Kulturmagazin

Lieber Leser!

Wir schreiben über unsere Lieblingsthemen aus der Welt der Literatur, Film, Kunst und Musik. Öfters gibt es auch mal Fotos, Anekdoten & Ansichten aus unserem geliebten Gastland: Andalusien, der südlichsten, manche würden sagen, schönsten Region Spaniens. Auf der Startseite finden Sie unsere aktuellen Blogbeiträge und Artikel. Falls Sie mal länger Zeit haben und mehr über unsere Themen lesen wollen, köinnen Sie auch unsere umfangreichen Feature-Artikel auschecken. Wir hoffen dass Sie unser Netzmagazin informativ und unterhaltsam finden. Ein Gruß von der Redaktion!

Archive for 'Blog'

Es gibt in Spanien erfreulich viele Fans von britischen Klassikern wie Austen, Brontë, Christie…und Daphne Du Maurier. In der heutigen Samstagsausgabe der Tageszeitung ABC sind zwei Artikel und ein paar gute Fotos von der enigmatischen Autorin deren Geschichten und Romane Vorlagen für Hitchcock-Filme wie Rebecca (1940) und Die Vögel (1963) waren. Ihr Roman Jamaica Inn (1936) wurde auch von Hitchcock verfilmt, aber in diesem Fall ist der Fernsehfilm Jamaica Inn (1983) deutlich besser und werkgetreuer. Der Horrorfilm Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973) beruht ebenfalls auf einer Geschichte von Du Maurier. Die beiden Artikel in ABC sind zum Anlass von El Muñeco, einem neuen Buch mit Kurzgeschichten von der Autorin, englischer Originaltitel The Doll (2011). Dieser Band, der anscheinend noch nicht auf Deutsch erschienen ist, enthält neben acht frühen Geschichten, fünf Geschichten die Jahrzehnte lang als verschollen galten. Die Titelgeschichte The Doll, handelt von einem Mann der herausfindet dass die Frau in die er sich verliebt hat, eine mechanische Puppe ist. Die Geschichte The Happy Valley, geschrieben Anfang der 30er Jahre, scheint eine Art Vorläufer von Du Mauriers berühmtesten Roman zu sein, denn der Name der Protagonistin ist kein anderer als Rebecca. Unsere oben abgebildete Romanausgabe von Rebecca (Virago, 2003) enthält übrigens ein 13 Seiten langes Vorwort von Sally Beauman, die mit Rebecca’s Tale (2001) eine ziemlich gute Sequel zu Du Mauriers Originalroman geschrieben hat. Wird bei Gelegenheit genauer besprochen. Die zwei Artikel über Daphne Du Maurier in der spanischen Zeitung ABC die wir heute in der Druckausgabe lasen, scheinen momentan noch nicht online zu sein, aber wenn sie erhältlich werden, setzen wir die entsprechenden Links.

 

Ein super Ausflugstipp speziell für Familien mit Kindern, obwohl das Bergdörfchen Júzcar so schön ist dass es wahrscheinlich jedem gefallen wird. Wir waren im Voraus nicht sicher, was wir davon hielten dass der Konzern Sony Pictures im Zusammenhang mit seinem Kinofilm Die Schlümpfe (2011) ein Dorf in Andalusien gefunden hatte das bereit war, so gut wie komplett blau angemalt zu werden. Aber wenn man vor Ort ist, sieht es gut aus, irgendwie besser als wir es auf unserem Foto rüberbringen können. Gemäß Dorfbewohnern die wir fragten, hat Sony sämtliche Arbeiten bezahlt, also etwa 200
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Der neue Spielfilm von Roland Emmerich heißt ‘Anonymus’ (2011), und vertritt die Theorie dass  Shakespeares Werke von jemand anderem geschrieben wurden. Die Verschwörungstheorien sind uralt und werden, soweit wir wissen, von 99 Prozent aller Literaturwissenschaftler abgelehnt. Wir glauben auch nicht dran. Wir haben den Film noch nicht gesehen, er startet in Deutschland angeblich am 10. November, aber anhand des Trailers (mit Musik von Radioheads Kid A) scheint dies eine gediegene, recht eindrucksvoll gemachte Produktion zu sein. Mit renommierten britischen Schauspielern wie Derek Jacobi, der übrigens ein Anhänger der Verschwörungsftheorie um Shakespeare ist. Wir glauben nicht dass so ein Film Shakespeares Werk schaden wird, im Gegenteil, er wird das Interesse von Leuten wecken die Shakespeare bisher todlangweilig fanden. Und Armeen von Shakespeare-Verehrern dazu inspirieren, die Argumente des Films zu widerlegen. Es werden alte und neue Shakey-Dokus im Fernsehen laufen, und massenhaft Artikel in Zeitungen und im Netz. Win – win! Wir melden uns zum Thema wieder wenn wir den Film gesehen haben. Bis dahin, hier ein YouTube Clip in dem Emmerich 10 Argumente aufzählt, die gegen Shakespeare als Autor der Werke sprechen. Obiges Foto: Unsere Collins Classics Ausgabe Complete Works. Bei Wiki zum Thema Shakespeare-Urheberschaft ein umfassender Überblick

