Secret Garden' (1911) online. Link below. I have various editions, but one of my favourites is the the one from Ladybird Children's Classics, which I collect

Jubiläum von einem empfehlenswerten Buch das es meines Erachtens mit Harry Potter & Co aufnehmen kann: The Secret Garden (1911) von der britischen Autorin Frances Hodgson Burnett (1849-1924) wirkt mit seinem unverschnörkelten  Schreibstil erstaunlich modern. Ähnlich wie bei den Potter-Büchern, wird Der Geheime Garten auch von vielen Erwachsenen gelesen, und es gibt zwei ziemlich gute Verfilmungen auf die ich gleich eingehe. Was mir an dieser Geschichte, die in einem jahrhundertealten Haus in den Mooren von Yorkshire spielt, allerdings besser gefällt als Harry Potter, ist dass es hier nicht um den konstanten Kampf gegen grotesk überzeichnetes Böses geht. Der Geheime Garten handelt von einem Mädchen und einem Jungen die mit realistischen Situationen, wie dem Verlust ihrer Eltern zu kämpfen haben. Die Einsamkeit der beiden
Continue reading…

Design Klassisches ‘Nonic’ Pint Bierglas

Nonic Pint: Schönes & praktisches Design

Liegen wir richtig mit der Annahme dass die meisten Biergläser die in Deutschland über die Theke gehen, die recht filigranen 0,2 l und 0,3 l Stangen oder Pilstulpen sind? Das ist übrigens auch hier in Spanien der Fall. Das häufigste Bierglas ist hier ein tubo, sprichwörtlich: Rohr oder Stange. Möglich dass es in Deutschland regionale Abweichungen von der Regel gibt, vermutlich liegt in Bayern der 1 Liter Maßkrug gut im Rennen, da lassen wir uns von Lesern gerne belehren. In Großbritannien jedenfalls ist das mit Abstand häufigste Glas, wir schätzen mal mit 90% Anteil, das klassische Pint, das man einfach wie Peint ausspricht. Mit 20 Flüssig-Unzen (ca. 568 ml), entzieht sich diese nützliche Biermenge immer noch stur dem metrischen System. Wenn man der englischen Presse (die meist Anti-EU gesinnt ist) Glauben schenken will, haben hinterlistige EU-Beamte jahrelang versucht, den Engländern ihr Pint wegzunehmen und erst vor kurzem aufgegeben. Die einzige erzwungene Änderung ist dass statt einer kleinen, symbolischen englischen Krone auf dem Bierglas jetzt die CE-Kennzeichnung der EU prangt  Allerdings sind die Engländer selber im Gange, einen wichtigen Aspekt des Pint-Glases zu verändern: Als wir für den obigen Fototermin (cleverer Name für ein Trinkgelage, nicht wahr?) versuchten, ein paar Gläser mit der markant gewölbten Pint-Form zu kriegen,
Continue reading…

Wir schreiben gelegentlich mal was auf Englisch und hatten bei dem schon seit Jahren etablierten BrontëBlog angefragt, ob sie einen Artikel von uns veröffentlichen würden – und sie haben’s gemacht. Danke! Wir mögen BrontëBlog. Zum einen weil die Brontë-Schwestern zu unseren absoluten Lieblingsschriftstellerinnen gehören. Zum anderen weil wir Websites mögen die sich auf gewisse Bereiche spezialisieren und darin dann sehr kompetent sind – und das trifft definitiv auf BrontëBlog zu. Neben redaktionseigenen längeren Rezensionen sind hier täglich viele Links und Kommentare zu weltweiten Artikeln und Neuigkeiten über die Brontës und ihre Werke, Verfilmungen etc. Eine echte Goldgrube wenn man sich für die Brontës interessiert. Unser Artikel dort ist ein Fotobericht darüber wie wir die nach den drei Schwestern und Schriftstellerinnen Anne, Emily und Charlotte benannte Straße Calle Hermanas Brontë in Andalusien besuchten – und dort etwas vorfanden was wir nicht erwartet hatten. Außerdem ein ganz nettes Foto von einem kleinen Vogel der angeflogen kam und den Tag für uns perfekt machte. Exklusiv bei BrontëBlog

 