 

Der Romanklassiker The Secret Garden von Frances Hodgson Burnett, und ein Bilderbuch vom Ladybird Verlag.

Jubiläum von einem empfehlenswerten Buch das es unseres Erachtens mit Harry Potter & Co aufnehmen kann: The Secret Garden (1911) von der britischen Autorin Frances Hodgson Burnett (1849 -1924) wirkt mit seinem unverschnörkelten  Schreibstil erstaunlich modern. Ähnlich wie bei den Potter-Büchern, wird Der Geheime Garten auch von vielen Erwachsenen gelesen, und es gibt zwei ziemlich gute Verfilmungen auf die wir gleich eingehen. Was uns an dieser Geschichte, die in einem jahrhundertealten Haus in den Mooren von Yorkshire spielt, allerdings besser gefällt als Harry Potter, ist dass es hier nicht um den konstanten Kampf gegen grotesk überzeichnetes Böses geht. Der Geheime Garten handelt von einem Mädchen und einem Jungen die mit realistischen Situationen, wie dem Verlust ihrer Eltern zu kämpfen haben. Die Einsamkeit der beiden und die (hauptsächlich psychosomatische) Krankheit des Jungen wird letztendlich auf praktische und konstruktive Art gelöst. Der Nachbarsjunge Dickon, aus einer einfachen aber intakten Familie, hilft den beiden verwöhnten und isolierten Kindern Mary und Colin, die Natur, die Tiere und, man könnte sagen, die Welt und sich selbst neu zu entdecken. So retten die Kinder sich und obendrein Colins Vater, der nach dem Tod seiner Ehefrau in völige Isolation geflüchtet war. Ein Roman mit einem starken philosophischen Ansatz. Und auch Humor, nicht zuletzt durch den Kontrast zwischen Marys und Colins Habitus, der von priviligierter Existenz  geprägt ist, und der sehr ländlichen Art und Sprache von dem Yorkshire-Jungen Dickon. Der starke Yorkshire-Akzent wird im Roman, ähnlich wie es Emily Brontë stellenweise in Wuthering Heights tat, wortwörtlich wiedergegeben.

Der Kinofilm ist als Der Geheime Garten (1993) auf Deutsch erhältlich, siehe Trailer. 1975 BBC Version ist auf YouTube

Wir kennen The Secret Garden nur in englischer Originalfassung und vermutlich geht dieser Aspekt in Übersetzungen verloren. Aber man kann den eigentümlichen und sympathischen Yorkshire-Akzent in den Verfilmungen auschecken. Selbst die amerikanische Verfilmung wusste zu schätzen dass der Akzent ein wichtiger Bestandteil der Geschichte ist. Die Filmuntertitel sind bei Sätzen wie ‘Tha art th’ queerest little lass I ever saw‘ sehr nützlich, Die neuere, von Francis Ford Coppolas American Zoetrope Studio produzierte Kino-Verfilmung (1993), hier ein YouTube-Cli p, ist wahrscheinlich die beste zum Kennenlernen. Obwohl wir auch der älteren BBC-TV-Verfilmung (1975), siehe YouTube-Clip, viel abgewinnen können. Sie ist viel länger und werkgetreuer. Sarah Hollis Andrews als Mary ist hier eine der besten Kinderschauspielerinnen die wir je gesehen haben. Allerdings sind Hayden Prowse als der Junge Colin und John Lynch als sein Vater Mr. Craven besser in der Neuverfilmung. Eine Schwäche der Neuverfilmung ist dass hier und da, wie in vielen Filmen heutzutage, übertriebene Musikuntermalung eingesetzt wird um ‘Magie & Emotion’ zu vermitteln anstatt einfach auf den Stoff und ein gutes Drehbuch  zu vertrauen. Auch die Haushälterin Mrs. Medlock (Maggie Smith) leidet etwas an harry potteritis, insofern als sie hier als arg übertriebene Schreckensfigur dargestellt wird, die sie es im Buch (und in der BBC-Verfilmung) eigentlich nicht ist.