Gemma Arterton in the title role of Tess of the D'Urbervilles (2008). On the whole I find this the best adaptation of the Thomas Hardy novel so far. Though Nastassja Kinski as Tess the 1979 movie version with was pretty good too

Vor 120 Jahren wurde der ländliche Romanklassiker Tess von Thomas Hardy veröffentlicht. Für mich einer der besten Romane des 19. Jahrhunderts, mit vielen interessanten Aspekten, einer davon ist die Beschreibung Viktorianischer Doppelmoral, was Hardy damals harsche Kritik und sogar Zensur seitens seiner Verleger bescherte. Das Mädchen Tess, die für Hardy die Unschuld vom Lande darstellt, wird von zwei sehr verschiedenen Männern in den Abgrund getrieben. Eigentlich ein archetypisches Thema das schon zu Hardys Zeiten der Stoff von Volksliedern war. Aber seine Darstellung geht über Klischees hinaus, mitunter dadurch dass er als Auslöser der Katastrophe nicht nur den fiesen Landbesitzer Alec zeigt sondern auch den liberalen Pfarrerssohn Angel Clare, der mit seinem vermeintlich gutem Menschentum ebenfalls viel Schaden anrichtet. Er ist kein Vergewaltiger wie Alec, punktet aber in Sachen Doppemoral reichlich. Ein anderer Aspekt der mir an Tess (1891) gefällt, ist die Fülle an Beschreibungen von Landleben und Folklore des 19. Jahrhunderts. Damit kannte Hardy sich gut aus. Er schrieb über das ländliche Dorset in dem er aufwachsen war. Ob er selber viele Kühe gemolken hat, ist mir nicht bekannt, er hatte ja Architekt gelernt. Aber Hardy hat das Landleben genau beobachtet und Tess damit einen zeitgeschichtlich-dokumentarischen Aspekt gegeben. Zu den Orten die Hardy als Vorbild nahm und im Roman umbenannte, machte er genaue Angaben. Die ca. 50 km Reise die Tess auf Arbeitssuche zu einem Viktorianischen Großbauernhof unternimmt, kann man heute noch machen.

Nice Penguin paperback edition of Tess, with some 70 pages of extra material, an introduction by Margaret R. Higonnet etc. Cover: The Farmer's Daughter by John Everett Millais

Empfehlenswert, denn das südenglische Dorset ist idyllisch, und eigens organisierte Studienreisen sind ein guter Vorwand für Urlaub. Zu den Schauplätzen des Romans gehören mystische Orte wie Stonehenge. Aber Tess fährt erstmal per Pferdewagen von ihrem Heimatdorf Marlott (Vorbild war das echte Dorf Marnhull) südlich nach Stourcastle (das echte Sturminster Newton). Von da aus nimnt ein Bauer sie mit nach Weatherbury (das echte Puddletown). Die restlichen 12 km nach Kingsbere (in echt Bere Regis) geht Tess zu Fuß. Für Leute vom Land bedeuteten 50 km Entfernung damals meist, dass man einen Ort zwar vom Namen her kannte, aber noch nie da war. Tess ist überrascht, wie grün die Felder aufgrund der besseren Bewässerung durch den Fluss Froom (in echt: Frome) sind. Es gibt hier viel mehr Kühe, und Tess staunt über die polierten Messingkugeln auf ihren Hornspitzen. Auch die Felder und Höfe sind viel größer. Der Hof Talbothays auf  dem Tess ankommt, gerade als um 16 Uhr 30 die Kühe zum Melken in den Hof gerufen werden, ist mit 100 Kühen für damalige Verhältnisse riesig. Das Melk-Team besteht aus einem Dutzend Männern und Frauen plus einen Vorarbeiter. Wenn meine Milchmädchenrechnung aufgeht, musste also jeder damals um die 7 Kühe melken, zweimal am Tag.  Es gibt Ställe aber viele Kühe werden einfach im Hof gemolken. Die Frauen tragen hölzerne Trippen um ihre Schuhe vor Matsch zu schützen. Vorarbeiter Mr.Crick ist kein Tyrann sondern recht humorvoll und fleißig dabei, er melkt die schwierigeren Kühe selber. In Thomas Hardys Roman, aus dessen Originalfassung ich hier nur ein paar Seiten nacherzählt haben, stecken viele Geschichten, viel Zeitgeschichte. Ein Buch auf das ich noch öfters eingehen werden. Der Originaltext ist gemeinfrei und online. Wobei ich Buchausgaben zum Lesen bevorzuge, denn hier ist oft umfangreiches Zusatzmaterial, Kommentare etc. mit dabei, z. B. bei der Penguin Classics Ausgabe. Neben dem Roman, der auch in deutscher Übersetzung erhältlich ist, gibt es verschiedene Lesungen (eine sehen Sie im obigen Foto) und eine englische BBC-Hörspielfassung die online ist und zu der gleich ein Link folgt.

 

Ads by Google

 

 

Reisen Für literarisch inspirierte Urlauber ist Dorchester in Dorset ein guter Startpunkt. Hier, am Stadtrand, lebte Hardy für Jahrzehnte in seinem Haus Max Gate und schrieb mehrere  Romane, auch Tess. Sein Arbeitstisch ist im Dorset County Museum zu sehen. Am idyllischsten ist jedoch dein Geburtshaus in Higher Bockhampton, 3 km außerhalb von Dorchester. Hier lebte Thomas Hardy (1840-1928) bis er 34 war und schrieb Am Grünen Rand der Welt (1874), ein Roman der wie Tess (1891) ebenfalls ein lesenswerter und verfilmter Klassiker ist. In der  Nähe von Higher Bockhampton, ca. 3 km. Richtung West Stafford, ist auch Lower Lewell Farm, das Vorbild für den Bauernhof Talbothays in Tess.

Verfilmungen Von den Verfilmungen mag ich am liebsten die BBC-Fassung Thomas Hardy’s Tess of the D’Urbervilles (2008), die es auch als synchronisierte deutsche Fassung gibt. Mit Gemma Arterton (obiges Foto) als Tess und authentischen Drehorten in Südengland, u. a. starke Szenen bei Stonehenge. Die Szene in diesem YouTube-Clip basiert auf dem Maitanz von dem Hardy in Tess eine regionale Variante beschrieb

Thomas Hardys ‘Tess’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Tess Of The d’Urbervilles. Mit Claire Rushbrook (als Tess), James D’Arcy (als Angel Clare), Adam Godley (als Alec D’Urbeville), Keith Barron (als Mr Durbeyfield), Lyndsey Marshal (Liza), Sean Baker (Mr Crick), Robert East (als Reverend Clare), David Thorpe (als Felix), Jennie Stoller (als Mrs d’Urberville), Kenny Blyth (Cuthbert), Annette Badland (als Mrs Crick), Alison Pettitt (Izzy), Amelda Brown (als Mrs Durbeyfield), Rachel Gleaves (Retty), Joanna Wake (Mrs Clare), Ian Masters (Parson Tringham), Sylvia Hallett (Musik), Isabel Watson (Geige) u. a. Produktion: 2001.

Könnte Sie auch interessieren Thomas Hardys ‘Am grünen Rand der Welt‘ als Hörspiel online

Des Weiteren Emily Brontë: ‘Sturmhöhe’ als Hörspiel online

Mehr E. M. Forster: ‘Zimmer mit Aussicht’ als Hörspiel online

Und Charlotte Brontë: ‘Jane Eyre’ als Hörspiel online

Avenita.net

 

Sir Walter Scott's 'Ivanhoe' (1819) came out 200 years ago. Above, my 1975 Spanish paperback. Today, it seems a fairly slow moving novel. But it's rated by George R. R. Martin, who sees 'fantasy and historical fiction as sisters under the skin'

Vor 200 Jahren wurde der einflussreichste Roman von Sir Walter Scott veröffentlicht. Ivanhoe (1819) bewirkte damals ein verstärktes Interesse am Mittelalter, das im Laufe des 19. Jahrhunderts auch von Künstlergruppen wie der präraffaelitischen Bruderschaft aufgegriffen wurde und, mit Malern wie Edmund Leighton und Ritter-Gemälden wie The Accolade und God Speed, bis ins frühe 20. Jahrhundert wirkte. In Deutschland erschien der Roman, der zu Zeiten von Richard Löwenherz spielt, schon im Jahr 1820. Das Buch wurde mehrfach verfilmt, wobei Ivanhoe – Der schwarze Ritter (1952) die berühmteste Version ist. Aber ich finde die BBC-Verfilmung Ivanhoe (1997) mit Steven Waddington und Christopher Lee noch besser. Die Story spielt um das Jahr 1194. Wilfred of Ivanhoe hat Richard Löwenherz auf dem Dritten Kreuzzug begleitet und
Continue reading…