Info  Wer auf den Spuren von Frances Hodgson Burnett wandeln möchte, kann ihr ehemaliges Haus Great Maytham Hall in Kent besuchen. Allerdings ist das Haus in Privatbesitz und für die Öffentlichkeit nur etwa einmal im Jahr für ein paar Stunden zugänglich. Das Haus und seine Gärten waren die Inspiration für den Kinder / Jugend / Erwachsenen-Klassiker den man kennen sollte. Auf unserem Foto sehen Sie, links, eine ungekürzte Ausgabe von Wordsworth Classics (1993), nicht illustriert aber mit einem schönem Cover. Und rechts eine Ausgabe vom Ladybird, ein Verlag dessen exzellent gestalteten Bücher wir sammeln. Die 30 Jahre alte, gekürzte Ausgabe ist illustriert von Joy Shufflebotham.

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Design Klassisches ‘Nonic’ Pint Bierglas

Nonic Pint: Schönes & praktisches Design

Liegen wir richtig mit der Annahme dass die meisten Biergläser die in Deutschland über die Theke gehen, die recht filigranen 0,2 l und 0,3 l Stangen oder Pilstulpen sind? Das ist übrigens auch hier in Spanien der Fall. Das häufigste Bierglas ist hier ein tubo, sprichwörtlich: Rohr oder Stange. Möglich dass es in Deutschland regionale Abweichungen von der Regel gibt, vermutlich liegt in Bayern der 1 Liter Maßkrug gut im Rennen, da lassen wir uns von Lesern gerne belehren. In Großbritannien jedenfalls ist das mit Abstand häufigste Glas, wir schätzen mal mit 90% Anteil, das klassische Pint, das man einfach wie Peint ausspricht. Mit 20 Flüssig-Unzen (ca. 568 ml), entzieht sich diese nützliche Biermenge immer noch stur dem metrischen System. Wenn man der englischen Presse (die meist Anti-EU gesinnt ist) Glauben schenken will, haben hinterlistige EU-Beamte jahrelang versucht, den Engländern ihr Pint wegzunehmen und erst vor kurzem aufgegeben. Die einzige erzwungene Änderung ist dass statt einer kleinen, symbolischen englischen Krone auf dem Bierglas jetzt die CE-Kennzeichnung der EU prangt  Allerdings sind die Engländer selber im Gange, einen wichtigen Aspekt des Pint-Glases zu verändern: Als wir für den obigen Fototermin (cleverer Name für ein Trinkgelage, nicht wahr?) versuchten, ein paar Gläser mit der markant gewölbten Pint-Form zu kriegen,
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Wir schreiben gelegentlich mal was auf Englisch und hatten bei dem schon seit Jahren etablierten BrontëBlog angefragt, ob sie einen Artikel von uns veröffentlichen würden – und sie haben’s gemacht. Danke! Wir mögen BrontëBlog. Zum einen weil die Brontë-Schwestern zu unseren absoluten Lieblingsschriftstellerinnen gehören. Zum anderen weil wir Websites mögen die sich auf gewisse Bereiche spezialisieren und darin dann sehr kompetent sind – und das trifft definitiv auf BrontëBlog zu. Neben redaktionseigenen längeren Rezensionen sind hier täglich viele Links und Kommentare zu weltweiten Artikeln und Neuigkeiten über die Brontës und ihre Werke, Verfilmungen etc. Eine echte Goldgrube wenn man sich für die Brontës interessiert. Unser Artikel dort ist ein Fotobericht darüber wie wir die nach den drei Schwestern und Schriftstellerinnen Anne, Emily und Charlotte benannte Straße Calle Hermanas Brontë in Andalusien besuchten – und dort etwas vorfanden was wir nicht erwartet hatten. Außerdem ein ganz nettes Foto von einem kleinen Vogel der angeflogen kam und den Tag für uns perfekt machte. Exklusiv bei BrontëBlog

 

Vor 120 Jahren wurde der ländliche Romanklassiker Tess von Thomas Hardy veröffentlicht. Für uns einer der besten Romane des 19. Jahrhunderts, mit vielen interessanten Aspekten, einer davon ist sicher die Beschreibung Viktorianischer Doppelmoral, was Hardy damals harsche Kritik und sogar Zensur seitens seiner Verleger bescherte. Das Mädchen Tess, die für Hardy die Unschuld vom Lande darstellt, wird von zwei sehr verschiedenen Männer in den Abgrund getrieben. Eigentlich ein archetypisches Thema das schon zu Hardys Zeiten der Stoff von Volksliedern war. Aber seine Darstellung geht über Klischees hinaus, mitunter dadurch dass er als Auslöser der Katastrophe nicht nur den fiesen Landbesitzer Alec zeigt sondern auch den liberalen Pfarressohn Angel Clare, der mit seinem vermeintlich gutem Menschentum ebenfalls viel Schaden anrichtet. Er ist kein Vergewaltiger wie Alec, punktet aber in Sachen Doppemoral reichlich. Ein anderer Aspekt der uns an Tess (1891) gefällt, ist die Fülle an Beschreibungen von Landleben und Folklore des 19. Jahrhunderts. Damit kannte Hardy sich gut aus. Er schrieb über das ländliche Dorset in dem er aufwachsen war. Ob er selber viele Kühe gemolken hat, ist uns nicht bekannt, er hatte ja Architekt gelernt. Aber Hardy hat das Landleben genau beobachtet und Tess damit einen zeitgeschichtlich-dokumentarischen Aspekt gegeben. Zu den Orten die Hardy als Vorbild nahm und im Roman umbenannte, machte er genaue Angaben. Die umgerechnet ca. 50 km Reise die Tess auf Arbeitssuche 
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Filmwelt Rückkehr zum Planet der Remakes

Gab es jemals so viele Remakes oder ‘Sequels’ und ‘Prequels’ wie zur Zeit? Gleich einige Namen von neuen Projekten im Genre von Sci-Fi, Horror, Thriller und Monumentalfilmen. Bei Neuauflagen von Klassikern sind wir meist neugierig, darauf spekulieren die Filmmacher ja. Andererseits ist die Qualität eben dieser Klassiker schwer zu erreichen oder gar zu überbieten. Es kommt  gelegentlich vor, z. B. wenn ein europäischer Film mit einem starken Konzept aber relativ kleinem Budget von Hollywood  aufgegriffen wird. Das funktioniert nicht immer, aber wir fanden die Neuverfilmung des spanischen Films Abre los Ojos (1997) als Vanilla Sky (2001) mit Tom Cruise gut gelungen. Die vor kurzem erschienene Neuauflage genauer gesagt Prequel von Planet der Affen (2011) war erstaunlich gut. Speziell nach Tim Burtons enttäuschendem Remake im Jahr 2001. Unser Foto zeigt übrigens die spanische Plakatwerbung, die bei uns an der Costa del Sol nicht zu übersehen war. Hier spielt sich fast alles an einer langen Küstenstraße ab, an der kaum ein Weg vorbei führt. Filmplakate sind eine Kunst für sich, und dieses ist gut gemacht. Das Breitwandformat bietet mehr als die Standardversion des Kinoplakats. Die Spanier haben den Originaltitel, Rise of the Planet of the Apes, vielleicht auch sprachlich besser auf den Punkt gebracht als der deutsche Filmtitel Prevolution. Dies ist ein Film der von modernster Computertechnik profitiert, weil er Zuschauern den alten Gag von Menschen in Affenköstümen ersparte und etwas erstaunlich echt und ausdrucksvolles präsentiert. Was andere aktuelle Remakes betrifft, sind wir gespannt ob die Neuverfilmung The Thing (2011), hier ein deutscher Trailer, an die frühere Version, John Carpenters Horrorklassiker Das Ding aus einer anderen Welt (1982) heranreicht. Dies ist ein Film bei dem die damaligen Spezialeffekte (mit Latex etc.) so extrem effektiv sind dass neue Computertricks sie wahrscheinlich eher zahmer machen werden. Dass inklusive der Erstverfilmung von 1951, mittlerweile drei Versionen existieren, deutet darauf hin dass John W. Campbells Geschichte Who goes There? (1948) eine Thematik hat (über einen Feind, der Menschen im Inneren vereinnahmt und transformiert) die einen Nerv der Moderne trifft.