Als wir vor kurzem von Bert Janschs Tod erfuhren, schweiften die Erinnerungen zurück zu Abenden an Kaminfeuern an denen die Folkrockband Pentangle, der perfekte Soundtrack für kalte Winternächte zu sein schien. Bert Jansch war stilprägend für Pentangle, nicht nur durch seine markante auf ‘Fingerpicking’ (also dem Zupfen der Saiten anstatt dem Anschlagen von Akkorden) beruhende Gitarrentechnik, sondern auch weil er auf vielen Liedern sang. Ein schönes Beispiel fürs Janschs Stimme mit Pentangle ist I Loved A Lass, ein über 300 Jahre altes Volkslied über die Verzweiflung dass die vermeintliche Liebste einen anderen geheiratet hat. Eine gute Informationsquelle zu dem zeitlebens öffentlichkeitsscheuen Schotten ist die Biografie ‘Dazzling Stranger: Bert Jansch and the British Folk and Blues Revival‘ (2006) von Colin Harper (siehe Buch ist oben rechts). Im Vorwort beschreibt Smiths-Gitarrist Johnny Marr wie er als 14-jähriger in Manchester von einem Freund über eine Folkband namens Pentangle hörte. Johnny, zu dem Zeitpunkt kein besonderer Folk-Fan, war beeindruckt von der Art wie Pentangle Elemente von Folk, Jazz und Blues zu einem neuen, magischen Klang formten. Im Laufe der Jahre lernte Johnny den ehemaligen Pentangle-Gitarristen Bert Jansch persönlich kennen und spielte mit ihm auf der Bühne, im Studio und, wie er schreibt, an so manchem Küchentisch. Das gute an Colin Harpers Buch ist dass man hier nicht nur viel über Bert Jansch und Pentangle erfährt 
Continue reading…

Wordsworth edition and DVD of the BBC TV adaptation. This might just be the best role I've seen Ben Kingsley play. The story could be transfered to the present - the orphan child of a junkie making the life of an embittered man worthwhile

BBC-Radioproduktion nach dem Romanklassiker Silas Marner: Der Weber von Raveloe (1861) von Autorin George Eliot kann online angehört werden. Mit atmospärischer Geräuschkulisse, inkl. den melancholischen Tönen eines einsamen Cellos und Hörspielsprechern mit (den der Geschichte entsprechenden) Akzenten von Nordengland und den Midlands. Es beginnt mit dem Diebstahl in der Kirchengemeinde für den Silas Marner zu unrecht verantwortlich gemacht wird. Und endet damit dass Silas in der einsamen Hütte in die er sich zurückgezogen hat, ein Kind findet dessen drogenumnebelte Mutter im Schnee gestorben ist. Der Stoff hat etwas märchenhaften an sich. Und zugleich etwas dokumentarisches über die Zeit der industriellen Revolution. Unsere Buchausgabe, Penguin-Verlag, mit einer 50 Seiten Einführung der Literaturkritikerin Q. D. Leavis (die so gut ist dass sie schon den Preis des Buches wert ist) hat kein besonders spannend aussehendes Cover, aber Religion spielt nun mal eine Rolle in der Geschichte. George Eliot (Pseudonym von Mary Anne Evans) stand den Kirchen kritisch gegenüber. Sie war für ein entmythologisiertes Christentum, also christliche Werte ohne die übersinnlichen Elemente der organisierten Religionen. Die Autorin, die von dem deutschen Philosophen Ludig Feuerbach beeinflusst war, in der Tat, sein Buch Das Wesen des Christentums (1841) ins Englische übersetzte, wird wahrscheinlich Lesern gefallen die Thomas Hardy, Henry James und die Brontës mögen. Die Geschichte von Silas Marner hat auf Deutsch übersetzt einen Ton, der mich an Das kalte Herz von Wilhelm Hauff erinnert.