Ein Kino-Remake von Es (1990) nach dem  Roman von Stephen King ist in Arbeit. Im Gespräch anscheinend auch eine neue Version von Total Recall, nach der Geschichte des Schriftstellers und Sci-Fi-Genies Philip K. Dick. Besonders dieser Stoff, der mit 1990 mit Schwarzenegger (einigermaßen gut) verfilmt wurde, bietet Raum für Verbesserungen. Wir mögen Arnie aber der Stoff ist kein ytpischer Actionfilm und würde von einem ausgefeilteren Drehbuch profitieren. Anscheinend wird auch an neuen Kinoversionen von Frankenstein, Godzilla und Jules Vernes 20.000 Meilen unter dem Meer gearbeitet. Wir finden Godzilla, ebenso wie King Kong übrigens, als Stoff etwas schlicht, mit zuwenig von der oben erwähnten quasi-mythologischen Resonanz, Die anderen beiden Projekte bieten schon mehr Möglichkeiten. Wir lasen etwas über angebliche Remales von RoboCop und Evil Dead, finden die Themen aber weitgehend ausgereizt. Ein möglicher Neuanfang von Matrix (1999) hätte mehr für sich, weil die beiden Sequels der starken Grundidee nicht mehr gerecht wurden, sie schienen wie ein übereilter Versuch den letzten Pfennig aus dem Projekt rauszuholen, wobei wirklich ein Drehbuch mit neuen Ideen benötigt wäre. Auch eine Neuverfilmung von Frank Herberts Sci-Fi-Roman Dune wäre gut, denn den Film vom Jahr 1984 fanden wir mittelprächtig. Stimmt die Geschichte über Angelina Jolie als neue Kleopatra? Für das gute alte Genre Monumentalfilm haben wir eine gewisse Schwäche. Ein Remake von John Boormans Klassiker Excalibur (1981) ist angeblich schon in Produktion und willkommen, denn die vielen Neuverfilmungen der Artussage, speziell die schwache Version King Arthur (2004) mit Keira Kneightley und Clive Owen, haben den Stoff verwässert.

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Wir haben nur einige potentielle oder existierende Remakes erwähnt und Lesern Details über Neuauflagen von ‘Klassikern’ wie Porky’s (1982), Police Academy (1984) erspart. Was, wenn man einen Zauberstab hätte und sich, ohne Rücksicht auf Kommerz, einige Remakes wünschen könnte? So aus dem Stehgreif würden wir wohl versuchen, einige gute aber vom Radarschirm verschwundene Schwarzweißklassiker wiederzubeleben. Das Problem ist, könnte man Filme wie Michel Carnés Kinder des Olymp (1945) besser machen? Wir könnten uns eigentlich David Leans Begegnung – Brief Encounter (1945) gut in Farbe vorstellen, mit Stars wie George Clooney, und einer Prise Humor anstatt mit ganz so vieler, an Wehleidigkeit grenzender Melancholie wie das Original. Leser können uns gerne ihre Ideen für Remakes schicken.

Avenita Kulturmagazin

 

Als wir vor kurzem von Bert Janschs Tod erfuhren, schweiften die Erinnerungen zurück zu Abenden an Kaminfeuern an denen die Folkrockband Pentangle, der perfekte Soundtrack für kalte Winternächte zu sein schien. Bert Jansch war stilprägend für Pentangle, nicht nur durch seine markante auf ‘Fingerpicking’ (also dem Zupfen der Saiten anstatt dem Anschlagen von Akkorden) beruhende Gitarrentechnik, sondern auch weil er auf vielen Liedern sang. Ein schönes Beispiel fürs Janschs Stimme mit Pentangle ist I Loved A Lass, ein über 300 Jahre altes Volkslied über die Verzweiflung dass die vermeintliche Liebste einen anderen geheiratet hat. Eine gute Informationsquelle zu dem zeitlebens öffentlichkeitsscheuen Schotten ist die Biografie ‘Dazzling Stranger: Bert Jansch and the British Folk and Blues Revival‘ (2006) von Colin Harper (siehe Buch ist oben rechts). Im Vorwort beschreibt Smiths-Gitarrist Johnny Marr wie er als 14-jähriger in Manchester von einem Freund über eine Folkband namens Pentangle hörte. Johnny, zu dem Zeitpunkt kein besonderer Folk-Fan, war beeindruckt von der Art wie Pentangle Elemente von Folk, Jazz und Blues zu einem neuen, magischen Klang formten. Im Laufe der Jahre lernte Johnny den ehemaligen Pentangle-Gitarristen Bert Jansch persönlich kennen und spielte mit ihm auf der Bühne, im Studio und, wie er schreibt, an so manchem Küchentisch. Das gute an Colin Harpers Buch ist dass man hier nicht nur viel über Bert Jansch und Pentangle erfährt 
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Brandneue BBC-Radioproduktion nach dem Romanklassiker ‘Silas Marner: Der Weber von Raveloe’ (1861) von der Autorin George Eliot ist 7 Tage lang, vom 16. bis 23. Oktober im Netz zum Anhören. Mit atmospärischer Geräuschkulisse, inkl. den melancholischen Tönen eines einsamen Cellos und Hörspielsprechern mit (den der Geschichte entsprechenden) Akzenten von Nordengland und den Midlands. Der erste Teil beginnt mit dem Diebstahl in der Kirchengemeinde für den Silas Marner zu unrecht verantwortlicht gemacht wird. Und endet damit dass Silas in der einsamen Hütte in die er sich zurückgezogen hat, ein Kind findet dessen drogenumnebelte Mutter im Schnee gestorben ist. Der Stoff hat etwas märchenhaften an sich. Und zugleich etwas dokumentarisches über die Zeit der industriellen Revolution. Unsere Buchausgabe, Penguin-Verlag, mit einer 50 Seiten Einführung der Literaturkritikerin Q. D. Leavis (die so gut ist dass sie schon den Preis des Buches wert ist) hat kein besonders spannend aussehendes Cover, aber Religion spielt nun mal eine Rolle in der Geschichte. George Eliot (Pseudonym von Mary Anne Evans) stand den Kirchen kritisch gegenüber. Sie war für ein entmythologisiertes Christentum, also christliche Werte ohne die übersinnlichen Elemente der organisierten Religionen. Die Autorin, die von dem deutschen Philosophen Ludig Feuerbach beeinflusst war, in der Tat, sein Buch Das Wesen des Christentums (1841) ins Englische übersetzte, wird wahrscheinlich Lesern gefallen die Thomas Hardy, Henry James und die Brontës mögen. Hier Episode 1 vom BBC-Hörspiel Silas Marner. Spieldauer 60 Min.

Hörspiel verpasst? Die Sachen werden früher oder später wiederholt und wir werden in unserem Blog darauf aufmerksam machen.

Avenita Kulturmagazin

 