‘ Zu Anfang dieses Jahrhunderts ging ein Leinweber mit Namen Silas Marner seinem Beruf in der Nähe des Dorfes Raveloe nach, in einer von Haselbüschen umringten Steinhütte am Rande eines stillgelegten Steinbruchs. Das befremdliche Geräusch von Silas’ Webstuhl, das so völlig anders klang als der einfachere Rhythmus des Dreschflegels, übte eine Faszination auf die Jungen von Raveloe aus, die beim Pflücken der Haselnüsse öfters eine Pause machten, um durch das Fenster der Steinhütte zu spähen – wobei sie die geheimnisvollen Bewegungen des Webstuhls und die gebückte Haltung des Webers am Tretwerk nachahmten, was ihnen ein wohltuendes Gefühl verachtungsvoller Überlegenheit gab.’ (Gekürzte Romanpassage aus ‘ Silas Marner’ von George Eliot)

 

Ads by Google

 

 

George Eliot: ‘Silas Marner’ als Hörspiel online Das BBC-Hörspiel Silas Marner. Mit Michael Williams (als Silas Marner), Jenny Agutter (als Dolly Winthrop), Finty Williams (als Eppie), Alex Jennings (als Godfrey Cass), Cathy Sara (als Nancy Lammeter), Edward Woodward (Squire Cass), Timothy Bateson (Mr. Macey), Tenniel Evans (Dr Kimble), Peter Morton (als Jem Rodney), Howard Attfield (als Mr Snell), Christopher Nayler (als Dunstan Cass), Robert Young (als Mr Bryce), Anthony Bate (als Minister Lantern Yard), Justin Butcher (als William Dane), Eleanor Tremain (als Molly Cass), Richard Syms (Vicar von Raveloe), Gyuri Sarossy (als Aaron), Nancy Nevinson (Mrs Marsh), Evangeline Banks (Mrs Kimble), Kennedy Pearman (Eppie mit 3), Peter Moreton (Brother Jacob), Audrey Palmer (als Aggie), Joe Gunn (Aaron mit 7), Philip Sherlock (Geigenspieler).

Verfilmung Als Alternative kann man die BBC-Verfilmung Silas Marner (1985) auf YouTube auschecken. Ich habe den Film auf DVD, und finde es ist die beste Rolle in der ich Ben Kingsley gesehen habe. Auf der DVD ist auch ein längeres und interessantes Doku über die Autorin – George Eliot: A Scandalous Life

Foto-Info  Die BBC-DVD und meine englische Taschenbuchausgabe von Wordsworth Classics

Mehr über George Eliot Unser Artikel über den George Eliot Klassiker ‘Middlemarch’ als Film und Hörspiel

Könnte Sie auch interessieren Peter Høeg: ‘Fräulein Smillas Gespür für Schnee’ als Hörspiel online

Des Weiteren E. M. Forster: ‘Zimmer mit Aussicht’ als Hörspiel online

Mehr F. Scott Fitzgerald: Der Große Gatsby als Hörspiel online

Und  Hermann Hesse: Demian als SWR-Hörspiel online

Avenita.net

 

Wir sind absolute Eisenbahn-Fans und mögen TV-Programme wie ‘Eisenbahnromantik’ sehr. Mit der technischen und historischen Expertise vom SWR-Produktionsteam (den Göttern sei Dank für die öffentlich-rechtlichen) können wir nicht mithalten. Deshalb fahren wir einfach auf unserer eigenen kleinen Schiene und suchen nach den Spuren die die Eisenbahn in der Kultur hinterlassen hat: Es gibt erstaunlich viele Romane, Spielfilme, Lieder…sogar LP-Cover mit Eisenbahnthematik. So ein bisschen unser Spezialgebiet, aus dem einfachen Grund dass niemand so verrückt ist wie wir und mit solchen Dingen seine Zeit verplempert. Every dog has it’s day. Heute stellen wir ein klassisches Rockalbum vor, mit einem LP-Cover das eine recht Interessante Eisenbahn-Geschichte hat. Stephen Stills, der mit seinen Kumpanen als Crosby, Stills, Nash & Young Weltruhm erlangte, u. a. auf dem Woodstock-Festival 1969, hat auch gute Alben als Solokünstler bzw. Bandleader aufgenommen. Davon ist das oben abgebildete Doppelalbum Manassas (1972) unserer Meinung nach das beste. Auf dem Cover ist die Bahnhofsstation Manassas in Virginia, die offensichtlich dem Musikprojekt seinen Namen gab. Aber warum liess Stephen Stills die gesamte siebenköpfige Musikertruppe von Florida (wo das Album aufgenommen wurde) ins ferne Virginia fliegen? Die Antwort darauf ist dass
Continue reading…