Wir sind absolute Eisenbahn-Fans und mögen TV-Programme wie ‘Eisenbahnromantik’ sehr. Mit der technischen und historischen Expertise vom SWR-Produktionsteam (den Göttern sei Dank für die öffentlich-rechtlichen) können wir nicht mithalten. Deshalb fahren wir einfach auf unserer eigenen kleinen Schiene und suchen nach den Spuren die die Eisenbahn in der Kultur hinterlassen hat: Es gibt erstaunlich viele Romane, Spielfilme, Lieder…sogar LP-Cover mit Eisenbahnthematik. So ein bisschen unser Spezialgebiet, aus dem einfachen Grund dass niemand so verrückt ist wie wir und mit solchen Dingen seine Zeit verplempert. Every dog has it’s day. Heute stellen wir ein klassisches Rockalbum vor, mit einem LP-Cover das eine recht Interessante Eisenbahn-Geschichte hat. Stephen Stills, der mit seinen Kumpanen als Crosby, Stills, Nash & Young Weltruhm erlangte, u. a. auf dem Woodstock-Festival 1969, hat auch gute Alben als Solokünstler bzw. Bandleader aufgenommen. Davon ist das oben abgebildete Doppelalbum Manassas (1972) unserer Meinung nach das beste. Auf dem Cover ist die Bahnhofsstation Manassas in Virginia, die offensichtlich dem Musikprojekt seinen Namen gab. Aber warum liess Stephen Stills die gesamte siebenköpfige Musikertruppe von Florida (wo das Album aufgenommen wurde) ins ferne Virginia fliegen? Die Antwort darauf ist dass
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Wir können es gut verstehen wenn Andalusien-Besucher aus dem kühlen Norden als erstes an den Strand wollen um Sonne zu tanken, vielleicht auch etwas Sangria – die Engländer haben hier ja diesen Spruch über die obligatorischen Drei S in Spanien. Was das dritte S ist, wollte man uns nicht verraten, aber wir vermuten mal es sind Sprachkurse. Wenn man an der Costa lebt, ist man ist im Laufe der Zeit eher geneigt, am Wochenende mal landeinwärts zu fahren. Der Berg La Concha der von überall aus sichtbar über der Stadt Marbella ragt, ist nicht mal weit vom Meer entfernt, vielleicht zwei Kilometer. Wir lieben diesen Berg, der in echt enigmatischer aussieht als wir es auf unserem obigen Foto hinkriegen. Wir waren natürlich schon ein paar mal oben. Am Anfang nahmen wir den wenig empfehlenswerten Weg geradeaus hoch. Wir dachten es wären 2 Stunden aber brauchten – vielleicht weil wir nicht Reinhold Messner heißen – mehr als doppelt so lange, obwohl das Ding nur um die 800 Meter hoch ist. Sollte man nicht im Sommer machen, unser Wasser war schon nach einer Stunde alle. Viel besser – und zudem völlig familientauglich – ist es, die Spitze über den Bergkamm, rechts im Bild, zu erreichen. Starten Sie dazu am besten von dem Marbella-Einkaufszentrum namens Cañada aus. Fahren Sie von dort in Richtung des Bergdorfs Ojén die Straße hoch (ca.15 Min.) und halten Sie auf Ihrer linken Seite Ausschau nach dem Schild Refugio de Junar.
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Wir wussten dass Jane Austen Cricket gut kannte (sie erwähnt es ja in einem ihrer Romane) und höchstwahrscheinlich im Familienkreis selber spielte. So wie es auch in einem Spielfilm über Austen dargestellt wird. Mehr zum Film gleich. In Biografien ist jedoch relativ wenig über die Austen-Cricket-Verbindung zu finden. In Claire Tomalins Biografie Jane Austen: A Life (1997) wird, so weit wir sehen, nur einmal beiläufig erwähnt dass es bei der Familie von Janes Bruder Edward im Sommer Cricket-Spiele gab. Als wir John Majors Cricket-Buch More Than a Game (2007) in die Hände bekamen, war deshalb das erste was wir im Stichwortverzeichnis auscheckten, der altehrwürdige Name Austen. Und siehe da, Sir John hat um die sechs Seiten Informationen über die Austen-Cricket-Connection! Demnach haben die Austens nicht nur Cricket gespielt sondern sogar einiges dazu beigetragen, den Sport in seiner modernen Variante zu entwickeln: In Jane Austens (1775-1817) ländlicher Heimat, der Grafschaft Hampshire war Cricket äußerst beliebt, mitunter aufgrund von Hampshires Hambledon Club, dem damals bedeutendsten Cricket-Verein Englands. Janes Vater, der Dorfpfarrer George Austen betätigte sich, um sein bescheidenes Einkommen aufzubessern, zusätzlich als Lehrer und unterrichtete zuhause Jungs in seinem Pfarrhaus. Zwecks Abwechslung und als sportliche Betätigung wurde Cricket gespielt.