Wir können es gut verstehen wenn Andalusien-Besucher aus dem kühlen Norden als erstes an den Strand wollen um Sonne zu tanken, vielleicht auch etwas Sangria – die Engländer haben hier ja diesen Spruch über die obligatorischen Drei S in Spanien. Was das dritte S ist, wollte man uns nicht verraten, aber wir vermuten mal es sind Sprachkurse. Wenn man an der Costa lebt, ist man ist im Laufe der Zeit eher geneigt, am Wochenende mal landeinwärts zu fahren. Der Berg La Concha der von überall aus sichtbar über der Stadt Marbella ragt, ist nicht mal weit vom Meer entfernt, vielleicht zwei Kilometer. Wir lieben diesen Berg, der in echt enigmatischer aussieht als wir es auf unserem obigen Foto hinkriegen. Wir waren natürlich schon ein paar mal oben. Am Anfang nahmen wir den wenig empfehlenswerten Weg geradeaus hoch. Wir dachten es wären 2 Stunden aber brauchten – vielleicht weil wir nicht Reinhold Messner heißen – mehr als doppelt so lange, obwohl das Ding nur um die 800 Meter hoch ist. Sollte man nicht im Sommer machen, unser Wasser war schon nach einer Stunde alle. Viel besser – und zudem völlig familientauglich – ist es, die Spitze über den Bergkamm, rechts im Bild, zu erreichen. Starten Sie dazu am besten von dem Marbella-Einkaufszentrum namens Cañada aus. Fahren Sie von dort in Richtung des Bergdorfs Ojén die Straße hoch (ca.15 Min.) und halten Sie auf Ihrer linken Seite Ausschau nach dem Schild Refugio de Junar.
Continue reading…

Wir wussten dass Jane Austen Cricket gut kannte (sie erwähnt es ja in einem ihrer Romane) und höchstwahrscheinlich im Familienkreis selber spielte. So wie es auch in einem Spielfilm über Austen dargestellt wird. Mehr zum Film gleich. In Biografien ist jedoch relativ wenig über die Austen-Cricket-Verbindung zu finden. In Claire Tomalins Biografie Jane Austen: A Life (1997) wird, so weit wir sehen, nur einmal beiläufig erwähnt dass es bei der Familie von Janes Bruder Edward im Sommer Cricket-Spiele gab. Als wir John Majors Cricket-Buch More Than a Game (2007) in die Hände bekamen, war deshalb das erste was wir im Stichwortverzeichnis auscheckten, der altehrwürdige Name Austen. Und siehe da, Sir John hat um die sechs Seiten Informationen über die Austen-Cricket-Connection! Demnach haben die Austens nicht nur Cricket gespielt sondern sogar einiges dazu beigetragen, den Sport in seiner modernen Variante zu entwickeln: In Jane Austens (1775-1817) ländlicher Heimat, der Grafschaft Hampshire war Cricket äußerst beliebt, mitunter aufgrund von Hampshires Hambledon Club, dem damals bedeutendsten Cricket-Verein Englands. Janes Vater, der Dorfpfarrer George Austen betätigte sich, um sein bescheidenes Einkommen aufzubessern, zusätzlich als Lehrer und unterrichtete zuhause Jungs in seinem Pfarrhaus. Zwecks Abwechslung und als sportliche Betätigung wurde Cricket gespielt.

Es ist anzunehmen dass dabei auch die Austen-Kinder, inklusive Jane, ihre Liebe zu dem Spiel entwickelten. Jane Austens Bruder Edward (geb. 1767) hatte später insgesamt 11 Kinder. Vier davon wurden angesehene Cricket-Spieler – mit Amateur-Status, wie damals üblich. Und von diesen 4 wurde einer, nämlich Janes Lieblingsneffe George Thomas Austen (geb. 1795), zu einem der besten Cricketer seiner Zeit, der zudem half, eine neue und damals umstrittene Spieltechnik (kurz: vom sog.underarm bowling zum roundarm bowling) durchzusetzten. Etwas das im konservativen Cricket-Establishment damals einem Staatsstreich gleichkam. George Thomas Austens Vater Edward hatte allerdings den Namen Austen abgegeben und den Namen Knight (von einer reichen Familie die ihn adoptiert hatte) angenommen, und so wurde auch Cricketer George Thomas im Alter von 16 auf den Namen Knight umgetauft. Der Wikipedia-Eintrag des einflussreichen Cricketers George Thomas Knight enthält (zur Zeit des Schreibens) keinerlei Hinweis auf seine Austen-Connection.