Es ist anzunehmen dass dabei auch die Austen-Kinder, inklusive Jane, ihre Liebe zu dem Spiel entwickelten. Jane Austens Bruder Edward (geb. 1767) hatte später insgesamt 11 Kinder. Vier davon wurden angesehene Cricket-Spieler – mit Amateur-Status, wie damals üblich. Und von diesen 4 wurde einer, nämlich Janes Lieblingsneffe George Thomas Austen (geb. 1795), zu einem der besten Cricketer seiner Zeit, der zudem half, eine neue und damals umstrittene Spieltechnik (kurz: vom sog.underarm bowling zum roundarm bowling) durchzusetzten. Etwas das im konservativen Cricket-Establishment damals einem Staatsstreich gleichkam. George Thomas Austens Vater Edward hatte allerdings den Namen Austen abgegeben und den Namen Knight (von einer reichen Familie die ihn adoptiert hatte) angenommen, und so wurde auch Cricketer George Thomas im Alter von 16 auf den Namen Knight umgetauft. Der Wikipedia-Eintrag des einflussreichen Cricketers George Thomas Knight enthält (zur Zeit des Schreibens) keinerlei Hinweis auf seine Austen-Connection.

Cricket-Szene aus der Film-Biografie 'Geliebte Jane' (2007)

Wir fanden das Buch More than a Game (ja, der Autor ist der John Major) auch über die Austen-Connection hinaus interessant. Major, obwohl offensichtlich sehr bewandert im Thema, fachsimpelt nicht übermäßig sondern setzt Cricket auch in einen weitreichenden kulturellen Kontext. So werden hier neben Austen, Schriftsteller und Künstler wie Charles Dickens, Conan Doyle,  J. M. Barrie, Byron, Keats, Galsworthy, Dorothy L. Sayers,, Kipling, und J. M. W. Turner erwähnt. Hier dessen Bild Wells Cathedral with a Game of Cricket. Übrigens war die Kirche, wie wir dem Buch entnehmen, anfangs gegen Cricket, weil sie fürchtete, dadurch Besucher zu verlieren. Ein durchaus praktischer Denkansatz. Aber zum Schluss für heute diese Frage: Könnte es sein dass Jane Austen ihren Lieblingsneffen George Thomas Austen,also den späteren Cricket-Star George T. Knight persönlich trainierte? Nun, dass Jane das Spiel sehr liebte, sieht man in ihrem Roman Northanger Abbey, der 1817 veröffentlicht aber schon 1798 geschrieben wurde, als Jane Anfang Zwanzig war. Hier steht über die junge weibliche Hauptperson Catherine Morland, wir übersetzen frei und auszugsweise aus dem englischen Original:

Sie mochte alle Jungenspiele aber bevorzugte Cricket, nicht nur mehr als mit Puppen zu spielen, sondern auch mehr als solch heroische  Kindervergnügen wie das Füttern von Kanarienvögeln und Blumengießen‘.

Unser Kommentar: Right on, Jane! Mit Humor, fast mit etwas bissiger Zynik, macht die Schriftstellerin Jane Austen es hier glasklar dass sie keineswegs zu schüchtern gewesen wäre um mit Geschwistern und höchstwahrscheinlich auch mit ihrem Neffen George  Thomas Cricket zu spielen. Sehen Sie dazu auch die Szene im Spielfilm Geliebte Jane (2007). Wir hatten in unserer Rezension ein, zwei Vorbehalte gegenüber dem Film, aber die Cricket-Szene, siehe YouTube Clip, mit Jane Austen, gespielt von Anne Hathaway (im langen braunen Kleid), ist wundervoll.

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Wir hatten bei dem exzellenten Onlinemagazin Telepolis angefragt ob sie einen Artikel von uns veröffentlichen würden…und sie haben’s gemacht! Es war unsere erste, einzige Anfrage in Deutschland und wir hatten (die wir außer Telepolis fast nur englische und amerikanische Sachen lesen) keine anderen Medien kontaktiert. Wir kennen die Leute nicht persönlich und müssen gestehen, wir freuen uns dass es geklappt hat. Wir waren dessen keineswegs sicher denn Telepolis hat oftmals verdammt gute Artikel. In der Tat, wir dachten uns: Oh Mann, wie sollen wir es anstellen dass wir mit unseren alten Vinyl-LPs nicht wie die totalen Hillbillies dastehen? Wir rissen uns am Riemen! Hier unser Artikel Viva Juanito Efectivo! über die Art wie Spanier ausländische Worte und Nanen kurzerhand latinisieren. Exklusiv bei Telepolis. Foto: Huch, Gute screen shots vom Ipad sind schwierig, aber das ist das Telepolis Logo und darunter unser Artikel.

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