Cricket-Szene aus der Film-Biografie 'Geliebte Jane' (2007)

Wir fanden das Buch More than a Game (ja, der Autor ist der John Major) auch über die Austen-Connection hinaus interessant. Major, obwohl offensichtlich sehr bewandert im Thema, fachsimpelt nicht übermäßig sondern setzt Cricket auch in einen weitreichenden kulturellen Kontext. So werden hier neben Austen, Schriftsteller und Künstler wie Charles Dickens, Conan Doyle,  J. M. Barrie, Byron, Keats, Galsworthy, Dorothy L. Sayers,, Kipling, und J. M. W. Turner erwähnt. Hier dessen Bild Wells Cathedral with a Game of Cricket. Übrigens war die Kirche, wie wir dem Buch entnehmen, anfangs gegen Cricket, weil sie fürchtete, dadurch Besucher zu verlieren. Ein durchaus praktischer Denkansatz. Aber zum Schluss für heute diese Frage: Könnte es sein dass Jane Austen ihren Lieblingsneffen George Thomas Austen,also den späteren Cricket-Star George T. Knight persönlich trainierte? Nun, dass Jane das Spiel sehr liebte, sieht man in ihrem Roman Northanger Abbey, der 1817 veröffentlicht aber schon 1798 geschrieben wurde, als Jane Anfang Zwanzig war. Hier steht über die junge weibliche Hauptperson Catherine Morland, wir übersetzen frei und auszugsweise aus dem englischen Original:

Sie mochte alle Jungenspiele aber bevorzugte Cricket, nicht nur mehr als mit Puppen zu spielen, sondern auch mehr als solch heroische  Kindervergnügen wie das Füttern von Kanarienvögeln und Blumengießen‘.

Unser Kommentar: Right on, Jane! Mit Humor, fast mit etwas bissiger Zynik, macht die Schriftstellerin Jane Austen es hier glasklar dass sie keineswegs zu schüchtern gewesen wäre um mit Geschwistern und höchstwahrscheinlich auch mit ihrem Neffen George  Thomas Cricket zu spielen. Sehen Sie dazu auch die Szene im Spielfilm Geliebte Jane (2007). Wir hatten in unserer Rezension ein, zwei Vorbehalte gegenüber dem Film, aber die Cricket-Szene, siehe YouTube Clip, mit Jane Austen, gespielt von Anne Hathaway (im langen braunen Kleid), ist wundervoll.

Ads by Google

 

Mehr von uns über Jane Austen  Artikel über den sehenswerten biografischen Spielfilm Becoming Jane (2007) mit Anne Hathaway, James McAvoy Julie Walters James Cromwell, Maggie Smith u. a.

Avenita Kulturmagazin

 

Wir hatten bei dem exzellenten Onlinemagazin Telepolis angefragt ob sie einen Artikel von uns veröffentlichen würden…und sie haben’s gemacht! Es war unsere erste, einzige Anfrage in Deutschland und wir hatten (die wir außer Telepolis fast nur englische und amerikanische Sachen lesen) keine anderen Medien kontaktiert. Wir kennen die Leute nicht persönlich und müssen gestehen, wir freuen uns dass es geklappt hat. Wir waren dessen keineswegs sicher denn Telepolis hat oftmals verdammt gute Artikel. In der Tat, wir dachten uns: Oh Mann, wie sollen wir es anstellen dass wir mit unseren alten Vinyl-LPs nicht wie die totalen Hillbillies dastehen? Wir rissen uns am Riemen! Hier unser Artikel Viva Juanito Efectivo! über die Art wie Spanier ausländische Worte und Nanen kurzerhand latinisieren. Exklusiv bei Telepolis. Foto: Huch, Gute screen shots vom Ipad sind schwierig, aber das ist das Telepolis Logo und darunter unser Artikel.

Avenita Redaktion